Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
Infos zur Blinden Kuh : Wen schützt das Over-Blocking?
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Warum Filtersoftware kein Internet für Kinder zaubern kann, dafür aber blockiert, und wie man mit nicht gerade neuen Ideen das eigentlich auch professionell angehen könnte.

Thesen zum Kinder- und Jugendschutz der Blinden Kuh

  • Kinder nutzen das Internet wie Erwachsene. Die Behauptung, dass Kinder im Internet nur spielen wollen, ist schlichtweg falsch. 

  • Wir brauchen nicht 1000 kunterbunte Kinderportale, die irgendwohin führen, nur nicht zu guten Kinderseiten. Und wir brauchen auch keinen Schönheitswettbewerb der Top-10 unter den Kinderseiten, der die eigentlichen Probleme durch unsachgemäße "Gleichmacherei" im Internet verdecken soll.

  • Wir brauchen eine stabile und abwechslungsreiche Kinderseitenlandschaft, die nicht einem Unternehmen gehört, sondern dezentral wie ein "offener Kanal" funktioniert und auch entsprechend zu fördern ist.

  • Ein Großteil der Seiten, die für Kinder interessant sind, befinden sich nicht auf Kinderseiten, daher ist die Eingrenzung auf einen Surfkindergarten reiner Unsinn und rechtfertigt keine ABO-Kosten. Insbesondere dann, wenn dieser eher dazu dient, die vorhandene Kinderseitenlandschaft auszublenden.

  • Eine Kinderseitenlandschaft ist eine Alternative zur Surfwelt der Erwachsenen und muss qualitativ so gut sein, dass die Kinder diese der Erwachsenenwelt jeden Tag und bei jedem Thema freiwillig vorziehen.

  • Kinder- und Jugendschutz auf einer Seite ist schön und gut, bringt aber auch nicht so viel, wenn die Kinder dann zwischen den Seiten verloren gehen. Daher ist eine enge Kooperation und Vernetzung unumgänglich. Was irgendwie auch der Sinn am World Wide Web ist.

  • Die Kinderseitenlandschaft leistet mit ihren Angeboten seit Jahren aktiven und lebendigen Kinder- und Jugendschutz, der eben nicht als Zensur, sondern als Zusatzangebot daherkommt.

  • Wer weiterhin Kinder- und Jugendschutz will, muss dafür sorgen, dass das Kinderseitensterben aufhört und keinerlei kontraproduktive Maßnahmen eines falschverstandenen Jugendschutzes zu Wettbewerbsverzerrungen führt.

  • Filtersoftware, sollte wenn überhaupt, dann nur flankierend die Kinderseitenlandschaft unterstützen, und nicht wie in den meisten Fällen auch noch blockieren und somit den vorhandenen Kinder- und Jugendschutz aus ganz anderen Interessen heraus sabotieren.

  • Die Kinderseitenlandschaft ist der Beweis dafür, dass die Gesellschaft auch und gerade von unten her bereits Kinder- und Jugendschutz im Internet teils unter existentiellen Einbußen leistet.

  • Jedes Kind, das mit seinen Mäuseklicks mit der Kinderseitenlandschaft ganz oder auch nur teilweise schon recht zufrieden ist, ist ein Kind raus aus der Gefahrenzone. Und dies sind Millionen Kinder durch die Angebote der Kinderseitenlandschaft.

  • Jede Kinderseite, die aufgegeben werden muss, ist ein Loch im Kinder- und Jugendschutz, das die Gesellschaft sich so eigentlich gar nicht leisten kann.

  • Alle Mittel, die nicht sofort zur Stabilisierung der Kinderseitenlandschaft eingesetzt werden, aber angeblich für ein kinderfreundliches Internet sorgen sollen, sind in dieser Hinsicht zu hinterfragen.

  • Allen Redaktionen, die an den Angeboten der Kinderseitenlandschaft arbeiten, ob nun privat, institutionell, öffentlich-rechtlich, oder gar kommerziell, ist es zu verdanken, dass es überhaupt Kinder- und Jugendschutz im Internet gibt. Dafür wurden nicht wenige auch mehrfach ausgezeichnet. Doch Auszeichnungen allein reichen nicht mehr aus.

  • Erfolgreiche Seiten dürfen nicht weiterhin mit Traffic-Kosten und erhöhten Aufwand in der Moderation bestraft, oder gar auf diese Weise in die Knie gezwungen werden. Beschützen und bewahren Sie Ihre Kinderseitenredaktionen vor Ort.

  • Auch in diesem Bereich muss der Verbraucherschutz Geltung erhalten. Schummelpackungen müssen qualitativ ab zu werten sein und eben nicht durch Kriteriensysteme bestimmter Lobbys auch noch aufgewertet werden. Dies gilt für sogenannte Kinderportale genauso wie für sogenannte Kindersicherungen. Nicht die Buntheit und damit das Geld sollte entscheiden, sondern die Absicht und das Interesse an den Kindern.

  • Wenn selbst die Erotikindustrie einen Interessenverband hat, um eine Stimme in Sachen für Kinder- und Jugendschutz im Internet zu haben, dann ist es nur konsequent, wenn auch die Kinderseiten einen Interessenvertretung haben. Aus diesem Grund engagiert sich die Blinde Kuh bei Seitenstark.de.

 

Kollateralschaden oder Verkehrte Welt ?

Mit dem Inkrafttreten des neuen Jugendschutzgesetzes (April 2003) wurde zwar grob ein Rahmen gesetzt, auf den sich alle Bundesländer einigen konnten, aber dieser selbst macht allein keinen Kinder- und Jugendschutz. Es wurde aber deutlich, dass es zwar 6 Jahre oder gern auch länger Internet in Deutschland gibt, und dass auch viel über Jugendschutz geredet und gemacht, dennoch genau dieses Problem eigentlich nicht wirklich gelöst wurde. Im Gegenteil, bis zu diesem Zeitpunkt kam noch dazu, dass die deutschen Kinderseiten von den Filterherstellern im Namen eines Jugendschutzes teilweise schon seit Jahren geblockt wurden, den es eigentlich so ja gar nicht gab. 

Ob nicht-kommerzielle Seiten zu unrecht blockiert wurden, interessierte niemanden und so ist es eigentlich auch heute noch. Allerdings wurden auch kommerzielle Angebote versehentlich blockiert, denn die Lieblosigkeit bei diesen Filtern macht zwischen kommerziell und nicht-kommerziell ja nicht Halt.

Nicht der Staat also verursachte dieses Problem, sondern zum einen eine auf Marketing setzende, aber zum anderen durchaus auch eine von ehrenhaften Motiven geleitete Initiative in diversen Häusern, die jedoch selten in Koexistenzbemühungen mit den vorhandenen Kinderseiten abgestimmt wurde. 

Wir haben nun die Situation, dass eine Reihe an Kinderseiten mehrfach für ihr Engagement und ihren Dienst als aktive Komponenten eines alltäglich stattfindenden Jugendschutzes durch eben ihr Positiv-Angebot ausgezeichnet wurden, gleichzeitig aber durch diverse Kindersicherungen massiv blockiert werden. Diesen Kollateralschaden sehen viele als tragbar an, andere hingegen fragen sich, wie das kommt, und warum das eigentlich sein muss. Ebenso stellt sich die Frage, warum Unternehmen von sich aus keinen Kontakt herstellen, um die vorhandene Kinderseitenlandschaft einzubeziehen und um z.B. auch deren Knowhow zu nutzen. Ein Grund mag sein, dass es bisher reichte, irgendeine Blackbox zu basteln, darauf dann "Jugendschutz" und "Sicheres Internet für Kinder" zu schreiben, um ordentlich Geld vom Endverbraucher über Abos bei derartigen Zugängen zu erhalten. 

