Wo
eigentlich surfen die Kinder nun wirklich ?
Die Position der Blinden Kuh im Internet
Ausdrücke
wie "Kids-Portale"
und "Kinderseiten"
gehören zum Alltag des Internets im deutschsprachigen Raum. Das Thema
"Jugendschutz"
und "Medienkompetenz"
schwirrt zudem irgendwie amöbenhaft um das Phänomen herum und Massen an
Kindern surfen mehr oder weniger wild im Internet umher. Laut ist das
Gerede bezüglich "Sicherheit".
Auf einigen Seiten
gibt es dann Tipps für Eltern und Lehrer. Aber diese Texte stammen
noch aus der Zeit vor dem Start der eigenen Kinderseite, also basieren
kaum auf eigenen Erfahrungen und lesen sich wie ein kleines 1x1 des
sicheren Surfens. Sowas macht man halt dazu. Oft ist es aber nur
Pippifax und meist Unsinn. Nicht selten wird einfach von anderen
Kinderseiten abgeschrieben. Mal ganz zu schweigen davon, dass dann
diese Sicherheitstipps auf den eigenen Seiten wieder umgangen werden,
um ordentlich PIs zu generieren. Manchmal macht es allerdings auch
Sinn, denn wirklich abgesicherte Seiten, werden von den Kindern ungern
benutzt und sind langweilig. Eine Welt ohne Gefahren ist auch eine
Welt ohne eigene Erfahrungen.
Welches
Problem wird da gesehen?
Die
Kinder surfen im Internet und geraten auf Seiten, die jenseits des
Kinder- und Jugendschutzes sind, und somit surft auch die Gefahr der
Jugendgefährdung ständig bei jedem Mausklick mit. Aber das ist nicht
alles. Weit größer und unüberschaubarer ist die sogenannte Jugendbeeinträchtigung und
natürlich das Problem, dass ein Großteil der Seiten im Internet eh
schon mit der Absicht aufgestellt werden, Erwachsene zu täuschen. Von
moralischen oder politischen Dingen brauchen wir dann gar nicht mehr erst zu
reden.
Dies
ist z.B. der Bereich PornSpam.
Massen an Domains werden bei den großen Suchmaschinen täglich angemeldet, um
ein breites Angebot im Netz aufzustellen, dessen einziges Ziel es ist,
unerfahrenen Suchmaschinen-Nutzern eigentlich nur z.B.
0190-Nummern anzudrehen. Die Folge, man hat eine ziemlich teure
Telefonrechnung für Bildmaterial, das meist eh auch umsonst zu haben
wäre. In die gleiche Kerbe hauen Anbieter sogenannter Klingelton-Seiten.
Schon an den stümperhaft gemalten Handy-Logos dort erkennt man deren Motiv.
Dabei kann sich jeder kostenlos Software aus dem Internet laden und
Klingeltöne und -logos
selbst malen,
dazu braucht man eben keine solchen Angebote. Oft handelt es sich um die
selben Anbieter der PornSpamseiten und auch um die selben
Optimierungsmethoden. Die eigentliche dialer-Software ist schnell umgebaut. Hier werden auch Sachen benutzt, die für Kinder interessant
sind, etwa "No Angels" oder "Britney Spears"
aber eben auch allgemeiner SchnickSchnack für Handys. Handys gehören zum Alltag
der Kids. Erwachsene interessieren sich nicht für diese schrottigen
Handy-Seiten, sondern für sinnvolle Angebote, von denen sie auch
etwas haben. Die Kinder aber können das nicht unterscheiden. Und,
diese Anbieter werben auch in Zeitschriften für Teens wie etwa in der
Bravo, so wie die Anbieter der PornSpam-Seiten im Fernsehen werben.
