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Die Ritter-Seite der Blinden Kuh
Warum und wohin zogen die Kreuzritter in die Kreuzzüge?
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Die Kreuzzüge

 

Die Ritter in Europa kämpften gegen andere Ritter und wenn sie nicht gerade Raubritter waren, dann kämpften sie für ihren König.

Es gab aber auch Zeiten, da folgten die Ritter dem Ruf der Kirche, "das Heilige Land Jerusalem zu befreien". Das Problem war, Jerusalem war nicht nur den Christen heilig. Für die Juden war dieses Land eh schon lange vor den Christen das Land Gottes. Doch im 7. Jahrhundert entstand eine neue Macht, der Islam. Die Muslime beherrschten den Norden Afrikas und Anfang des 8. Jahrhunderts, noch bevor Karl der Große die Kaiserkrone aufgesetzt bekam, eroberten muslimische Herrscher das heutige Spanien und griffen Frankreich an. Die Franken schickten ihre "Panzerreiter" und konnten die Krieger Allahs wieder nach Spanien zurückdrängen. Erst 1489, zu Zeiten von Christoph Columbus, also fast 800 Jahre später, gelang den Christen die endgültige Rückeroberung (Reconquista) Spaniens.

Christen und Moslems waren Feinde und nannten sich gegenseitig "Ungläubige". Diese Feindschaft und die Ignoranz gegenüber allem, was anderen Glaubens war, führte zu den völlig überflüssigen Kriegen, die im Zeichen des Kreuzes geführt wurden, und deshalb "Kreuzzüge" genannt wurden.

 
      
 

Der 1. Kreuzzug (1095-1099)

 
Der Papst ruft zur Befreiung Jerusalems auf.

Nachdem die muslimischen Seldschuken im Jahr 1070 Jerusalem eroberten, riefen die Byzantiner den Papst Urban II. um Hilfe und der rief die Christen auf, Jerusalem zurück zu erobern. 

Mit 13.000 Leuten zogen die Christen im Frühling 1095 von Konstantinopel, der Hauptstadt Byzanz, nach Jerusalem. Am 15. 7. 1099 wurde Jerusalem wieder von den Christen unter Gottfried IV. von Niederlothringen eingenommen. Dessen Bruder und Nachfolger Balduin wurde der erste König von Jerusalem.

 

Nördlich von Jerusalem, im heutigen Libanon und Syrien, wurden noch 3 weitere christliche Lehensgebiete gegründet: Edessa, Antiochia, Tripolis.

 
      
 

Der 2. Kreuzzug (1147-1149)

 
Papst Eugen III. rief zum zweiten Kreuzzug, nachdem einer der Christenstaaten, Edessa, von den Moslems erobert wurde. Sein Lehrer, der Prediger Bernhard von Clairvaux überzeugte den französischen König Ludwig VII. und den deutschen König Konrad III. nach Jerusalem zu ziehen. Doch der Kreuzzug kam niemals an. Nicht die Muslime besiegten das Heer. Der Kreuzzug war so gut wie gar nicht durchgeplant. Das Heer konnte nicht mehr versorgt werden. Hunger und Seuche rafften es dahin. 1149 gab Konrad III. den Kreuzzug auf.
 
      
 

Der 3. Kreuzzug (1189-1192)

 

Im Jahr 1187 erobert Sultan Saladin Jerusalem. Papst Gregor VIII. rief die Christen zum 3. Kreuzzug. Geführt wird der Kreuzzug vom deutschen Kaiser Friedrich I., der in die Geschichte als Kaiser Barbarossa eingehen wird. So genannt nach seinem roten Bart. Mit von der Partie waren Phillip II. von Frankreich und Richard I. von England, den man auch als Richard Löwenherz (aus der Robin Hood Saga) kennt. Doch Barbarossa ertrank beim Baden im Fluss Saleph (Gösku/Türkei).
 

Der Tod von Barbarossa entmutigte die anderen Kreuzfahrer. Man sah ein Zeichen Gottes darin, dass er wohl dem Ganzen doch nicht sein Segen gab. Die Deutschen kehrten zurück, auch die Franzosen folgten. Richard Löwenherz gelang es noch einen Waffenstillstand auszuhandeln, und freies Geleit für die christlichen Pilger, die in Zukunft Jerusalem besuchten wollten. Doch Jerusalem blieb muslimisch.

 
      
 

Der 4. Kreuzzug (1202-1204)

 

Der 4. Kreuzzug lief völlig schief, noch schiefer als die letzen beiden zuvor.

Papst Innozenz III. rief zum Kreuzzug. Aber das Ritterheer erreichte niemals das heilige Land. Der Doge Enrico Dandolo von Venedig leitete das Heer um. Wenn es für ihn gegen Konstantinopel, also das byzantinische Reich, zöge, dann würde er die Überfahrt durchs Mittelmeer bezahlen. Das ebenfalls christliche Byzanz wurde zerstört und die geplünderten Schätze kann man heute noch in Venedig bestaunen.