Doch man muss hier ein wenig trennen. Es gibt Unternehmen, die tatsächlich versuchen, etwas sinnvolles zu bauen, weil eben dies durchaus für die Zukunft wirtschaftlich nicht uninteressant sein muss, und es gibt Unternehmen, die den mangelnden Kenntnisstand der Verbraucher und der Multiplikatoren nutzen, um schnell abzuräumen. Manche Unternehmen nahmen von sich aus mit der Blinden Kuh Kontakt auf, um eine gemeinsame Lösung wenigstens einmal zu besprechen. Schnell wurde dann im Gespräch klar, dass die Sache viel verzwickter ist, als alle anfangs glaubten. 

Es gibt ein Problem, dass man lösen muss. Wenn man ein ABO-System für Kinder bauen möchte, also eine Art Online-Magazin gegen Geld, was kein Internet, sonder eher Extranet ist, dann muss der Internet Zugang dieses ABO-Systemes natürlich "kindersicher" sein. Da gibt es die Mini-Lösung, man schaltet nur die Seiten frei, die zu dem ABO-System gehören. Es gibt die MIDI-Lösung, man schaltet eine Art walled garden frei, der die typischen aus Film und Fernsehen bekannten "Helden" der Kinder frei schaltet, also was immer eben stark Werbung macht, oder eben ARD und ZDF mäßig gesendet wird. Und dann gibt es die Internet-Lösung, also die Kinder sollen frei surfen können, und eben kein Schund und Schmuddel finden. Doch diese letzte Lösung ist eben keine Lösung, sondern heißt nur so. Eine Mini-Lösung ist kein Internet, da werden die Eltern schlicht weg betrogen. Die Midi-Variante könnte für kleinere Kinder allerdings ausreichend sein. Doch hier stellt sich die Frage, wie viel Demokratie (also Meinungsfreiheit) erlaubt ein Unternehmen, das eben schon im Verkauf und in der Vermarktung schummelt. "Demokratie" ist ein lapidares Pseudonym für die Summe und Vielfalt der frei geschalteten Kindersites. Die Midi-Variante ist für Kinder ab 9 Jahren dann schon eher eine Zumutung. Und hier sitzt auch schon das nächste Problem "Kinder". Wie alt sind eigentlich die Kinder im Internet? 4 Jahre? Oder schon etwas älter. Hier geht es gar nicht darum, wenn man "Meinungsfreiheit" sagt, ob eine Erotik-Industrie nun seine Meinung frei äußern kann, sondern hier geht es darum, kann ein Internetangebot für Kinder überhaupt noch mit dieser Sicherung erreicht werden, und wenn nein, warum das denn nicht? Da sagen dann Unternehmen, man könne sich ja nicht um alles kümmern. Schön, dann lasst das doch endlich sein. Und so haben wir eine "Zensur" in Deutschland, nicht eben durch den Staat, sondern durch Lieblosigkeit aufgrund unternehmerischer und oft eben eigenartiger Betriebsphilosophie, die sicher kein Demokratie-Ersatz ist, und vor allem aus Mangel an der Liebe zum Detail. Keine Ahnung, ob der Staat das alles besser kann, er macht ja so etwas nicht. Und wozu auch? Der Staat will ja keine Geschäftsidee ausbrüten, um eine neue Möglichkeit in die Taschen der Bürger hin zu zaubern. Er hat aber die Hoheit und damit die Aufgabe, allen Scharlatanen zu sagen, was auch immer das sein soll, bedenke Kinder surfen mit im Internet. Nicht überall, okay, aber lass dir was einfallen, wenn du Kinder als Klickmasse anlockst.

Vielleicht ist dieses Problem auch ein typisches Deutsches Problem. In kaum einem anderen Land ist die Kinderseitenlandschaft so stark, was auch ein wenig eben Engagement voraussetzt. Und in einem Land wir die USA ist vor allem der Staat stark mit Kinderseiten präsent. Was immer man da macht, die jedenfalls sollte man nicht im Namen des Jugendschutzes blocken. Zudem in Deutschland gibt es auch öffentlich-rechtliche Kinderseiten, die sich ebenfalls sehen lassen können. Ein Over-Blocking ist buchstäblich vorprogrammiert. Je mehr Eigen-Initiative der einzelne Bürger ergreift, und selbst ein Angebot für Kinder ins Netz stellt, um so unüberschaubarer wird das Ganze und um so mehr Liebe zum Detail ist angesagt. Allein die Recherche, also das Erfassen des Bestandes an Kinderseiten ist ja schon ein ernsthaftes Problem, insbesondere bei einem solch flüchtigem Medium wie das Internet.

Einen Filter zu basteln, der einfach technisch irgend etwas blockt, weil auf den Seiten eindeutig ein bestimmtes Schema vorhanden ist, ist gar nicht mal so einfach, wie meist daher geredet. Dies sieht man bei den großen Suchmaschinen, die  professionell Monsteralgorithmen tagtäglich neu erfinden, um ihre Suchmaschine vor Betrügern (auch und gerade im Erotikbereich) zu schützen. Wenn Sie in einer großen Suchmaschine bei eher harmlosen Suchworten sehen, was da alles rauskommt, wissen Sie, was der Stand der Technik ist. Also, muss man für einen Kinderfilter hier noch härter herangehen. Doch je härter der Filter wird (eigentlich sind es mehrere Filter), desto größer wird der Kollateralschaden. Wie gesagt, eigentlich gar nicht so schlimm, könnte man denken, wenn dann für die Kinder wenigstens die meisten "bedenklichen" Seiten geblockt werden. Doch diese werden eben nicht präzise getroffen, dagegen leider recht viele Seiten, die für Kinder gemacht wurden, oder auch für Schüler von einer Grundschule ins Netz gestellt werden, oder es sind Seiten, die völlig unbedenklich und sehr wichtig im Surfraum der Kinder sind. Stellt sich nun die Frage, was genau ist eigentlich die Kinderseitenlandschaft, welche Seiten gibt es da, um wirklich zu verstehen, wie groß hier ein Schaden sein kann, der durch eher unprofessionelle Technik zu Stande kommt.

Ein weiteres Problem, es gibt gar keine unabhängige Prüfinstanz. Also ein TÜV für solche Dinge. Auch der Verbraucherschutz packt dieses heiße Eisen ungern an. Solange dem so ist, kann jeder behaupten, dass seine Filtersoftware sicher und präzise ist. Das Gegenteil kann man nicht punktuell zeigen. Zwar ist es ein Leichtes Seiten zu finden, die nicht von den Filtern geblockt werden, aber dann werden sie geblockt (nicht immer allerdings). Man müsste einen test mit ca. 1 Mio Urls und mehr machen, was sehr aufwendig ist, um wirklich herauszufinden, ob der Filter sicher ist. Und das jeden Tag. Das Problem stellen aber gar nicht mal die eindeutig "verbotenen" Seiten dar. Allein schon um Kriterien zu finden, was für Kinder geeignet sein könnte und was eher nicht, wird es einfach Schwammig. Und selbst wenn, steht noch aus, warum eigentlich alles geblockt werden muss, was bedenklich erscheint. Nehmen wir das Beispiel der Girli-Gruppe t.a.T.u. . In den Foren geht es heiß her. Das soll es ja auch, da diese Gruppe mit dem Lolita-Lesben-Image wirbt, ohne offenbar selbst lesbisch zu sein. Das Problem ist nicht, dass über "schwul und lesbisch" geredet wird, sondern eher, wie da geredet wird. Für die 12-Jährigen sind t.a.T.u. allerdings die Stars und für Russland ist das die erfolgreichste Band über die Grenzen Russlands hinaus. Immerhin 2. beim Grand Prix 2003. Relativ schnell kommt man in ein Entscheidungsproblem, das damals bei den Beatles-Thema vorherrschte. Wo eigentlich ist die Grenze? Und sind Verbote hier sinnvoll oder eher gegenwirkend? Sicher, je jünger die Zielgruppe ist, desto rudimentärer lässt sich entscheiden und für die 14 Jährigen gelten dann Kriterien, die vielleicht eher nur bei 8 Jährigen sinnvoll waren, wenn überhaupt. Ein Grund, warum der Staat ja auch fordert, wenn schon Filtern, dann aber auch altersgerecht.

