Die Blinde Kuh - Das Sonnensystem
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Blinde Kuh - Unser Sonnensystem - Wissen
Geschichte (Weltbilder)

Nicht immer sah man die Welt so wie heute.

Ganz früher, vor tausenden von Jahren, hielten die Menschen die Planeten, die Erde, Sonne, Mond und all die Sterne für Götter.

Im alten Äqypten sah man die Entstehung der Welt so:

Aus dem unendlichen Ozean wuchs ein Hügel, über dem erschien eine Lotusblüte, aus der der Sonnengott Re hervorkam. Die Kinder des Re, der Luftgott Schu und die Wassergöttin Tefnut, zeugten weitere Götter, und zwar Geb, den Erdgott, und Nut, die Himmelsgöttin.

Der Luftgott Schu trennt noch heute Geb und Nut, also Erde und Himmel, voneinander.

Das äqyptische Weltbild

Für die Griechen vor 4000 Jahren verhielt sich das etwas anders, dennoch ähnlich.

So war zu Anfang das Chaos, der unendlich leere Raum. Aus ihm gingen Götter wie Gaia, die Erde, oder Nyx, die Nacht, aber auch Eros, der Liebesgott, hervor. Gaia ist die Mutter so vieler Götter, z.B. von Uranos, der Himmel, oder Pontos, Gebirge und Meer. Aus Gaia, der Erde, und Uranus, dem Himmel, geht Kronos, die Zeit, hervor. Kronos stürzt Uranos vom Göttertron mit Hilfe von Gaia. Er trennt sozusagen, ähnlich wie bei den Ägyptern, Himmel und Erde voneinander, so dass die Welt entsteht.

Mit Rheia, einer Tochter des Uranos, bekommt auch er Kinder, und zwar Zeus und dessen Geschwister Hera, Poseidon, Gott des Meeres, Hestia und Hades, Gott der Unterwelt. Kronos, die Zeit, verschlingt seine Kinder, aus Angst, sie könnten ihn vom Tron stürzen, wie er es bei seinem Vater tat. Aber der Kleinste und Jüngste unter ihnen, der später mächtige Zeus, kann alle Geschwister befreien. Zeus und Hera schaffen dann neue Götter und tronen als Götterfürsten auf dem Olymp, einem ziemlich hohen Berg in Griechenland.

Die Enstehung der Welt war bei den alten Kulturen auch ein Entstehen der Götter. Fast schien es, als wäre alles Treiben in der Welt den Launen der Götter ausgeliefert.

Je mehr die Astronomie erklären und voraussagen konnte, desto mehr verloren die Menschen den Glauben an die Götter. Und die Astronomen beobachteten, dass die Sonne an jedem Tag im Osten aufging und im Westen wieder unter. Dass sie mal sehr hoch stieg, an anderen Tagen aber sehr niedrig am Himmel war. Sie erkannten, dass das Weltall eine eigene Mechanik hat, nach der alles funktioniert. Diese Mechanik ließ sich berechnen, so dass man auch eine Sonnenfinsternis in 100 Jahren voraussagen konnte. Man musste jetzt nur noch diese Mechanik verstehen und deren Gesetze herausfinden.

Doch so ganz losgelöst von den Göttern, so glaubten viele, kann das Weltall doch nicht sein. So zeige die Bewegung der Himmelskörper den Willen der Götter, so dass man nicht nur diese Bewegungen voraussagen kann, sondern auch daran das Schicksal der Menschen erkennen könnte. Und so gab es immer schon bis heute eine weitere Wissenschaft von den Sternen, die Astrologie. Die meisten Astronomen waren auch Astrologen. Um natürlich möglichst genau das Schicksal von Menschen vorauszusagen, mußte man sich gut mit der Bewegung der Himmelskörper auskennen, und deshalb wurde die Astronomie auch so wichtig.

 
Stonehenge
Niemand weiß so genau, wer diese riesigen Steine vor 4000 Jahren in England in einem Kreis aufgestellt hatte.

Aber eines ist sicher, diese Leute wussten was sie taten, denn noch heute kann man damit eine Sonnenfinsternis voraussagen. Die ganze Anlage ist ein riesiger Kalender.

Stonehenge

Über 2000 Jahre - Von Aristoteles bis Einstein

So lange dauerte es vom antiken Griechenland über die katholische Kirche und die Neuzeit bis hin zum Atomzeitalter, bis die heutige Erklärung für den Aufbau der Welten zustande kam.

