Informationen 
 Impressum 

 
 

Blinde Kuh Kriterien

Vorweg ...

Die Blinde Kuh ist eine Suchmaschine, die sich ausschließlich an Kinder richtet. Das bedeutet, jeder Treffer in der Suchmaschine muss eine Seite sein, die sowohl inhaltlich als auch formal Kindern im Alter von 6 Jahren aufwärts bis etwa 14 Jahren zumutbar und besser noch für diese auch brauchbar ist. Die Blinde Kuh ist kein Katalog von allen Seiten, in denen das Wort "Kind" vorkommt.

Nicht zur Zielgruppe der Blinden Kuh gehören demnach Angebote, die sich offline durchaus mit Kindern beschäftigen mögen, aber online kein einziges Kind ansprechen wollen, sondern Erwachsene, ob nun Eltern, Lehrer oder Multiplikatoren. Dies bedeutet nicht, dass Eltern und Lehrer Zutrittsverbot haben auf unseren Seiten, die können durchaus mitsurfen. Sie sind aber nicht diejenigen, für die wir direkt den Suchraum attraktiv gestalten müssen. Dies ist um so schwieriger, je mehr Seiten und auch Anbieter sich ändern. Jedes Risiko, jeder Fehler, jede Schwäche der einzelnen Angebote im Suchraum summiert sich dann insgesamt als Schwäche, Fehler und Risiko der Blinden Kuh.

Jedes individuelle Eingehen auf einen Anbieter, dem dies partout egal ist und der dennoch darauf drängt, aufgenommen zu werden, würde die Arbeit der Blinden Kuh lahm legen. Daher besteht auch kein Anspruch auf kostenlose Beratung. Wer sich mit seinen Seiten anmelden will, kann dies tun. Eine Antwort auf die Tatsache, dass es eine Anmeldung sein soll, gibt es nicht. Ein Anspruch auf Aufnahme in den Suchraum der Blinden Kuh lässt sich daraus nicht begründen, dass man sich ja schließlich angemeldet hat.

Wir werden die Anmeldung zur Kenntnis nehmen und bei Gelegenheit dann, sofern brauchbar im obigen Sinne und nicht unnötig im Sinne weiter unten, auch mit in die Aktualisierung des Suchraumes aufnehmen. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Blinde Kuh keinen blinden Suchmaschinen-Robot einsetzt, sondern ein vorwiegend redaktionelles durchaus technisch unterstütztes Angebot ist, und es mittlerweile Tausende Seiten gibt, die wir alle durchaus lieber gestern als morgen aufnehmen würden.

Zu den "Kriterien"

Einen einfachen Kriterien-Ankreuz-Katalog haben wir nicht.

Es lässt sich leider nicht in drei, vier Sätzen aus dem Ärmel zaubern, wie man nun selbst mit 10 Jahren Blinde-Kuh-Erfahrung, diese Attraktivitätssteigerung, die wir zum Ziel haben, ganz einfach machen kann und mit ganz einfachen Kriterien erklären könnte.

Sollte Sie das interessieren, werden wir Ihnen das gern ausführen. Sollte Sie das nicht interessieren, auch gut. [Seite Anmelden]

 

Wir brauchen schwammige Kriterien

"Ich brauche das Chaos. Ordnung ist nur was für Dumme" mag man sagen, wenn man zufällig Albert Einstein heißen würde und sich mit Tausenden von Angeboten für Kinder weltweit beschäftigen möchte. Ein klein wenig kommt es uns auch manchmal so vor, wenn wir über Kriterien nachdenken wollen.

Es gibt immer Ausnahmen, denn auch Angebote an Erwachsene können durchaus etwa für Schüler um die 12 Jahre interessant sein. Dies werden z.B. Tierreportagen, Star-Homepages, Naturwissenschaften, Specials etwa über berühmte Personen, aber auch vieles andere sein. Diese Angebote werden ganz sicherlich nicht dann nach Kriterien für Kinder aufgebaut und machen in einer solchen Bewertung so auch keinen Sinn. Ausnahmen bedeuten nicht, dass es ansonsten auch Regeln geben muss. Was nun, wenn die Ausnahme die Regel ist und die Regel eher nur eine Ausnahme? Und, selbst wenn wir alles ordnen und für alles Schubladen haben, müssen wir dann auch in Schubladen denken, oder muss die Ordnung nicht eher dann wieder überdacht werden, wenn die Welt, also das Internet und die Kinder, vielleicht auch die Werte sich ändern? Letzteres passierte in den 10 Jahren oft genug. Wir erleben, dass eine hoch gelobte Site bei den Kindern eher mit den Mäusen in der Hand abgewählt wird. Machen wir Kriterien für Bewahrpädagogen, Scheinkriterien für ansonsten eher anders gepolte Machenschaften eines Teils der Industrie, für Eltern, die ihr Kind lediglich im Internet parken wollen und von Dritten mehr Schmackes erwarten, als sie eben selbst ihren Kindern zuteil werden lassen? Oder machen wir das, damit Studierende der Medienpädagogik nicht mehr selbst denken müssen und hier bereits die Materialien für ihr Diplom vorbereitet "raub"-kopieren können?