 

Der "Kinderkreuzzug" (1212)

 

Auch dieser Kreuzzug endete tragisch ohne jemals das heilige Land zu erreichen. Im sogenannten Kinderkreuzzug, zu dem kein Papst aufrief, zogen diesmal nicht Ritter, sondern arme Leute vom Niederrhein und aus Frankreich nach Jerusalem. Die meisten kehrten jedoch bereits in Frankreich oder Italien um. Viele wurden aufgegriffen und in die Sklaverei verkauft. Denn zu der Zeit gab es noch Leibeigenschaft in Europa.

 
      
 

Der 5. Kreuzzug (1228-1229)

 

Papst Gregor IX. forderte im Jahr 1220 Friedrich II. zum Kreuzzug auf. Der aber hatte keine große Lust dazu, musste er sich doch mehr um die Lage innerhalb des Deutschen Reiches kümmern. Nachdem der Papst ihn mit der Exkommunion drohte, zog Friedrich mit seinem Heer los. Statt sich aber in einen sinnlosen Krieg mit den Moslems zu stürzen, verhandelte er im Jahr 1228 mit Sultan Al-Kamil in Ägypten. Die beiden wurden sich einig, und die Christen erhielten die Städte Jerusalem, Nazareth und Bethlehem. Den Moslems wurde freies Geleit für ihre Pilger in die heiligen Städte zugestanden. Gleichzeitig wurde 12 Jahre Waffenruhe ausgehandelt. Ein Jahr später wurde Friedrich II. zum König von Jerusalem gekrönt. Diesmal entschied das Wort und nicht das Schwert.
 
      
 

Der 6. und 7. Kreuzzug (1248-1254)

 

Diesmal rief kein Papst zum Kreuzzug. Der französische König Ludwig IX. organisierte den Kreuzzug selbst. Er segelte im August 1248 mit seinen Mannen nach Ägypten. Sie eroberten die Stadt Damiette. Beim Angriff auf Kairo wurde er allerdings mit all seinen Leuten gefangen genommen und gegen Lösegeld wieder freigelassen. Damiette mussten die Christen logischerweise wieder zurückgeben.

Ludwig konnte es nicht sein lassen und organisierte 1270 den 7. Kreuzzug. Allerdings starb er überraschend. Sein Heer konnte nicht mehr versorgt werden und fiel einer Seuche zum Opfer.

 
      
 

Du siehst, so richtig heldenhaft mit Schwertergeklirr und schnaubenden Rossen waren die Kreuzzüge nicht gerade. Was auch immer alles geschah, die Moslems siegten nicht selten, ohne dass die Kreuzfahrer jemals das heilige Land erreichten. Doch wenn sie es erreichten, schlugen sie sich nicht nur mit den islamischen Kriegern. So manches Dorf und manche Stadt, die eher jüdisch war, aber nun mal mit auf dem Weg lag, wurde dem Erdboden gleich gemacht und manchmal wurde eben auch schon mal eine christliche Stadt wie Byzanz miterorbert. Der Mangel an Erfolg brachte dann zum Glück wieder die Vernunft in die Königshäuser Europas.

Besser jedenfalls wäre es für das Christentum gewesen, wenn sie diese Kreuzzüge hätten sein lassen und so wie Friedrich II. einfach mit den Kollegen im Morgenland verhandelt hätten. Schon 200 Jahre später eroberten die Moslems im Osten Europas Stück für Stück das Abendland. Bis eben zu den Tagen im Jahr 1529, an dem Sultan Suleiman II. mit seinen 300.000 türkischen Kameraden vor den Toren Wiens stand. Nur ein sintflutartiger Regen konnte das Abendland retten und zwang die Türken zum Rückzug. Ein Wunder sozusagen.

Mit der Eroberung Byzanz im Jahre 1453 durch die Osmanen schnitten die Moslems die Europäer vom Handel mit Indien ab. Ungewollt lösten sie so das Zeitalter der großen Entdeckungen aus, weil die Europäer neue Wege nach Indien suchen mussten und ganz nebenbei, aus Versehen eher, Amerika entdeckten oder auch ganz um Afrika herumsegelten. Die Christen machten sich in der Neuen Welt dann auf, neue Heiden zu finden und zu christianisieren. Die Neuzeit begann. Das Abendland und das Morgenland lösten sich kulturell immer mehr von einander.

Die Kreuzzüge zeugen somit nicht von heldenhaften Rittern und Königen, sondern waren eine Katastrophe für das Abendland. Meist eben noch dazu ohne dass auch nur ein Moslem "Buh" sagen musste. Ritterlich, ja königlich hingegen war das Verhalten von Friedrich II., das nicht nur zum gewünschten Erfolg führte, im Gegensatz zu den sinnlosen Scharmützeln, sondern hoffentlich auch in der Zukunft Nachahmer findet.

 
      
 
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