Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
"Kinder im Internet" was Eltern wissen sollten oder könnten
Blinde Kuh
Jugendschutz
Sicherheitstipps für Kinder
Viren-Infos
Ähm, Kiddys, wenn eure Eltern da etwas Hilfe brauchen, dann einfach das Zeug hier ausdrucken und euren Eltern reichen. Für euch gibt es natürlich schnuckelige extra Tipps.
 
Kleine Werbeeinblendung ;o) doch dies ist eher ein Surftipp für Neulinge.
 
Aus aktuellem Anlass
Raffinierte Dialer in kinderseitenähnlichen Gebilden
Warnung vor Internet-Tretminen

Bevor wir nun großartig Einen erzählen und weil uns doch einige Mails von besorgten Eltern erreichen, die komische Dinge im Internet gefunden haben, wollen wir Beispiele typischer Tretminen oder auch Internet-Fallen vorstellen.

Das Ziel der Suchmaschinen-Spammer (gemeint sind große Suchmaschinen) ist es, so hoch es nur geht, mit wenigen Schlagworten bei der Suche etwa bei Google gelistet zu werden. Kinder sind dabei egal. Es wird versucht, soviele Internetneulinge wie nur geht anzulocken. Mittlerweile ist der Spam so professionell und so gewaltig, dass die Suchmaschinen ernsthaft unter Kritik geraten und nicht selten völlig hilflos in der Spamabwehr sind, trotz vielen Geredes von "hochintelligenten" Algorithmen. genau diese werden hemmungslos ja ausgenutzt. Bei Google etwa zählt die Linkpopularity, also wer am meisten Links aufweist, die zu seinen Seiten führen, der hat gewonnen, egal was auf den Seiten steht. Und es zählen redaktionelle Kataloge. Alles was da drin steht, kann auch meist oben unter den ersten 10 Treffern gelistet werden. Man muss also Seiten haben, die da drin stehen und gut verlinkt sind. Möglichst viele. Dadurch steigt auch der Wert einer Domain (in etwa eine Internetadresse) für den Verkauf. Besonders Unternehmen sind so dumm, und kaufen so etwas gern. Dass die Domains dann meist "verbrannt" sind, also auffällig und in Filtern registriert, das wissen sie natürlich nicht. Wie auch immer, das Geschäft mit dem Spam blüht. Dabei istes schon längst nicht mehr auf das Rotlichtmilieu beschränkt und schon längst gelten auch die "Guten Sitten" nicht mehr.

Seit Anfang 2004 greifen sich einige Suchmaschinen-Spammer Stück für Stück Domains auf, die aufgegeben wurden, oder kaufen die auch, die vor allem im Schulbereich und auf vielen Kinderseiten verlinkt sind. Ursprünglich waren das mal eigentlich gute Seiten. Diese Seiten werden dann umgebaut. Man klickt da auf einen Link und muss sein OK geben, um weiter zu surfen. Gefragt wurde aber, willst du diese Malvorlage, oder diesen text haben? Etwas klein und meist nicht im Sichtfeld des Browsers steht dann: 

Dieses Angebot ist kostenpflichtig (29,95€/call aus Deutschland)

oder

Das Angebot ist nicht geeignet für Personen unter 18 Jahren. (29,95€/call aus Deutschland)

Nun kommt das Fiese: Diese Seiten sind für Kinder und auch internetfrische Eltern durchaus vielversprechend, etwa


malvorlagen.de

ostern.de

erdkunde-online.de

Man will natürlich mit dem Klick eine Malvorlage oder so etwas haben, aber bekommt eine neue schöne Internet-Verbindung, die richtig teuer sein wird. Diese Angebote sind legal. Zu erfüllen hat der Betreiber eben, dass der User sein "OK" geben muss.

 
Tippen Sie
da mal lieber
nicht "OK"
ein!

Besuchen Sie
stattdessen echte
Kinderseiten

Für einen Internet-Dialer, die allesamt einst aus der Adult- und Pornspam-Industrie stammen, sind nach dem neuen Gesetz keine 0190er-Nummern mehr erlaubt. Dies regelt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation (regtp). Über den tieferen Sinn von Dialern in einem Freien Internet mag man gespaltener Meinung und durchaus gespaltener Zunge sein. Fakt ist, verboten ist das nicht, aber es hat in fairen Regeln stattzufinden. Der Skandal mit dieser Art Dialer da oben ist nun, dass das nicht nur fix teuer ist, sondern auch etwas ehrenrührig. Dialer gegen Kinder, das ist schon eine harte Nummer und so schimpfen selbst die Adult-Master auf diese Praktiken. verstehen Sie uns nicht miss, es geht hier eben nicht um Sex-Angebote oder so etwas.

Aber wie gesagt, das ist ja auch noch ganz legal. Noch problematischer sind die Dialer, die in Kinderseiten stecken, und bei denen es dann keine Warnung mehr gibt. Klingeltöne und Handyschnickschnack sind dafür nur ein Beispiel. Dabei werden gerade bekannt Sympathiefiguren und coole Bands aus dem Popstarbereich ausgenutzt, um Vertrauen und Klickfreudigkeit zu wecken. Auch das ist nicht verboten auch das ist Alltag auf großen Portalseiten. Dass man sich diese Dinge auch kostenlos schnell selbst aufs Handy pappen kann, wird vor lauter Informationsgesellschaft verschwiegen. Etwas zu verschweigen und jemanden auszunutzen, der etwas nicht weiß oder nicht kann, nun ja, so etwas ist cool in der Unterhaltungsgesellschaft. Ist doch niedlich, so ein Tabaluga und ein Willi von Biene Maja, oder nicht? Wieviele Euros ist das wert? 1, 2, 5, oder 10 €? Es ist gar nichts wert.


tabaluga 0190-0815-001

willi 0190-0815-002

Information ist eine Ware, und Fehlende Informationen ein gutes Geschäft. Nun ja, manche verkaufen sogar "Jugendschutzprogramme" über teure Internet-Verbindung  und werden dafür auch noch gelobt. Angeblich sei die Arbeit an dem Filter so groß. Nur, es arbeitet eben kaum wer daran.

Ein Folgeproblem dieser Dialerseiten da oben und auch anderen ist, dass Tausende von Schulen und Kinderseiten ihre Links nicht so wirklich pflegen und munter diese Seiten dann auch noch "pädagogisch" empfehlen. Also, wenn Sie selbst etwas Kinderseite basteln, schauen Sie schnell einmal Ihre Surftipps durch. Es gibt noch ein kleines Problem, das muss man jeden Tag machen. Denn es werden massenhaft Domains und ehemalige gute Adressen aufgekauft. Eine echt aufwendige Arbeit, wie wir wissen. Noch schlimmer ist, dass viele Schulbücher in den Schulen herumliegen, die logischerweise auch nicht mit internet-aktuellen Überarbeitungen aufwarten. Gerade Erdkunde-Online, eines der wenigen Länderinformationsseiten für Kinder einst, taucht überall als Schulbildungstipp auf.

