Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
Das Blinde Kuh Kids-E-Zine - Eure Gruselgeschichten
Blinde Kuh
Kinder-Post
Zurück zur Startseite vom  Kids-E-Zine
 

Der Busfahrer erzählt
eine Geschichte von Ines (11)

Jeden Morgen hielt der Schulbus für Jimmy bei dem kleinen Weg an, der zum Haus seiner Tante Mary führte, jeden Nachmittag stieg Jimmy dort wieder aus. Auf diese Weise fuhr er zweimal am Tag an der geheimnisvollen Straße vorbei. Eigentlich konnte man sie kaum noch Straße nennen. Zu beiden Seiten stand dichtes Gehölz. Unkraut und Brombeergesträuch überwucherten sie, und unter den Laubkronen der alten Bäume, deren Äste sich wie ein Dach ineinander verstrickt hatten, war es sogar am helllichten Tag düster. Einmal zeigte der Busfahrer auf die Straße und sagte: "Wer da in der Dunkelheit hineingeht, der kommt wahrscheinlich nicht wieder! Wenn du willst, dann erzähle ich dir eine Geschichte dazu, die ich erlebt habe. Na, willst du sie hören?"

Natürlich wollte Jimmy sie hören!

Und so erzählte der Busfahrer, was er selbst erlebt hatte: "Als ich noch etwas jünger war, lebte in eurem Haus ein alter Mann, Herr Mingel. Jeden Tag fuhren wir an der geheimnisvollen Straße vorbei. Wir redeten viel über sie und einmal sagte der Mann, er würde gerne wissen, was es weiter hinten am Ende der Straße zu sehen gibt. Ich versuchte es ihm auszureden, doch er blieb dabei.

Ich fragte ihn, ob ich ihn begleiten dürfe. Er wollte alleine gehen, doch da ich unbedingt mitgehen wollte, willigte er am Schluss ein. Wir verabredeten uns abends um 9 Uhr. Am dem Abend hatte ich ausnahmsweise noch länger Dienst. Als ich mit meinem Bus beim Treffpunkt ankam, war es schon 10 Minuten nach 9 Uhr. Der alte Mann, Herr Mingel, war nicht zu sehen. Ich lief zu seinem Haus und klingelte. Nichts, Herr Mingel war nicht da. Er
musste schon losgelaufen sein.

Ich hatte Angst, es war schon dunkel. Mit schnellen Schritten lief ich auf die geheimnisvolle Straße zu. Ich wollte nicht hineingehen, doch ich konnte Herrn Mingel doch nicht alleine gehen lassen. Irgendetwas an dieser Straße war unheimlich, ich wollte Herrn Mingel so schnell wie möglich wieder herausholen. Ich war schon weit gegangen, meine Schritte wurden immer schneller. Da - plötzlich, ein Schrei - ich erstarrte zu Stein. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und sah in diesem Moment eine Gestalt auf mich zurennen. 

Ich drehte mich um und rannte um mein Leben. Endlich war ich an meinem Schulbus angekommen. Ich riss die Tür auf, startete den Motor und knallte beim Fahren die Tür zu. 
Was aus Herrn Mingel geworden ist, das weiß ich nicht, jedenfalls wurde er seither nie wieder gesehen. Auch heute wache ich manchmal nachts auf, weil mich diese Gestalt immer noch in meinen Träumen verfolgt."

Der Bus erreichte die Schule, Jimmy stieg aus und winkte dem Busfahrer.

 
Blinde Kuh
Kinder-Post
Zurück zur Startseite vom  Kids-E-Zine
Die Urheberrechte liegen bei dem Autor dieser Geschichte
Die Blinde Kuh
- Erste deutschsprachige Suchmaschine speziell für Kinder
www.blinde-kuh.de 1997-2009 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller