Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
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Wo eigentlich surfen die Kinder nun wirklich ?
Die Position der Blinden Kuh im Internet

Ausdrücke wie "Kids-Portale" und "Kinderseiten" gehören zum Alltag des Internets im deutschsprachigen Raum. Das Thema "Jugendschutz" und "Medienkompetenz" schwirrt zudem irgendwie amöbenhaft um das Phänomen herum und Massen an Kindern surfen mehr oder weniger wild im Internet umher. Laut ist das Gerede bezüglich "Sicherheit".

Auf einigen Seiten gibt es dann Tipps für Eltern und Lehrer. Aber diese Texte stammen noch aus der Zeit vor dem Start der eigenen Kinderseite, also basieren kaum auf eigenen Erfahrungen und lesen sich wie ein kleines 1x1 des sicheren Surfens. Sowas macht man halt dazu. Oft ist es aber nur Pippifax und meist Unsinn. Nicht selten wird einfach von anderen Kinderseiten abgeschrieben. Mal ganz zu schweigen davon, dass dann diese Sicherheitstipps auf den eigenen Seiten wieder umgangen werden, um ordentlich PIs zu generieren. Manchmal macht es allerdings auch Sinn, denn wirklich abgesicherte Seiten, werden von den Kindern ungern benutzt und sind langweilig. Eine Welt ohne Gefahren ist auch eine Welt ohne eigene Erfahrungen.

Welches Problem wird da gesehen?

Die Kinder surfen im Internet und geraten auf Seiten, die jenseits des Kinder- und Jugendschutzes sind, und somit surft auch die Gefahr der Jugendgefährdung ständig bei  jedem Mausklick mit. Aber das ist nicht alles. Weit größer und unüberschaubarer ist die sogenannte Jugendbeeinträchtigung und natürlich das Problem, dass ein Großteil der Seiten im Internet eh schon mit der Absicht aufgestellt werden, Erwachsene zu täuschen. Von moralischen oder politischen Dingen brauchen wir dann gar nicht mehr erst zu reden.

Dies ist z.B. der Bereich PornSpam. Massen an Domains werden bei den großen Suchmaschinen täglich angemeldet, um ein breites Angebot im Netz aufzustellen, dessen einziges Ziel es ist, unerfahrenen Suchmaschinen-Nutzern eigentlich nur z.B. 0190-Nummern anzudrehen. Die Folge, man hat eine ziemlich teure Telefonrechnung für Bildmaterial, das meist eh auch umsonst zu haben wäre. In die gleiche Kerbe hauen Anbieter sogenannter Klingelton-Seiten. Schon an den stümperhaft gemalten Handy-Logos dort erkennt man deren Motiv. Dabei kann sich jeder kostenlos Software aus dem Internet laden und Klingeltöne und -logos selbst malen, dazu braucht man eben keine solchen Angebote. Oft handelt es sich um die selben Anbieter der PornSpamseiten und auch um die selben Optimierungsmethoden. Die eigentliche dialer-Software ist schnell umgebaut. Hier werden auch Sachen benutzt, die für Kinder interessant sind, etwa "No Angels" oder "Britney Spears" aber eben auch allgemeiner SchnickSchnack für Handys. Handys gehören zum Alltag der Kids. Erwachsene interessieren sich nicht für diese  schrottigen Handy-Seiten, sondern für sinnvolle Angebote, von denen sie auch etwas haben. Die Kinder aber können das nicht unterscheiden. Und, diese Anbieter werben auch in Zeitschriften für Teens wie etwa in der Bravo, so wie die Anbieter der PornSpam-Seiten im Fernsehen werben.

