Primelephas
Jetzt geht es weiter auf dem Weg zu den heutigen Elefanten. Der
Primelephas ist das Puzzle-Stück, das dieser Geschichte hier
mit den Elefanten noch fehlt. Der heißt auch schon so wie in Kauderwelsch "Los
Elefantos Primus", der Erste Elefant. Er ist der gemeinsame Vorfahre,
aus dem der indische und auch der afrikanische Elefant entstand.
Noch einen drauf, er ist auch der gemeinsame Vorfahre dieser
beiden und des Mammuts. Das heißt, unsere heutigen Elefanten
stammen nicht vom Mammut ab, und der indische Elefant ist ein Vetter vom Mammut, genauso wie vom afrikanischen
Elefanten.
Oder noch anders gesagt, vergleicht man den indischen mit dem
afrikanischen Elefanten, müsste man eigentlich noch den eurasischen
Elefanten dazustellen, nämlich das nach der letzten Eiszeit verloren gegangene Mammut.
Der Primelephas hatte noch Stoßzähne im Unterkiefer wie sein
Vorgänger, das Gomphoterium, nur eben nicht mehr so lange. Aber bevor es
zu den Mammuts geht, spaltet sich der Weg noch einmal, in Südelefanten und den
späteren Waldelefanten.
Südelefant
Der Südelefant ist das gewaltigste Säugetier, das je den
Boden der Erde betrat und damit auch gleich der größte Elefant, der je unter
der Sonne schritt. Im Naturhistorischen Museum in Basel liegt ein Schädel von
dieser Tierart, den man in Senèze (Südfrankreich) fand. Ganze 5 m hoch
konnte so ein Tier werden, was knapp ein Meter höher ist, als ein afrikanischer
Elefant. Sozusagen El Gigante unter den Elefanten. Seine Stoßzähne hatten eine Länge von 3,30 m. Sie waren schon leicht
nach Innen gebogen, wie bei den späteren Mammuts. Der Südelefant lebte so gut
wie in ganz Europa vor etwa 3,5 bis 1 Millionen Jahren. Er kam dann aber auch
über Asien nach Nordamerika. Vielleicht lebte der Südelefant anfangs in den
europäischen Wäldern, dann später in der Steppe Nordamerikas, ernährte sich
also erst von Blättern und dann vom Steppengras.
Steppenelefant
Diese Elefantensorte stammt direkt von den Südelefanten ab. Sie sind
das Bindeglied von Südelefanten und den Mammuts. Wie der Name schon sagt, der
Steppenelefant lebte in der Steppe. Er war fast so groß wie sein Vorgänger,
nur knapp 50 cm kleiner. Wahrscheinlich hatte er mehr in kühleren
Regionen gelebt. Auch er rannte eins durch das heutige Deutschland aber mehr
noch durch die kalten Steppen Sibiriens. Er war vielleicht schon mehr behaarter
als sein Vorgänger.
Waldelefanten
Nun verlassen wir wieder ein
klein wenig den Werdegang zum heutigen Elefanten. Parallel zum Südelefanten
entwickelte sich der Waldelefant. Vor 900.000 Jahren traten die ersten
Waldelefanten in Europa auf. So fand man in Italien solche
Elefanten, die 4,50 m hoch waren. Aber auch in England und Deutschland lebte
diese Art von Elefanten, wie ihr Name schon sagte, vorwiegend im Wald.
Die männlichen Tiere
hatten leicht nach innen gebogene Stoßzähne von 3 m Länge. Da die Waldgebiete
nur zwischen den Eiszeiten bestanden, und dann auch verschwanden, als
der Norden Europas mit Eis und Gletschern wieder bedeckt war, verschwanden
auch die Waldelefanten. Die heutigen Elefanten stammen nicht von ihm
ab, er ist der eurasische Vetter, so wie auch das Mammut.
Zwergelefanten
Wo es Riesen gibt, da hat die Natur auch Zwerge geschaffen.
Unfassbar, von den riesigen Waldelefanten stammen die
sizilianischen Zwergelefanten ab.
Sie hatten, wie oben schon gesagt, eine Höhe von nur 90 cm,
also etwa wie ein großer Hund. Den Grund für den Zwergenwuchs
der Elefanten auf Inseln, erklären die Wissenschaftler wie folgt:
Da es keine Feinde wie Berglöwen dort auf den Inseln gab, und die Waffe der
Elefanten ihre Größe war, brauchten sie diese Waffe gegen
einen Angreifer also nicht mehr, und so konnten die neuen
Arten immer kleiner werden. Diese Verzwergung ereignete sich
auf allen Inseln, die von Elefanten bevölkert wurden. Die
Elefanten wurden immer kleiner. In Sizilien lebten die kleinen
Elefanten vor ca. 30.000 Jahren. Auch das letzte je lebende
Mammut, das man auf der Wrangel-Insel fand, war ebenfalls ein Zwergelefant oder besser
gesagt Zwergmammut.
Mammut
Jetzt endlich kommt es, das wohl beliebteste Tier der Eiszeit,
das Mammut. Kein Tier wurde so oft in der Steinzeit gemalt,
wie das Mammut. Im Gegensatz zu allen anderen Elefantenarten
hatte sich diese Art dem kalten Klima in den sibirischen Steppen angepasst. Es hatte eine
etwa 3 cm dicke Haut mit Wolle und auch bis zu 2 m lange Haare.
Wahrscheinlich war es eher schwarz-braun. Auch wenn die Jäger
der damaligen Zeit stolze Bilder von dem Tier malten, relativ
unwahrscheinlich war es doch, dass sie die Tiere leicht
erlegen konnten. Mit ihren Waffen, wie z.B. Speeren, war das
gar nicht eben mal möglich. Allerdings haben die Eiszeitmenschen
auch hin und wieder ein Mammut gejagt, wie sie das taten und
wie sie ein solches tatsächlich auch zur Strecke brachten, weiß man nicht so genau. Wahrscheinlich ist, dass sie sich
nur an die lahmen Tiere heranwagten oder sie erst einmal so
lange durch die Gegend trieben, bis denen endlich die Puste
ausging. Da sie aber dieses Tier immer wieder malten, weiß man
eben ungefähr wie es ausgesehen hat, und man hat sogar Mammuts
gefunden, die im Eis eingefroren waren, und daher auch noch einigermaßen gut erhalten sind. So
weiß man auch, wie der
Rüssel genau ausgesehen hat. Die Knochenfunde haben gezeigt,
dass das Mammut nicht größer war, als der heutige afrikanische
Elefant.
Zum Schluss:
All das was man weiß,
sieht zwar nach viel aus, ist allerdings nicht sonderlich viel.
Denn all die Knochenfunde zeigen nicht, wie die Tiere genau
aussahen und all die Wissenschaft kann nicht sagen, wie die
Tiere einst gelebt haben. Vielleicht soviel, dass es Pflanzenfresser
waren, aber nicht soviel, dass sie sagen können, ob die
Herden so lebten wie die indischen oder wie die afrikanischen
Elefanten oder noch ganz anders. Sicher ist, wenn die letzen
beiden Arten der Elefanten auch aussterben, dann ist dieses mal
der Mensch schuld und nicht die Eiszeiten.
Soweit meine kleine Geschichte über die alten Elefanten.
Ich hoffe,
sie hat dir gefallen.