In
den großen deutschen Suchmaschinen werden bei einer echten
Spam-Abwehr bis zu 90% der tagtäglichen Anmeldungen gar nicht erst im
Index der Suchmaschine aufgenommen. Bei Suchmaschinen wie Fast (AllTheWeb)
und Google wird der PornSpam einfach nur nach unten gedrückt, kommt
also problemlos durch, so dass
er nur dann als Suchergebnis auftauchen soll, wenn gezielt danach gesucht
wird. Das klappt natürlich nicht immer z.B. Fingerspiele (wonach
eigentlich Kinder nicht suchen, sondern eher Kindergärtnerinnen) aber als Jugendschutz
verkauft wird.
Das
Problem verschärft sich, wenn sogenannte Medienkompetenzen zwar von
solchen Dingen reden, aber in ihrer Naivität und Unkenntnis
ausgerechnet in Schulen, ja selbst Grundschulen, Suchmaschinen dieser
Art als Bereicherung für den Unterricht vorschlagen, teils sogar noch
mit staatlichen Symbolen und erheblichen Fördermitteln.
Es
gibt also einen Roten
Bereich,
der eigentlich vor Kinder verschlossen sein sollte. Aaber irgendwie
gelingt das wohl nicht so ganz. Auch werbewirksam
in Szene gesetzte Filtersoftware ist ebenso wenig wie die
professionelle Spam-Abwehr einer großen Suchmaschine, in der Lage,
diesen Roten Bereich 100% zu blocken. Natürlich machen kleine händische
Tests mit ein paar Urls, die einem so einfallen, ganz optimistisch. Würde man allerdings versuchen, die
100tausenden Webadressen, die schon die Suchmaschinen täglich
abwehren durch die Filtersoftware zu schießen, kommt man schnell zu
einem traurigen Ergebnis. Das hat viele Gründe, vor allem aber den,
dass PornSpam (der eh keine echten Erotikangebote enthält, sondern
nur Fakes, im
Gegensatz etwa zu Beate Uhse) höchst-optimiert
wurde, um eben von der Spam-Protection der Suchmaschinen nicht gleich
sofort erkannt zu werden. Ein Anbieter kann hunderttausende neue
Adressen über Nacht automatisch gesteuert in einer Suchmaschine
anmelden. Oft bleibt nichts anderes übrig, als diese Adressen
nachträglich per Hand wieder aus den Suchmaschinen zu entfernen, weil
sie unerkannt durch gekommen sind. Diese Erfahrung stützt sich auf
die berufliche Arbeit von Stefan Müller, der bei AltaVista und bis
Ende 2001 bei Infoseek Deutschland (ehemalige Suchmaschine von
T-Online) als Technischer Manager die Spam-Protection aufbaute und
verwaltete.
Die
Alternative - Positive Internetwelten für Kinder
Es
ist eigentlich nicht eine Alternative, denn das gab es ja schon vor den
PornSpam und anderen dubiosen Seiten im Internet. Aber es ist klar,
gibt es keine gezielten Angebote für Kinder, so müssen diese ständig
auf ein Netz ausweichen, das nicht mehr für Kinder gedacht ist. Und
dazu nutzen sie eben die großen Suchmaschinen. Doch die sind eben nicht
für Kinder, Alternativen mussten her. Fast
alle Betreiber der großen deutschen Suchmaschinen hatten diesen Weg
vorgezogen, statt auf die Filtertechnologie zu vertrauen, wie in den
USA üblich. Es wurden sogar spezielle
Suchmaschinen für Kinder dann von diesen Anbietern aufgestellt.
Doch,
Kinder interessieren sich nun mal nicht nur für Kinderkram. So süß und
liebevoll gemacht all diese Kinderseiten auch sind, aber sie reichen
einfach nicht aus. Punkt. Genau das nervt die Kinder. Deutlich ist das
bei Themen wie Stars, Sport aber auch populärwissenschaftliche
Themen, ja, es geht schon los, wenn eine Schulseite interessant sein
soll, die die Gymnasialklassen erstellt haben.
Begreift
man die Kids-Portale und Kinderseiten als Grünen
Bereich,
so gibt es zwischen dem Roten und Grünen Bereich ein riesiges
Graues Feld, das direkt oder indirekt beide gewollt oder eher
ungewollt verbindet. Schon mit
dem ersten Klick aus dem Grünen
in den Grauen Bereich, kann der zweite direkt in den Roten
Bereich
führen.
