In
einer Schule in Berlin war es ganz still, man hörte nur das
Zwitschern der Vögel. Doch da fing zum letzten mal in diesem
Schuljahr die Pausenklingel an zu läuten. Plötzlich flog die
Eingangstür auf und Kinder kamen heraus gestürzt. Da gab es drei
Kinder, es waren zwei Jungen und ein Mädchen. Die beiden Jungen
hießen Jan und Moritz. Das Mädchen hieß Anika. Auf ihrem
Heimweg konnten sie eine Strecke zusammen laufen und beredeten
ihre Ferienreiseziele .Jan und Moritz waren Brüder und fuhren auf
die Insel "Wake" in den U.S.A.. Doch da fuhr Anika auch
hin, das hatten die Eltern von Jan und Moritz mit denen von Anika
besprochen, ohne den Kindern was zu sagen. Alle drei freuten sich
riesig und gingen nach Hause. Als sie zuhause ankamen erfuhren
sie, dass sie schon jetzt ihre Koffer packen mussten, denn ihr
Flug war für früh am Morgen gebucht.
Nachdem sie angekommen waren packten die
Eltern die Koffer aus und machten etwas zu essen. Während dessen
erkundeten Jan, Moritz und Anika die waldige und hügelige Gegend.
Da sahen sie einen Waldweg und gingen auf ihm weiter. Nach einer
Biegung türmte sich plötzlich eine riesige Mauer vor ihnen auf.
Ihre Münder standen weit auf und Anika stieß ein :"Ooooh"
aus, auch die Augen der Kinder standen vor Staunen auf. Nachdem
sie sich wieder gefasst hatten, gingen sie leise um die
Schlossmauer herum und hörten an einer Stelle ein leises Keuchen.
Plötzlich schreckte Jan zurück, der ganz vorne lief und
anscheinend etwas gesehen hatte . Jetzt sahen auch die anderen
beiden was Jan gesehen hatte, ein wenig Blut kam an der Mauer
hinunter geronnen. Sofort rannten die drei nach hause und
erzählten es ihren Eltern, doch die meinten: "Ach, das war
bestimmt nur rote Farbe oder etwas Ketchup. Ihr habt euch bestimmt
getäuscht." Doch die Kinder ließen den Gedanken nicht los,
dass es doch Blut war. Deshalb beschlossen sie, dass sie in der
nächsten Nacht versuchen wollten ins Schloss zu kommen und zu
gucken, woher das Blut kam.
Also gingen sie nächste Nacht um 22 Uhr
aus dem Haus und schalteten die Taschenlampen ein. Sie fanden den
Weg zum Schloss ohne Mühe wieder und gingen auf ihm entlang,
dabei hörten sie das leise Rufen der Eulen, die in den Bäumen
hockten und in die Nacht starrten. Leise gingen sie um die
Schlossmauer und tatsächlich fanden sie eine unverschlossene
Tür. Sie gingen hinein. Plötzlich fragte jemand mit
wichtigtuerischer Stimme: " Was wollt ihr denn hier?"
Moritz antwortete ängstlich stotternd : " Ahh, ämm, wir
wollten eigentlich nur..." " Ach ich verstehe
schon." Polterte der Geist sofort los, "Ihr wollt
bestimmt einen Schlossführer, der euch hier herum führt."
Keines der drei Kinder kam zu Wort, denn der Geist brabbelte
ununterbrochen:" Dies ist der Haupteingang, das ist die
Folterkammer und..." Während er redete, dachte er sich, wenn
ich die Kinder in einem der Kerker einsperre, wird mein großer
Bruder endlich davon überzeugt sein , dass ich es wert bin ein
ganzer Geist zu werden. Doch in diesem Moment meinte Anika, der
das Ganze unheimlich geworden war: " Also wir müssen jetzt
ganz schnell nach hause, weil wir noch was essen müssen jetzt und
und ..." Schnell rannten sie weg und hörten nur noch ein :
" Ach hier braucht mich ja eh niemand, dann geh ich
eben." Doch er hatte vergessen, dass er nur ein nur ein
Halbgeist war, deswegen machte es ein lautes " Bumms"
und ein: "Aua! Können diese doofen Türen nicht ein bisschen
weicher sein? Immer wieder vergesse ich , dass ich nur ein
Halbgeist bin und renne gegen die Türen!"
Nachdem Anika am nächsten Morgen
aufgewacht war, schaute sie auf die Uhr. Es war 11 Uhr mittags.
Während sie aufstand, um die beiden Jungen zu wecken, hörte sie
ein Klappern von Geschirr und Herrn und Frau Müller miteinander
reden . Es wurde ein schöner Tag , denn sie gingen Eis essen und
machten einen Ausflug. Als Herr und Frau Müller sich gerade dazu
bereit erklärt hatten, Fischbrötchen zu holen, meinte Jan ganz
nebenbei: " Ich finde , wir müssen
heute Nacht noch einmal zu diesem Schloss
gehen und herausfinden, was da los ist. Ich wette, da wird nur ein
Film mit ´nem als Geist verkleideten Menschen gedreht."