Noch bei den Griechen, also 2000 Jahre vor Aristoteles, bevölkerten Götter und Sterbliche den Himmel. Aber schon Thales gelang es 600 v. Chr. eine Sonnenfinsternis vorauszusagen. Der Himmel wurde berechenbar, und so langsam wuchs der Zweifel an den Göttern, die nach Belieben im Himmel machen konnten was sie wollten. Es zeigte sich, dass sie offenbar gar keine Macht dazu hatten.

Die griechischen Philosophen

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Aristoteles
4. Jhdt. v. Chr.
Der griechische Philosoph Aristoteles erklärte die Welt so:

Um die Erde kreist alles, Sonne, Planeten, Mond und Sterne.

Er teilte die Welt in "Sphären" (Kugelschalen), in denen die Himmelskörper ihre Bahnen ziehen. Sie umgeben die Erde wie die Schalen einer Zwiebel, wie z.B. die Atmosphäre (Luftkugel), die eben die Luft enthält.

Die 4 ElementeDie Kugelschalen seien aus einem unsichtbaren Kristall, an denen die Himmelskörper fest angebracht waren. Nicht also die Himmelskörper bewegten sich, sondern diese Kugelschalen.

Von Aristoteles kommt auch die Aufteilung der Stoffe, aus denen alles bestehe, in grundlegende Elemente: Feuer, Luft, Wasser und Erde.

Da Luft leichter ist als Wasser, ist Wasser auf der Erde und Luft im Himmel. Alles habe einen natürlichen Ort, wo es hingehört. So muss das, was die Kugelschalen bewegte, leichter sein als Luft, und dies sei der Geist, das 5. Element (Quintessenz). Der aber "stößt" die Welt nur einmal an, die sich dann für immer und ewig bewegt.

Es gab aber auch Philosophen, die die Erde für eine Kugel hielten, während Aristoteles sie als eine Scheibe verstand. Doch die Idee von der Scheibe sollte sich durchsetzen, obwohl die Beweise für eine Kugel eigentlich überzeugender waren, bis eben auf eine Frage: Warum fallen dann die Menschen nicht auf der anderen Seite der Kugel herunter?

Claudius Ptolemäus
Ptolemäus
2. Jhdt. n. Chr.
Auch für Claudius Ptolemäus war die Erde Mittelpunkt des Sonnensystemes, sie war für ihn aber nicht der Mittelpunkt des Universums.

Ptolemäus beschrieb die Welt so:

Das ptolemäische Weltbild
In der Mitte war die Erde, um sie kreisen der Reihe nach von innen nach außen: Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn.

Um unser Sonnensystem kreisen all die anderen Sterne in Sternbildern, wie sie schon aus dem antiken Griechenland bekannt waren.

Die Kirche und das Mittelalter

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Augustinus
354-430
Augustinus ist einer der ersten großen Kirchenväter der katholischen Kirche. Die Lehren des Aristoteles galten auch für die Kirche als weise.

Doch eines fehlte darin: Der Gott der Christen.

So machte die Kirche Gott zu dem, der alles erschuf und bewegte.

Er wohnt außerhalb des Himmelgewölbes, das sich über der Erde auftat und der Teufel wohnt unter der Erde. Auf der Erde, die die Kirche als eine kreisrunde Scheibe sah, wohnen aber die Menschen.

Und so beherrschte mehr als 1000 Jahre das Weltbild der Kirche von einer Erde als "Pfannenkuchen" die christlichen Menschen.

Tag Nacht

Doch was war der Rand der Welt? Fällt man da einfach herunter?

Die Neuzeit - Das Zeitalter der Entdeckungen

Christoph Columbus versuchte 1492 den Atlantischen Ozean zu überqueren. Von ihm kam der Gedanke, dass Schiffe am Horizont verschwinden und wieder auftauchten, also der Horizont nicht das Ende der Welt ist. Er glaubte, wenn er immer so wie die Sonne ihre Bahn um die Erde zieht nach Westen fährt, dann muss er im Osten (Indien) ankommen, wenn denn auch die Erde eine Kugel ist. Es gibt somit keinen Rand, an dem alles herunter fällt.

Allerdings kam Columbus nicht in Indien an, weil dazwischen Amerika liegt, das er irrtümlich für Westindien gehalten hatte und dessen Bewohner daher von ihm "Indianer" genannt wurden.


