Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
Informationen zur Blinden Kuh : Milkmoon und Zlash
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Das traurige Ende großer Suchmaschinen für Kids und Teens in Deutschland

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Eingestellt im August 2001
Zlash bei Fireball (DE)
Eingestellt im Oktober 2001
Milkmoon bei Infoseek (DE)
 

Ein Nachwort der Blinden Kuh:

Aus der privaten Homepage von Birgit Bachmann wurde die erste deutschsprachige Suchmaschine für Kinder nach dem Vorbild der amerikanischen Maschine Yahooligans. Was am Anfang (1997) etwas belächelt wurde, schien dann im Jahre 2000 kein Problem mehr zu sein. Nebst billigen Kopien entstanden ansehnliche allgemeine Suchmaschinen speziell für Kinder. Doch die wirtschaftliche und teils auch hauspolitische Lage der Betreiber führte dazu, dass diese Maschinen eingestellt wurden. 

Zu nennen sind vor allem die hoffnungsvollen Anfänge von Milkmoon und Zlash, an denen die Blinde Kuh teils konzeptionell und teils auch weiter beratend beteiligt war. Beide waren spezielle Suchmaschinen, die von großen Suchmaschinen ins Netz gestellt wurden. Während Zlash (Grunar+Jahr) die Besucher über 15 Jahre ansprach, hielt sich Milkmoon (zu den Gesellschaftern zählten T-Online, Axel Springer Verlag, Disney und Holzbrinck) an die Besucher unter 14 Jahren, was eine schöne Ergänzung ergab. Zusammen mit der Blinden Kuh war dies das größte Suchmaschinenaufkommen für Kinder innerhalb eines Landes außerhalb der USA. 

Mit der Abschaltung von Zlash und Milkmoon verlor das deutschsprachige Netz der Kinder wertvolle Teile seiner Infrastruktur auch wenn die Zugriffe wie bei Milkmoon noch weit unter denen der Blinden Kuh lagen. Für die Blinde Kuh, die nach wie vor privat betrieben wird, stellten sie keine Konkurrenz dar, zumal Milkmoon auch Partner der Blinden Kuh als kommerziell betriebene Variante war und bei Zlash genoss Stefans Sohn wie andere Schüler ein cooles Schülerpraktikum. Insbesondere den Kollegen von Milkmoon, die uns sehr ans Herz gewachsen waren, möchten wir an dieser Stelle sagen, dass wir euch nie vergessen werden.

Die Existenz der Blinden Kuh soll auch ein Zeichen sein, dass dieser Gedanke selbst in schwierigen Zeiten keinesfalls aufgegeben wird. Seit 2000 fordern staatliche Einrichtungen wie Jugendschutz.net, dass hier auch der Staat mehr zugreifen sollte und ähnlich dem Kinderkanal im Fernsehen für öffentlich-rechtliche Strukturen auch im Internet sorgen sollte. Denn eines ist ja klar, Suchmaschinen für Kinder sind kein unmittelbares Gewinn-Geschäft, wenn sie seriös betrieben werden sollen. Vielleicht bewegt sich ja was, nach dem Ende von Zlash und Milkmoon, aber vielleicht merkt es auch wieder keiner, was wirklich so im Netz der Kinder geschieht. In der schönen bunten Welt von Seiten wie etwa SuperRTL aber leider auch staatlichen Initiativen fällt das ja zum Glück nicht weiter auf ;o) Das hat wohl auch seinen Grund, der aber noch einmal die Wichtigkeit unabhängiger Suchmaschinen für Kinder unterstreicht. Das Geld ist eindeutig da, der Wille aber offenbar nicht. Schade! Die Kiddies hätten sich riesig gefreut und das sicher auch viel mehr als über eine Filtersoftware, die die deutschen Kinderseiten gar nicht freischaltet. Zudem ist die deutsche Online-Industrie auch nicht selten richtungsweisend für ganz Europa. In vielen Ländern gibt es kaum brauchbare Strukturen für Kinder im Netz.

Eines noch, 

Milkmoon.de ist nun in den Händen der ehemaligen Mitarbeiter. Der Kollege Egon Huschitt, ex-Business-Development bei Infoseek und früher bei Axel Springer fasste sich ein Herz, damit Milkmoon nicht vor die Hunde gerät, und kaufte das ganze Paket den ehemaligen Gesellschaftern (A. Springer Verlag, T-Online, u.a.) ab. Das teils immer noch arbeitslose Milkmoon-Team hilft ehrenamtlich hinter den Kulissen beim Umbau der Blinden Kuh und bereitet gleichzeitig die Wiedergeburt von Milkmoon vor.