Sollten Sie diese Dialer irgendwo erspähen, dann sprechen Sie die Anbieter der Schul- oder Kinderseiten an, die diese Seiten noch verlinkt haben. Wer glaubt, mit einem Kinderfilter wäre er da auf der sicheren Seite, muss wohl träumen. Diese Suchmaschinen-Spammer zielen auf Google und co und versuchen natürlich mit allen Tricks von den Spam-Protections nicht erkannt zu werden. Zudem, man kann sagen, die Leute verstehen ihr Handwerk. Andere spezialiseren sich auf die dummen Jugendliche, die allen ernstes glauben, coole Hackertipps und geklaute Spiele kostenlos zu erwerben, wenn sie denn nur danach suchen. Das gefundene Fressen. Mit cheats robot download warez crackz keyz warez decompiler editor hex hacks warten diese Leute auf ihre dusseligen Opfer. Schon längst wurde auch alles rund um Spiele, Popstars und was nicht alles belagert.

Den Behörden und sogar schon teils der Presse (die in Sachen Internet irgendwie Jahrzehnte braucht, um etwas zu merken, komischerweise auch dann, wenn man ihr das in allen Einzelheiten auch noch erklärt) sind Fälle wie diese bekannt.

Also, bevor Sie nun die Behörden überrennen, Dialer auf verkappte Kinderseiten mögen unmoralisch sein, sind aber leider rechtens. Und es ist nicht das einzige Jugendschutzproblem im Internet. Es gibt Sachen wie Foren, speziell für Jungs oder Mädchen, die heißen dann auch so. Diese findet man in großen Suchmaschinen ohne großen Aufwand ruckizucki. Und die sehen auch sehr cool aus, etwa dieses hier:

Es ist nur eben ein Forum für Boylover. Auch das ist nicht ungesetzlich. Es fragt sich nur, warum etwa große Suchmaschinen wie Google diese Art Foren oder noch ganz andere als erstes auflisten, wenn man Dinge wie "Forum für Jungs" sucht. Nun, um die 12 wollen Jungs sicher auch mit Mädchen in einem Forum sein, aber eben nicht nur, oder? Ähnliche Sachen gibt es auch für Mädchen. Sie können ja mal nach "Mädchenchat" suchen bei Google oder wo auch immer. 

Eine weitere Variante sind die Spammer, die versuchen möglichst viel Text zu produzieren, und ebenfalls Kinderforen und Ähnliches anbieten. Mit eigenartigen "Kinderfreundlichkeiten" werden über die großen Suchmaschinen Kinder und Eltern angelockt, was das Zeug hält. Kinder sind dumm, glaubt man, Kinder machen alles mit, und daran kann man verdienen. Auch an einfältigen Eltern und das gar nicht einmal so schlecht.

Angebliche Medienpädagogen erzählen dann immer wieder ganz gern, wie toll man googeln kann. Ob da nun Kinder aus Grundschulen auch gut aufgehoben sind, sicher nicht nach Meinung der Betreiber von Google. Sie ahnen ja gar nicht, was passiert, wenn die über 1 Mio Suchworte in der Blinden Kuh in Google eingegeben würden, und das eben jeden Monat.

Im Internet gibt es keine Zensur, egal wie phantasievoll (was bei Nichttechnikern wohl auch wahre Blüten trägt) da man sein mag, kein technischer Schutz für Kinder, nichts gegen Betrug und die eigene Dummheit. Wer etwas anderes behauptet , um etwas zu verkaufen, das dann angeblich schützt, ist nicht selten auch noch mal so eine besondere Nummer der Destabilisierung des Jugendmedienschutzes im Internet. Vielen aber nehmen wir ab, dass sie technisch auch keinerlei große Ahnung haben und sich das deswegen alles so einfach vorstellen, mit den technischen Lösungen. Das Problem ist, man möchte eine Lösung, und daher klingt Vieles auch wie eine Lösung.

Bei jeder im Handel befindlichen Software könnten wir zeigen, wie sie zum Einen eindeutige Sachen durchlässt und zum Anderen echte Kinderseiten blockiert. Also, irgendwie nun mit den Armen zu wedeln, wird nicht so viel bringen für die Sicherheit der Kinder im Internet. Nur über Schund und Schmuddel zu reden, ohne Betrug und Täuschung ebenso ausführlich zu behandeln, kann es einfach nicht sein. Den Oberzensor zu spielen, wie etwa Kriterien wie "weibliche Brust ist zu sehen", bringt es auch nicht. Wenn das Jugendschutz sein soll, würden wir gern mal wissen, wie Kinder ihr Säuglingsalter ohne seelische Schäden durchgebracht haben. Das sind Kriterien aus den USA und nicht aus Europa. Vor Problemen wie diese und vielen anderen schützt das niemanden. Wir sehen darin eher eine Verharmlosung der eigentlichen gefahren und nicht selten wissen wir auch, warum welche Lobby welche Probleme lieber gar nicht erst anschnippelt.

Wussten Sie, dass wenn Sie die höchste Sicherheitsstufe im Internet Explorer einstellen, kaum noch Kinderseiten ansteuern können? Dabei hat das noch nicht einmal etwas mit Kindersicherung zu tun. Selbst um ganz tolle Seiten zu erreichen, die vor Sicherheitsproblemen Kinder und Erwachsene warnen, muss die Sicherheitseinstellung im Browser recht großzügig liberal sein. Theorie und Praxis des Jugendmedienschutzes, überall klafft sie aus einander. Man muss sicherlich nicht sagen, dass die obigen Dialer-Seiten selbst für die höchste Sicherheitsstufe bestens optimiert sind. 

 
Internet und Sicherheitstipps für Eltern

Vorwort
Von welchem Internet redet eigentlich alles?

  • Sind Eltern automatisch überfordert, wenn ihre Kinder in das Internet gehen?

  • Kommt nun der Bi-Ba-Butzemann, oder was ist das Problem?

  • Was steckt hinter den Top-10 der empfehlenswerten Kinderseiten?

  • Das Internet für Kinder ist noch lange nicht fertig!

  • Ist das World Wide Web einfach zu verstehen?

  • Internet wird von Menschen gemacht, und sogar von Eltern

  • Das Internet der Kinder ...

Verschiedene Standard-Tipps
und auch ein paar andere Nebeninformationen

  1. Sie haben die Aufsichtspflicht!
  2. Sie haben die Informationspflicht!
  3. Wie werden Sie und Ihre Kinder über die Gefahren im Internet informiert?
  4. Haben Sie sich etwa verlaufen? Sind Sie denn da wirklich im Internet?
  5. Richten Sie Ihrem Kind anständige (also sinnvolle) Surftipps ein.
  6. Stellen Sie eine Startseite ein, der Sie Ihr Vertrauen schenken. 
  7. Andere Suchmaschine im Browser einstellen.
  8. Thema Kinderfilter. Schutz vor Schmutz oder nur billigeres Alibi.
  9. Andere "unabhängige" Eltern-Tipps
  10. Sie kommen nicht umhin, sich selbst mit dem Internet zu beschäftigen. 
  11. Bereiten Sie sich vor. 
  12. ABO? Muss das denn sein? Erst gucken, bevor man unbedingt irgendwo Mitglied sein muss.
  13. Schauen Sie bei den Seiten genau, ob da auch andere Kinder sind.
  14. Schauen Sie sich die Werbung in den Seiten genau an.
  15. Was nicht schaden kann, werden Sie selbst aktiv im Netz.
  16. Schützen Sie sich und Ihre Kinder vor Betrügern und Trittbrettfahrern
  17. .
  18. Schützen Sie die E-Mail-Adresse Ihres Kindes.
  19. Helfen Sie mit beim Jugendschutz in der Kinderseitenlandschaft
  20. .
  21. Glauben Sie nicht alles, was in den Medien gesagt wird.
  22. Immer versuchen, Ansprechpartner der Kinder zu sein.
  23. Internet ist nicht nur schlecht.
  24. Machen sie doch einfach mit.
  25. Und die Blinde Kuh?