In den großen deutschen Suchmaschinen werden bei einer echten Spam-Abwehr bis zu 90% der tagtäglichen Anmeldungen gar nicht erst im Index der Suchmaschine aufgenommen. Bei Suchmaschinen wie Fast (AllTheWeb) und Google wird der PornSpam einfach nur nach unten gedrückt, kommt also problemlos durch, so dass er nur dann als Suchergebnis auftauchen soll, wenn gezielt danach gesucht wird. Das klappt natürlich nicht immer z.B. Fingerspiele (wonach eigentlich Kinder nicht suchen, sondern eher Kindergärtnerinnen) aber als Jugendschutz verkauft wird.

Das Problem verschärft sich, wenn sogenannte Medienkompetenzen zwar von solchen Dingen reden, aber in ihrer Naivität und Unkenntnis ausgerechnet in Schulen, ja selbst Grundschulen, Suchmaschinen dieser Art als Bereicherung für den Unterricht vorschlagen, teils sogar noch mit staatlichen Symbolen und erheblichen Fördermitteln.

Es gibt also einen Roten Bereich, der eigentlich vor Kinder verschlossen sein sollte. Aaber irgendwie gelingt das wohl nicht so ganz. Auch werbewirksam in Szene gesetzte Filtersoftware ist ebenso wenig wie die professionelle Spam-Abwehr einer großen Suchmaschine, in der Lage, diesen Roten Bereich 100% zu blocken. Natürlich machen kleine händische Tests mit ein paar Urls, die einem so einfallen, ganz optimistisch. Würde man allerdings versuchen, die 100tausenden Webadressen, die schon die Suchmaschinen täglich abwehren durch die Filtersoftware zu schießen, kommt man schnell zu einem traurigen Ergebnis. Das hat viele Gründe, vor allem aber den, dass PornSpam (der eh keine echten Erotikangebote enthält, sondern nur Fakes, im Gegensatz etwa zu Beate Uhse) höchst-optimiert wurde, um eben von der Spam-Protection der Suchmaschinen nicht gleich sofort erkannt zu werden. Ein Anbieter kann hunderttausende neue Adressen über Nacht automatisch gesteuert in einer Suchmaschine anmelden. Oft bleibt nichts anderes übrig, als diese Adressen nachträglich per Hand wieder aus den Suchmaschinen zu entfernen, weil sie unerkannt durch gekommen sind. Diese Erfahrung stützt sich auf die berufliche Arbeit von Stefan Müller, der bei AltaVista und bis Ende 2001 bei Infoseek Deutschland (ehemalige Suchmaschine von T-Online) als Technischer Manager die Spam-Protection aufbaute und verwaltete.

Die Alternative - Positive Internetwelten für Kinder

Es ist eigentlich nicht eine Alternative, denn das gab es ja schon vor den PornSpam und anderen dubiosen Seiten im Internet. Aber es ist klar, gibt es keine gezielten Angebote für Kinder, so müssen diese ständig auf ein Netz ausweichen, das nicht mehr für Kinder gedacht ist. Und dazu nutzen sie eben die großen Suchmaschinen. Doch die sind eben nicht für Kinder, Alternativen mussten her. Fast alle Betreiber der großen deutschen Suchmaschinen hatten diesen Weg vorgezogen, statt auf die Filtertechnologie zu vertrauen, wie in den USA üblich. Es wurden sogar spezielle Suchmaschinen für Kinder dann von diesen Anbietern aufgestellt.

Doch, Kinder interessieren sich nun mal nicht nur für Kinderkram. So süß und liebevoll gemacht all diese Kinderseiten auch sind, aber sie reichen einfach nicht aus. Punkt. Genau das nervt die Kinder. Deutlich ist das bei Themen wie Stars, Sport aber auch populärwissenschaftliche Themen, ja, es geht schon los, wenn eine Schulseite interessant sein soll, die die Gymnasialklassen erstellt haben.

Begreift man die Kids-Portale und Kinderseiten als Grünen Bereich, so gibt es zwischen dem Roten und Grünen Bereich ein riesiges Graues Feld, das direkt oder indirekt beide gewollt oder eher ungewollt verbindet. Schon mit dem ersten Klick aus dem Grünen in den Grauen Bereich, kann der zweite direkt in den Roten Bereich führen.