Zwei Dinge muss man sehen, wenn man Kriterien will: Welches Internet soll es denn sein? Ein Fernsehen mit Schnackvorrichtung, ein soziologisches und kulturwissenschaftliches Phänomen, ein albernes TCP/IP Protokoll, ein Werbekarussell, eine Freizeiteinrichtung und Spielzeug? Und welche Werte gelten eigentlich wirklich in der Gesellschaft? Sind wir alle neuerdings ganz prüde, weil die "Nach-68er" Komplexe haben? Sind unsere Kinder kleine Püppchen, die artig im goldenen Käfig sitzen und keinen Unsinn im Kopf haben? Wollen wir, dass Kinder sich auch wirklich informieren können, durchaus etwa über das, was im Bundeskanzleramt angesagt ist? Wollen wir sie zunebeln, unsere Kleinen, damit die immer was zu tun haben und ruhig gestellt sind? Wollen wir sie etwa heute schon für eine Welt von morgen ausbilden, wo doch klar ist,  dass die meisten Erwachsenen noch nicht einmal wissen, welche Welt denn heute ist? Vor den Kriterien kommt offenbar etwas ganz anderes. Als wir anfingen hieß es, dass Kinder motiviert werden müssen, dass sie außerschulische Bildung brauchen. Klar, die meisten Leute hielten das WWW ja auch für eine Bibliothek. Dann sagte ein Fernsehsender, Kinder wollen nicht immer nur langweiligen Kram büffeln, sondern auch mal Spaß haben. Oh, das hatten die meisten Anbieter ganz übersehen, usw. Jetzt macht dieser Fernsehsender auch Schulsachen. Die Werte ändern sich rapide. Kinder wollen nicht lesen, sondern Fernsehen gucken. Das Kinderfernsehen spricht eben nicht Teens an, sondern Kinder. Wer zu klein ist, kommt ins Familienfernsehen, wer zu groß ist ins Jugendfernsehen, darf da Winzling unter den coolen Boys und Girls sein. Auch die Werte änderten sich. Zudem gibt es noch saisonale Effekte, etwa Ferien, Weihnachten etc. Gleich bleibend sind Werte schon mal nicht. Manche sagen, eine Seite ist gut, wenn sie dem Kind nicht schadet. Manche sagen, wenn sie gut ist, aber langweilt, ist das auch nicht okay. Eine echte Wertediskussion hat nicht wirklich stattgefunden, daher erstaunt es doch, wie schnell Kriterienkataloge entstehen können.

Wir haben das Problem, dass Werte vorgegeben sind, nämlich das was unsere Suchenden suchen und das was unsere Nutzer sagen. Das heißt, erst gucken wir da und dann hören wir zu, was Erwachsene meinen. Dies ist natürlich auf der anderen Seite aber auch eine Erleichterung für uns. Und es kann sogar dazu führen, dass das was wir gestern noch prima fanden, morgen schon umsortiert werden muss, weil uns die Nutzer in Scharen davon laufen, aus Langeweile. Das wiederum ist eher noch ein Erschwernis dazu, warum wir auch keine Totalitätsgarantie geben möchten.