Wir wollen hier einmal völlig außer Acht lassen, dass auch nicht automatisch etwas wie Moral, Bildung und andere Worte, einfach mal eben so mit Zauberscripten entstehen oder gar beachtet werden könnten. Die Frage ist dennoch sinnig, wer in diesem Land macht eigentlich die Werte, nach denen wir alle sagen, da aber muss Jugendschutz ran. Man muss sich mal das Internet genauer ansehen, dann wird man sehen, dass der Graubereich eigentlich eher das Problem ist. Das Subtile gar nicht mal das Eindeutige. Klar wird ein Kind sich wundern, wenn es nach Tiersex sucht in den großen Suchmaschinen. Aber, es wird sich genauso wundern wenn es eigentlich nur nach Tierbildern suchte oder gar Tierfilmen. Es trifft das Kind eigentlich eher unvorbereitet bei ganz harmlosen Übungen. Und, wer sagt eigentlich, dass Betrug nicht auch moralisch verwerflich ist? Es gehört auch zum Jugendschutz, eben nicht die Kinder aufzuheizen, ihre Eurocents überall rein zu stecken. Es geht eben nicht nur um Pornographie und Nazis im Internet, es geht um mehr. Auch Erwachsene wünschten sich, es gäbe ein wirklich effektiven Schutz gegen Spam-Mails. Nun ja, es gibt Firmen, die verkaufen da was. Aber, Computerviren und Spam-Mails zeigen doch nun wirklich, wie eng die Möglichkeiten einer technischen Erkennung sind. Es wird sicherlich denen nicht gezeigt, die eine Sekretärin dazwischen schalten, aber all denen, die mehr als 10 Mails am Tag erhalten. Hier geht es ja schon gar nicht mehr um Jugendschutz, sondern auch darum, um einen Schaden von der Wirtschaft abzuwenden. Doch, nicht einmal das gelingt wirklich. Wie soll dann über technische Wege Jugendschutz herauskommen? Die Technik jedenfalls dafür gibt es nicht, die das könnte. Aber es gibt Internet-Würmer, die weltweit kaum zu stoppen sind, und fragwürdige Spammer, die auch die Mail-Boxen der Kinder zuschütten sowie massenhaft Seiten, die nicht von der Spam-Protection der großen Suchmaschinen aufgehalten werden können. Und selbst wenn, dann gibt es noch die Leute, die es nun mal nicht gut meinen, mit dem Kind, dass sie anschreiben oder umwerben. Wenn selbst Erwachsene auf all das reinfallen, wie will man dann die Kinder davor schützen und eine Frage, die sich in all den Jahren aufbaute, warum tut man das nicht, was man bereits tun könnte und viele Leute auch Erwachsenen empfehlen, sich selbst im Internet zu schützen. Nein, eine Software soll das tun, die zaubert das schon. Die kann das, was Hunderttausende von professionellen Administratoren nicht leisten können, einen Computer vor Angriffen aller Art abzuschirmen. Das ist schlichtweg gelogen, auch wenn viele Hersteller mit Software werben, die angeblich zuvor in Unternehmen eingesetzt wurde, um Hacker abzubremsen oder Mitarbeiter zu kontrollieren.

Die Voraussetzung bei diesen Gedanken ist zudem, dass es überhaupt eine Kinderseitenlandschaft gibt, die so in sich vernetzt ist und so vielseitig für die Kinder interessant sein kann, dass sie als ein "Internet für Kinder" angesehen werden kann. Die Schwierigkeit in einer demokratischen Gesellschaft liegt dann in der Dezentralität dieser Kinderseitenlandschaft. Viele werden einfach nur Häuser und Gärten, Spielplätze, oder - ja warum nicht - auch Bücherhallen und Läden basteln. Andere müssen dann zusehen, dass es immer Wege zwischen diesen Häusern gibt, die nicht zu große Schlaglöcher haben, die nicht zu dunkel beleuchtet sind und die nicht zu fremd für die Kinder sind. Diese Vernetzungsinstanzen, davon kann es ja ruhig Tausende geben, so dass man sich je nach Geschmack als Kind die eine oder andere auswählen kann, sind wiederum miteinander vernetzt und blenden sich nicht gegenseitig aus. Damit wir uns hier nicht missverstehen, das ist nur ein Gedankenkonstrukt und leider noch keine Realität. Dennoch einige echte Kinderseitenanbieter sind hier auf dem Weg, genau das zu bauen.

Bei Unternehmen, die dann neben ihrer Filtersoftware auch noch ein sogenanntes Kinderportal anbieten, das da eben mal im wunderbaren Design aus dem Ärmel  gezaubert wird, ist an dem, was sie nun alles in diesen Seiten ausgrenzen, deutlich, worum es ihnen geht. Ganz sicher eben nicht um Jugendschutz, sondern um die Klickmasse "Kinder". Die Frage ist eben nicht, kann ich da auf der Seite eines der unzähligen Memories spielen, sondern erreiche ich als Kind meine eigene Homepage oder auch die der Schule oder gar die meiner Mama. Ein Memory habe ich ja schon aus Pappe und außerdem gibt es so viele freie Software, dass ich ein viel cooleres Online-Memory auf meine eigene Homepage setzen kann, und gut ist. Und, wenn es denn Jugendschutz sein soll, warum finde ich dann kommerzielle, werbefreudige Unternehmen ohne Probleme, aber ausgerechnet die staatlichen Seiten, die sich an Kinder richten, dort weniger. Warum finde ich bei Toggo.de keine einzige ARD-Seite und warum finde ich außerhalb von Toggo kaum einen Toggo-Filmheld? Diese Häuser machen dann eben ihren Laden flott, nicht aber das Internet für Kinder, was sie ein wenig mit Ausdrücken wie "Kinderportal" zu verdecken suchen. Doch das Jugendschutz-Problem ist ja nicht unbedingt nur auf den Seiten Einzelner, sondern vor allem zwischen den Seiten vorhanden. Niemand baut daher ein Internet für Kinder, wenn er dieses Problem zwischen den Seiten in seiner vollen Dezentralität gar nicht lösen kann. Aber das klingt natürlich ganz schön in der Werbung. Firma X baut das Internet für Kinder ganz alleine  (mit 3 Praktikanten und 10 Managern ;o)

Die freie Meinungsbildung ist für Kinder eingeschränkt zum Wohle ihrer Entfaltung. Ist es aber zum Wohle ihrer Entfaltung, wenn ein RBB Sandmännchen geblockt wird? Nun, das wird man natürlich tunlichst vermeiden, denn das Sandmännchen zu blocken, ist wohl völlig daneben gegriffen. Aber, warum blockt man dann eine Seite aus Israel? Wäre es nicht sinniger, die deutschen Kinder und die israelischen Kinder im selben Forum schwatzen zu lassen, von uns aus über Dragon Ball Z oder über Lego-Bauten, die man mit dem Computer steuern kann? Es gibt in Israel auch Kinderseiten, und sogar klasse Spiele, da muss man nicht Hebräisch können, auch wenn es nicht unbedingt schadet, die Spiele sind auch so spielbar. Dass natürlich dann alle Seiten es etwas schwer haben, die eben nicht so bekannt sind, das ist der Kollateralschaden, den die Online-Industrie in Kauf nimmt, aber ganz sicher nicht die Kinderseitenlandschaft. Dass damit eigentlich eben nicht gerade die Völkerverständigung unterstützt wird, die nun eigentlich durch das Internet begünstigt wurde, ist ein weiteres Problem. Man kann halt nicht Dinge auf das Internet übertragen, die für Bücher, PC-Spiele, Fernsehsender und andere Einheiten gelten. Sicher kann man Werte prägen, die als Messlatte für die einzelnen Dinge gelten, den Rest aber dann einfach zu filtern, ist eine Katastrophe für den Kinder- und Jugendschutz im Internet.