Das Milkmoon-Team jedenfalls gibt nicht auf! Und ihre alten Partner neben der Blinden Kuh stehen weiterhin geschlossen hinter ihnen. Die ersten Tests laufen schon, vorübergehend mit der Suchmaschine der Blinden Kuh. Es wird versucht, Staat und Industrie für diese Idee zu begeistern und Milkmoon endlich wieder zu beleben.

Vielleicht wird es nach Fireball, AltaVista (hier gab es auch Versuche mit der Blinden Kuh, die aber nie so richtig in die Gänge kamen, dafür kam Catrin Jaross von AltaVista zur Blinden Kuh) und Infoseek wieder gelingen, eine wunderschöne Suchmaschine für die Kinder im Netz zu bauen. An Übung kann es jedenfalls nicht mangeln ;o)

Zeitgleich bot das Hamburger Netz-Unternehmen Energis-Ision seine Hilfe der Blinden Kuh an, und übernahm das komplette Hosting bis Ende 2002. Mit derzeit über 2 Mio PageImpressions monatlich hat die Blinde Kuh mittlerweile auch einen kaum noch privat bezahlbaren Traffic. Ohne die Unterstützung solcher Unternehmen sind echte Blinde Kühe nicht mehr finanziell zu schaffen. Auch andere Unternehmen und sogar staatliche Einrichtungen boten ihre Hilfe an, denen wir allesamt dafür noch einmal ausdrücklich danken wollen. Besonderen Dank auch für den persönlichen Einsatz verschiedenster Einzelpersonen, darunter die Geschäftsführung des CMS-Unternehmens Xeebion.com .

Dennoch, Suchmaschinen wie Milkmoon sind auch für das Team der Blinden Kuh lebensnotwendig, denn derzeit fängt die Blinde Kuh ehrenamtlich den Großteil der deutschsprachigen Kinder im Netz auf und hat damit eine Funktion, die eigentlich eher der Staat und vielleicht noch die Industrie leisten müssten. Verlage wollen sich engagieren, würden sich aber übernehmen, solche Maschinen glaubhaft allein zu betreiben. Es ist somit auch ein wirtschaftliches Versäumnis, wenn sich hier bald nichts tut. Das Argument, eine abwechslungsreiche, vielfältige und nahezu sinnvolle Welt für Kinder im Internet zu bieten, neben dem ganzen Schrott, den es so gibt, hatte jedenfalls bisher allein nicht ausgereicht. Dennoch denken wir, dass wir das Bild einer romantisch träumenden Blinden Kuh aus allen Köpfen beseitigt haben, die hier Entscheidungen fällen könnten. Denn auch wirtschaftlich stünde die Blinde Kuh gar nicht mal so schlecht dar, wie diejenigen bestätigen können, die unmittelbar an der Medienleistung der Blinden Kuh profitieren und auch diejenigen, deren Übernahmeversuche wir vereitelt haben, und auch diejenigen, die die Blinde Kuh als Konkurrenz fürchten und auf ihren Seiten alles tun, um sie zu verschweigen.

Als Team der Blinden Kuh, laden wir alle ein, sich für solche Idee wie die des Milkmoon-Teams zu engagieren. Machen Sie sich stark für die Zukunft eines redaktionell und technisch professionellen Internets für die Kinder. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Blinde Kuh ewig diesen Anforderungen standhalten kann und nicht irgendwann einmal zusammenbricht. Es geht hier nicht mehr um ein paar hübsche niedliche Webseiten, sondern um eine notwendige dezentrale Infrastruktur, damit den Kindern eine sinnvolle Alternative zu dem für sie meist unbrauchbaren und auch unsicheren Internet geschaffen ist. Diese werden lapidar gemachte Filterprogramme nicht einfach so aus dem Ärmel zaubern.

Es kann doch nicht angehen, dass Staat und Industrie zusammen in dieser Sache schwächer sind, als das Team der Blinden Kuh. Ebenso kann es nicht angehen, das beide zusammen weniger Mittel haben als die winzig kleine Blinde Kuh.

 
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