Nachworte
Was man eigentlich auch noch machen könnte

  • Computer auch technisch absichern und Know-how ansammeln
  • Natürlich werden die Kinder bombardiert mit Viren und Spam-Mails.
  • Bilden Sie Banden ;o)
  • Autodidakt sein
  • Internetsucht? Gibt es das überhaupt?
  • Welcher Computer ist für Ihr Kind denn der richtige?
  • Frauen und Computer?
  • Wie informiert man sich am besten über das Internet?

Ein paar klärende Worte als Nachtrag, 
über den Aberglauben, Eltern seien mit dem Internet überfordert... 

 

 
Vorwort
Von welchem Internet redet eigentlich alles?
 
Sind Eltern automatisch überfordert, wenn ihre Kinder in das Internet gehen?
Nicht dass Sie glauben, Eltern sind die, die man über das Internet informieren muss, weil die, die sich auskennen nur Kinder sein können, und die die informieren nur Redakteure oder gar nur Unternehmen sind. Das ist kompletter Unsinn, den wir etwas weiter unten für Sie speziell gern einmal gerade biegen wollen und endlich mit "dem Internet-Märchen von den doofen Eltern" aufräumen möchten. Wir werden Ihnen auch das mit dem "Internet" etwas anders erklären, als es ihnen Leute erklären, bei denen man das Gefühl nicht los wird, es klingt irgendwie einfach, aber man hat kein Wort verstanden. Wir behaupten, das Wichtigste am Internet wird eher nicht erklärt. Und das macht auch das Thema "Kinder im Internet" etwas konfus, und damit auch das Thema "Hilfe, mein Kind ist irgendwie online!". Man weiß eben oft nicht, was man eigentlich alles wissen muss. Was ist wichtig? Was ist unwichtig? Warum erzählen manche das so und manche ganz anders? Wie viele Internets gibt es denn nun? Wie und wo sind meine Kinder denn da sicher, da schaut doch keiner mehr wirklich durch!? Und dann kommen Eltern-Infos auf den Markt. Jeder Verlag will auch mal was verkaufen. Das heißt dann "Medienkompetenz" oder so. Aber so richtig informiert fühlt man sich damit auch nicht, denn diese Dinge reden über das Internet, kennen es meist aber gar nicht. Es kommt halt nicht aus dem Internet was da meist steht. Und schlimmer, es ist teils so falsch, dass die Eltern besser beraten wären, das lieber alles nicht ernst zu nehmen. 

Auch auf den so genannten Kinderseiten gibt es eher nur versteckte Ecken, die wenn dann auch meist nur vor den bösen Onkel warnen, aber selbst kaum ahnen, dass ihre süße Kinderseite bereits komplett den Jugendschutz im Internet durchlöchert. Viele sind auch technisch so weit weg vom Internet, dass sie ohne fremde Hilfe niemals selbst ein Internetangebot für Kinder machen könnten. Dann heißt es eben, ui, im Internet gibt es Viren, oh oh. Wie schön einfach Eltern-Tipps doch sein können. Vielleicht manchmal auch etwas zu einfach.

 
Kommt nun der Bi-Ba-Butzemann, oder was ist das Problem?

Leitfaden für Eltern und Pädagogen
vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


7. Auflage 09-2009

Und dann passiert es immer wieder. "Kinder wollen kommunizieren." Also cool Chat bauen. Das war es. Schluss mit Sicherheit im Internet. Alles nicht mehr so wichtig. Cool Chat, ist ja cool genug. Aber genau das ist das eigentliche Problem. Nicht eben der böse Onkel, sondern meist eher der naive Kinderseitenbauer. Dann noch soll es angeblich Programme geben, die Ihnen das Denken abnehmen, wie schön, so genannte Kinderfilter. Manche von Ihnen glauben sogar, wenn der Internet-Zugang richtig teuer ist, dann ist genau das das Zeichen, dass meine Kinder richtig sicher sind.

Schon längst haben die kleinen und großen Trickbetrüger Eltern und Kinder erreicht. 

Oder, ein anderes Beispiel "Kinder spielen gern im Internet". Ja, das mag ja sein. Nur, warum wird ihnen dann auf den meisten Kinderseiten alles so erschwert, so dass sie dort all die Spiele, die sogar für sie gemacht wurden, niemals erreichen können. Das erstaunt. Selbst ein SuperRTL, das eigentlich nicht gerade Verweise gern anbringt, würde es niemals über das Herz bringen, keine Links für ihre kleinen User zu anderen Spielen anzubringen. Im Gegenteil, das wird da sogar noch besonders schmackig gemacht, wo weitere Spiele sind. Aber so gut wie jede Kinderseite mit hohen Ansprüchen, lässt die Kinder nur in den eigenen (meist ja auch noch geklauten) Puzzles und Memories rumdaddeln, damit ja kein Kind aus den Seiten flüchten kann.  

Wo sind denn nun all die Spiele? 

Genauso ist das auch mit Inhalten. Themenseiten in Massen, sogar richtig gute Seiten mit richtig vielen verschiedenen und teils auch sehr schön gemachten und dennoch informativen Themen. Es gibt so viele Inhalte, aber wie nur kommen die Kinder denn daran, wenn niemand sagt, wo diese Inhalte sind? 

Sie sehen, da ist vieles ganz merkwürdig. Und vieles hat mit bösen Onkeln überhaupt nichts zu tun. Der eigentliche Sinn des World Wide Web ist die Vernetzung von Webseiten. Doch die meisten erfinden immer wieder neue Internets für Kinder, so als gäbe es das andere echte Internet überhaupt nicht. Die meisten dieser Seiten sind mehr Tretminen als denn irgendwie von großem Nutzen für die Kinder im Netz. Und viele dieser Seiten sind tote Seiten. Von wegen Redaktion. Von wegen Tante Emmas Kinderseiten. Wo also sind denn nun die echten Kinderseiten, die Guten oder wie auch immer man die nennen soll, also Kinderseiten auf denen man seine Kinder getrost herumklicken lassen kann? Sind das die, die immer in den Zeitungen stehen? 

Gibt es überhaupt echte Kinderportale und eine Top-10 der Kinderseiten? 

Nein, wie Sie im Laufe dieses Textes sehen werden. Und Sie werden auch sehen, warum es all diese Hirngespinste niemals geben kann, schon gar nicht ein sicheres Internet für Kinder.

Um so deutlicher wird werden, dass eine grundlegende Orientierung im Internet der Kinder für Eltern, Lehrer, aber auch für Kinder ungemein wichtig ist. Um so deutlicher wird, dass Kinder Haltepunkte brauchen, Stützpfeiler, echte Infrastrukturen im Internet mit echten Menschen und nicht nur mit irgendwelchen Seiten.

 
Was steckt hinter den Top-10 der empfehlenswerten Kinderseiten?