Vielleicht mögliche Kriterien

Es wird daher formal kaum Kriterien geben mit denen entschieden werden kann, ob ein Angebot in den Suchraum der Blinden Kuh passt oder nicht passt. Leider ist die Welt nun mal nicht einfach schwarz-weiß. Irgendwie schade, es wäre durchaus dann einfacher, aber eben auch irgendwie langweilig. Sie werden feststellen, wenn Sie sich daran versuchen wollen, dass es am Anfang eigentlich schnell und leicht Kriterien geben kann, die man durchaus in eine Art Fahrplan für die Bewertung von Seiten fließen lassen sollte. Aber dann, am konkreten Objekt, scheint sich das Ganze wieder aus den Angeln zu heben. Starre und einfache Einteilungen, die manchmal die Runde machen, was denn gut und was nicht so gut ist, sind in der Regel in diesen ersten unschuldigen Stunden geboren. Tatsächlich aber gibt es in Deutschland keine echte Qualitätsinstanz. Es liegt auch ein wenig daran, dass die wenigen kompetenten Leute, die durch ihren Alltag Tausende von Kinderseitenangeboten im Auge haben, eben eher selbst Kinderseiten machen und als Macher zu genau wissen, dass Theorie eben nur Theorie ist. Auch in Jurys oder dergleichen sitzen keine Kinderseitenprofis. Nur selten wird der eine oder andere eingeladen da mitzuwirken, manchmal sogar die Blinde Kuh. Das Thema wird dann sein, dass das mit den Kriterien an den Haaren herangezogen ist und Mängel fachlicher Art aufweist. Man wird sich dann einigen, wie so oft, irgendwelche Kriterien muss es doch geben, und dann gibt es eben irgendwelche Kriterien. Ob das dann auch Sinn macht, sei mal dahin gestellt. Ob die von gestern sinnvollen auch heute sinnvoll sind, auch das wagen wir zu bezweifeln, denn die Erde dreht sich. Unsere Besucher von 1997 sind heute bereits stattliche Tweens und die Kinder von heute sind ein wenig anders.

Dennoch lassen sich oft einfache Kriterien wählen, die am Ende helfen werden, ein Angebot für diesen Suchraum nicht aufzunehmen. Aber, auch diese formalen Kriterien müssen natürlich anderen Kriterien untergeordnet werden, etwa der Didaktik, dem besonderen Interesse der Nutzer der Blinden Kuh, und manchmal auch der Einmaligkeit wegen. So sind etwa Seiten spezieller Bundesligavereine oft alles andere als kindertauglich. Es wird aber ein größeres Problem, in einer Suchmaschine für Kinder den FC Bayern München oder auch den FC St. Pauli zu verleugnen und so die Kinder zu zwingen, über die Datenautobahnen der Erwachsenen sich dumm und dösig zu suchen und sie den dortigen Wegelagerern und Blendern auszuliefern. Selbst in günstigen Fällen ist die Option zu hoch, dass wissbegierige Kinder eher abgelenkt als denn unterstützt werden. Auch auf privaten Seiten kann es Dinge geben, die eine Risikominimierung vermissen lassen. Dennoch scheint es ein Kompromiss zu sein: Auf der einen Seite das Ziel, Kinder Sinn stiftend mit Internetseiten zu beglücken, auf der anderen Seite die Kosten, die ehrenamtlichen Homepageanbietern über den Kopf wachsen und zur Aufgabe zwingen würden. Es soll ja nicht nur die Internetseiten großer Unternehmen geben, sondern gerade und dies auch viel mehr sollen die Bemühungen Einzelner hervorgehoben werden, die ehrenamtlich nicht selten mit Liebe zum Detail ebenso zum Gesamtkunstwerk "aktiver Jugendmedienschutz" beitragen. Serverkosten und dergleichen, die sonst schnell ein teures Hobby werden, sollten sich eben nicht auch noch als Strafe für gut besuchte und gut gemachte Inhalte auswirken. Werbung generell auszublenden kann daher keine schnelle Lösung sein, wenn sie auch recht bequem wäre. Dies bedeutet auch, dass Kriterien niemals absolut sein können, und auch nie für sich allein stehen sollten. Dennoch begrüßen wir es, wenn deutlich die Sensibilität zu diesen Umständen auf den Seiten des Angebots herauszulesen ist. Gibt es zu ein und demselben Thema zwei Angebote, so wird dasjenige Angebot in unserem Ansehen steigen, das in diesem Punkt das optimale ist.

