An einem Juniabend waren Julia und
David allein im 4-stöckigen Hochhaus. "Passt gut auf euch auf, wir werden versuchen,
schnell nach Hause zu kommen!" versprachen die Eltern, bevor sie in ein Musiktheater
gingen.
Und jetzt lagen die Geschwister gelangweilt in ihren Himmelbetten und konnten einfach
nicht einschlafen. "Was sollen wir jetzt tun?" maulte David, der 5-jährige.
"Keine Ahnung, aber du kannst ja ein Buch lesen!" riet ihm seine 9-jährige
Schwester schläfrig. "Ha ha, du tust ja gerade so, als wenn ich schon in die Schule
ginge und lesen könnte, aber leider stimmt das nicht!" motzte er Julia bescheiden
an.
Doch plötzlich schwiegen die beiden ruckartig, denn ein schockierendes Gelächter
verbreitete sich blitzschnell im Kinderzimmer. "Was ist das, Juli?" bibberte
David verängstigt. "Ach, kleiner Angsthase, schon wieder Angst, oder?" machte
sich Julia lustig. Das knarrende und klirrende Geräusch kam näher, und wurde lauter.
In dieser unheimlichen Szene lief selbst Julia ein Schauer über den Rücken.
"Mach das Licht an David, wenn du dich traust!" befahl sie unruhig. "Na
gut, dann werde ich mich eben überwinden müssen!" seufzte der Junge tapfer, und
tapste vorsichtig den Parkettboden entlang. Er streckte seine Hände nach vorne aus, doch
vergebens, er griff jedesmal ins Leere.
"Mann, Juli, ich find' den Schalter nicht!" jammerte David. "Tja, dann
hast du wohl Pech gehabt, Kleiner" erwiderte Julia etwas nervös. Doch in diesem
Moment schrie David erschrocken auf. "Ih, Hilfe, was ist das?" Seine Schwester
zuckte verängstigt zusammen. "Was passiert?" wollte Julia erstaunt wissen, und
starrte in die schwarze Dunkelheit. David zögerte etwas bevor er zu Wort kam. "Ich
habe den Schalter gefunden, aber die klitschige Form einer Hand hortet dort!"
Doch da ging auch schon mit einem grellen Strahl die Deckenleuchte an. "Ist doch
nicht so schlimm!" hörte man ein schallendes, tiefes Lachen. "Ah, wer sind
sie?" stotterte Julia. Eine dicke, grüne, klitschig aussehende männliche Gestalt
trat hinter einem braun-rot lackierten Regal hervor, setzte sich auf Davids Himmelbettchen
und bat die beiden Kinder zu sich. "Ich bin Gruseldoktor Kralle, ein sogenannter
Arzt!".
Er schaute die Kinder mit seinen grünen Augen an und wartete nicht eine Sekunde auf
zwei erstaunte Antworten, sondern holte ein weißes Seil aus seinem grünen Mantel hervor,
fesselte die Kinder damit und grinste, während David und Julia Hilfesfragen stellten:
"Wo kommst du her?", "Was willst du hier?", doch so verzweifelt die
Geschwister auch fragten und baten, der vermeintliche Arzt gab keine Antwort.
In dieser Sekunde stürmten vier 11-12jährige Kinder ins Zimmer, nahmen das Seil und
befreiten David und Julia. Den Mann, genannt Gruseldoktor Kralle, packten sie jedoch und
banden ihn an Julias Bett.
"Danke", bedankte sich David bei den Kindern und fragte: "Wie heißt
ihr?" "Wir sind Fabi, Sabine, Robert und Ursl", wir nennen uns die
Geisterbande! Doch jetzt schleppen wir erst mal diesen Herrn aus dem Zimmer!", meinte
Ursl. Sie trugen mit aller Kraft den Mann aus dem Haus, der war jedoch hilflos, wie
gelähmt. Unten wartete die Polizei schon und nahm den Fettsack gleich mit. Dieser
strampelte vergebens. "Nicht, lasst mich los!" rief er. Doch kein Bitten und
Betteln half.
Ursel, Fabi, Sabine und Robert fetzten glücklich hinauf in Julias und Davids Wohnung.
"Wisst ihr, dieser Mann ist ein Schwerverbrecher, wir versuchen ihn schon seit einem
Jahr zu fangen, aber bisher war er immer klüger, zum Glück haben wir ihn heute
erwischt!" erklärte Fabi lässig. "Ihr wart unsere Rettung!" bedankten
sich die Geschwister. Es war bereits 11.00 Uhr Nachts. "Ich glaube, ihr müsst wieder
gehen, und "DANKE GEISTERBANDE" lachten David und Julia gähnend im Chor.
Kurz nachdem die Geisterbande gegangen war, kamen auch schon die Eltern zurück.
"Julia, wollen wir unseren Eltern bitte, bitte nichts erzählen!" bat David.
"Okay!" bestätigte Julia schläfrig. - Und stellt euch vor, jetzt sind sie
beide schon 7 Jahre älter, aber erzählt haben sie es ihren Eltern immer noch nicht.
Viele Grüße, Carina, 9 Jahre, aus Unterhaching