Mal abgesehen davon, dass viele solcher Listen aussehen wie Amigo- oder Partnerlisten, mehr als subjektiv sind und nicht selten recht naiv, ja sogar ungepflegt,  haben sie auch noch das Problem, dass Ungleiches verglichen wird und dadurch Vieles, recht Wichtiges zudem, einfach verloren geht in der Übersicht. So komisch es klingt, es sind gerade solche Listen, die am meisten Unübersichtlichkeit in das Netz der Kinder bringen. Sie frieren das Internet ein, aber sie erfassen es schon lange nicht mehr. Es sind auch nicht 10 gute Kinderseiten, sondern Tausende. Eine Kinderseite ist auch nicht deshalb gut, nur weil man den Namen aus dem Fernsehen her kennt. Ja, die Seiten vieler Fernsehsender - sogar weltweit - sind gut. Aber wir sind hier nun mal im Internet und nicht im Fernsehen.

Die echten Kinderseiten finden Top-10-Listen eher verwerflich. Es gibt kommerzielle Kinderseiten, denen solche Listen natürlich gefallen, denn oft entscheiden eben Mittel und Marketing, nicht Absichten und Engagement. Für sie sind solche Listen die letzte Möglichkeit, um ins Spielfeld zu kommen. Teils legen sie sogar noch Briketts nach, und nutzen ihre Kontakte bei Zeitungen und dergleichen. Empfehlungen werden umfunktioniert zum Kauffaktor. Ist eben wie bei Zahnpasta-Werbung. So kommt es auch manchmal dazu, dass ein kommerzielles Kinderportal empfohlen wird, noch bevor es überhaupt online ist.

Was so genannte Kinderseiten-Tester aber meist nie wissen und auch offenbar nicht wissen wollen ist, was sich eigentlich wirklich hinter den Seiten abspielt und ob sich da überhautp noch etwas abspielt. Ein niedliches Phänomen sind so genannte Awards-Anmeldungen. Auf einmal gibt es dann 100.000 aktive und voll engagierte Kinderseitenbauer und natürlich macht jeder davon das ganze Internet für Kinder ganz allein. Für die echten Kinderseiten ist dieser Wettbewerb überflüssig, da sie eng zusammenarbeiten, sich also weitgehendst vernetzen und nur zusammen die Kinderseitenlandschaft bilden. In der Art der Vernetzung kann man dann eher das Engagement für die Kinder erkennen, das ja was anderes ist als sich nur für seine Online-Präsentation zu engagieren. So z.B. würde ein Großteil der zu empfehlenden Seiten teils gar nicht mehr zu finden sein, wenn diese sich nicht vernetzen. Markenname allein ist nicht ein Kriterium für eine gute Kinderseite, wenn doch eine einfache Schiene, die immer gut verleitet.

Angeblich ist die Blinde Kuh eine dieser Top-10 und glauben Sie uns einfach, wir kennen auch die anderen, die als Top-10 oft herhalten müssen. 

Aber Top-10 allein ist doch keine gute Kinderseite. Nein. 

Eine gute Kinderseite hat eine Seele. 

Klingt komisch, ist aber so. Das kann man einfach nicht groß genug schreiben, sollte aber so groß geschrieben werden, wie es nur geht.

Mehrere Unternehmen versuchten das nachzumachen, was die Blinde Kuh und auch andere seit Jahren machen, aber sie haben halt keine Seele und geben dann auf, wenn sie merken, das ist ja verdammt viel Arbeit. Eben ;o)

Und Sie? Soll Ihr Kind denn auf einer toten Webseite herumklicken? Igitt. Sie wollen doch, dass sich da jemand kümmert um Ihr Kind, dass es sich auf der Website irgendwie geborgen fühlt. Und das bedeutet auch, dass wenn Ihr Kind sich daneben benimmt, jemand mit ihm schimpft und gut ist, und eben nicht sagt, "Ja, hast du toll gemacht, du bist so lieb, aber klicke weiter auf meinen Seiten, damit alles denkt ich habe viele Besucher." - Denn die Faustregel ist nun mal: Nur die Harten kommen in den Garten. Doch Sie ahnen ja gar nicht, was es heißt, sich Tag für Tag um zigtausende Kinder kümmern zu müssen, über Jahre auch am Wochenende, sie alle ernst zu nehmen und nicht zu veräppeln und sich dann auf die Hunderten von Extra-Würsten immer wieder neue Ausnahmen einfallen zu lassen. Glauben Sie wirklich, das geht mit einer Kinderseite an der die Kinder nicht herummeckern können und sich nie das Webdesign der Seiten ändert? Wir können versichern, wer auch immer mit Kindern im Internet zu tun hat, der muss sogar sein Konzept Jahr für Jahr umwerfen. 

Daran erkennen sie gute Kinderseiten.

Sagen Sie daher nicht, die Blinde Kuh sieht irgendwie wirr aus. Gehen Sie einfach davon aus, dass nicht alle Kinder im Internet gleich sind und dass es auch gar nicht so einfach ist, so viele verschiedene Extra-Ausnahmen, natürlich mit lautem deutlich hörbaren Widerwillen, dann doch zu machen. 

Die Blinde Kuh ist daher pädagogisch gesehen eine einzige Katastrophe. 

Sie hat auch nicht die beste Navigation, das durchdachteste Layout, die didaktischsten Maßnahmen, die tollsten Sachen, sondern sie hat für jeden eine, so wie der das haben wollte. Natürlich nur mit großer Gegenwehr. Aber, wir glauben, das Kind, dass sich da nun durchsetzen konnte, freut sich riesig darüber, die harte Blinde Kuh geknackt zu haben. Kinder wollen alles anders haben und die ganze Welt verbessern. Warum dann nicht auch Kinderseiten ändern dürfen!

Es gibt also das Technische und das Infrastrukturelle, was man durchblicken können müsste, um der Obermedienkompetenzträger in Sachen "Kinder im Internet" zu werden hierzulande und auch anderswo. Denn von Anfang an ging es nicht um die Technik allein, sondern um die Schaffung neuer Infrastrukturen. Die Erfindung des WWW kam deshalb wie gerufen. Vernetzt wurden nicht unbedingt Rechner, eher Menschen vernetzten sich und ihre Sachen, die sie in das Internet legten. Internet macht daher gar nicht einsam, nur dann, wenn man es bis heute nicht wirklich verstanden hat, also gar nicht begreift, das es hier um Infrastrukturen geht. Ohne den Ausbau dieser Infrastrukturen hätte es das Internet nie gegeben. Wenn Sie sich heute das Internet anschauen, dass Ihnen da manche als Internet verkaufen, sehen sie davon so gut wie gar nichts mehr. Doch glauben Sie uns, es ist noch da, solange Sie auf diese Seiten blicken können, denn ein Webprojekt davon heißt "Blinde Kuh".

Wir heißen Sie daher, auch im Namen all der anderen Weberknechte (viele davon machen keine Kinderseiten), Willkommen, im Echten und Freien Internet

Fühlen Sie sich nicht als ein kleiner Benutzer von irgendwelchen Dingen, sondern als Gast auf einer Homepage von ein paar Leuten, und zwar so, als wären Sie durch die Welt gereist und bei einer Hütte winkt Ihnen jemand zu, und lädt Sie ein Gast zu sein.

Ein solches Internet ist doch schon viel kuscheliger, oder?

