Wir danken Ihnen, Herr Haupt, auch der FDP, für das
interessante und durchaus denkanregende Interview.
Interessant
ist die Betonung, dass es sich beim Internet zum einen um ein sehr
junges Medium handelt (und Sie sagten auch am Anfang in anderen Worten,
wurden schon viele unserer jungen
Besucher in einer Zeit geboren, in der das Internet schon da war). Zum anderen
geht es dabei in der Organisation eher
"anarchisch" zu, also eher eben auch von der Initiative
der Anbieter und (Mit-)macher lebt. Man kann herauslesen, dass es nicht
sonderlich viel Sinn macht, hier irgendwas zu regeln, was sich so gar
nicht regeln lässt, also eher behutsam seitens des Staates an die
Sachen herangehen sollte. Wir lesen auch heraus, dass man nichts
aufsetzen sollte, sondern das ausbauen und unterstützen, was sich da
schon aufgebaut hat, zumal man eh nichts von heute auf morgen basteln
kann, weil das Ganze lange Zeit braucht, um vor sich hinzuwachsen, z.B.
in der Wechselbeziehung mit den jungen Benutzern, die man sich ja erst
einmal verdienen muss. Und, wenn ein "Kinderkanal" für das
Internet, dann aber nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern
ein neuer speziell für das Internet. Das scheint auch uns vernünftig.
Alte Strukturen auf Neue Medien bringen es ja nun auch nicht unbedingt
und eigentlich hatte die ARD ja auch Zeit genug, ihre eigenen
Kinderseiten auf Vordermann zu bringen. dennoch fiel uns auf, dass sich
Kinder gerade für das interessieren, was nicht auf den Kinderseiten
ist, etwa Sport, Tierfilme, oder gar ein hochinteressanter Beitrag beim
Norddeutschen Rundfunk über Neandertaler, oder von der BBC über
Dinosaurier "Im Reich der Giganten". Man müsste dann auch so
langsam weg vom sturen Kindchenschema, und Sachen in dieses Netz der
Kinder stecken, mit denen sie vor ihren Eltern und Lehrern schön
angeben können. Wir denken, wenn Kindern mit ihren Eltern über das
Internet reden sollen, dann brauchen sie auch ordentlich Stoff, mit
denen sie ihre Eltern vor Neid erblassen lassen können. So ist das
ganze keine Kontrolle mehr, sondern eine reine
Informationsveranstaltung von Kind zu Erwachsenen. Könnte sogar denen
vielleicht richtig Spaß machen. Zudem macht Wissen wieder Sinn, man
kann sich damit messen lassen, und ganz nebenbei gibt es dann Wissen
und somit ja auch Werte, das scheint uns sinniger, als sich über
Markennamen, Handys oder andere Dinge oder gar Gewalt zu messen. Das
setzt allerdings voraus, dass die Kinder an die Sachen kommen, die sie
dafür brauchen und nicht mit Brot und Spielen irgendwo in
irgendwelchen Klickkarussells gefangen gehalten werden.
Dazu:
Artikel 17 der UN Kinderrechtskonvention
Die Vertragsstaaten erkennen die
wichtige Rolle der Massenmedien an und stellen sicher, dass das Kind
Zugang hat zu Informationen und Material aus einer Vielfalt nationaler
und internationaler Quellen, insbesondere derjenigen, welche die Förderung
seines sozialen, seelischen und sittlichen Wohlergehens sowie seiner körperlichen
und geistigen Gesundheit zum Ziel haben
Siehe auch:
Wenn sich Kinder eine eigene Meinung bilden
Auch der FDP war die Möglichkeit
eingeräumt, uns zu sagen, auf welche ihrer Seiten wir interessierte
Kinder so um die 12 Jahre an dieser Stelle schicken sollen. Hat
sie ganz vergessen. Hm. Dann machen wir das noch mal extra:
Die FDP findet man
logischerweise unter www.fdp.de
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