Stonehenge
| Niemand weiß so genau,
wer diese riesigen Steine vor 4000 Jahren in England in einem Kreis aufgestellt hatte. Aber eines ist sicher, diese Leute wussten
was sie taten, denn noch heute kann man damit eine Sonnenfinsternis voraussagen. Die ganze
Anlage ist ein riesiger Kalender. |
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Über 2000
Jahre - Von Aristoteles bis Einstein
So lange dauerte es vom antiken
Griechenland über die katholische Kirche und die Neuzeit bis hin zum Atomzeitalter, bis
die heutige Erklärung für den Aufbau der Welten zustande kam.
Noch bei den Griechen, also 2000
Jahre vor Aristoteles, bevölkerten Götter und Sterbliche den Himmel. Aber schon Thales gelang es 600 v. Chr. eine Sonnenfinsternis
vorauszusagen. Der Himmel wurde berechenbar, und so langsam wuchs der Zweifel an den
Göttern, die nach Belieben im Himmel machen konnten was sie wollten. Es zeigte sich, dass
sie offenbar gar keine Macht dazu hatten.
Die
griechischen Philosophen

Aristoteles
4. Jhdt. v. Chr. |
Der griechische
Philosoph Aristoteles erklärte die Welt so: Um die Erde kreist alles,
Sonne, Planeten, Mond und Sterne.
Er teilte die Welt in "Sphären"
(Kugelschalen), in denen die Himmelskörper ihre Bahnen ziehen. Sie umgeben die Erde wie
die Schalen einer Zwiebel, wie z.B. die Atmosphäre (Luftkugel), die eben
die Luft enthält. |
Die Kugelschalen seien aus einem unsichtbaren
Kristall, an denen die Himmelskörper fest angebracht waren. Nicht also die Himmelskörper
bewegten sich, sondern diese Kugelschalen.
Von Aristoteles kommt auch die
Aufteilung der Stoffe, aus denen alles bestehe, in grundlegende Elemente: Feuer,
Luft, Wasser und Erde.
Da Luft leichter ist als Wasser, ist
Wasser auf der Erde und Luft im Himmel. Alles habe einen natürlichen Ort, wo es
hingehört. So muss das, was die Kugelschalen bewegte, leichter sein als Luft, und dies
sei der Geist, das 5. Element (Quintessenz). Der aber "stößt"
die Welt nur einmal an, die sich dann für immer und ewig bewegt.
Es gab aber auch Philosophen, die
die Erde für eine Kugel hielten, während Aristoteles sie als eine Scheibe
verstand. Doch die Idee von der Scheibe sollte sich durchsetzen, obwohl die Beweise für
eine Kugel eigentlich überzeugender waren, bis eben auf eine Frage: Warum fallen dann die
Menschen nicht auf der anderen Seite der Kugel herunter?

Ptolemäus
2. Jhdt. n. Chr. |
Auch
für Claudius Ptolemäus war die
Erde Mittelpunkt des Sonnensystemes, sie war für ihn aber nicht der Mittelpunkt
des Universums. Ptolemäus
beschrieb die Welt so: |
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| In der Mitte war die Erde, um sie kreisen der Reihe nach von innen nach außen:
Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Um unser Sonnensystem kreisen all die anderen
Sterne in Sternbildern, wie sie schon aus dem antiken Griechenland bekannt waren. |
Die Kirche
und das Mittelalter

Augustinus
354-430 |
Augustinus ist einer der ersten großen
Kirchenväter der katholischen Kirche. Die Lehren des Aristoteles galten auch für die
Kirche als weise. Doch
eines fehlte darin: Der Gott der Christen.
So machte die Kirche Gott zu dem,
der alles erschuf und bewegte.
Er wohnt außerhalb des
Himmelgewölbes, das sich über der Erde auftat und der Teufel wohnt unter der Erde. Auf
der Erde, die die Kirche als eine kreisrunde Scheibe sah, wohnen aber die Menschen. |
Und so beherrschte mehr als 1000
Jahre das Weltbild der Kirche von einer Erde als "Pfannenkuchen" die
christlichen Menschen.
Doch was war
der Rand der Welt? Fällt man da einfach herunter?
Die Neuzeit
- Das Zeitalter der Entdeckungen
Christoph
Columbus versuchte 1492 den Atlantischen Ozean zu überqueren. Von ihm kam
der Gedanke, dass Schiffe am Horizont verschwinden und wieder auftauchten, also der
Horizont nicht das Ende der Welt ist. Er glaubte, wenn er immer so wie die Sonne ihre Bahn
um die Erde zieht nach Westen fährt, dann muss er im Osten (Indien) ankommen, wenn denn
auch die Erde eine Kugel ist. Es gibt somit keinen Rand, an dem alles herunter fällt.
Allerdings kam Columbus nicht in
Indien an, weil dazwischen Amerika liegt, das er irrtümlich für Westindien gehalten
hatte und dessen Bewohner daher von ihm "Indianer" genannt wurden.