Der Ausgangspunkt ist daher nicht, da sei ein Internet und da schwirren bedenkliche Inhalte herum, sondern, da sei ein Internet, da müssen Inhalte für Kinder rein. Und diese Inhalte dürfen auf keinen fall so ignorant zerschlagen werden, wenn man schon nicht bereit ist, das notwendige Geld beizusteuern, das für eine solche Kultur, vor allem kinderfreundliche Kultur, nun mal gebraucht wird. Nicht eine einfache Filtersoftware ist daher DIE Lösung, sondern die Arbeit und der Wille zur Vernetzung und zur Attraktivitätssteigerung. Jedes Kind, das lieber in einer solchen Surfwelt herumklickt, ist ein Kind raus aus der Gefahrenzone. 

Auf keinen Fall ist die Schließung und Abschirmung eines Surfraumes Kinder- und Jugendschutz, nur um damit Geld zu verdienen und um darin ungestört Produkterziehung zu betreiben. Es ist und bleibt Etikettenschwindel. Messen wir doch einfach die Ernsthaftigkeit eines "Kinderportales" an seiner Vernetzung und nicht an seinem Design. Natürlich wäre es schön, wenn man jeder Hausfrau im Internet einen Webdesigner finanzieren würde, klar, das macht vielleicht auch didaktisch sinnvolle Surfwelten. Aber, es ist nicht bezahlbar offenbar und auch nicht gewollt. Also werden wir Seiten daran messen, ob sie eine Sache eines anderen einfach nur abgeguckt haben, oder ob sie diese andere Kinderseite aus ihrer Misere gerettet haben, was nicht nur billiger wäre, sondern eben auch zeigt, dass es um das Internet geht und nicht nur um die Präsenz eines Unternehmens. 

Es kann ja nicht sein, dass ein Unternehmen sich nach vorn schiebt und alle anderen Kinderseiten in den Schatten drängt, die dann elendig zu Grunde gehen. Jede Kinderseite, die aufgegeben wird, ist ein Verlust der Gesellschaft an Kinder- und Jugendschutz im Internet. Noch schlimmer wird das ganze, wenn zwar die Redaktion aufgegeben wird, aber die Seiten jahrelang ungepflegt im Internet als Tretminen umher dümpeln. Das wird man ganz sicher nicht mit einem Kinderfilter kurieren können. Es werden immer mehr tote Seiten. Also kam man auf die Idee, eben nur die zu unterstützen, die noch ackern. Was ja nicht doof ist, aber auch das Problem nicht so ganz löst. Es ist natürlich viel zu viel, was da alles gerettet werden muss, aber da sehen Sie mal, was schon alles geschaffen wurde. Vieles wurde im Internet gemacht im Glauben, dass dies ein Stückchen Internet für Kinder sein möge. Vieles aus anderen Gründen, sei es um da Banner einzusetzen, oder weil man halt ein wenig HTML üben wollte. Doch das genau wird eine Filtersoftware kaum lösen können, die ohne Sinn und Verstand die Guten von den anderen trennt, wenn sie bereits die Guten ausblendet.

Damit sind zwei Dogmen einfach nicht mehr zu halten

Diese drücken sich in den Formeln

Internet + Filtersoftware = Jugendschutz

und

Internet + Filtersoftware
 
= Angebot für Kinder

aus. irgendwo muss da der Faktor Arbeit rein. Sonst kann man das einfach nicht ernst nehmen und es muss der Faktor Vernetzung rein, denn es geht ja nicht darum, den vorhandenen Jugendschutz nun noch mehr mit isolierten Tretminen zu durchlöchern. Also, wenn überhaupt dann:

Filtersoftware als flankierende Maßnahme um die Kinderseitenlandschaft herum

also:

Filtersoftware nicht gegen
die
Kinderseitenlandschaft,
sondern mit der
Kinderseitenlandschaft

Das bedeutet, wer gegen die Kinderseitenlandschaft arbeitet, muss eine gute Erklärung haben. Erst im nachhinein sehen, dass man aber da was übersehen hatte, ist nicht wirklich überzeugend.

Und die Frage muss man schon beantworten können, was ist daran Jugendschutz, die ehrenamtliche Arbeit der Blinden Kuh behindern zu wollen? Wenn man sagt, wir wollen deren Position brechen, okay, damit kann man wenigstens etwas anfangen. Aber, wenn man sagt, Nein, man blockiere sie nicht, ist das eine Lüge oder man hat illegal ihre Urls ausgelutscht. Und das gilt für alle Kinderseiten, die massenhaft Links auf ihren Seiten haben.

Mittlerweile geht es nicht nur um Marktvorteile, sondern auch um Medienpolitik und Verbandsinteressen. Wer also die Kinderseitenlandschaft hier übersieht, wird ebenfalls erklären müssen, warum diese welchen Interessen geopfert werden muss. Sicher wird das aber die Kinderseiten nicht überzeugen und es wird auch ganz sicher nichts mit Jugendschutz zu tun haben.

 

 
Warum wird eigentlich die Blinde Kuh im Namen des Jugendschutzes geblockt?

Das liegt an der Natur der Sache. Die Blinde Kuh ist eine Suchmaschine und eben kein Piddelpaddel-Kinderportal. Geht man davon aus, dass die Blinde Kuh nur ein Kinderportal ist, dann würde man halt die ganze Site ruhig mit ein wenig Ausnahmen freischalten

http://www.blinde-kuh.de/*

Jetzt müsste man natürlich wissen, wieviele und vor allem welche Domains hat denn die Blinde Kuh?

http://www.blinde-kuh.at/*

Z.B., denn die österreichischen Kinder wollten das so, dass es eine at-Domain gibt.

Aber, was ist denn mit

http://www.blindekuh.de/*

also, ohne Bindestrich?

Allein schon dieses Domainspielchen ist schon ein Ding für sich. Wenn diese Domain nämlich freigeschaltet wird, leitet sie eigentlich nur auf einem anderen Server um. Das haben wir gemacht, weil sich Trittbrettfahrer und Spamer an uns ranheften wollten und um eben solche Geschichten zu vermeiden. Wer aber nur diese Domain freischaltet, schaltet nicht die eigentliche Site frei.

Schlimmer sieht das bei Adressen wie

http://www.lilipuz.de/*

http://www.geolino.de/*

http://www.br-kinderinsel.de/*

http://www.sandmaennchen.de/*

aus, denn auch diese sind keine echten Server, sondern Weiterleitungen. Das ist auch putzig, denn in den meisten Kinderfiltern sind diese Adressen zwar freigeschaltet, nicht aber die Zieladressen. Es macht sozusagen auf dem Weg zum eigentlichen Server hin BONG! Jetzt müsste man etwas Ahnung haben, aber die scheint es dort nicht zu geben.

Nun wird das eigentliche Problem vielleicht deutlich. Behaupten die Filterhersteller, sie befreien die Blinde Kuh, schalten aber eben all diese Urls nicht frei, blockieren sie die Blinde Kuh empfindlich, und zwar die Suchmaschine. Noch heftiger wird es, wenn man bedenkt, dass zur Zeit dieses Textes die Blinde Kuh weit über 8000 Webadressen in der Suchmaschine hat. Sind diese alle nicht freigeschaltet, dann macht jeder einzelne Suchtreffer BONG im Kinderfilter. Theoretisch könnten wir das hinnehmen, nur, was meinen Sie, was das für ein Schlag ins Gesicht derer ist, die sich da mühevoll auf ihren Seiten extra für die Kinder engagierten und nun auf Grund eines unbekannten Jugendschutzes eben einfach mal so geblockt werden. Sie sind im Netz der netze einfach nicht mehr für Kinder zugänglich. Äußerst effektiver Jugendschutz. Ist nicht so schlimm sagen Sie. Na, dann hoffen Sie mal, dass die Seite der Grundschule ihres Kindes freigeschaltet ist. Schlimm ist es, weil es einfach niemanden interessiert, ob irgendein armer Homepagebastler nun zu unrecht geblockt wird oder nicht. Schlimm ist es, weil es sind ja nicht einer, sondern Tausende, die so geblockt werden. Wie viele gute Seiten für Kinder gibt es aber? So viele ja nun auch wieder nicht. Wer eine davon blockt, der schadet dem Kinder- und Jugendschutz im Internet, da wo er lebt, vielleicht nicht unbedingt da, wo er gefeiert wird.