 
Das Internet für Kinder ist noch lange nicht fertig!
Stellen Sie sich jetzt noch vor, dass es dieses Internet war, das bereits erfolgreiche Kinderseiten baute, noch bevor all diese großen Namen überhaupt wussten, dass es ein Internet gibt. Nur in diesem Sinne werden Sie verstehen können, warum es überhaupt so etwas gibt wie eine Blinde Kuh und manch andere Seiten. Sie werden dann auch verstehen, wenn wir sagen, niemand in Deutschland macht das, was die Blinde Kuh macht. Es gibt niemanden mit dem man sie vergleichen kann. Und die Blinde Kuh macht auch nicht das, was etwa Fernsehsender machen. Jeder Vergleich ist daher überflüssig. Ein SuperRTL macht die besten SuperRTL-Seiten der Welt. Punkt. Ein ZDF tivi macht die besten ZDF tivi Seiten der Welt. Ebenso Punkt. Sonst macht das keiner. Ein Internet für Kinder ist daher nicht nur ein SuperRTL oder nur ein ZDF tivi oder nur ein Blinde Kuh oder nur ein irgendwas, es ist das alles zusammen. Für ein Kind kann jetzt und hier eine einfache Leuchtturmseite die allerschönste Seite in der Welt sein, wenn es eben gerade Leuchttürme total toll findet. Schon morgen aber kann es eine ganz andere Seite sein. Von diesen Seiten gibt es Tausende, sie alle sind das Internet für Kinder. Sie sind teils Piddelpaddel, teils gigantomanisch, doch selbst zusammen ist es immer noch zu wenig Internet für Kinder. 

Sie erleben eine Pionier-Phase in der Geschichte des Internets live mit.

Der Aufbau des Internets für Kinder ist ja gerade erst einmal angefangen, aber bestimmt noch lange nicht fertig. Außerdem lernen die Kinder dazu, Sie ja auch, und die Gewohnheiten ändern sich, die Anforderungen auch. Dieses Medium ist kein fertiges Medium, solange die Menschen sich ändern. Und dem wird auch garantiert so bleiben.

 
Ist das World Wide Web einfach zu verstehen?
Wenn das schon so heißt, dann

www.schau-hin.info
So einfach ist Internet nämlich überhaupt nicht.

Tatsächlich schauen da auch so genannte Online-Manager und Webentwickler nicht mehr so ganz durch. Selbst Internet-Pioniere müssen hier und da passen. Allerdings ist das Internet selbst eigentlich gar nicht mal so wirr, doch die so genannten Internet-Einführungen sind nicht selten richtig wirr. Bevor Sie Ihre Kinder schützen könnten, und bevor Sie Gefahren und Merkwürdigkeiten einschätzen könnten, müssten Sie ja erst einmal wissen, wo sind die Kinder überhaupt? Im welchen Internet? Oder sind sie im World Wide Web? Ist E-Mail eigentlich nun Web oder Internet? Und Chats? Ist das auch das WWW - Slash Dot und zugenäht noch mal!

Ja, da lachen einige unter Ihnen. Aber, was ist davon zu halten, wenn ein Kind einem anderen Kind sagt, "Meine Eltern erlauben mir nur bei der Blinden Kuh zu surfen. Das ist doof, ich will doch ins Internet." - Tja, ist die Blinde Kuh denn nun nicht Internet oder ist sie sogar das ganze Internet oder ist das eine Homepage, die man sich downloaden kann? "Das Internet ist doch echt teuer, schicken Sie mir doch bitte die Blinde Kuh auf einer CD zu. Danke!" - sehr verwirrend. Oder auch lustig "Seit Jahren suche ich Seiten wie diese, ich finde die Blinde Kuh ganz toll" - Sie werden sehen, wenn Sie im Kinderseitenbereich herum surfen, auf eines stoßen Sie immer wieder, auf die Blinde Kuh. Wie also kann man jahrelang danach suchen? Und womit eigentlich? Mit den großen Suchmaschinen ja nicht, denn da ist die Blinde Kuh so etwas von leicht zu finden. Nun ja. Er muss an allen führenden Kinderseiten gnadenlos vorbeigesegelt sein. Seit Jahren. Armes Schweinchen. Vielleicht sollte man sich ja einen neueren Browser downloaden - Nein, nicht tun, das sollte nur witzig sein. Aber, das ist eher die Realität einiger E-Mails von Eltern, die uns erreichen. Viele sind offenbar auch schon Profis, bevor sie das Internet entdecken. 

Nun, bei uns war das anders, am Anfang hatten wir keinerlei Ahnung vom Internet.

Und das ist doch einmal ein Anfang. Darauf lässt sich aufbauen.

Nun schreien viele auf, menno ist das ein langer Text. Ja. Ein ganzes Buch sogar. Und es ist kostenlos. Ist das nicht nett von uns ;o) Das zum Beispiel ist das World Wide Web. Man legt etwas ins Internet und alle können es haben, die es haben wollen. Wer es aber gar nicht haben will, der surft eben weiter.

 
Internet wird von Menschen gemacht, und sogar von Eltern.

Im Folgenden wollen wir Ihnen gern Tipps reichen, nicht als jemand, der über das Internet der Kinder schreibt, sondern als jemand, der maßgeblich am Aufbau dieses Internets mitwirkt, und daher nicht meint, dass viele Dinge nur durch schöne Worte einfach zu machen sind. 

Als eines der wenigen großen Angebote im Internet der Kinder, können wir Ihnen eine ganz besondere Art von Eltern-Tipps reichen, nämlich Eltern-Tipps von Eltern, die einst für ihre Tochter nur ein paar Surftipps zusammenstellen wollten und aus Versehen eines der größten Kinderseiten-Angebote Europas geschaffen haben, ohne jemals die Absicht zu verfolgen, dies zu tun. Es war die Zeit, die alles so wachsen ließ. Wir machen zudem darauf aufmerksam, dass in vielen Redaktionen bei den Kinderseiten natürlich auch Eltern sitzen, selbst bei großen Fernsehsendern. Wir sind sozusagen nicht die Einzigen hier.

Heute ist das Kind um das es damals ging, über 18 Jahre alt. Fragen Sie uns lieber nicht, warum wir das nun noch weitermachen. Wir haben es einfach nicht übers Herz gebracht, die Blinde Kuh einzustellen. Heute sind es zig Tausende von Kindern täglich, die da auf unseren Seiten herumklicken. Und es sind nicht mehr unsere Kinder, sondern ganz eindeutig Ihre.

Wenn Sie das Internet als Eltern begutachten, dann sehen Sie sich bitte nicht als jemanden, der da ja wohl erwarten kann, dass..., sondern immer als jemanden, der etwas nicht ins Internet gestellt hat, was Sie jetzt komischerweise vermissen.

Es gibt keine Trennung zwischen Anbieter und Benutzer, das haben einige Unternehmen und klassische Medien nur erfunden, weil sie das Internet eben nicht richtig verstehen können und dann deren Strukturen auch auf das Internet beziehen. Das ist aber falsch. Solche Strukturen gibt es im Internet nicht, zumindest haben die dort keinerlei Bedeutung: Im Internet sind alle Leute Macher. Nicht mehr und auch nicht weniger. Es gibt auch keine Neulinge oder Alte Hasen, dafür ist das Internet einfach zu groß, das irgendwer behaupten könnte, er kenne sich überall aus.