Kopernikus
1473-1543 |
Nikolaus
Kopernikus sah das alles anders als seine Vorgänger. Für ihn war die Sonne der
Mittelpunkt. |
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| Diese
Behauptung wurde aber nicht von der Kirche geglaubt. Im Gegenteil. Denn dann sei ja die Erde ein Planet wie
jeder andere auch, und das kann doch Gott nicht gewollt haben. Von da an galt es als
Ketzerei, wenn man behauptete, die Sonne sei der Mittelpunkt und nicht die Erde. |
Kopernikus kam darauf, weil sich die
Bewegung der Planeten anders als die von Mond und Sonne verhielt, ja die Planeten schienen
sogar manchmal rückwärts zu laufen.
Doch die Kirche sagte: Moment mal,
was du Kopernikus beobachtest, und was in der Bibel steht, muss deshalb nicht dasselbe
sein, weil das Wort Gottes falsch ist, sondern es könnte doch auch sein, dass du dich
verguckt hast. In der Bibel steht, die Sonne geht im Osten auf und kreist um die Erde, um
im Westen wieder unterzugehen. Wo also steht geschrieben, dass es so sei,
wie du es sagst?

Brahe
1564-1601 |
Tycho Brahe versuchte, die Gedanken des Kopernikus
mit seinen Beobachtungen am Himmel zu beweisen. Doch Tycho Brahe wollte nicht mit den
Vorstellungen der Kirche brechen und beließ die Erde in seinem Weltbild im Mittelpunkt.
Dafür drehten sich aber bei ihm alle anderen Planeten um die Sonne, auch die Sterne. Nur
Mond und Sonne drehen sich um die Erde.
Er machte viele weitere erstaunliche
Beobachtungen am Himmel. |
Noch immer glaubte man, dass die
Himmelskörper an Kristalkugeln befestigt waren. Nur eines erschütterte den Glauben, und
das waren die Kometen. Bis zu diesem Zeitpunkt wußte man nicht, dass die
Kometen ebenfalls Bahnen um die Sonne ziehen. Man nahm an, sie kommen aus dem Nichts und
verschwinden wieder. Jedenfalls glaubte man, mit den Kometen gehe es eh nicht mit rechten
Dinge zu und hielt sie für Teufelswerk, das Unheil ankündigte. Daher hießen sie auch
"Disaster", "aster" für Stern und "Dis"
für Unglück.

Kepler
1571-1630 |
Johannes Kepler entdeckte durch seine
Berechnungen, dass die Bahnen um die Sonne nicht kreisrund sind, wie angenommen, sondern
Ellipsen, also flache Kreise. Alle
Himmelskörper bewegen sich in solchen Ellipsen um die Sterne oder die Planeten.
Kepler nutze die Beobachtungen von
Tycho Brahe und kam durch Berechnungen auf die Idee des Kopernikus, dass die Sonne in der
Mitte stehen müsste. |

Galilei
1564-1642 |
Galileo
Galilei machte die sensationelle Entdeckung schlechthin, die das Weltbild
der Kirche gänzlich erschüttern sollte. Er entdeckte mit einem Fernrohr 4 Monde, die
um den Jupiter kreisten. Bis zu
diesem Zeitpunkt ging man noch davon aus, dass es nur einen Mond geben kann.
Wenn sich alles in Schalen um die
Erde drehte, dann nicht diese 4 Monde. Sie müssten eigene Schalen um den Jupiter herum
haben. |
Die Kirche wollte, dass Galilei
seine Behauptungen leugnet. Weil er dies nicht tat, wurde er der Ketzerei angeklagt und
bis zu seinem Tode eingesperrt.
Doch das Weltbild mit den Kristallschalen
oder Sphären konnte nicht mehr aufrecht erhalten werden. Durch die Religionskriege verlor
die Kirche auch immer mehr an Einfluss. Nicht mehr das geschriebene Wort wurde zur
Weisheit letzter Schluß, sondern die exakte Beobachtung der Natur. Damit war der Weg frei
für die Wissenschaften.
Beobachtungen allein reichten
allerdings nicht aus. Das Beobachtete mußte auch neu erklärt werden, aber eben ohne
Götter.
Was hält die Himmelskörper
am Himmel?