Erbost wenden sich Eltern, Lehrer und natürlich auch Kinder an die Blinde Kuh und meckern, dass da ja nichts funktioniert. Wir haben uns darauf hin mit den Filterherstellern versucht zu verständigen. Die meisten konnten offenbar keine Mails lesen. Einige verstanden das Problem, da sie aber selbst nicht der wirkliche Hersteller waren und nur wenig Einfluss hatten, konnte das Problem nicht behoben werden. Es gab noch ein Problem. Wir recherchieren doch nicht ehrenamtlich, um einem Unternehmen zu helfen, seinen Pflichten nachzukommen. Dies machten wir einigen führenden Unternehmen und vielen kleineren klar. Sie wollten auf unterschiedlichste Art und Weise die Leistungen der Blinden Kuh unentgeltlich oder sagen wir mal zu bescheidenen Bedingungen haben und die gesamte Verantwortung aber auf die Blinde Kuh schieben, die sie selbst in der Öffentlichkeit und in den Gesetzen des Jugendschutzes eigentlich haben. 

Natürlich haben wir auch mit Vertretern der Unternehmensverbände gesprochen. Auch hier war deutlich, alles kein Problem, wenn die Blinde Kuh ehrenamtlich für die deutsche Wirtschaft arbeitet, aber schon ein Problem, wenn man zu handelsüblichen Bedingungen diese Beziehung auch stabilisieren soll. 8000 Urls, täglich frisch und permanent gewartet, selbst mit kleineren Fehlerchen, weil das Internet nun mal Internet ist, kann die gesamte Wirtschaft in Deutschland nicht finanzieren. Dies ist das Ergebnis aus 4 Jahren Gesprächen. Das ist sehr traurig, denn unsere Gesprächspartner selbst hatten damit ja gar kein Problem. Es fehlte der Druck aus der Öffentlichkeit um auch den Entscheidern klar zu machen, was eigentlich genau ein Internet ist und was vor allem eine solche Positiv-Liste ist. Wie gesagt, es reichte zu sagen, dass man Jugendschutz macht, und dass man ihn  blockiert, musste man ja nicht in den Werbespott im Fernsehen auch noch sagen.

An diesem Punkt scheiterte auch ICRA. Schnell wurden hier seitens der Bertelsmannstiftung Kontakt zur Blinden Kuh gesucht. Aber eine wirkliche Gegenleistung für die Blinde Kuh wurde nie angeboten. Es wurde immer alles so unterboten, dass man Nein sagen musste. ICRA ist es eben nicht gelungen, die Kinderseitenlandschaft an Land zu ziehen, sehr zum Bedauern mehrer Mitglieder bei ICRA.

Um die Blinde Kuh frei zu schalten, muss man an die Urls der Blinden Kuh herankommen. Sie einfach absaugen, wie das einige tun, kann gefährlich werden, denn was, wenn wir da andere Urls unterschummeln?

Es gibt niemanden wirklich mit einer Filter Lösung am Markt derzeit, der diese Urls legal hat. Es gibt ein paar Tests mit Firmen und Einrichtungen, ja, aber es gibt keine geschäftliche Basis zwischen einem Unternehmen und der Blinden Kuh, bezüglich eines Kinderfilters. Stellt sich die Frage, woher haben sie denn eigentlich die Urls? Und es stellt sich die Frage, brauchen sie diese denn wirklich, um ihren Filter zu verkaufen? Offenbar nicht. Der Verbraucher kauft alles, wenn man ihn nur genügend Angst einjagt. Es ist aber auch leider so, dass das Pferd falsch herum aufgezäumt wurde. Der Druck auf die Industrie sorgte für ein heilloses Durcheinander. Die meist technisch nicht so begabten Multiplikatoren machten ihrerseits für eine Idee Werbung, die so ja noch nie existierte und auch nie existieren wird.

Entweder, diejenigen, die Filter basteln, arbeiten mit der Kinderseitenlandschaft zusammen, oder sie gehen das Risiko ein, die Kinderseitenlandschaft zu blockieren. Nur eines muss man auch wissen: Wir werden nicht die Fehler anderer als Erschwerniszulage für unsere Arbeit hinnehmen. 

Wir fordern daher jeden Hersteller auf zu erklären, warum er unbedingt die Kinderseitenlandschaft blockieren möchte und partout nicht bereit ist, sich mit der vorhandenen Kinderseitenlandschaft an einen Tisch zu setzen. Wer sagt eigentlich, dass Firmen, die gar keine eigenen Kinderseiten anbieten, dafür zuständig sind, andere Kinderseiten im Namen eines Jugendschutzes zu blockieren? Der Staat ist es ja offenbar nicht. Wer dann? Wer bestimmt, was Jugendschutz ist in diesem Land? Und warum können das Praktikanten dann machen, obwohl immer von "erfahrenen" Redaktionen in der Presse geredet wird. Die echten Redaktionen machen ja keine Kinderfilter. Also, woher haben die Leute dann die Erfahrungen, wenn sie niemals im Internet Kinderseiten gemacht haben?

Unserer Meinung nach ist eh schwer nachzuvollziehen, warum ein Unternehmen, das noch nicht einmal in der Lage ist eine Redaktion wie die Blinde Kuh mit all seinen Möglichkeiten selbst aufzubauen, überhaupt in diesen Fragen ernst zu nehmen ist. Nimmt man sämtliche führende Marken zusammen und wirft alle Redaktionen in einen Topf, so sind es weniger als die Blinde Kuh. Wir denken, genau das zeigt wie gleichgültig dort das Thema ist und warum dort viele von Filterlösungen reden. Sie wollen ihre eigene Schwäche verschleiern. Wir denken auch, wenn ein wenig Knowhow und nicht all zu viel Betonköpfigkeit existiert, dass dann genau dem zugestimmt wird, was wir hier sagen. In bilateralen Gesprächen jedenfalls wurde dem zugestimmt und immer wieder betont, wie peinlich es ist, dass ein so großes Unternehmen, nicht in der Lage ist, mit Seiten wie die Blinde Kuh wirklich zu kooperieren und wie wirtschaftlich blöd diese Engstirnigkeit ist. Tja, man kann niemanden aufhalten, Dummheiten zu machen. Einige Unternehmen wie etwa AOL haben wenigstens die Kinderseiten und andere mal zu einem Workshop eingeladen. Doch die meisten scheinen noch gar nicht zu wissen, wozu ein solcher Workshop dienen könnte.

Die Frage ist natürlich berechtigt, na du blöde Kuh, warum machst du denn keinen Filter? Ganz einfach, weil den keiner allein macht. Klar können wir Kidstation etwa vorwerfen, dass sie unsere Arbeit ruinieren, wenn sie die Suchmaschine nicht komplett freischalten. Aber, würden wir das machen, dann würden wir die Arbeit von Kidstation ruinieren, weil wir deren Suchergebnisse nicht ohne deren Kooperation freischalten können. Und, man müsste und nur noch erklären, warum wir eigentlich ehrenamtlich auch noch einen Kinderfilter bauen sollen. Wir machen doch schon so viel. generell werden wir aber alle unsere Urls jedem geben, wenn er die Lizenz dafür zahlen kann und will. Und keine Bange, soviel ist das ja nun auch wieder nicht. Aber, wir werden uns doch sicherlich einig, dass die Redaktion der Blinden Kuh nicht ihre Mitmacher zum Arbeitsamt schicken kann, das meint, keine Arbeit sei da. Falsch. Arbeit ist da, nur, keiner will sie bezahlen. Und wir haben leider kein Geld. Wir können auch nicht einfach irgendwo was klauen. Es gibt Förderungen und Initiativen, die alle soviel machen wollten, aber das Geld kam ja nie bei den Redaktionen an, die die ganze Zeit machten. Selbst bei Unternehmen ist es ja so, dass deren Redaktionen oft um das Überleben kämpfen müssen. D.h. manche Superportal-Seite hat keine Kinderseiten oder eben nur einen Flash von einer Agentur, weil sie einfach kein Geld hat. Wollen, wollen ja alle. Mir der anhaltenden Wirtschaftskrise wird das Schaffen von kindgerechten Angeboten auch nicht gerade begünstigt und Mini-Jobs? Gibt es denn da welche? Das wäre oft mehr, als das was viele Redaktionen derzeit bekommen.