Ja, auch Sie machen das Internet für Kinder. Und es ist völlig egal, ob Ihnen das nun bewusst ist, oder nicht. Sie sind mit uns schuld. Wir sind nicht allein deswegen schuld, weil wir ehrenamtlich etwas für Sie und Ihre Kinder tun. In diesem Punkt unterscheiden wir uns überhaupt nicht. Es ist auch völlig egal, ob Sie nun davon Ahnung haben oder nicht, das allein ist Ihr Problem. Sie machen Internet und Punkt.

Internet für Kinder ist keine Privataufgabe Einzelner, die irgendwie Websklaven sind, oder gar die Aufgabe einzelner Unternehmen, sondern es ist eine gesellschaftliche Aufgabe zur Herstellung des Kinder- und Jugendmedienschutzes im Internet. Gibt es kein Angebot für Kinder, dann surfen sie in dem herum, was nicht für Kinder ist. Und das tun sie auch überall da, wo nicht das ist, was sie suchen. Jede fehlende Seite, jeder Mangel an Angebot ist ein Loch im Jugendschutz. Aber genau das ist die Schuld aller, und nicht die Schuld derer, die wenigstens ein paar Seiten in ihrer Freizeit machen.

Um es einmal in leichten Worten zu sagen. Bei vielen Seiten sollten Sie wirklich einfach nur dankbar sein, dass da jemand seine Zeit für Ihre Kinder opfert.

Lesen Sie daraus keinen Vorwurf an die Eltern im Allgemeinen. Sondern denken Sie einfach nur daran, dass es immer auch Eltern gibt, die in ihrer Freizeit all diese Seiten für Ihre Kinder bauen. Mehr dazu wollen wir Ihnen ja gar nicht klar machen.

Dieses Internet ist ein Freies Medium und nur so gut, wie wir alle das machen. Ob als Eltern, Weihnachtsmänner, Politiker oder gar Unternehmen oder eben als Handy-Betrüger. Jeder wie er kann und will. Aber es ist nicht so, dass etwa wir von der Blinden Kuh oder auch andere dafür zuständig wären, für Sie persönlich Internet zu machen, statt einfach abends nur Fernsehen zu gucken. Und das gilt für alle Seiten, die nicht von irgendwelchen Unternehmen, Initiativen oder Institutionen ins Netz gestellt werden.

Als letzten Gedanken zu diesem Abschnitt, denken Sie auch daran, dass diese Leute oft mit großem Engagement an der Arbeit sind, zig Meckermails jeden Tag beantworten müssen und kaum etwas dafür bekommen, ja selbst der eigentliche Ruhm wird ihnen von nachahmenden Unternehmen geklaut. 

Mit etwas Glück kommt hin und wieder ein kleines Dankemail von Ihren Kindern.

So etwas kann aufbauen.

 
Das Internet der Kinder...

Das Internet der Kinder ist instabil und wirtschaftlich äußerst schwach. Jeden Tag sterben gute Kinderseiten, eine nach der anderen, und jede davon fehlt dann in der Kinderseitenlandschaft. Wie schon erwähnt, alles was fehlt, durchlöchert dann die ganzen Bemühungen rund um den Kinder- und Jugendmedienschutz im Internet und dies auch für Ihre Kinder. Es war eine Handvoll Leute, die teils mit nichts in den Taschen all das geschaffen haben, was wir die deutschsprachige Kinderseitenlandschaft nennen. Sie hat damit mehr geleistet als Staat und Industrie zusammen, die soviel Geld ausgegeben haben, ohne dass es jemals bei diesen Leuten ankam. Mehrfach wurden diese Leute für ihr Engagement um den Jugendschutz und was nicht alles ausgezeichnet. Doch all diese Leute machen eben keine Pressemeldungen, die wiederum andere einfach abschreiben und sie als Artikel in den Medien wahrnehmen. Dennoch, hin und wieder werden Sie auf diese Leute stoßen. Und wenn Sie das tun, dann denken Sie an das, was wir hier fragen: Wer eigentlich macht das Internet für Kinder wirklich?

Internet wird von Menschen gemacht, von uns, von Ihnen und von anderen. Auch das Internet der Kinder oder die Kinderseitenlandschaft wird von Menschen gemacht.

Wir sind keine Exoten und keine Idealisten. Internet für Kinder macht man entweder ordentlich oder lieber gar nicht. Doch ordentliche Arbeit wird nun mal kaum belohnt und nur das macht uns und auch andere vielleicht zu Exoten und Idealisten. Leistung und Qualität sind Unworte in unserer Gesellschaft, oft so unrealistisch für viele, so dass der, der so etwas macht, offenbar nur ein Idealist sein kann. Das ist durchaus traurig, aber nun mal nicht unsere Schuld.

Betrachten Sie das Internet der Kinder vor diesem Hintergrund.

 
Verschiedene Standard-Tipps
und auch ein paar andere Nebeninformationen
 
1. Sie haben die Aufsichtspflicht

Das Internet ist kein Spielplatz für Kinder! Es ist keine Spielstraße, sondern eher eine Autobahn.

Das Internet ist nicht dazu da, um Kinder einfach irgendwo zu parken und sich dann nicht mehr um sie zu kümmern. Kümmern Sie sich nicht um Ihre Kinder, ganz sicher, relativ schnell werden das dann andere Leute für Sie tun.

Auch wenn man Ihnen 1000 Mal am Tag sagt, sie können Ihre Kinder auf Seite A oder Seite B in Obhut geben, vergessen Sie das einfach ganz schnell wieder.

Niemand nimmt Ihnen Ihre Aufsichtspflicht im Internet ab. 

Es sind und bleiben Ihre Kinder.

 
2. Sie haben die Informationspflicht

Glauben Sie niemandem, wenn Sie etwas nicht selbst ausprobiert haben. 

Sie sind die Eltern. Auf den ersten Blick lässt sich bei einem so genannten Kinderportal nicht erkennen, welche Absichten dahinter stecken. Aber Sie sollten sich schon fragen, wenn kein Geld da ist, um in diesem Land sinnig etwas für Kinder zu machen, warum manche offenbar kunterbunt etwas zu verschenken haben. 

Fragen Sie sich immer, wer ist denn das? Was sind das für fremde Leute? Was wollen die eigentlich von meinen Kindern? 

Suchen Sie nach "Problemen", echte Kinderseiten haben immer Probleme. Wenn es da keine Probleme gibt, dann stimmt da was nicht oder man will halt nicht die negative Seite an dem Projekt transparent machen. Warum eigentlich nicht? Was haben die zu verbergen? Das natürliche Problem einer Kinderseite ist: Hat sie Erfolg, also ordentlich Besucher auf den Seiten, zahlt sie horrende Serverkosten und die Redaktion müsste echt gut ins Schwitzen kommen, vor allem die Moderation, also bei Chats, Foren und auch da, wo Kinder Beiträge oder auch einfach ein Hallo-Mail einschicken können. Sind da mehr als 50 Links, ist das auf Jahre gesehen viel Arbeit, die alle immer zu kontrollieren. Meistens wird dann eine Seite eingestellt, wenn die Betreiber das endlich gemerkt haben.

Eine gute Kinderseite nebenbei macht man nicht wirklich. Also, machen diese Leute nicht eher etwas anderes, und die Kinderseite dient nur als Projektbeispiel für Agenturaufträge? Nun ja, jeder der ein wenig HTML kann, ist wohl heutzutage irgendwie eine Webagentur.