Es ist ein reichlicher Aufwand, diesen Grauen Bereich für die Kinder begehbar zu machen und weitgehend zu sichern. Es gibt aber auch Anbieter, die dann extra für Kinder spezielle Seiten aus ihrem Dienst aufbauen und kommen so diesen Bemühungen entgegen. Andere stellen ihre Datenbanken zur Verfügung, die wiederum aber gar nicht eingebunden werden. Doch klar ist, es ist undenkbar, dass alle Anbieter extra Kinderseiten zu ihren eigentlichen Seiten machen werden. Sie gehen strikt davon aus, dass keine Kinder auf ihren Seiten sind.

Jetzt kommen Angebote wie die Blinde Kuh ins Spiel.

Ein völliges Missverständnis ist es, die Blinde Kuh, oder ähnliche Angebote, als einen Surf-Kindergarten zu verstehen. Denn nur ein Viertel bei der Blinden Kuh ist im Grünen Bereich (auch dieser Bereich ist nicht unbedingt sauber), das meiste hingegen in dem genannten Grauen Bereich.

Die Aufgabe der Blinden Kuh besteht gar nicht nur darin, möglichst viele, aber immer noch interessante solcher Kinderseiten auffindbar zu machen, weil sonst die Kinder, aber auch die begleitenden Erwachsenen, nicht wissen, was es alles für Kinder im Internet gibt, sondern darin, diesen Grauen Bereich aufzudecken und für die Kinder transparent zu machen. Denn die Blinde Kuh muss mehr sein, als eine kleine "zeitlose" Ansammlung von niedlichen Linkstipps für Kleinstkinder, die eh noch gar nicht lesen können.

Die Anforderung der Kinder ist enorm hoch. Es ist nicht mehr so, dass man sie mit ein paar Pseudo-Infos über das Internet abspeisen kann und ein paar kleine Links zum Weitersurfen ausreichen. Sie sind eben vollwertige Nutzer des Internets, mit einem kleinen Unterschied: Es sind Kinder. D.h. sie wissen, dass es im Internet Stars, Sport, Wissen, Spiele und alles Mögliche gibt. Eine Suchmaschine für Kinder, die das nicht in ihrem Suchraum hat, wird von den Kindern einfach nur laut ausgepunktet. Dies kann man auf der Meinungen-Seite der Blinden Kuh bewundern. Klar, auch die Blinde Kuh rennt diesen Anforderungen permanent hinterher. Und dazu kommt ja noch, dass Seiten aus dem Internet verschwinden und damit für die Kinder meist ganze Themen. Aber die Alternative zur Blinden Kuh und ähnlichen Angeboten, heißt für die Kinder "Google" und "Fast", und denen ist der deutsche Jugendschutz egal. Wie gesagt, sie werden ja noch leichtfertig mit pädagogischen Rahmen auf diese Suchräume aufmerksam gemacht, ja regelrecht dahin gedrängelt, so als wäre es total cool, als 12-Jährige Google zu nutzen. Denn das steht dann auch da auf den Lehrer-Seiten, die Blinde Kuh findet ja nicht alles. Ja, soll sie ja auch nicht, und um all das zu finden, was Kinder suchen könnten, muss man eben hart arbeiten.