Es
ist ein reichlicher Aufwand, diesen Grauen Bereich für die Kinder
begehbar zu machen und weitgehend zu sichern. Es gibt aber auch
Anbieter, die dann extra für Kinder spezielle Seiten aus ihrem Dienst
aufbauen und kommen so diesen Bemühungen entgegen. Andere stellen
ihre Datenbanken zur Verfügung, die wiederum aber gar nicht
eingebunden werden. Doch klar ist, es ist undenkbar, dass alle
Anbieter extra Kinderseiten zu ihren eigentlichen Seiten machen
werden. Sie gehen strikt davon aus, dass keine Kinder auf ihren Seiten
sind.
Jetzt
kommen Angebote wie die Blinde Kuh ins Spiel.
Ein
völliges Missverständnis ist es, die Blinde Kuh, oder ähnliche
Angebote, als einen Surf-Kindergarten zu verstehen. Denn nur
ein Viertel bei der Blinden Kuh ist im Grünen
Bereich
(auch dieser Bereich ist nicht unbedingt sauber),
das meiste hingegen in dem genannten Grauen Bereich.
Die
Aufgabe der Blinden Kuh besteht gar nicht nur darin, möglichst viele,
aber immer noch interessante solcher Kinderseiten auffindbar zu
machen, weil sonst die Kinder, aber auch die begleitenden Erwachsenen,
nicht wissen, was es alles für Kinder im Internet gibt, sondern
darin, diesen Grauen Bereich aufzudecken und für die Kinder
transparent zu machen. Denn die
Blinde Kuh muss mehr sein, als eine kleine "zeitlose"
Ansammlung von niedlichen Linkstipps für Kleinstkinder, die eh noch
gar nicht lesen können.
Die
Anforderung der Kinder ist enorm hoch. Es ist nicht mehr so, dass man
sie mit ein paar Pseudo-Infos über das Internet abspeisen kann und
ein paar kleine Links zum Weitersurfen ausreichen. Sie
sind eben
vollwertige Nutzer des Internets, mit einem kleinen Unterschied: Es sind Kinder.
D.h. sie wissen, dass es im Internet Stars, Sport, Wissen, Spiele und
alles Mögliche gibt. Eine Suchmaschine für Kinder, die das nicht in
ihrem Suchraum hat, wird von den Kindern einfach nur laut
ausgepunktet. Dies kann man auf der Meinungen-Seite der Blinden Kuh
bewundern. Klar, auch die Blinde Kuh rennt diesen Anforderungen
permanent hinterher. Und dazu kommt ja noch, dass Seiten aus dem
Internet verschwinden und damit für die Kinder meist ganze Themen. Aber die Alternative zur Blinden Kuh und ähnlichen
Angeboten, heißt für die Kinder "Google" und
"Fast", und denen ist der deutsche Jugendschutz egal. Wie gesagt, sie werden
ja noch leichtfertig mit pädagogischen Rahmen auf diese Suchräume
aufmerksam gemacht, ja regelrecht dahin gedrängelt, so als wäre es
total cool, als 12-Jährige Google zu nutzen. Denn das steht dann
auch da auf den Lehrer-Seiten, die Blinde Kuh findet ja nicht alles.
Ja, soll sie ja auch nicht, und um all das zu finden, was Kinder
suchen könnten, muss man eben hart arbeiten.
Also
muss der Suchraum einer Blinden Kuh so interessant werden, dass eine
Google-Maschine nicht notwendig für die Kinder wird. Je mehr sie das
schafft, desto mehr kommen wir dahin, überhaupt über
"Sicherheit für Kinder" im Internet reden zu dürfen. Alles
andere ist Spielkram. Und das ist der
enorme redaktionelle aber auch technische Aufwand, der hinter einer
solchen Suchmaschine wie die Blinde Kuh steckt. Die wird von
Pädagogen, Medien und Interneterklärern aber immer noch immer wieder
unmittelbar und unserer
Meinung nach sträflich fahrlässig in Konkurrenz zu Google gestellt.
