Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
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Blinde Kuh
Kinder-Post
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Kate und die Katzen
eine Geschichte von Emilia (13) aus Heidelberg

Molly wusste schon von vornherein dass der Urlaub auf Omas Bauernhof langweilig werden würde. Wie immer würde ihre große Schwester Alice sofort Freunde finden aber Molly hatte in solchen Sachen immer Pech. Lag es daran, dass sie die Jüngere war? Sie wusste es nicht.

Der Hof von Mollys Oma wurde langsam sichtbar: Der Weg begann holprig zu werden. Auf einem Holzzaun saßen zwei Mädchen, ungefähr 13 Jahre jung. Sie waren anscheinend Nachbarskinder. Sofort winkte Alice den beiden Mädchen zu. "Na toll" ,dachte sich Molly, "und schon hat mein Schwesterherz Freundinnen über die Ferien gefunden."

"Willst du nicht mit Alice gehen?" fragte Mrs. Anderson, Mollys Mutter, als Alice sich mit ihren gleichaltrigen Freundinnen treffen wollte. Es waren drei Tage vergangen und jedes Mal blieb Molly daheim während Alice sich mit ihren Freundinnen vergnügte. "Nein Mum, ich hab jetzt keine Lust" entgegnete Molly ausweichend. "Wie du willst."

Sie würden Molly sowieso nicht beachten, sie war 11 und alle anderen 13 oder älter. Deshalb beschloss Molly einen Spatziergang zu machen. Sie lief den Weg runter und entdeckte einen kleinen Bach weiter im Osten. Sie lief runter zum Bach und sah sich die Steinchen darin an. Kurz darauf bemerkte sie einen Schatten über sich und eine Mädchenstimme erklang: "Hi, ich heiße Kate, bist du neu hier?"

Molly sah auf und musterte das Mädchen welches in ihrem Alter zu sein schien. Rote Haare, die in der Sonne zu glühen schienen, ebenso ihre grünen katzenartigen Augen. Sie war Molly sofort sympathisch wie sie da mit ihrem schiefen Grinsen stand. "Ich heiße Molly, wir sind für eine Woche zu Besuch bei meiner Oma."

Die beiden fingen an sich zu unterhalten und am Bach zu spielen. Sie hatten vieles gemeinsam und wurden schnell Freundinnen. Jeden tag trafen sie sich am Bach und jedes Mal musste Kate um Punkt 6 Uhr abends nach Hause. "Warum musst du denn immer um 6 nach Hause?" fragte Molly sie jedes Mal und jedes Mal kam die gleiche Antwort: "Ich muss zu meinen Katzen." Auch auf die Frage ob Molly nicht mal mit zu Kate oder umgekehrt könne kam immer die selbe Antwort: "Nein, es tut mir Leid, ich muss zu meinen Katzen." Molly störte das nicht weiter, sie genoss ihren Urlaub, denn sie hatte endlich eine Freundin und war nicht allein wie all die anderen Male.

Am Tag ihrer Abreise kam Kate nicht zum Bach. Auch nicht um sich zu verabschieden. Molly kehrte zurück ins Haus der Oma wo auch ihre Mutter und der Rest der Familie beisammen saßen, unter anderem eine Nachbarin der Oma. Sie unterhielten sich zum Abschied und Molly hörte nur halbherzig zu. Doch als sie unter den Wortfetzen den Namen "Kate" hörte wurde sie hellhörig und fragte in die Runde: "Kate? Meinen Sie das Mädchen mit den roten Haaren?" 

Die Nachbarin antwortete: "Ja, das arme Kind, sie war immer so freundlich." "Wie, sie war?" "Ja sie war ein nettes und besonders tierliebes Mädchen, kein Wunder, dass die Eltern nach dem Brand das Dorf verlassen haben." "Was für ein Brand?" "Na, die Scheune der Bakers fing vor 5 Jahren Feuer. Kates Katzen lebten unter anderem in der Scheune, das Mädchen wollte sie natürlich retten. Bevor sie in ihren Tod rannte rief sie noch:
"Ich muss zu meinen Katzen!"

 
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