Es sind also zwei Problem, die wir hier vorliegen haben. Es gibt kein echtes Internet für Kinder, weil es eine Geldfrage ist und weil es eine Organisationsfrage ist. Kleine Insellösungen in allen Ehren. Die sind ganz niedlich, aber eben Schummelpackungen. Um ein Flashmemory zu spielen, kann man den Kind gleich bei etwa Terzio oder auch anderen wunderschöne Software kaufen und braucht dazu kein Internet. Das wird für den Endverbraucher viel billiger sein. Nein, wir sagen, das Internet ist voll von schönen brauchbaren Dingen und dann müssen wir alle auch dafür sorgen, dass die Kinder nicht den Wegelagerern zum Opfer fallen.

Es gibt also eine Dritte Kraft, nebst Wirtschaft und Staat und das ist die Kinderseitenlandschaft, die eben nicht nur Seiten für 2 Jährige machen. Je stärker diese ist, desto blöder wird es für die, die kleine blackboxes für viel Abo an die Eltern verkaufen. Je stärker diese ist, desto mehr Werte kann sie in das Internet legen. Je stärker diese ist, desto eher hat sie auch eine Stimme. Dann ist es egal, was die komerzielle Presse unbedingt gut oder schlecht, wichtig oder unwichtig findet. Und dann ist es auch egal, was ein Verband, eine Stiftung oder ein Gremien aus der Wirtschaft meint an Geld zu haben für Gute Dinge in der Welt. Kann man die Kinderseitenlandschaft auch verbal ausgrenzen, dann klappt das schon mit dem Filter und der Feier um die Leistungen für den Kinder- und Jugendschutz.

Keine Bange, es geht nicht um Anti-Haltung, sondern um Qualität. Wer sich gegen eine Ordnung stellt, tut dies, weil er meint, eine bessere zu haben, sagt zumindest der französische Philosoph Albert Camus. Aber, wir waren mit der Blinden Kuh eigentlich zuerst da, vor den ganzen Leuten, die nun Kinderfilter basteln und verkaufen. Die gibt es nur, weil es Leute gibt, die Seiten und Angebote für Kinder machen. Sonst käme niemand auf die Idee, Kinder unbedingt ins Internet zu stopfen. Dass sie es eben nicht schaffen, gefährliche Sachen zu blocken, gibt ihnen halt nicht das Recht, solche Kinderseiten zu blocken. Dabei ist es egal, ob sie eine Seite blocken, weil das Wort "Arsch" nun mal in "Haarschleife" steckt, oder weil sie kein Geld hatten eine kompetente Redaktion anzuheuern, die auch eine anständige Positiv-Liste immer hübsch vielseitig und aktuell hält. Es geht ja hier eben nicht um moralische Grenzfälle, sondern um Schlampigkeiten in der Arbeit und unserer Meinung nach auch oft genug im Konzept. Diese werden wir garantiert weder decken noch ausbaden.

Beinahe würde das ja alles so ganz einfach sein, und den Schaden sieht ja keiner. Doch das schöne an der Wirtschaft ist, dass sie sich nie einig ist. So viele Leute aus der Wirtschaft finden die Sache mit der Blinden Kuh und all die Kinderseiten gar nicht mal so falsch. Wie gesagt, man muss deutlich trennen können zwischen Scharlatanen und Unternehmen, die wollen, aber eigentlich nicht können, zumindest aber schon alles tun, was ihnen möglich ist. 

Denn worum geht es hier, zu zeigen, dass sich echte Arbeit nicht lohnt?

 
Mit Verstand an die Sache gehen und vor allem gemeinsam die schon lösbaren Probleme auch mal lösen

Eine Firma allein macht kein Internet für Kinder und auch keinen Internet-Filter der irgendwie dann Kinder- und Jugendschutz ist.

Das wird sich so auch nicht lösen lassen. Es wurden nun fast 5 Jahre oder mehr verschlafen, alle beteiligten Kräfte an einen Tisch zu setzen. So lange das nicht passiert, wird es keinen ernst zu nehmenden Kinder- und Jugendschutz im Internet geben, außer eben den, den die Kinderseiten machen mit ihrem Positiv-Angebot.

Was das Internet eigentlich nicht braucht, sind Kinderportale. Klingt eigenartig, aber das bedeutet, es müssen ja gar nicht neue Kinderportale gebastelt, sondern vorhandene bewahrt werden. Wenn man 1 Mio Euro für ein neues Kinderportal ausgeben will, wird man erklären müssen, ob das wirklich dienlich ist. Was soll es denn erreichen? Es gibt ja schon eine Kinderseitenlandschaft, die ist doch schon da. Was durchaus Sinn macht, ist, wenn ein Haus sagt, Mensch wir basteln auch mal eine Kinderseite zu unserem Haus. 

Also, wenn ein z.B. VW sagt, wir machen eine Autoseite à la VW eben für Kinder. Das ist gut, das ist wichtig. Aber, es ist eine Kinderseite und kein Portal. Unschlau ist es, wenn man nun  mit dieser Seite die Kinder in ein Pippifax-Portal einsperrt und die so nun nicht an die coolen Autoseiten von VW herankommen. Wie soll man denn einen Jungen um die 10 Jahre sagen, also diese krassen Flitzer hier sind nicht für dich, geh da im Kiddy-Spielplatz in die Sandkiste und alles ist Jugendschutz. 

Man muss sehen, das ist ein Problem bei der Blinden Kuh, alles, was Kinder da nicht finden, werden sie in den Suchmaschinen für Erwachsene suchen. Nehmen wir nicht die Seiten mit "Mercedes" auf, also die fette S-Klasse oder gar die nun ja, was es da alles für schöne Sachen mit coolen Animationen gibt, suchen sie "mercedes" über Google. Und dann wollen wir mal hoffen, dass Mercedes nicht eine Domina ist, die auf einem T-Online-Server eine Homepage hat mit einen coolen Chat und solchen Dingen. 

Das gleiche gilt für Tiere. Wenn die Kiddy-Seiten keinen vernünftigen Informationen über Tiere haben, wird anderswo versucht, und es gibt bei großen Suchmaschinen Bildersuchmaschinen, da würden wir nicht zu raten, dort nach "Zoo" zu suchen, auch wenn lauter Medienpädagogen sagen, wenn du etwas suchst, geh doch zu ... Je mehr in einer dezentralen Surfwelt abgebildet werden kann, um so besser. Natürlich muss das alles eine Qualität haben und nicht nur Quantität, das ist klar. Aber in einer Surfwelt für Kinder gehören z.B. die Seiten des SWR Kindernetzes, doch ebenso die Seiten des SWR Bildungsservers. Denn die Kinder, die da im Internet surfen, sind ja nicht 0-6 Jahre alt, sondern, wenn sie so richtig surfen, werden die schon etwas älter sein und müssen ja auch mal etwas für die Schule finden können oder was sie sonst noch interessiert. Klassische Musik z.B. interessiert viele Kinder, aber eben nicht Kinderlieder, die interessieren nur Eltern und Pädagogen und die brauchen eigentlich keinen Kinderfilter. 