Eine kleine Suchmaschine für Kinder gegen eine Milliarden Urls
Maschine hinter der eben so viele Euros wie Urls stecken. Es müssen Rezepte, Fußballmannschaften, Stars genauso
schnell gefunden werden, wie Märchen, Malvorlagen und Spiele oder
Mitmachsachen, Bastelvorlagen und Schulthemen, aber eben auch
raffinierteste wissenschaftliche Informationen, ja jeder einzelne
Knochen vorhandener Dinosaurier, der irgendwo im Internet auf einer
Museumsseite ist. Das alles muss so optimiert werden, dass die eh
schon gewöhnungsbedürftigen Schreib- und Denkweisen der Kinder auch
zu deren gewünschten Erfolg führt, und am Ende nicht nur Unsinn aus
der Suchmaschine kommt. Schafft die Blinde Kuh diese Aufgabe besser
als Google, was keineswegs so einfach klingt, dann haben wir gewonnen,
dann steht die Alternative Positivwelt für die Kinder im Netz. Sich
nur um die eigenen Seiten zu scheren, ist schlichtweg halbe Arbeit,
denn das Internet ist immer größer als jede dieser einzelnen
Kinderseiten. Diese Aufgabe geht tiefer als die Kinderseite, sie ist
die Infrastruktur im netz der Kinder.
Und,
um endlich zum Schluss zu kommen, jede dieser gefundenen Seiten kann
zwar auch im Grauen Bereich sein, darf aber möglichst im
zweiten Klick nicht schon in den Roten
Bereich
führen. Sammeln ist ja eine Seite, aber die Wartungsgarantie die
andere.
Hier
ist es also nicht nur die gezielte Auswahl und die Neuzugänge an Urls für
die Suchmaschine von Belang, sondern der gewaltige Wartungsaufwand. Jede Seite,
insbesondere aus dem Grauen Bereich, also eine Schulhomepage auf einem
Free-Webserver, kann in 5 Minuten schon eine AmateurPorn-Seite sein.
Und das passiert dann auch. Alle Seiten, die in der Blinden Kuh
aufzufinden sind, das sind um die 3000 Stück, müssten im optimalen
Falle, innerhalb dieser 5 Minuten gegengesichtet werden, um
verdächtige Seiten sofort aufzuspüren und aus dem Suchraum der
Blinden Kuh dann zu verbannen, noch bevor die Kinder sie finden.
Das
geht natürlich nicht mehr redaktionell. Mit speziellen für diese
Anforderung entwickelten Programmen, werden
alle Adressen im Suchraum der Blinden Kuh gegengeprüft. Und dies nach
allem Möglichen, z.B. nach Einträgen in den Gästebüchern, nach
unmoderierten Foren, nach Werbebannern und externen Links usw. In Abständen von wenigen
Sekunden, wird Url für Url im Index der Blinden Kuh automatisch
gegengecheckt und die gefundenen eigenartigen Sachen gemeldet, so dass der
Aufwand in der Redaktion sinkt. Denn viele Seiten sind ja okay und in
vielen Seiten stehen Wörter, die zwar auch die PornSpam-Industrie
verwendet, aber in diesem Fall in einem anderen Kontext stehen, so
dass eine automatische Löschung dann nur Schaden anrichtet. Man kann
ja nicht staatliche Seiten der Jugendbehörden blocken, nur weil ein
Kind dort im unmoderierten Gästebuch fragt, was denn CyberSex sei, in
dem dortigen Chat wollen das immer so viele machen.