Ein weiteres Zeichen ist die Verlinkung durch andere Seiten. Wer linkt überhaupt auf dieses Angebot? Das können Sie z.B. über große Suchmaschinen herausfinden mit Eingaben der Art:

link:WebAdresse

Wird diese Seite überhaupt von anderen Kinderseiten empfohlen? Warum das nicht? Nun gut, manche Kinderseiten sind auch so toll, selbst wenn etwa SuperRTL oder das ZDF oder die ARD nicht darauf linken. Aber, oft hat es auch einen Grund.

Studieren Sie die Linktipps auf diesen Seiten und fragen Sie sich, wer macht die eigentlich? Kann sich da etwa jeder einfach eintragen? Was soll das sein, Top-10 Kinderseiten, warum sind da nie die echten Top-10 dabei? Was wollen diese Leute Ihnen eigentlich vormachen? Von welchem Internet reden die denn? Sind das deren Freunde oder sind das Kinderseiten? Wenn da schon Links drin sind, die eher zu Seiten für Erwachsene führen, etwa große Suchmaschinen, ist die Seite nicht wirklich für Kinder gedacht, sondern es ist ein Hobby für alles und nichts, u.a. eben auch ein wenig für Kinder.

Lesen Sie das Impressum des Anbieters und prüfen Sie nach, wer das überhaupt ist. "Impressum haben" allein heißt nicht, dass man seriös ist, denn es ist nach dem Tele-Medien-Gesetz Pflicht, ein Impressum anzugeben.

 
3. Wie werden Sie und Ihre Kinder
    über die Gefahren im Internet informiert?

Jedes Internet-Angebot kann von kundigen Leuten missbraucht werden. 

Wie ernst das Thema Sicherheit Ihrer Kinder bei den verschiedenen Angeboten genommen wird, können Sie aus den Sicherheitstipps für Kinder ersehen. 

Wie ernst Sie als Eltern genommen werden, steht meist in den Eltern-Infos

Lesen Sie das ruhig einmal. Fragen Sie sich, was diese Leute Ihnen da eigentlich erzählen wollen, vom Internet und vom Mythos der Betriebsphilosophie, von den ersten Tagen als man angeblich ein sicheres Internet für Kinder ganz allein erfand usw. 

Fragen Sie sich, warum Ihre Kinder eigentlich nicht auf die Gefahren im Internet bei all diesen herrlichen interaktiven Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden. Und fragen Sie das auch gleich die Betreiber. Denn Internet ist nicht nur für Kinder recht gefährlich, sondern selbst Erwachsene können sich in der Regel kaum schützen. 

Warum sind dann diese Kinderseiten so ungefährlich für Kinder?

Auch eine Frage: Werden Sie da nur informiert mit abgeschriebenen Texten, oder hilft auch jemand, wenn Sie oder Ihr Kind Opfer sind? Hierzu einige Beispiele: Steht da nur, dass es Viren gibt, oder steht da auch, wie man diese konkret wieder los wird? Steht da auch, was Viren eigentlich sind? Oder steht dort, was Sie tun können, wenn mal jemand meint, Ihr Kind zu piesacken oder sich irgendwie unangenehm über den Chat zu nähern?

Schauen Sie bitte einmal, ob diese Gefahrenhinweise auch da sind, wo eigentlich die Interaktion stattfindet? Werden die Kinder gewarnt, dass die downloadbare Software auch Viren enthalten kann oder komische Dinge auf dem PC macht? Werden die Kinder im kommunikativen Bereich vor der Angabe persönlicher Daten gewarnt?

Wenn sie gewarnt werden, vor was werden sie da eigentlich gewarnt? Nur vor Schund und Schmuddel und dem Bibabutzemann?

 
4. Haben Sie sich etwa verlaufen?
    Sind Sie denn da wirklich im Internet?

Viele Leute versprechen mit ABO-Systemen ein ganzes Internet.

Viele Leute sagen, ihre Homepage sei ein Kinderportal.

Das Internet ist groß, prüfen Sie, ob Sie von einer möglichen Startseite aus auch - sagen wir einmal - seriöse Angebote erreichen, etwa Seiten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, staatliche Seiten und auch Schulseiten. Sollte dem nicht so sein, fragen Sie sich, was an der Startseite für die ersten Schritte ins Internet denn eigentlich das Internet sein soll, wenn man das gar nicht mehr erreicht.

Die meisten so genannten Kinderportale zeigen auf alles Mögliche, nur nicht auf die echten Kinderseiten. Sie sind in der Regel Trittbrettfahrer, die nun Jahre später auch einmal das Internet für Kinder erfinden wollen und es nicht sonderlich bereichern.

Ein häufiges Argument für diese virtuellen Inseln oder schwarzen Löcher ist, das sei besonders sicher, möglichst nicht zu verlinken. Das stimmt nicht, es gibt gute Seiten für Kinder und oft sind diese sicherer als solche Seiten, die sich "Portale" oder "Sicheres Internet für Kinder" nennen.

Bei solchen Seiten geht es nicht um Sicherheit, sondern um Kundenbindung, auch bei so genannten privaten Homepages ist es leider oft so. Manchmal wissen es die Betreiber auch einfach nicht besser. Manchmal sieht es aus wie eine private Homepage, ist aber eine Spam-Seite (also, Weiterleitung zum Versandhandel oder Werbebanner-Klick-Maschine). Manchmal ist es auch nur ein Online-Abo, und damit nicht das Internet. Und manchmal ist es nur Selbsterfahrung in HTML und schon vier bis fünf Jahre tot.

Die meisten guten Startpunkte für Kinder würden sich ungern als ein "Kinderportal" verstehen. Sie schreiben lieber von "Kinderseiten". Bei einem Kinderportal muss das schon das Tor zur gesamten Kinderseitenlandschaft sein, und das sind Zigtausende von anderen Seiten. Diese Portal-Nummer kommt aus einer Zeit, als T-Online, AOL und solche Unternehmen den Wettlauf im Internet antraten, die Startseite Nummer 1 zu sein. Auch große Suchmaschinen wurde diese Funktion zugeordnet, aber die stritten es in der Regel ab, Portal zu sein. 

"Portal" ist zum Unwort der Jahrtausendwende geworden.

Bei speziellen Themen-Seiten gilt dieses Kriterium natürlich nicht. Aber die dagegen auch nicht, dass sie das ganze Internet sind.

Also, Sie brauchen kein Kinderportal, sondern die Kinderseitenlandschaft. 

Und dafür brauchen Sie eine gute Startseite von der aus Sie das Ganze erreichen, bzw. Ihr Kind prima und spielerisch seine Sachen erreichen kann.

Es gibt ältere Forderungen, der Staat müsse mal ein Kinderportal basteln. Das ist Schnee von gestern. Die Bürger im Internet haben bereits eine Kinderseitenlandschaft gebaut. So, und nur so, macht man echtes Internet. 

Und da wollten wir hin, oder? Zum echten Internet.

Nun ja, das Internet ist ja schon da.

 
5. Richten Sie Ihrem Kind
    anständige
(also sinnvolle) Surftipps ein.

Sie müssen nicht die Blinde Kuh total toll finden, das ist uns nicht so wichtig. 

Nehmen Sie Surftipps, die Sie persönlich gut finden.