Es ist daher gar nicht machbar, einen Kinderfilter zu basteln, der sich mit einer Freischaltung einiger Kindersites begnügen kann. Da muss mehr Stoff und mehr Schmackes rein, sonst wie gesagt, ist es nicht die Blinde Kuh, sondern Google oder so, mit der sie suchen. Und wer meint, es reicht, Google zur Kindersuchmaschine umzubauen, der irrt. Das wäre absoluter Unsinn. Es muss auch für Erwachsene Suchmaschinen geben. Ebenso macht es Sinn, wenn ein Unternehmen an Stelle X sagt, dass es Jugendschutz macht, auch an Stelle Y zu gucken, wo es alles untergräbt, um Geld zu machen. Über das Fernsehen werden die Kinder angelockt, in großen Massen auf Seiten zu klicken, die gleich neben dem Erotik-Angebot liegen, auf dem die gesamte PornSpam-Szene dann munter mit PopUps den Rechner der Kinder zum Absturz bringen kann. Dialer zum Freedownload für Kinder? Wenn man das mal sein lassen würde, wäre das Problem viel kleiner. 

Gerade das verwischen der Grenzen, Dragon Ball Z oder so, was ja viele Kinder lieben,  neben "RUF MICH AN 0190-..." zu kleben, das macht die Probleme. Aber das wissen solche Anbieter ja auch, dass das schön zieht. Wenn ein Fernsehsender soviel Geld hat, stellt sich die Frage, wenn er wirklich Jugendschutz im Internet begrüßt, warum er dann eigentlich eben diese Dragon Ball z und wie die alle heißen, nicht auf einen Extra-Server stellt. Die Kinderseitenlandschaft steht so nur vor dem Problem, alle Pfade in diese Richtung kappen zu müssen. Den Kindern kann sie ja nicht erklären, wie gleichgültig deren Wohl diesen Sendern ist. D.h. diejenigen, die sich bemühen, baden das Problem aus, und diejenigen, denen das egal ist, räumen ab. Dies ruft weitere auf den Plan, die sich dann dazwischen setzen. Jetzt gibt es einen Markt. Kindercontent um 0190er-Nummern anzubieten, da muss das Lockmittel gut aussehen, also auf einmal gibt es Geld für Content. Wenn dann diese Seiten auch noch ausgezeichnet werden für ihr Engagement, dann Prost Mahlzeit, das alles ist kontraproduktiv. 

Wir haben mittlerweile noch ein Problem. Viele Redaktionen arbeiten gar nicht mehr an ihren Seiten und werden erst dann wach, wenn ein Interview oder gar ein KidsAward ansteht. Viele Redaktionen sind auch nur ein einziger, der ein wenig PHP oder so etwas macht und denkt, ein Amazon-Banner und ein Ebay-Banner, das macht bestimmt Kohle. So toll ist auch die Kinderseitenlandschaft nicht. Jede zweite Homepage von Kindern oder gar von Muttis mit Hobbies sind auf Servern, die gnadenlos Werbung einspielen, und ruhig auch mal aus dem Adult-Bereich. Viele Linkhalden sind irgendwo abgeschrieben und werden weder inhaltlich noch technisch geprüft, liegen also als Tretminen auf jeder dritten Seite innerhalb der Kinderseitenlandschaft bereit, ob nun auf der Vereinshomepage irgendeiner Sportgruppe oder der Homepage einer Schule. Ebenso ist kaum ein Gästebuch oder gar Forum wirklich moderiert. Dinge von anderen Servern, die auch WebmasterSachen für Swinger-Clubs bereitstellen, werden eingebaut, weil das so hübsch billig ist und selbst jemand, der keine Ahnung hat, immer irgendwie aussieht, als würde er professionell ein Kidsportal basteln. Nun kommt noch eine Tauschbörse dazu, Gewinnspiele, und was nicht alles. 

Ein Großteil der Anbieter ist hoffnungslos naiv. Aber, die Probleme haben selbst erfahrene Siteanbieter. Insbesondere das Problem der Vergreisung von Dingen im Internet nimmt stark zu. Das betrifft nicht nur die Links, sondern auch die Altersangaben der Kinder auf den Homepages, die nun ja schon 18 oder älter sind und da steht immer noch über den Linktipp, das ist die Homepage der 13-jährigen Laura etc. Auch Provider sind naiv. Sie bieten super tolle kostenlose Sachen an. Da baut sich dann ein hilfloses Kinderseitchen dran, bezahlt dann aber irgendwann sein Hobby nicht, und es wird gnadenlos umgeschaltet, ruhig noch ein  Hardcorebanner rein, weil auch Provider müssen Geld verdienen, sagen die sich. DIE Kinderseitenlandschaft ist halt keinesfalls stabil.

Dies wäre eine der dringlichsten Aufgaben, soviel Sicherheit und Stabilität da hineinzuzaubern, wie es nur geht. Erst dann machen vielleicht Filter Sinn, aber nicht vorher. Sie überdecken ja nur den desolaten Zustand, lösen ihn aber nicht.

Wir glauben, jede Stadt, jede Gemeinde, muss einen Platz auf seinen Server auf Anfrage sofort bereitstellen, damit die Bürger nicht auch noch bestraft werden. Hier versagen oft auch auf kommunaler Ebene einige sinnvolle Möglichkeiten. In jeder Stadt gibt es Kinderseiten, die vor sich hin krebsen, denen schon viel geholfen wäre, wenn die Kommunen mal zu ihren Bürgern stehen würden. Wenn diese kommunalen Server etwa Freemail anbieten, dann wird es Zeit, das auch mal den Kindern anzubieten, denn sonst müssen wir die wieder von Servern herunterpulen, die eben nichts mit Jugendschutz zu tun haben. Wer bedauert, dass zu wenig Bildung im Land die Runde macht, dem sagen wir, bei uns suchen die Kinder nach Wissen aller Art, wo denn ist es bitte schön. Schafft Content, Content und noch einmal Content, seht zu, dass das Zeug vernetzt wird. Es gibt halt nur ein Internet und es wäre schön, wenn alle kreativen Geister allmählich auch mal da eintrudeln, statt weiter Monsterflashes zu basteln, von denen dann wieder keiner etwas weiß und die ja nun  gar nicht richtig Internet sind.

Es ist nicht die Aufgabe eines Unternehmens, ein neues Internet zu basteln, das kindersicher ist, sondern die Aufgabe der Gesellschaft, hier einfach nur mal den Kindern entgegen zu kommen und auch mal 5 gerade sein zu lassen. Die Blinde Kuh kooperiert doch auch mit Häusern, die eigentlich normalerweise eher diametral auf dem Markt antanzen. Jede Kommune muss sich auch fragen lassen, warum sie nichts im Internet für ihre Kinder tut. Soll das so sein? Sollen Kinder aus anderen Städten wirklich nie erfahren, wie schön es in dieser Stadt ist? Wozu dann die Werbemittel ausgeben? Es gibt Kinderbüros fast überall, kann man da denn nicht etwas machen? Wie gesagt, jede Seite für Kinder ist ein Schritt Kinder- und Jugendschutz im Internet. Jede fehlende Seite durchlöchert den wieder.

Niemand muss das Internet oder gar die Kinderseitenlandschaft neu erfinden. Sie ist da. Also lasst uns mal schön vernetzen, damit uns die Kinder nicht zwischen den Seiten verloren gehen.

Und dann wird es auch einfacher. Dann kann man sagen, hm, das muss in einem Filter frei geschaltet werden. Bis jetzt ist es so, dass ja kaum jemand mitbekommt, dass es überhaupt so viele schöne Sachen für Kinder im Internet gibt, nicht nur auf den Seiten der Fernsehsender ob nun bei ZDF tivi oder bei RTL toggo. Es sind ja eben nicht nur die Firmen im Internet, die man kennt, weil sie lautstark mit Bonbons Kinder anlocken. Um das mal einfach zu sagen, die Kinder bei uns suchen nach allen möglichen Tieren, ob nun Haustiere oder gar Exoten oder Urtiere, wo sind die Seiten dazu? Wo sind z.B. Schweine? Es gibt Millionen Schweine in Deutschland, kann man da nicht mal welche von fotografieren und ausführlich beschreiben? So, dass so ein Kind vielleicht ein prima Referat in seiner Schule abgeben kann? Oder auch so, dass ein neugieriges Kind dann nun zumindest das wesentliche über Schweine weiß? Bitte, keine Comics, sondern fette Fotogalerien. Sollen wir sagen, nein, Schweine gibt es nicht wirklich, geh zu Google, suche da nach Schweinen? Ist dann wirklich das Problem gelöst? Sind wir dann cool? Derzeit hat die Blinde Kuh 50.000 Suchanfragen am Tag, und wehe dem, sie hat keine Treffer hier und da.