Ein anderes Problem stellen Links da, die nicht gepflegt, lieblos abgeschrieben, und eigentlich auch  nicht wirklich geprüft sind. Oft wird sich rausgeredet, aber eigentlich wird der Aufwand gescheut, hier tatsächlich Sicherheit für die Kinder zu garantieren. Nicht ohne Grund: 10 Links täglich zu überprüfen ist bereits aufwändig. 1000e Links täglich zu überprüfen, ist selbst mit einer angemessenen Infrastruktur privat und auch bei vielen Unternehmen sowie Institutionen nicht mehr zu leisten. Selbst stark beworbene Initiativen werden schnell faule Eier unter ihren Surftipps finden. Aber auch gern gemachte Fehler, Dinge zu verlinken, die allgemein sicher nicht uninteressant sind, aber bei genauer Sichtung problematisch werden. Ein Beispiele wäre Google, deren Betreiber jedem der es wissen will auch deutlich machen würden, dass ihre Suchmaschine eigentlich nicht für Kinder gebaut wurde. Ebenso Wikipedia: Sicher gibt es zu allem und nichts dort Artikel, aber eben nicht immer für Kinder. Das Konzept Wikipedia und die Masse der Kinder passen auch nicht wirklich zusammen. Auch das kann man sehr schnell erfahren, wenn man sich eingehend mit Wikipedia beschäftigt. Die Moderatoren der Wikis beklagen nicht selten, dass Schüler sinnlos Inhalte zerstören, weil Lehrer sagen, "Da könnt ihr alles ändern." Und Wikipedia richtet sich eigentlich an Erwachsene. Mathematik ist dort nicht dasselbe wie eine didaktische Einführung in die Grundrechenarten. Aus diesem Grund engagiert sich die Blinde Kuh, aber auch andere, in speziellen Wikis, die mehr dem Surfalltag der Kinder entsprechen. Soll heißen, es geht nicht nur um Schund und Schmuddel, die sich leicht mit Negativkriterien abschlagen lassen, sondern manchmal geht es auch darum, welches Problem ist das Größere. Eine Kinderseite, die wild in Erwachsenenseiten herumlinkt ohne zu schauen, ob es passende Angebote auch für die Zielaltersgruppe gibt, wird es daher schwerer haben als ein Angebot, dass sich genau hier bemüht.

Mögliche Kriterien

Es gibt keinen besonderen und verbindlichen Kriterienkatalog der Blinden Kuh. Derartige scheinbar sicheren Kataloge nützen wahrscheinlich nur, um sich die Arbeit zu vereinfachen und formale Gründe vorzuschieben, um sich nicht kümmern zu müssen oder um sich aalglatt aus der Verantwortung ziehen zu könnnn. Manchmal wissen es die Anbieter einfach auch nicht besser. Manchmal durchbrechen sie die Positivkriterien auch nicht aus niederen Gründen, sondern im guten Glauben. Kriterien für alle aufzustellen, halten wir für unehrenhaft und verstehen auch darin den tieferen Nutzen über den reinen Selbstzweck hinaus nicht.

Der Mangel an klar umrissenen Kriterien erzeugt aber ein weiteres Problem. Die Anmeldung einer Website verführt dann den einen oder anderen dazu, sich eine kostenlose Beratung einzufordern. Das aber kann nicht unsere Aufgabe sein. Wir wollen gar nicht demotivieren oder kritisieren. Dennoch wollen wir zeigen, welche Eckpunkte wir sehen, die als Negativkriterium gelten könnten, auch wenn dieses nicht unmittelbar dann zum Ausschluss oder zur Nichtaufnahme führen wird:

  • fehlende Anbieterkennzeichnung
  • fehlende Informationen über Hintergründe und Absichten
  • Spamseiten und Täuschung
  • Kinder haben keine Vorfahrt auf den Seiten
  • unangemessene Werbung für andere Dinge
  • Mängel im Kinder- und Jugendschutz
  • Mängel im Datenschutz
  • Mängel im Verbraucherschutz
  • Einseitigkeit und Scheininhalte
  • mangelhafte Inhalte
  • Mängel im Webdesign
  • nicht verlinkbare Inhalte durch Framesets, Refresh auf die Startseite
  • nicht verlinkbare Inhalte durch einen All-In-One-Flash-Film
  • lediglich Referenz für Agenturaufträge
  • Spendenaufrufe und Aktionismus
  • Klickkarussells
  • Mängel in der Vernetzung
  • fragwürdige Surftipps
  • ungepflegte Links
  • Mängel in der Verantwortlichkeit
  • reine Werbeveranstaltung
  • reine Produkterziehung
  • kein Internet, sondern Intranet
  • unnötige Benutzerregistrierung
  • Legendenbildung
  • Fehler in der Vermittlung von Medienkompetenz
  • didaktisch unzumutbar
  • Urheberrechtsverletzung
  • sachlich am Thema vorbei
  • Frontalunterricht
  • Einfallslosigkeit
  • lediglich Selbsterfahrung in HTML oder reine Selbstdarstellung
  • Lockangebot für Zugriffstatistiken
  • unnötige Klickseiten für Zugriffstatistiken
  • Alleinbeglücker trotz ausreichend anderer Angebote
  • offene oder scheinmoderierte Foren
  • mangelndes Interesse der Suchenden

Die Menge macht es am Ende. Wird es übertrieben, finden sich viel zu viele solcher Punkte, sinkt automatisch die Motivation, die Seiten Kindern als unbedenklich verkaufen zu wollen.