Also muss der Suchraum einer Blinden Kuh so interessant werden, dass eine Google-Maschine nicht notwendig für die Kinder wird. Je mehr sie das schafft, desto mehr kommen wir dahin, überhaupt über "Sicherheit für Kinder" im Internet reden zu dürfen. Alles andere ist Spielkram. Und das ist der enorme redaktionelle aber auch technische Aufwand, der hinter einer solchen Suchmaschine wie die Blinde Kuh steckt. Die wird von Pädagogen, Medien und Interneterklärern aber immer noch immer wieder unmittelbar und unserer Meinung nach sträflich fahrlässig in Konkurrenz zu Google gestellt. Eine kleine Suchmaschine für Kinder gegen eine Milliarden Urls Maschine hinter der eben so viele Euros wie Urls stecken. Es müssen Rezepte, Fußballmannschaften, Stars genauso schnell gefunden werden, wie Märchen, Malvorlagen und Spiele oder Mitmachsachen, Bastelvorlagen und Schulthemen, aber eben auch raffinierteste wissenschaftliche Informationen, ja jeder einzelne Knochen vorhandener Dinosaurier, der irgendwo im Internet auf einer Museumsseite ist. Das alles muss so optimiert werden, dass die eh schon gewöhnungsbedürftigen Schreib- und Denkweisen der Kinder auch zu deren gewünschten Erfolg führt, und am Ende nicht nur Unsinn aus der Suchmaschine kommt. Schafft die Blinde Kuh diese Aufgabe besser als Google, was keineswegs so einfach klingt, dann haben wir gewonnen, dann steht die Alternative Positivwelt für die Kinder im Netz. Sich nur um die eigenen Seiten zu scheren, ist schlichtweg halbe Arbeit, denn das Internet ist immer größer als jede dieser einzelnen Kinderseiten. Diese Aufgabe geht tiefer als die Kinderseite, sie ist die Infrastruktur im netz der Kinder.

Und, um endlich zum Schluss zu kommen, jede dieser gefundenen Seiten kann zwar auch im Grauen Bereich sein, darf aber möglichst im zweiten Klick nicht schon in den Roten Bereich führen. Sammeln ist ja eine Seite, aber die Wartungsgarantie die andere.

Hier ist es also nicht nur die gezielte Auswahl und die Neuzugänge an Urls für die Suchmaschine von Belang, sondern der gewaltige Wartungsaufwand. Jede Seite, insbesondere aus dem Grauen Bereich, also eine Schulhomepage auf einem Free-Webserver, kann in 5 Minuten schon eine AmateurPorn-Seite sein. Und das passiert dann auch. Alle Seiten, die in der Blinden Kuh aufzufinden sind, das sind um die 3000 Stück, müssten im optimalen Falle, innerhalb dieser 5 Minuten gegengesichtet werden, um verdächtige Seiten sofort aufzuspüren und aus dem Suchraum der Blinden Kuh dann zu verbannen, noch bevor die Kinder sie finden.

Das geht natürlich nicht mehr redaktionell. Mit speziellen für diese Anforderung entwickelten Programmen, werden alle Adressen im Suchraum der Blinden Kuh gegengeprüft. Und dies nach allem Möglichen, z.B. nach Einträgen in den Gästebüchern, nach unmoderierten Foren, nach Werbebannern und externen Links usw. In Abständen von wenigen Sekunden, wird Url für Url im Index der Blinden Kuh automatisch gegengecheckt und die gefundenen eigenartigen Sachen gemeldet, so dass der Aufwand in der Redaktion sinkt. Denn viele Seiten sind ja okay und in vielen Seiten stehen Wörter, die zwar auch die PornSpam-Industrie verwendet, aber in diesem Fall in einem anderen Kontext stehen, so dass eine automatische Löschung dann nur Schaden anrichtet. Man kann ja nicht staatliche Seiten der Jugendbehörden blocken, nur weil ein Kind dort im unmoderierten Gästebuch fragt, was denn CyberSex sei, in dem dortigen Chat wollen das immer so viele machen.