Kinder- und Jugendschutz im Internet ist halt Arbeit und nicht nur Technik und das Tolle daran, es ist ja machbar. Das zeigen all die Seiten, von wem auch immer, die schon da sind.

Noch einmal, es geht doch nicht darum, dass ein Kindchen ein Memory im Internet findet und spielen kann. Es geht auch nicht darum, dass man mit irgendwem im Internet chatten kann. Das alles ist doch nur Pippifax.

Wir alle müssen ein großes, fettes, vielfältiges, abwechslungsreiches und auch ruhig mal aktuelles Internet hinzaubern. Wenn dann die Kinder sagen, och, das finde ich aber cool, da muss ich ja gar nicht mehr bei den Erwachsenen herumklicken, erst dann ist Kinder- und Jugendschutz gemacht. Viele gehen hier immer noch davon aus, dass es einfach nur darum geht, ein Spielzeug mehr ans Kinderzimmer anzuschließen. Das ist hoffnungslos falsch. Es geht um ein Werkzeug. Das heißt, man muss es irgendwie gebrauchen können als Kind und auch verwenden. Es bringt überhaupt nichts, Seiten für 4-jährige zu basteln, die gar nicht lesen können und dann in Halbsätzen irgendetwas hinzuschreiben. Es muss schon die volle Wucht eines Erwachsenen-Internets haben, denn die Kinder, von denen wir hier reden, sind Leute, die sich selbst eben nicht als Kinder bezeichnen, und so einfach nicht auszutricksen sind. Denen kann man nicht sagen, also weißt du, Seiten über die Türkei gibt es nicht, weil da sind so komische Banner drauf und da sind auch eigenartige Links dran. Denen kann man aber auch nicht anbieten, hier hast du eine Türkei-Karte zum Ausmalen. Auch das ist Pippifax.

Dass wir da bei uns "für Kinder" auf die Starseite schrieben, war schon schusselig genug. Aber, Jugendliche sind es erst ab 14 Jahren. Uns allen sind die Kinder zwischen 9-14 Jahre irgendwie in unserer Begrifflichkeit und damit in der Überlegung, denen nun Webseiten zu bauen, ja ruhig auch mal mit ihnen, irgendwie aus den Augen verloren gegangen. Diese Trennung ist nicht gerade günstig. Bauen wir ein Kleinkind-Internet, brechen die uns aus, hoffentlich, muss man ja sagen. Also können wir hier nur etwas erreichen, wenn wir diese Kinder überzeugen. Ihnen einfach nur einen verschlossenen Rahmen etwa à la Augsburger-Puppenkiste drin oder so etwas hinzusetzen, wird es jedenfalls nicht bringen. Sie wollen in die echte Welt, also müssen wir halt die echte Welt so nah wie nur geht an sie heranbringen, wenn wir nicht wollen, dass sie dauern irgendwohin ausrutschen.

Ein anderes Beispiel, wo eigentlich sind Polizeimotorräder? Gibt es denn keine mehr in der Welt? Suchen die Kinder ein Polizeimotorrad mit einem lustigen Gesicht drauf? Wohl eher nicht. Die Polizei, aus welchem Bundesland auch immer, die als erste eine schöne fetzige Galerie mit Polizeimotorrädern ins Internet stellt, hat gewonnen. Die Bilder müssen gute Fotos sein, also nicht so verschwommene Dinger, auf denen man nicht einmal den Motorblock richtig erkennt. Sie müssen groß sein, damit die klasse als Bildschirmhintergrund gehen. Und sie müssen schon recht cool sein und es müssen viele sein, sonst will die keiner haben. 

Das ist das Problem in der Kinderseitenlandschaft. Mit wenig könnte man so viel erreichen. Im Moment haben wir das Problem, auf der einen Seite eine recht fitte Kindergemeinde im Internet zu haben, die so um die 12 Jahre alt ist, auf der anderen Seite schicken wir die immer wieder in die Kindergärten. Das finden die irgendwie bescheuert. Also, wir brauchen echte Polizeimotorräder im Internet. Eigentlich brauchen wir auch echte Polizisten, die ihr Motorrad etwas beschreiben. So einfach ist das. Und diese Seiten sind mit wenigen Klicks von jeder anderen Kinderseite aus erreichbar, also auch mal vernetzt. Es sind nicht allein Polizeimotorräder, es sind Tausende von Sachen und Dingen, auf die die Kiddies ganz heiß sind. Nur, wir geben sie denen nicht. Stattdessen, geh doch zu Disney, du Kind, oder geh doch zu einem Schulserver, oder oder oder. Und richtig spaßig wird das, wenn es eine Polizeieinheit dann bringt, entsprechende Motorräder ins Internet zu zaubern, und alle Kinderfilter das blockieren.

Hamburg, 10.4.2003

Die Blinde Kuh

 

 

Weiterführende Informationen

Die folgenden Verweise spiegeln nicht alle unbedingt die Meinung der Blinden Kuh wieder, ja, widersprechen ihr teilweise sogar. Wir wollen mit den Verweisen zu weiteren Informationen, anders als unsere Widersacher, ein vielfältiges Meinungsbild ermöglichen, und scheuen uns daher nicht, auch zu denen zu verlinken, die alles tun, damit niemand diese Seite hier lesen muss ;o) Kleiner Tipp: Achten Sie beim Studium des Materials darauf, wer der Informant ist, was er im sonstigen leben noch so tut, welche Interessen er verfolgen könnte, um zu verstehen, warum er diese Positionen vertritt und warum er vermeidet, andere Positionen ins Blickfeld zu rücken. Achten Sie eben so darauf, was eigentlich über die vorhandenen Kinderseiten gesagt wird, bzw. wie sie erwähnt werden, wenn sie denn erwähnt werden.

Um etwas Licht im Dschungel der Lobbys, Paragraphen und wirklich Zuständigen im Jugendmedienschutz (Internet) zu bringen, haben wir einen weiteren Text mit Linkzusammenstellung verfasst: Informationen zum Jugendschutz

Empfehlenswerte Seiten für Kinder hier aufzulisten, ist für eine Suchmaschine a la Blinde Kuh schon etwas doof, da sie ja meint, Tausende im Suchraum zu haben. Dennoch haben wir eine sogenannte Übersichtsseite zum Thema Kinderseiten. Zudem bemühen wir uns, so viele mögliche "Startpunkte" für die Kinder wie nur geht auch in einem Rotationsverfahren vor auf unsere Startseite zu bringen.

Eine Idee, wie man die Erwachsenensuchmaschine aus dem Microsoft Internet Explorer herauszaubern könnte, stattdessen etwa die Blinde Kuh als Suchmaschine einrichtet finden Sie auf der Seite BK2MSIE.

Auf den Seiten "FBI-Sicherheitstipps für Kinder" und auf einigen anderen informieren wir die Kinder, die ja unsere Nutzer in erster Linie sind, über Möglichkeiten, sich selbst zu schützen.

Auf der Seite "Wo sucht die Blinde Kuh?" sprechen wir ein typisches Problem an, das hier teils vorausgesetzt wird, nämlich die Tatsache, dass Vieles, was Kinder wünschen, gar nicht in der Kinderseitenlandschaft vorhanden ist, aber durchaus in einem nahezu unbedenklichen Bereich auch für sie interessant ist.

 
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