Kopernikus
1473-1543
Nikolaus Kopernikus sah das alles anders als seine Vorgänger.

Für ihn war die Sonne der Mittelpunkt.

Das kopernische Weltbild
Diese Behauptung wurde aber nicht von der Kirche geglaubt. Im Gegenteil.

Denn dann sei ja die Erde ein Planet wie jeder andere auch, und das kann doch Gott nicht gewollt haben. Von da an galt es als Ketzerei, wenn man behauptete, die Sonne sei der Mittelpunkt und nicht die Erde.

Kopernikus kam darauf, weil sich die Bewegung der Planeten anders als die von Mond und Sonne verhielt, ja die Planeten schienen sogar manchmal rückwärts zu laufen.

Doch die Kirche sagte: Moment mal, was du Kopernikus beobachtest, und was in der Bibel steht, muss deshalb nicht dasselbe sein, weil das Wort Gottes falsch ist, sondern es könnte doch auch sein, dass du dich verguckt hast. In der Bibel steht, die Sonne geht im Osten auf und kreist um die Erde, um im Westen wieder unterzugehen. Wo also steht geschrieben, dass es so sei, wie du es sagst?

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Brahe
1564-1601
Tycho Brahe versuchte, die Gedanken des Kopernikus mit seinen Beobachtungen am Himmel zu beweisen.

Doch Tycho Brahe wollte nicht mit den Vorstellungen der Kirche brechen und beließ die Erde in seinem Weltbild im Mittelpunkt. Dafür drehten sich aber bei ihm alle anderen Planeten um die Sonne, auch die Sterne. Nur Mond und Sonne drehen sich um die Erde.

Er machte viele weitere erstaunliche Beobachtungen am Himmel.

Noch immer glaubte man, dass die Himmelskörper an Kristalkugeln befestigt waren. Nur eines erschütterte den Glauben, und das waren die Kometen. Bis zu diesem Zeitpunkt wußte man nicht, dass die Kometen ebenfalls Bahnen um die Sonne ziehen. Man nahm an, sie kommen aus dem Nichts und verschwinden wieder. Jedenfalls glaubte man, mit den Kometen gehe es eh nicht mit rechten Dinge zu und hielt sie für Teufelswerk, das Unheil ankündigte. Daher hießen sie auch "Disaster", "aster" für Stern und "Dis" für Unglück.

Johannes Kepler
Kepler
1571-1630
Johannes Kepler entdeckte durch seine Berechnungen, dass die Bahnen um die Sonne nicht kreisrund sind, wie angenommen, sondern Ellipsen, also flache Kreise.Kreis und Ellipse

Alle Himmelskörper bewegen sich in solchen Ellipsen um die Sterne oder die Planeten.

Kepler nutze die Beobachtungen von Tycho Brahe und kam durch Berechnungen auf die Idee des Kopernikus, dass die Sonne in der Mitte stehen müsste.


Galilei
1564-1642
Galileo Galilei machte die sensationelle Entdeckung schlechthin, die das Weltbild der Kirche gänzlich erschüttern sollte.

Er entdeckte mit einem Fernrohr 4 Monde, die um den Jupiter kreisten. Bis zu diesem Zeitpunkt ging man noch davon aus, dass es nur einen Mond geben kann.

Wenn sich alles in Schalen um die Erde drehte, dann nicht diese 4 Monde. Sie müssten eigene Schalen um den Jupiter herum haben.

Die Kirche wollte, dass Galilei seine Behauptungen leugnet. Weil er dies nicht tat, wurde er der Ketzerei angeklagt und bis zu seinem Tode eingesperrt.

Doch das Weltbild mit den Kristallschalen oder Sphären konnte nicht mehr aufrecht erhalten werden. Durch die Religionskriege verlor die Kirche auch immer mehr an Einfluss. Nicht mehr das geschriebene Wort wurde zur Weisheit letzter Schluß, sondern die exakte Beobachtung der Natur. Damit war der Weg frei für die Wissenschaften.

Beobachtungen allein reichten allerdings nicht aus. Das Beobachtete mußte auch neu erklärt werden, aber eben ohne Götter.

Was hält die Himmelskörper am Himmel?

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Newton
1642-1727
Isaak Newton versuchte zu erklären, warum denn die Himmelskörper am Himmel ihre Bahnen ziehen, wenn sie nicht fest in Kristallschalen hängen.

Er erfand die Theorie von der Schwerkraft, die Gravitation.