Auch an positiven Kriterien soll es nicht mangeln. Diese könnten selbstredend das Gegenteil der einzelnen Negativkriterien sein. Zudem

  • Engagement gegenüber den Nutzern
  • Engagement in der Vernetzung
  • Engagement im Thema
  • Aufbereitung der Inhalte in Text und Bildern
  • Eigenleistung in Idee, Konzept und Umsetzung
  • fairer Umgang mit den Nutzern
  • altersgerechte Inhalte
  • gut sortierte und gepflegte Links
  • Abwechslung und Lebendigkeit
  • starke Nachfrage der Suchenden
  • getroffener Zeitgeist der Nutzer
  • Informationsgehalt
  • Liebe zum Detail
  • Ausgewogenheit
  • Anregungen zum Denken und Machen
  • mehr gemacht, als man machen muss
  • Ansprechbarkeit
  • Vormoderation externer Inhalte
  • vernetzte Medienkompetenz
  • Aktualität der Inhalte
  • fachliches Engagement
  • kooperatives Verhalten in der Kinderseitenlandschaft
  • Kompetente Vertiefung eines Themas (Spezialwissen)
  • Interaktion und Partizipation
  • Einbeziehung von Randgruppen
  • kostenlose aber brauchbare Downloads
  • freies Internet
  • Browserkompatibilität
  • und alles darüber hinaus

Und auch hier muss keine Notwendigkeit herausgelesen werden, aber irgendetwas davon, irgendetwas Gutes sollten die Seiten schon haben.

 

Kriterien Dritter sind hier eigentlich uninteressant

Kein Kriterium für die Blinde Kuh sind Kriterien Dritter. Awards kann man sich einsammeln, Auszeichnungen und Pressetexte kann man sich bei ausreichender Pressearbeit und sogar mit Druck auf Jurys erschleichen, die ja nicht selten auch noch eigennützig sind. Hochlobungen in eigenen Medien oder bei Partnern oder gar in eigenen Stiftungen können ebenso wenig Kriterium sein, wie die Menge der Pressemeldungen. Kein Kriterium ist die bloße Erwähnung, dass sich das Angebot an Kinder richtet. Kein Kriterium für die Aufnahme in der Suche sind die wenn auch zugegeben großen Leistungen außerhalb des Internets. Selbst wenn die Welt nur gut ist, selbst wenn der Herrgott keine schwarzen Schafe geschaffen hätte, dann würde es ebenso sein. Es ist doch klar, dass eine Agentur oder Pressestelle mehr Wumms in der PR-Arbeit hat, als meine Tante, die ja schon froh wäre, wenn ihr mal überhaupt jemand zuhören würde. Dass eine Seite etwa keinen Netcode und keinen Artikel in der BILD hat und nicht in allen Schulbüchern steht, liegt nicht daran, dass die Seite so schlecht ist, sondern nur daran, dass es viel Hofjournalismus gibt, und dass viel abgeschrieben wird. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass nicht jeder, der Kinderseiten baut ein großer Angeber sein muss und lauthals von seinen super Seiten redet. Und mal ganz ehrlich, diejenigen, die nach 10 Jahren Blinde Kuh behaupten, sie haben die Idee gehabt, Seiten für Kinder zu erfinden, die leben offenbar in einem Parallel-Universum. Diejenigen, die sich bei erfolgreichen Kinderseiten Konzepte zusammenklauben und behaupten, sie hätten da eine tolle Idee, die kommen einfach zu spät damit an. Solange viele Löcher in der Kinderseitenlandschaft existieren, viel Anbieter eher in ihren Schwächen allein gelassen werden, stellt sich eh die Frage, warum das Rad immer wieder neu erfunden werden muss und was genau das mit dem World Wide Web zu tun hat. Wenig Engagement aber "besseres" Design (das kaum ein Kind versteht) ist gar kein Engagement und bereichert die Kinderseitenlandschaft keineswegs. Trittbrettfahrer schaffen keine Qualität, sondern lenken eher von den Perlen im Internet ab, um sich von deren Ruhm eine Portion abzuschneiden. Es gibt eben so lange kein gutes Kinderportal, wie die Gesamtsituation der Kinderseitenlandschaft eher mangelhaft ist. Es mag Insellösungen geben, aber es sind dann auch nur Insellösungen. Leider fallen bei den vielen Auslobungen eben die Seiten oft weg, die sich wirklich viel Mühe machen, ein einzelnes Thema für Kinder aufzubereiten. Diese einzelnen Themen aber sind es, die im Suchraum der Blinden Kuh und oft genug im Surfalltag der Kinder fehlen, wenn wir nicht mehr Fokus darauf legen als auf ein Alles-Und-Nichts-Kidsportal. Ein free download eines Mau-Mau-Spiels für den PC ist mehr als noch ein Memory mit noch alberneren Figuren. Viele dieser themenspezifischen Seiten werden leise erstellt, oft in der Freizeit ihrer Anbieter, in denen oft mehr Arbeit drinsteckt, als eine ganze Agentur in eine angebliche Supersite stecken kann. Sie sind oft auch professioneller. Es ist nicht unser Unvermögen, dass diese Seiten in der allgemeinen Auszeichnereuphorie kaum eine Chance haben, weil da muss man ja recherchieren. Die Kriterien müssen sich um den Nutzwert der Seiten drehen, nicht um die Klanghaftigkeit der Anbieternamen. Das Schöne in dieser Welt ist, selbst große Namen sind sich dessen bewusst. Das macht die Sache nicht einfach, aber das ist so schön demokratisch, eben echtes Internet.