Newton
1642-1727 |
Isaak Newton versuchte zu erklären, warum denn
die Himmelskörper am Himmel ihre Bahnen ziehen, wenn sie nicht fest in Kristallschalen
hängen. Er erfand die Theorie
von der Schwerkraft, die Gravitation.
Bewegung, Gewicht und Größe lassen
die Planeten um die Sonne und die Monde um die Planeten kreisen. |
Die Schwerkraft hällt das
Sonnensystem zusammen, und nur weil die Planeten ihre Bahnen ziehen, können sie von der
Sonne nicht angezogen werden. Die Kraft ihrer Bewegungen ist stärker als die Kraft der
Sonne, aber nicht stark genug, um gänzlich aus dem Sonnensystem zu fliegen.
Es ist eine unsichtbare Kraft, aber
dennoch konnte nun die Himmelsmechanik fast erklärt werden, bis auf eine
Kleinigkeit. Der Merkur bewegt sich immer noch eigenartig, überhaupt bewegen sich alle
Sterne, die dicht an der Sonnen stehen eigenartig.

Einstein
1879 -1955 |
Albert Einstein entwickelte eine Theorie, mit der sich
auch solche Dinge wie die Bahn des Merkurs
erklären ließen. Die
Relativitätstheorie.
Der Merkur ist nicht an dem Ort, an
den wir ihn sehen, sondern kann durchaus gerade hinter der Sonne stehen. Der Grund, das
Licht werde so durch die Schwerkraft der Sonne gebogen, wir schauen sozusagen um die Ecke.
Licht aber wiegt doch nichts, ist ja Energie und keine Materie. Einstein zeigte, dass der
Unterschied aber gar nicht so groß ist. |
Mit der Atomphysik
konnte man später z.B. erklären, woher die Sonne ihre Energie hat. Damit fiel dann der
letzte Gedanke, der besagte, dass Götter die Himmelskörper in Bewegung brachten.
Im 19. Jahrhundert entdeckte man weitere
Planeten, den Uranus,
den Neptun und auch Pluto. Bis heute wurden zu den Monden
des Galileo und unserem Mond noch mehr als 60 Monde entdeckt. Insgesamt
hat unser Sonnensystem 16 Monde, die einen Durchmesser von über 1.000 km haben, und damit
auch dicker sind, als Deutschland lang ist.
Man entdeckte zudem, dass unser
Sonnensystem nur ein kleiner Punkt in der Galaxie ist,
von der wir nur die Milchstraße am Himmel sehen können. Und man entdeckte, dass es Millionen
solcher Galaxien gibt. In ihnen gibt es Sonnen, Planeten und Monde, so wie in
unserem Sonnensystem.
Aber, man kann heute bei weitem noch
nicht alles erklären. Das Universum und sogar auch unser Sonnensystem ist noch
voll von Rätseln, die alle von weiteren Astronomen entdeckt werden wollen, die
heute vielleicht noch Kinder sind. So wird auch die Geschichte der Astronomie immer weiter
gehen, solange es noch neugierige Blicke ins Weltall gibt. Es ist nicht nur die Geschichte
der Astronomie, sondern auch eine Geschichte der Menschheit und vieler ihrer
Wissenschaften. Es ging dabei nicht darum, nach den Sternen zu greifen, sondern nur darum,
zu erklären, was die Welt ist.
Mit der Raumfahrt
wurde es möglich, nicht nur ins Weltall zu fliegen, sondern auch auf dem Mond zu landen.
Satelliten wurden zu den anderen Planeten geschickt, und irgendwann einmal wird auch der
erste Mensch auf dem Mars landen. Wäre das alles nicht so unverschämt teuer, Raketen ins
Weltall zu schießen, könnte man schon längst mal Ferien im Weltall oder auf dem Mond
machen. Aber, das wird sicherlich auch noch kommen. Da muss also noch viel erfunden
werden.
Naja, wie auch immer, wir hoffen,
dir gefällt diese kleine Geschichte.
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