Im Fahrwasser der Blinden Kuh hat sich so manches frei aus dem Netz kostenlos beziehbares Suchprogramm mit paar 100 Urls im Index als Kindersuchmaschine groß an den Start gesetzt und versucht über Webdesign in Konkurrenz zur Blinden Kuh zu treten. Aber man sieht deutlich, dass die hier genannte Arbeit gar nicht gemacht wird. Meist fehlt das technische und auch das redaktionelle KnowHow. Webseiten bauen kann eben jeder. Schnell, also nach 3 Monaten, sind 25% der Urls in einer solchen Suchmaschine wie die Blinde Kuh schon als gefährliche Adressen einzustufen, vorausgesetzt, es gab überhaupt eine gewissenhafte Auswahl im Vorfeld. Webmaster-Tipps, Frauen-Problemchen, Reiseveranstalter, Hotels und Hobby-Männer-Seiten gehören oft zu den Suchergebnissen solcher lieblosen Maschinen, während richtig coole Seiten für Kinder meist nicht über Pokemon, Lego, Disney und Toggo hinausgehen, eben alles was sich da auch anmeldet. Anders als bei der Blinden Kuh, die ja mit aller Kraft versucht, Anmeldungen von Urls durch Dritte zu filtern. Beim Suchwort Tiere klckern kommen bei den meisten dieser Suchmaschinen nur ein paar Treffer heraus, die aber auch nicht so berauschend sind. Oft wird auch einfach nur abgeschrieben und nachgemacht, was die Blinde Kuh hat. Redaktionell ist die Wartung des Suchraumes, selbst mit nur 1000 Adressen auch mit 10 Leuten gar nicht zu leisten. Wäre ja ein ziemlich blöder und langweiliger Job und da ist dann schon eine etwas professionellere Softwareentwicklung und mind. ein etwas größerer Rechner gefragt, um diese Aufgabe auch nur im Ansatz zu leisten. Flash reicht da nicht aus ;o) Aber auch die vielen kleinen Linklisten sogar von Schulen oder staatlichen Stellen beherbergen diese Problematik (sogar die auf unseren alten Seiten, die irgendwann vor 4-5 Jahren entstanden). Meist wird aber schon irgendwas aufgenommen. Hauptsache, das sieht auf der Seite auch optisch ganz gut aus und alle glauben, man kennt ein paar coole Links und das Internet natürlich. Was aber offensichtlich nicht der Fall ist.

Eine solche Suchmaschine wie die Blinde Kuh muss soviel wie möglich eben auch diesen Grauen Bereich beherrschen und sichern können, damit die armen Gören sich in den auf Kiddies getrimmten Portalen nicht zu Tode langweilen und vor allem, damit sie nicht auf Google und co. ausweichen müssen und somit relativ schnell in einem Internet-Bereich geraten, der aus mind. 75% aus Pornspam-Seiten besteht, die schon erfolgreich Erwachsene täuschen können. Dass sie auch so Urls aus dem Pornbereich auf den Schulhof aufschnappen, ist ja klar, aber das hat nichts mehr mit den Angeboten zu tun, die für sie aufgebaut wurden. Problem sind dabei auch nicht die PornUrls, sondern eher die Urls für Chats. Und ein weiteres Problem ist, nicht zu merken, dass man bereits im Roten Bereich herumsurft.

Genau das ist der Grund, warum es eigentlich keine echte Konkurrenz zur Blinden Kuh in Deutschland gibt. Niemand will das Geld bezahlen, das eine solche Redaktion und Softwareentwicklung im Monat allein an Gehalt verschlingt. Hier sind auch all die nicht mehr zu finden, die sich draußen in Szene setzen. Das alles ist nämlich Arbeit, die sich offenbar in diesem Land nicht lohnt und daher auch nicht bezahlt wird.  Ganz im Gegenteil, die Anfragen bei der Blinden Kuh, all das umsonst in seinem kommerziellen KidsPortal einbauen zu können, häufen sich. Nur ganz wenige Verlage begeben sich über ihre Produkterziehung hinaus auf dieses Feld, so wenige, dass man sie an einer Hand abzählen kann. Doch meist auch die mit stark reduzierten Redaktionen und outgesourcte Technik.