Moritz und Anika stimmten ihm zu, obwohl ihnen dabei ein bisschen
mulmig zumute war. Doch Anika warf bedenklich ein; " Und was
ist wenn ..." Sie wurden unterbrochen, denn Herr und Frau
Müller öffneten die Autotür und reichten die Fischbrötchen
herein, dabei sagten sie; " Jetzt ist unser Geldbeutel aber
viel leichter als heute morgen, bestimmt können wir uns die
nächsten 1-2 Monate zu hause nichts mehr leisten."
Abends spielten sie noch ein Spiel, doch
dann gingen alle ins Bett und waren froh darüber. Nach 15 Minuten
flüsterte Moritz; " Jan, Anika, wacht auf! Habt ihr etwa
vergessen, dass wir zum Schloss wollten?" " Nein,
natürlich nicht!" flüsterten sie zurück. Also standen sie
auf (sie mussten sich nicht mehr anziehen, denn sie waren noch
angezogen, als sie ins Bett gingen) und gingen aus dem Haus. Dann
rannten sie schnell zum Schloss. Doch als sie auf das
Schlossgelände kamen, rief jemand: "Eindringlinge!
Eindringlinge! Fangt sie!" Schon sahen sie ein paar kleine
Gestalten auf sie zu rennen. Sie sahen aus wie Zwerge. Anscheinend
waren es Zwerge mit kleinen Holzkeulen und Eisenhelmen. Auf einmal
fing Jan, zum Erstaunen der anderen, laut an zu lachen. Was die
Zwerge ganz und gar nicht lustig fanden, denn sie mussten sich die
Ohren zuhalten und einige fingen auch an zu lachen. Sie lachten so
doll, dass einige umfielen und sich die Bäuche hielten. Anika und
Moritz lachten auch.
Nachdem sich alle wieder eingekriegt
hatten, fragte Moritz vorsichtig; "Seid ihr sehr
gefährlich?" Einer der Zwerge antwortete mit hoher Stimme;
"Hoho, naja so gefährlich sind wir nun auch nicht." Auf
einmal kam es aus Anika herausgesprudelt; " Was ist das
eigentlich für Blut draußen an der Mauer?" Ein anderer
Zwerg antwortete ängstlich; "Das ähh....Das hmm.. Das ist
so, hier sind schon öfter Leute herein gekommen und sie wurden
von schrecklichen M.. Monstern aufgefressen. Dann hat es immer so
gespritzt." Ein langes Schweigen trat ein, bis der erste
Zwerg die Stille brach; "Es gibt da einen schrecklichen Mann,
der ihnen das befohlen hat und uns hat er beauftragt, die Leute zu
fangen, Doch wir wollen, dass er getötet wird. Aber das geht nur,
wenn die Seelen der Getöteten, die die Monster ihnen ausgesaugt
und einsperrt haben, befreit werden. Denn sie bringen ihn dann um
und sterben danach selbst. Nur leider kommen wir nicht an die
Gläser, in denen die Seelen gefangen sind, heran. Das können nur
Kinder." Sofort wurde es Anika, Jan und Moritz klar, dass sie
es schaffen mussten, die Seelen zu befreien. Deshalb fragte Jan;
"Wo sind denn diese Seelen?" Der zweite Zwerg lächelte
und meinte: " Wir werden euch hinführen."
Als sie angekommen waren, sahen sie eine
kleine eisenbeschlagene Hintertür. Vor ihr lief der kleine
Halbgeist hin und her. Einer der Zwerge erklärte ihnen, was sie
vorhatten; "Einer von uns wird ihn weglocken und dafür
sorgen, dass ihr ganz in Ruhe rein und die Seelen befreien könnt,
denn dann töten sie den Schrecklichen," Schon ging ein Zwerg
auf den Halbgeist zu und lockte ihn etwa 5 Meter von der Tür weg,
die nur mit einem Haken verschlossen war. Schnell rannten die
Kinder los. Es waren nur noch vier...drei...zwei Meter bis zur
Tür. Plötzlich drehte der Halbgeist sich um und sah sie rennen.
Sofort rannte , das heißt schwebte er hinter ihnen her. Er holte
immer weiter auf. Doch da erreichten sie die Tür, öffneten sie
und schlugen sie schnell hinter sich zu und verriegelten sie. Und
wieder hörten sie ein: "Bumms!" und " Aua! Können
denn die doofen Hartholztüren nicht ein bisschen weicher sein?
Immer wieder vergesse ich, dass ich nur ein Halbgeist bin und
renne gegen eine Tür!" Dann wandten sie sich dem Raum zu. Er
stand voll mit Unmengen an Einmachgläsern in denen wohl die
Seelen gefangen waren. Auf einmal erzitterte die Tür von einem
gewaltigen Schlag getroffen und drohte aus der Wand zu brechen.
Doch Anika nahm sich ein Glas und warf es gegen ein anderes und
schon sah man dunkle Schatten, die auch die anderen Gläser
kaputtschlugen und somit auch die anderen Seelen frei ließen.
Plötzlich zersplitterte sie Tür und die Seelen flogen heraus. In
diesem Augenblick wurde den Kindern schwarz vor Augen.
Als sie wieder aufwachten, lagen sie
zuhause in ihren Betten. Sie dachten, es wäre alles ein Traum
gewesen, doch jeder fand eine kleine Holzkeule und einen eisernen
Helm unter seinem Kopfkissen und so wussten sie, dass sie nicht
geträumt hatten. Es wurden noch schöne Ferien auf Wake, muss
gesagt werden.