Die Hausfrau von nebenan soll die gleichen Chancen haben, gut gefunden zu werden wie das Unternehmen, das am lautesten im Fernsehen wirbt. Allerdings hat sie das Problem, diesen Wettbewerb ohne Mittel und ohne Personal, außer eben sich selbst, zu bestreiten. Vielleicht muss auch ein Unternehmen nicht unbedingt ein schlechteres Angebot mit brachialer Mediengewalt gegen diese Hausfrau durchboxen, sondern vielleicht gibt es Möglichkeiten der Synergie. Alles angeblich besser machen ist dann nicht gleich Qualität im Internet. Nicht immer ist eine Hausfrau inkompetenter als ein Team in der IT-Branche. Und nicht immer ist es dann auch besser. Viele Kinderseiten könnten mit Wonne betrieben werden, wenn Unternehmen hier Expertenrat suchen und diesen vergüten würden, anstatt unnötig Geld in Agenturen zu versenken, die eh nichts Neues schaffen und das auch zum ersten Mal machen, ohne die Kompetenz dieser Hausfrau. Das könnte sogar billiger werden, bekanntlich sind Hausfrauen nicht so hungrig wie größenwahnsinnige Agenturen. Und was spricht denn dagegen, dass am Ende die Hausfrau selbst eine Agentur schafft, wenn das so wertvoll sein sollte mit der Kompetenz? Das aber nur so als Idee in den Raum gestellt. Die Idee ist nicht neu und wurde auch oft genug erfolgreich absolviert. Oder woher kamen auf einen Schlag tausende Agenturen, wenn es ein paar Jahre zuvor noch nicht einmal eine Ausbildung dafür gab? Aus dem Weltall?

Worum geht es im Internet der Kinder?

Staatliche Einrichtungen sind in diesem Sinne nicht edel, weil sie einen staatlichen Auftrag haben, sondern nur dann, wenn sich das Angebot auch an Kinder richtet. Vereine mögen viel ehrenamtlichen Geist pflegen und hoch motiviert sein, am Ende stellt sich aber immer die Frage, was genau soll das Kind auf den Seiten machen? Spenden? Kindergärten sind ebenso wichtig, gar keine Frage, aber was genau sollen Kinder auf den Seiten machen? Ihre Puppe als Kind in den Kindergarten einer völlig fremden Stadt anmelden? Selbst bei wirklich sinnvollen Angeboten, die offline stattfinden mögen, ist man gut beraten im Internet daran zu denken, dass Kinder aus allen Himmelsrichtungen tatsächlich die Seiten besuchen könnten. Will man nun etwas mit Kindern machen, etwa als Museum sie informieren oder als Zoo seine Tiere vorstellen, oder will man gar nichts von diesen Kindern, sondern nur von deren Eltern? Das Beispiel Zoo ist eines der schwierigen Beispiele. Zoos mögen interessant sein, aber deren Webseiten können völlig uninteressant sein, oft genug auch nicht wirklich informativ. Nur vereinzelte Zoos hierzulande, im Gegensatz zu anderen Ländern, nehmen die Kinder auf ihren Seiten als Wissenshungrige zum Thema Tiere ernst. Es wird daher nicht der beste Zoo Deutschlands oben stehen, sondern die Zooseiten, die am meisten für Kinder in ihrem Online-Angebot zu bieten haben. Hierbei geht es nicht um die Bewertung der Zooseiten, sondern um den Wissenshunger der Suchenden bei der Blinden Kuh. Auch Vereine, die sich für Kinder engagieren, aber den Kindern im Web nichts zu sagen haben, machen keinen Sinn im Suchraum. So werden wir den nach oben in den Suchraum bringen, der nicht nur sagt, Kinderrechte sind wichtig, sondern den, der sie auch zu vermitteln versucht. Broschürenbuntheit allein reicht nicht. Schulen sind ebenfalls ein schwieriger Fall. Die Blinde Kuh ist kein Schulweb. Aber, das schulweb.de ist ein Schulweb. Schulprojekte im Internet (nicht nur die reine Selbstdarstellung der Lehrkraft, sondern der hohe Partizipationsgrad für die Schüler am Online-Projekt) sind Gold im Suchraum der Blinden Kuh. Jugendcafes und dergleichen sind absolut sinnvoll, gar keine Frage, und es fehlt auch wirklich jemand, der überregional diese gern alle zusammentragen möchte. Auch hier gilt, wenn die Teenies selbst am Online-Geschehen beteiligt sind, okay, wenn es sich aber nicht wirklich an die 12-Jährigen richtet, wird es dünn. Unendliche Berge an Broschüren werden gedruckt. Vereine lagern ganze Verlage aus. Das ist alles gut und schön. Aber im Internet zählen nur Inhalte und keine Selbstdarstellungen, es sei denn, man ist ein ganz Wichtiger und ein ganz Berühmter, aber auch nur dann, wenn man für die Teens kein abgewrackter Altstar ist. Fies. Aber, so sind die Kleinen eben. Hier gilt Angebot und Nachfrage, nicht nur Angebot und nicht dann eine Nachfrage womöglich noch mit Massenmedien sozialisieren, wo freiwillig keine entstehen will. Es mag bei Aufklärung anders sein. Gegen den Wind zu segeln ist auch nicht einfach. Bei Werbung hingegen muss man wissen, das ist nicht Aufklärung.