Im
Fahrwasser der Blinden Kuh hat sich so manches frei aus dem Netz
kostenlos beziehbares Suchprogramm mit paar 100 Urls im Index als
Kindersuchmaschine groß an den Start gesetzt und versucht über
Webdesign in Konkurrenz zur Blinden Kuh zu treten. Aber man sieht
deutlich, dass die hier genannte Arbeit gar nicht gemacht wird. Meist
fehlt das technische und auch das redaktionelle KnowHow. Webseiten
bauen kann eben jeder. Schnell, also nach 3 Monaten, sind 25% der Urls
in einer solchen Suchmaschine wie die Blinde Kuh schon als gefährliche Adressen
einzustufen, vorausgesetzt, es gab überhaupt eine gewissenhafte
Auswahl im Vorfeld. Webmaster-Tipps, Frauen-Problemchen,
Reiseveranstalter, Hotels und Hobby-Männer-Seiten gehören oft zu den
Suchergebnissen solcher lieblosen Maschinen, während richtig coole
Seiten für Kinder meist nicht über Pokemon, Lego, Disney und Toggo
hinausgehen, eben alles was sich da auch anmeldet. Anders als bei der
Blinden Kuh, die ja mit aller Kraft versucht, Anmeldungen von Urls
durch Dritte zu filtern. Beim Suchwort Tiere klckern kommen bei den
meisten dieser Suchmaschinen nur ein paar Treffer heraus, die aber
auch nicht so berauschend sind. Oft wird auch einfach nur
abgeschrieben und nachgemacht, was die Blinde Kuh hat. Redaktionell
ist die Wartung des Suchraumes, selbst mit nur 1000 Adressen auch mit
10 Leuten gar nicht zu leisten. Wäre ja ein ziemlich blöder und
langweiliger Job und da ist dann schon eine etwas professionellere
Softwareentwicklung und mind. ein etwas größerer Rechner gefragt, um
diese Aufgabe auch nur im Ansatz zu leisten. Flash reicht da nicht aus ;o) Aber auch die vielen kleinen Linklisten
sogar von Schulen oder staatlichen Stellen beherbergen diese
Problematik (sogar die auf unseren alten Seiten, die irgendwann vor
4-5 Jahren entstanden). Meist wird aber schon irgendwas aufgenommen. Hauptsache,
das sieht auf
der Seite auch optisch ganz gut aus und alle glauben, man kennt ein
paar coole Links und das Internet natürlich. Was aber offensichtlich
nicht der Fall ist.
Eine
solche Suchmaschine wie die Blinde Kuh muss soviel wie möglich eben
auch diesen Grauen Bereich beherrschen und sichern können,
damit die armen Gören sich in den auf Kiddies getrimmten Portalen nicht
zu Tode langweilen und vor allem, damit sie nicht auf Google und co.
ausweichen müssen und somit relativ schnell in einem Internet-Bereich
geraten, der aus mind. 75% aus Pornspam-Seiten besteht, die schon
erfolgreich Erwachsene täuschen können. Dass sie auch so Urls aus
dem Pornbereich auf den Schulhof aufschnappen, ist ja klar, aber das
hat nichts mehr mit den Angeboten zu tun, die für sie aufgebaut
wurden. Problem sind dabei auch nicht die PornUrls, sondern eher die
Urls für Chats. Und ein weiteres Problem ist, nicht zu merken, dass
man bereits im Roten Bereich herumsurft.
Genau
das ist der Grund, warum es eigentlich keine echte Konkurrenz zur
Blinden Kuh in Deutschland gibt. Niemand will das Geld bezahlen, das
eine solche Redaktion und Softwareentwicklung im Monat allein an
Gehalt verschlingt. Hier sind auch all die nicht mehr zu finden, die
sich draußen in Szene setzen. Das alles ist nämlich Arbeit,
die sich offenbar in diesem Land nicht lohnt und daher auch nicht bezahlt wird.
Ganz im Gegenteil, die Anfragen bei der Blinden Kuh, all das umsonst
in seinem kommerziellen KidsPortal einbauen zu können, häufen sich. Nur ganz wenige Verlage begeben sich über ihre Produkterziehung
hinaus auf dieses Feld, so wenige, dass man sie an einer Hand
abzählen kann. Doch meist auch die mit stark reduzierten Redaktionen
und outgesourcte Technik.
