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Blinde Kuh
Kinder-Post
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Der Monsterladen
Hallo Blinde-Kuh Team,
ich heiße Katharina, bin 11 Jahre und habe einmal eine Geschichte geschrieben, die ich euch jetzt schicken wollte. Ich denke sie passt zu
Halloween.
Eure Katharina 

Marvin und Nicki gingen von der Schule nach Hause. Sie waren beide zehn Jahre alt, und wohnten in einem Hochhaus mit vielen Wohnungen. Marvin wohnte im ersten, und Nicki im zweiten Stock. Bis jetzt war alles okay gewesen, der Schulweg, die Schule und sogar in der Pause war nichts schlimmes vorgefallen. Nur eines war ganz besonders toll. Morgen fingen die Sommerferien an. Doch jetzt war hier, fünf Minuten von ihrem Haus entfernt ein neuer Laden. Dort stand blutrot geschrieben:

Monsterladen Neueröffnung
Öffnungszeiten von 24.00 Uhr bis 1.00 Uhr

Schnell zeigte Marvin ihn seinem Freund Nicki: „Guck mal, der Laden!“ Doch Nicki sah nichts: „Wo denn?“, fragte er. „Vor deiner Nase, du Blindfisch. Hast du Tomaten auf den Augen?“, wiederholte Marvin. „Ich sehe wirklich nichts.“, erwiderte Nicki: „Komisch!“, dachte Marvin. Langsam gingen sie heim. Schnell verschlang Marvin sein Mittagessen. Danach nahm er Stift und Papier, und machte sich auf den Weg zum Monsterladen. Er hatte sich nicht verändert. Das Schild war genauso wie vorher. Der Monsterladen war wirklich da. Schnell kritzelte Marvin ein paar Notizen auf seinen Block: 

24.00 Uhr bis 1.00 Uhr geöffnet
Neueröffnung
Monsterladen

Da kamen zwei Fußgänger vorbei. Sie würdigten den Laden keines Blickes, sondern fragten Marvin: „Warum guckst du denn immer da hin. Siehst du ein Engelchen da rumfliegen?“ Marvin streckte ihnen die Zunge raus und ging nach Hause. Er hatte sich gerade auf seinen Stuhl gesetzt, als Mutter auch schon rief: „Marvin, komm essen!“ Beim Essen (es gab Semmelnudeln) stellten seine Eltern ihm allerlei Fragen, z.B. wie es in der Schule ginge, was für Fächer er heute hatte, ob er Fortschritte beim Rechtschreiben mache und sonst noch Allerlei. Marvin sagte nur: „Ja, gut, mhm, okay“ und so weiter. Endlich konnte er aufstehen.

In seinem Zimmer legte er sich auf sein Bett und überlegte: “Was brauche ich alles für heute Nacht?“ Dann suchte er seine Taschenlampe, ein Seil und stellte seinen Wecker auf 23.00 Uhr. Doch jetzt fiel ihm ein, was für ein Donnergetöse der Wecker veranstaltete und stellte ihn wieder aus. Er würde wohl so lange aufbleiben müssen. Zum Glück fingen morgen die Sommerferien an. Da konnte er ausschlafen. Dann machte er sich bettfertig, sagte seinen Eltern gute Nacht und legte sich hin. 

Immer wieder schaute er auf das leuchtende Ziffernblatt seiner Uhr. Um 22.00 Uhr hörte er seine Eltern ins Bett gehen. Endlich war es so weit. Er stand auf, schlüpfte in seine Klamotten und Schuhe und nahm seine Taschenlampe. Dann befestigte er das Seil an seinem Fenster und ließ sich Stück für Stück herunter.

Leise schlich Marvin zum Zaun. Er stemmte sich auf den Pfosten und sprang mit einem großen Satz auf die andere Seite. Jetzt tappte er weiter, Schritt für Schritt. Endlich kam er vor dem Geschäft an. Es war offen. Langsam trat er ein. Es sah kein bisschen aus wie in einem normalen Supermarkt. Dort standen Flaschen mit einer roten Flüssigkeit. Als Marvin näher hinsah, entdeckte er ein Schild: „Köstliches Blut“. Es gab auch Flaschen mit einer grünen Flüssigkeit. Dort stand: „Nahrhaftes Gift“ und noch viele andere gruselige Sachen. 

Vor einem Regal mit gerösteten Fingernägeln sah er einen Jungen. Er sah aus wie Frankensteins Monster. Marvin wollte hier so schnell wie möglich verschwinden, aber der Junge fragte: „Wie heißt du?“ „Marvin“, antwortete Marvin unsicher. „Ich heiße Tom“, erzählte der Junge. „Wieso gibt es hier so komische Sachen?“, fragte Marvin. „Hier ist ein Laden für Monster, z.B. Vampire, Werwölfe, und so weiter“, meinte Tom. „Wieso sehen die anderen Leute das Geschäft nicht?“, fragte Marvin weiter. „Weil nur Monster den Supermarkt sehen können, aber einmal in hundert Jahren wird ein normaler Mensch geboren, der ihn sehen kann“, erklärte der Junge. „Cool“, dachte Marvin, „einmal in hundert Jahren, und diesmal ausgerechnet ich!“

Plötzlich kam ein Vampir hinter einem Regal hervorgeschossen und wollte sich auf Marvin stürzen. Doch Tom warf den Vampir zu Boden und rief Marvin zu: „Schnell, renn!“ Marvin rannte um sein Leben. Vorbei an dem Kassierer, der ein Werwolf war, raus aus dem Laden, über die Straße, über den Zaun und kletterte mit rasender Geschwindigkeit in sein Zimmer. Erschöpft ließ er sich auf sein Bett fallen. „Das war gerade noch mal gut gegangen, aber eigentlich war es gar nicht so schlecht“, dachte er noch, bevor er einschlief.

 
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