Alles andere ist eben billiger. Und solange der Schein ausreicht, und Halbwissen sogar mit Preisen ausgezeichnet wird, ist doch alles in Ordnung.

Aber, am Rande ist nun die Theorie des Grauen Bereiches eingeführt worden, und ungefähr die Position der Blinden Kuh im Internet. Das ist ein Bereich, der meist in dem Gerede um Medienkompetenz gar nicht mehr vorkommt, der auch in den vielen Studien nicht auftaucht. Das macht die Sache natürlich einfach. Wir aber glauben, hier muss man etwas machen und hier ist etwas machbar. Allerdings nur eine Million für Webdesign mit albernen Flash-Bomben ausgeben, macht keine tollen Seiten. Sondern man muss arbeiten, und auch wollen, dass diese Arbeit sinnvoll gemacht wird. Und genau dafür soll die Blinde Kuh ein Zeichen sein, und ist sie auch ein Zeichen auch wenn selbst große Unternehmen wie Grunar+Jahr, Axel Springer Verlag und T-Online in einem JointVenture ihre Suchmaschinen a la Blinde Kuh aus wirtschaftlichen Gründen aufgaben, die aber nicht an diesen Suchmaschinen selbst lagen.

Wir sind natürlich fassungslos, wenn wir sehen, dass Firmen Leute bezahlen, oder staatliche Stellen Gelder für Agenturen ausgeben, die weiterhin soviel Unsinn im Netz der Kinder anrichten und von all dem, was wir hier zu erklären versuchen noch nicht einmal ahnen, wovon die Rede ist. Von all diesem Geld hätten wir mehrere Blinde Kühe bauen können und auch mehrere Leute hätten einen anständigen Job gehabt, die nun das alles immer noch ehrenamtlich machen.

Weiterhin gibt es unmoderierte Foren und fragwürdige Empfehlungen, selbst bei preisgekrönten Kinderseiten. Nicht einmal dieser winzige Grüne Bereich ist das, was man einigermaßen ein sicheres Internet für Kindern nennen könnte.

Auch wir können diese Sicherheit einfach nicht leisten, selbst wenn wir uns noch so bemühen, alles einsetzen, was an KnowHow und Arbeitskraft zu haben ist, alle Foren bei uns täglich moderieren, also erst gegenlesen und dann veröffentlichen, permanent die Urls in der Suchmaschine kontrollieren. Denn bei einer Suchmaschine potenziert sich ja die Schlampigkeit und Unwissenheit allein schon aus dem, was sich zum Grünen Bereich zählen möchte. Immernoch steht diese Alternativwelt nicht auf sicheren Beinen. Mit einem gewaltigen Content-Angebot versuchen wir auch gegen die Inhaltslosigkeit  zu steuern. Und damit die Kinder nicht auf den Kinderseiten unnötig Gewinnspielen gekoppelt an Produkterziehung ausgesetzt werden, bekommen sie all diese einfachen Spiele auch hier umsonst. Jeden Tag werden ihre Beiträge auf den Kommunikationsebenen gegengelesen, teils untermalt und ergänzt und dann veröffentlicht. Und das sind einige 100 am Tag.

Als Dank dafür klauen selbst Firmen und Verlage den für die Kinder gedachten Inhalte und die Spiele. Sie kopieren Konzepte übernehmen unsere Online-Experimente und geben sie sogar als ihre aus. Also, gut finden sie das ja alles. Bisher allerdings gab es nur ganz wenige Unternehmen, die tatsächlich versuchten, diese Idee mit ihren Mitteln zu unterstützen. Die Position der Blinden Kuh ist hoch geschätzt, ebenso massig sind dann die Anfragen, irgendwie gut verlinkt zu werden, irgendwie mitgezogen zu werden.

Aber wie gesagt, all das reicht eben einfach nicht. All das, muss man eigentlich professionell machen und nicht unbedingt in der Freizeit neben dem eigentlichen Beruf.

 

 
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