Alles
andere ist eben billiger. Und solange der Schein ausreicht, und
Halbwissen sogar mit Preisen ausgezeichnet wird, ist doch alles in
Ordnung.
Aber,
am Rande ist nun die Theorie des Grauen Bereiches eingeführt worden,
und ungefähr die Position der Blinden Kuh im Internet. Das ist ein
Bereich, der meist in dem Gerede um Medienkompetenz gar nicht mehr
vorkommt, der auch in den vielen Studien nicht auftaucht. Das macht die Sache natürlich einfach. Wir aber glauben,
hier muss man etwas machen und hier ist etwas machbar. Allerdings nur
eine Million für Webdesign mit albernen Flash-Bomben ausgeben, macht keine
tollen Seiten. Sondern
man muss arbeiten, und auch wollen, dass diese Arbeit sinnvoll gemacht
wird. Und genau dafür soll die Blinde Kuh ein Zeichen sein, und ist
sie auch ein Zeichen auch wenn selbst große Unternehmen wie Grunar+Jahr, Axel Springer Verlag und T-Online
in einem JointVenture ihre Suchmaschinen
a la Blinde Kuh aus wirtschaftlichen Gründen aufgaben, die aber nicht
an diesen Suchmaschinen selbst lagen.
Wir
sind natürlich fassungslos, wenn wir sehen, dass Firmen Leute
bezahlen, oder staatliche Stellen Gelder für Agenturen ausgeben, die
weiterhin soviel Unsinn im Netz der Kinder anrichten und von all dem,
was wir hier zu erklären versuchen noch nicht einmal ahnen, wovon die
Rede ist. Von all diesem Geld hätten wir mehrere Blinde Kühe bauen
können und auch mehrere Leute hätten einen anständigen Job gehabt,
die nun das alles immer noch ehrenamtlich machen.
Weiterhin gibt es
unmoderierte Foren und fragwürdige Empfehlungen, selbst bei
preisgekrönten Kinderseiten. Nicht einmal dieser winzige Grüne
Bereich
ist das, was man einigermaßen ein sicheres Internet für Kindern
nennen könnte.
Auch
wir können diese Sicherheit einfach nicht leisten, selbst wenn wir
uns noch so bemühen, alles einsetzen, was an KnowHow und Arbeitskraft zu
haben ist, alle Foren bei uns täglich moderieren, also erst
gegenlesen und dann veröffentlichen, permanent die Urls in der
Suchmaschine kontrollieren. Denn bei einer Suchmaschine potenziert
sich ja die Schlampigkeit und Unwissenheit allein schon aus dem, was
sich zum Grünen Bereich zählen möchte. Immernoch steht diese
Alternativwelt nicht auf sicheren Beinen. Mit einem gewaltigen
Content-Angebot versuchen wir auch gegen die Inhaltslosigkeit zu steuern. Und damit die Kinder
nicht auf den Kinderseiten unnötig Gewinnspielen gekoppelt an Produkterziehung ausgesetzt werden, bekommen sie all diese einfachen
Spiele auch hier umsonst. Jeden Tag werden ihre Beiträge auf den
Kommunikationsebenen gegengelesen, teils untermalt und ergänzt und
dann veröffentlicht. Und das sind einige 100 am Tag.
Als Dank dafür
klauen selbst Firmen und Verlage den für die Kinder gedachten Inhalte
und die Spiele. Sie kopieren Konzepte übernehmen unsere
Online-Experimente und geben sie sogar als ihre aus. Also, gut finden
sie das ja alles. Bisher allerdings gab es nur ganz wenige
Unternehmen, die tatsächlich versuchten, diese Idee mit ihren Mitteln
zu unterstützen. Die Position der Blinden Kuh ist hoch geschätzt,
ebenso massig sind dann die Anfragen, irgendwie gut verlinkt zu
werden, irgendwie mitgezogen zu werden.
Aber
wie gesagt, all das reicht eben einfach nicht. All das, muss man eigentlich
professionell machen und nicht unbedingt in der Freizeit neben dem
eigentlichen Beruf. |