Der deutsche Bundeskanzler und die Kinder im Netz
Was wir schon immer
mal wissen wollten: Weiß eigentlich der Bundeskanzler, dass es so viele Kinder im Netz
gibt, und was denkt er über sie? Deshalb
baten wir über das Bundespresseamt den Kanzler um ein Interview mit der Blinden Kuh.
Natürlich haben die Regierungsleute eigentlich viel zu viel zu tun, als nun ausgerechnet
der kleinen Blinden Kuh ein Interview zu geben. Um so mehr freuen wir uns, dass es
trotzdem ein paar Antworten über den deutschen Bundeskanzler gegeben hat.
Das Interview wurde im Dezember 1999 über
Email geführt. Für den Kanzler Gerhard Schröder antwortete Wolfram
Wickert:
Blinde Kuh:
Wer und was ist der Bundeskanzler und was macht man
eigentlich als Bundeskanzler?
Wolfram Wickert:
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Unser Bundeskanzler heißt Gerhard
Schröder. Er wohnt mit seiner Frau,
Doris Schröder-Köpf, und ihrer kleinen Tochter in
Hannover. In der Woche arbeitet er in Berlin, so dass er seine Familie nicht so oft sieht
wie die meisten Väter. Er muss schwierige Aufgaben meistern. So passt er auf, dass die
Krankenkassen die Behandlung von Husten, Schnupfen, Grippe oder der Kinderzähne bezahlen,
Jugendliche Lehrstellen und Ausbildungsplätze erhalten, die Arbeitslosenzahlen sinken,
dass Eltern und Großeltern eine sichere Rente haben; er achtet darauf, dass die
Autobahnen repariert werden, damit die Eltern zur Arbeit und die Kinder in die Ferien
fahren können. Er achtet aber auch darauf, dass keine Kriege entstehen und wir alle in
Frieden leben können. |

Gerhard Schröder |
Blinde Kuh:
Surft auch der Bundeskanzler im Internet und schreibt Mails, bzw. antwortet auf Mails,
z.B. von Kindern? Hat er eine Homepage?
Wolfram Wickert:
Der Bundeskanzler surft manchmal im Internet, aber selten. Weil er so viel arbeiten und
zahlreiche Konferenzen und Besprechungen leiten muss, hat er aber Mitarbeiter, die für
ihn Mails beantworten.
Blinde Kuh:
Was denkt der Kanzler über das Internet und vor allem was denkt er über die Kinder im
Netz?
Wolfram Wickert:
Der Kanzler findet das Internet toll; er will, dass viele Kinder das Internet benutzen
und damit arbeiten. Deshalb findet er es gut, wenn Kinder in den Schulen schon früh
lernen, mit dem Internet umzugehen.
Blinde Kuh:
Welche Zukunft hat das Internet für die Kinder von heute und die Kinder von morgen?
Wolfram Wickert:
Das Internet hat eine große Zukunft, weil es den Kindern helfen wird, wenn sie
größer sind, einen Beruf zu finden. Surft nicht wahllos im Internet, das wird zu teuer;
Ihr solltet euch Aufgaben stellen, so dass Ihr mit der Benutzung des Internets auch lernt.
Blinde Kuh:
Nicht alles im Internet ist nun für Kinder, es gibt viel zu wenig Sachen nur für
Kinder. Was könnte man machen, damit es noch mehr gute Internet Angebote für Kinder
gibt?
Wolfram Wickert:
Kinder sollten eigene Ideen verwirklichen, um gute Angebote im Internet zu
finden. Denn sie wissen am besten, was sie am meisten interessiert. Staat und Verwaltung
sind zu schwerfällig für die Organisation von Kinderangeboten im Internet. Außerdem
sollten wir der Regierung nicht in allen Lebensbereichen zu viel Verantwortung zuschieben.
Es ist besser, das eigene Leben selbst zu organisieren und zu gestalten. Ihr fühlt euch
auch wohler, wenn Ihr die Erfolge selbst und ohne fremde Hilfe einheimst.
Blinde Kuh:
Die Grösseren wollen gern in den Schulen mehr über das Internet lernen,
z.B. richtige Internet-Projekte mit der Schulklasse zu einem Thema machen, aber so richtig
losgehen tut das irgendwie nicht mit den Schulen. Was kann man da machen?
Wolfram Wickert:
Größere Kinder, die Projekte im Internet aufbauen wollen, sollten mit
Hilfe ihrer Schule und örtlichen Firmen, etwa einer Zeitung, einem Radiosender, einem
mittelständischen Elektrobetrieb, einer Autofirma oder einem städtischen Wasserwerk etc.
sprechen. Mit diesen Firmen sollten sie gemeinsame Projekte entwickeln und dann
verwirklichen. Ihr müsst bei euch im Ort Firmen oder Unternehmer suchen, die sich
beteiligen wollen. Lasst euch etwas einfallen; dann geht die Post schon ab!
Blinde Kuh:
Internet ist vor allem teuer, besonders für Kinder, denn wenn sie im Netz
sind, kostet das ordentlich Telefongebühren. Deshalb können vor allem ärmere Kinder
nicht ins Internet. Was kann man da machen?
Wolfram Wickert:
Führt man gemeinsame Projekte mit Unternehmern durch, tragen diese auch die
anfallenden Telephonkosten mit, so dass auch ärmere Kinder im Internet surfen
können. Es hat jedoch wenig Zweck, ziel- oder wahllos im Internet zu surfen, weil sich
der oder die Surfer rasch auf hohen Kosten verzetteln können ohne auch noch etwas zu
lernen.
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Blinde Kuh:
Vielen Dank für das Interview und viele Grüße nach
Berlin.
Hier sei noch erwähnt, dass der Bundeskanzler natürlich
ein paar Webseiten abbekommen hat, denn für die Bundesregierung und alle
bundesstaatlichen Einrichtungen werden selbstverständlich auch Webseiten gebastelt:
Bundeskanzler Gerhard Schröder
http://www.bundeskanzler.de/
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