Die Blinde Kuh muss gar nicht jedem gefallen. Anfangs hieß es oft, "Ich habe jetzt erst ihr Angebot entdeckt, stand ja nun in vielen Zeitungen und in fast jedem Schulbuch, eigentlich ja auch auf fast jeder Kinderseite verlinkt, aber ich hatte ja in den letzten 10 Jahren Tomaten auf den Augen. Sie haben gute Seiten, Respekt. Leider fällt mir auf, dass sie ohne meine komischen Seiten eigentlich völlig überflüssig sind." Oder so ähnlich. Es gibt auch welche, die offen gegen uns vorgehen, sobald ihnen da jemand ein Mikrofon vor die Nase hält. Einige haben auch einen guten Grund, da sie eben auf einem ganz anderen Sektor tätig sind und die Existenz der Blinden Kuh den einen oder anderen Plan durchkreuzt. Zumal man damit rechnen muss, dass die Sendestärke der Blinden Kuh durchaus die eines Kinderfernsehens erreichen kann und die Blinde Kuh zu nicht unwichtigen Multiplikatoren in der Szene gehört. Eine Nichtaufnahme im Suchraum der Blinden Kuh könnte an der Glaubwürdigkeit der Werbebotschaft nagen. Der Fall ist aber eigentlich eher selten. Sicher, auch wir werden dann manchmal nicht mehr verlinkt, trotz anfangs großen Lobes unserer damals eigentlich nur ehrenamtlichen Arbeit. Man ist eingeschnappt. Schließlich ging es ja nicht darum, Kindern die Wege ins Internet zu zeigen, sondern nur um sich selbst. So gehört die Blinde Kuh z.B. nicht zu denen, die nun Hans und Franz im Internet so lange nerven, bis diese sie freiwillig verlinken. Entweder meint man, das Angebot der Blinden Kuh sei gut genug und verlinkt es, oder man lässt es ganz einfach, weil einen das eh nicht interessiert was wir hier so machen. Dies hier ist das Internet. Niemand hat einen Anspruch darauf, das andere gern für ihn arbeiten möchten oder seine Seiten, egal welche und egal warum, zu verlinken. Die Blinde Kuh verfolgt mit ihrem Konzept ein bestimmtes Ziel, nämlich eine Kinderseitenlandschaft aufzupeppen, damit die Mäuseklicks der Jüngeren unter uns sich nicht in kuriosen Machenschaften merkwürdiger Leute verlieren, aber auch, um etwas gegen die Langeweile im Internet zu tun, die nur deshalb entsteht, weil kaum jemand weiß, wo was ist und ob es das überhaupt im Internet gibt. Langeweile ist eine fiese Sache für Kinder und Jugendliche. Gegen die Langeweile helfen nicht nur Spielchen, sondern auch Inhalte. Die Langeweile entsteht, wenn die Kinder überfordert sind und die für sie hingelegten Krümel schon längst aufgenascht haben. Haben Sie sich denn noch nie gefragt, warum Eltern einen teuren PC samt Internet kaufen sollen, nur damit das Kind 3-4 Jahre ein echt schlecht gemachtes Memory spielen sollen? Der Suchraum muss attraktiver werden. Zwei kleine Basteltipps, ein langweiliger Tiertext und ein bisschen Memory und Schiebepuzzle, das war gestern. Ein paar geklaute Grafiken aus dem Internet machen heute keine Kinderseite mehr. Und das ist heute auch gar nicht mehr nötig. Damals schon, da gab es ja kaum etwas für Kinder.