Bewegung, Gewicht und Größe lassen die Planeten um die Sonne und die Monde um die Planeten kreisen.

Die Schwerkraft hällt das Sonnensystem zusammen, und nur weil die Planeten ihre Bahnen ziehen, können sie von der Sonne nicht angezogen werden. Die Kraft ihrer Bewegungen ist stärker als die Kraft der Sonne, aber nicht stark genug, um gänzlich aus dem Sonnensystem zu fliegen.

Es ist eine unsichtbare Kraft, aber dennoch konnte nun die Himmelsmechanik fast erklärt werden, bis auf eine Kleinigkeit. Der Merkur bewegt sich immer noch eigenartig, überhaupt bewegen sich alle Sterne, die dicht an der Sonnen stehen eigenartig.

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Einstein
1879 -1955
Albert Einstein entwickelte eine Theorie, mit der sich auch solche Dinge wie die Bahn des Merkurs erklären ließen.

Die Relativitätstheorie.

Der Merkur ist nicht an dem Ort, an den wir ihn sehen, sondern kann durchaus gerade hinter der Sonne stehen. Der Grund, das Licht werde so durch die Schwerkraft der Sonne gebogen, wir schauen sozusagen um die Ecke. Licht aber wiegt doch nichts, ist ja Energie und keine Materie. Einstein zeigte, dass der Unterschied aber gar nicht so groß ist.

Mit der Atomphysik konnte man später z.B. erklären, woher die Sonne ihre Energie hat. Damit fiel dann der letzte Gedanke, der besagte, dass Götter die Himmelskörper in Bewegung brachten.

Im 19. Jahrhundert entdeckte man weitere Planeten, den Uranus, den Neptun und auch Pluto. Bis heute wurden zu den Monden des Galileo und unserem Mond noch mehr als 60 Monde entdeckt. Insgesamt hat unser Sonnensystem 16 Monde, die einen Durchmesser von über 1.000 km haben, und damit auch dicker sind, als Deutschland lang ist.

Man entdeckte zudem, dass unser Sonnensystem nur ein kleiner Punkt in der Galaxie ist, von der wir nur die Milchstraße am Himmel sehen können. Und man entdeckte, dass es Millionen solcher Galaxien gibt. In ihnen gibt es Sonnen, Planeten und Monde, so wie in unserem Sonnensystem.

Aber, man kann heute bei weitem noch nicht alles erklären. Das Universum und sogar auch unser Sonnensystem ist noch voll von Rätseln, die alle von weiteren Astronomen entdeckt werden wollen, die heute vielleicht noch Kinder sind. So wird auch die Geschichte der Astronomie immer weiter gehen, solange es noch neugierige Blicke ins Weltall gibt. Es ist nicht nur die Geschichte der Astronomie, sondern auch eine Geschichte der Menschheit und vieler ihrer Wissenschaften. Es ging dabei nicht darum, nach den Sternen zu greifen, sondern nur darum, zu erklären, was die Welt ist.

Mit der Raumfahrt wurde es möglich, nicht nur ins Weltall zu fliegen, sondern auch auf dem Mond zu landen. Satelliten wurden zu den anderen Planeten geschickt, und irgendwann einmal wird auch der erste Mensch auf dem Mars landen. Wäre das alles nicht so unverschämt teuer, Raketen ins Weltall zu schießen, könnte man schon längst mal Ferien im Weltall oder auf dem Mond machen. Aber, das wird sicherlich auch noch kommen. Da muss also noch viel erfunden werden.

Naja, wie auch immer, wir hoffen, dir gefällt diese kleine Geschichte.

 

 

Links im Internet zur Geschichte der Astronomie

Personen

Claudius Ptolemaios
vom Mathe-Cafe der TU-Freiburg

Kopernikus
von der Kopernikus-Oberschule Berlin-Steglitz

Tycho Brahe
Museum of the History of Science, Oxford

Johannes Kepler
Kepler-Gymnasium in Freiburg

Isaak Newton
von der TU Braunschweig

Albert Einstein
von Hans-Josef Küpper

 

Astronomie-Geschichte

Keplerische Gesetze
von Thomas Gebhardt

Stonehenge,
geheimnisvolle Steinringe in England

Geschichte der Astronomie
vom Astronomischen Institut der Universität Bonn

Franz Niklaus König: Himmelsatlas (1826)

The Galileo-Project

 

 
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