Herausforderung der Kinderseitenlandschaft

Heute müssen Nachrichten für Kinder auch Nachrichten sein. Heute muss das Angebot in die Grundschulen passen. Bekanntlich verbringen die meisten Kinder dort sehr viel Zeit. Heute reicht es nicht, unkritische Minimalinhalte damit zu entschuldigen, dass man meint, Kinder wollen nicht lesen. Das müssen auch wir leider mit unserem eigenen Angebot erfahren. Heute reicht es einfach nicht mehr aus. Daher liegt unsere Recherche mit dem Schwerpunkt auf den Perlen des Internets, wobei es immer noch oft genug zu vielen Themen gar keine Perlen für Kinder gibt. Heute müssen alle wissen, dass das Durchschnittskind im Internet eben nicht 3 Jahre alt ist, sondern um die 9-12 Jahre. 1000e Kinderseiten helfen gar nichts, wenn diese Gruppe noch nicht einmal darin angesprochen wird. Es ist nämlich die Gruppe, die so langsam in das schwierige Alter kommt und sich selbst wahrscheinlich in den meisten Fällen gar nicht selbst "Kind" nennt.

Wenn dies gelingt, dann machen wir hier alle Internet für Kinder. Wenn nicht, dann flüchten die Kinder eh aus der gesamten Kinderseitenlandschaft. Kinderseiten machen allein keine Kinderseitenlandschaft. Je isolierter sie sind, je weniger sie vernetzt sind, um so brüchiger ist das Ganze und so stark ist das Gefühl bei den Kindern, hier lediglich einer riesigen Schummelpackung aufzusitzen, in der sich einige Erwachsene selbst mehr gefallen als die Arbeit - wenn auch virtuell - unmittelbar vor Ort mit den Kindern. Oft muss man sich fragen: Hat ein Kind mehr davon, wenn seine Eltern wochenlang sein Kinderzimmer verschönern und es vernachlässigen, oder wenn diese Eltern stattdessen das Zimmer grob einrichten und mehr mit dem Kind zusammen machen? Daher zählt eben auch die Hausfrau von nebenan meist mehr als das stolze riesige Unternehmen. Kinder wollen eben betüddelt und ernst genommen werden mit dem, von dem sie meinen ernst genommen werden zu müssen. Manchmal wollen sie alles, manchmal wollen sie in Ruhe gelassen werden. Manchmal wollen sie lesen, manchmal nur spielen, manchmal nur herumklicken, manchmal andere Kinder finden. Nicht selten ist es sogar ein und dasselbe Kind, was manchmal dies, manchmal das Gegenteil will. Das unterschiedet sie nämlich gar nicht von den Erwachsenen.

Wenn es gelingt, all diese Mäuseklicks in einigermaßen günstigen Seiten zu halten, dann machen wir alle Jugendmedienschutz. Wenn die Kinder, die ja all diese Seiten freiwillig besuchen, sich dafür möglichst oft entscheiden, dann ist Jugendmedienschutz keine Zensur betonköpfiger Spießer, die einem alles nur wegnehmen möchten was Spaß macht, sondern ein Mehr an Internet und damit aber auch ein Mehr an Alltag für die Kinder, die schon längst das für sie gar nicht mehr neue 'Neue Medium' in ihren Alltag einbezogen haben.

Fühlen Sie sich daher gar nicht abgewiesen oder übersehen. Lassen Sie sich anstecken, an dem Gesamtkunstwerk "Internet für Kinder" mitzuarbeiten.

 

 

Startseite
>>
www.blinde-kuh.de
Screenshot
>>
download

 

 

gefördert vom
Zur Homepage des BMFSFJ ...
 Informationen über die Blinde Kuh 
 Impressum 
  Die erste deutschsprachige Suchmaschine für Kinder
www.blinde-kuh.de © 1997 - Betreiber: Blinde Kuh e.V.
Germany, Hamburg St. Pauli Nord