Und, nicht vergessen, nehmen Sie Surftipps, die Ihr Kind auch gut findet. Ruhig mal Kindchen fragen, was es alles gut bzw. interessant findet in der Welt.

Klauen Sie die ruhig aus unseren Surftipps, das ist uns recht, aber prüfen Sie jede einzelne Seite, ob diese wirklich von Ihnen persönlich zu empfehlen ist. Sie können diese Surftipps als Bookmarks oder Favoriten in dem Browser des Kindes einrichten. 

Derartige Favoriten können Sie mit dem Tastendruck [Strg]+[D] zufügen, wenn Sie im Browser die gewünschte Seite haben. Das Ganze können Sie auch bearbeiten und übersichtlich machen, wenn Sie [Strg]+[B] drücken. Viele Kinderseiten haben ein kleines hübsches Icon, dass danach angezeigt wird. Als Eintrag wird der Titel der Webseite genommen, das ist nicht immer ideal, aber Sie können den Titelverweis jederzeit bearbeiten. (MSIE)

Sollten Sie kein Wort davon verstehen, lesen Sie bitte Informationsseiten, die Ihnen helfen, die Software zu verstehen. Oder probieren Sie es doch einfach einmal aus! 

Eine mögliche Auswahl an möglichen Seiten finden Sie
bei uns unter
Kinderseiten
http://www.blinde-kuh.de/kinderseiten/

Schauen Sie auch beim Deutschen Jugendinstitut vorbei. Die gute Frau Feil und ihre Kollegen in München haben sich bereits die Mühe gemacht, einige Seiten genauer unter die Lupe zu nehmen. Da gibt es dann auch schon einmal kritischere Worte zu der einen oder anderen Seite. Ist also nicht alles nur schöner Sonnenschein.
http://cgi.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=396

Ohne sinnvolle Anlaufadressen surft Ihr Kind wild im Internet umher und wird kaum das finden, was es gern haben möchte. Das frustriert dann ganz schnell.

Da uns seit Jahren dauernd gesagt wird: "Du Blöde Kuh, mach doch mal das und das", sind wir der Meinung, dass wir einige Tausend Kinderwünsche zwar schon irgendwie abdecken, aber eben nicht alle. Etwa regionale Informationen können wir nicht abdecken, das schaffen wir gar nicht mehr. Auch nicht die Schulhomepage oder gar Ihre Homepage. Bei solchen Dingen müssen Sie selbst einmal schauen, wie Sie die noch dem "Internet für Ihr Kind" hinzufügen können.

 
6. Stellen Sie eine Startseite ein,
    der Sie Ihr Vertrauen schenken. 

 Ideal sind dabei altersgerechte Seiten. 

Bei kleineren Kindern eben eine Seite für kleinere Kinder. Etwa deren Fernsehheld oder Seiten wie KidsVille.de, also Seiten, die eher einen Rahmen der Geborgenheit darstellen. Kinder wollen gern irgendwo zu gehören. Denken Sie daran, wenn das Kind durch Dritte Probleme bekommt ist es ratsam, dass sich dann auch jemand kümmert, also ein Ansprechpartner da ist. In dieser "Mitmachstadt" hat man den Vorteil, da kümmern sich zwei engagierte Medienpädagoginnen, denen das Projekt viel Spaß macht, und das ruhig ein wenig Förderung verdient hätte. Ausgezeichnet wurde es jedenfalls zig mal. Zudem ist es unabhängig, also nicht auf eine Fernsehsendung oder ein Produkt bezogen. Unseriöse Dinge und kleine Betrügereien finden dort nicht statt. Solche Projekte sind sehr sinnvoll aber auch sehr wertvoll, denn diese werden gemacht, weil man Kinderseiten für Kinder machen will und nicht, weil man eine Kinderseite als Werbemöglichkeit machen will. Diese Seiten werden auch dann betrieben, wenn die Arbeit ehrenamtlich ist. Es gibt andere Seiten, die ähnlich sind. Übrigens, dass solche Projekte wie KidsVille nicht wirklich gefördert werden, liegt nicht daran, dass die irgendwie, nun ja ... sind, sondern daran, dass kaum Projekte für Kinder im Internet gefördert werden, und das Geld sonst wohin aus dem Fenster fliegt. An dem "Wohlstand" solcher Seiten erkennen Sie dann auch die Ernsthaftigkeit hierzulande zum Thema Jugendmedienschutz im Internet. Eigentlich ist diese Arbeit ja sinnvoll, die die beiden da in Bielefeld machen. Und damit das auch jeder wirklich begreift, ist dieses Angebot in diesem Absatz auch das Parade-Beispiel für eine prima Startseite für Kinder unter 12 Jahren.

Wir werden uns hüten, jetzt selbst eine Art Top-10 Kinderseiten Liste hier anzugeben. Dennoch, sollten Sie keinerlei Orientierung haben, dann schauen Sie einfach einmal bei "unsere Verweise" auf unserer Meinung nach ansehnliche und brauchbare Seiten nach (da die recht oft abgeschrieben werden, muss ja was dran sein ;o):

Andere Kinderseiten
http://www.blinde-kuh.de/kinderseiten/

Aber vergessen Sie nicht den Hintergrund, vor dem es Sinn macht, das Internet der Kinder zu betrachten. 

Wenn die Anbieter schon sagen, sie haften nicht für die Beiträge in den Clubs, ist das nicht so gut. Geben Sie Ihr Kind nur dort in Obhut, wo Sie persönlich meinen, dass es da gut aufgehoben ist und wo die Betreiber sich auch für Ihr Kind verantwortlich fühlen.

Bei größeren Kindern machen "Kleinkind"-Seiten sicher nicht so viel Sinn. 

Sprechen Sie mit dem Kind, was es meint, was ganz sinnig wäre und schauen Sie sich das dann genauer an. Vielleicht machen Sie lieber selbst eine Webseite mit ein paar Links und stellen dann einfach die als Startseite ein. Und warum nicht mit Ihrem Kind eine Seite basteln? Die Seite muss ja gar nicht im Internet sein, sondern kann einfach so auf ihrem PC liegen. Eventuell macht eine Seite Sinn, die permanent aktuelle Informationen enthält.

Natürlich gibt es auch andere Magazine und sogar klasse Fernseh- und Radioseiten, die sich hier lohnen würden. Wie gesagt, Ihr Kind weiß das schon, was es da als Startseite sehen will.

Diese Startseite kann man ändern und die Startseite kann man auch jederzeit umstellen. Die Startseite ist übrigens im Browser mit einem Häuschen symbolisiert.

Das geht im MS Internet Explorer so (Beschreibung von Microsoft für MSIE 6)

 Startseite Ändern - Microsoft Internet Explorer Hilfeseiten
Ihre Startseite ist diejenige Seite, die stets angezeigt wird, wenn Sie den Internet Explorer öffnen. Wählen Sie eine Seite, die Sie häufig anzeigen möchten, oder eine, die Sie anpassen können, um einen schnellen Zugriff auf alle gewünschten Informationen zu erhalten.
  1. Wechseln Sie zu der Seite, die beim Starten vom Internet Explorer angezeigt werden soll.

  2. Klicken Sie im Menü Extras auf Internetoptionen.

  3. Klicken Sie auf die Registerkarte Allgemein.

  4. Klicken Sie unter Startseite auf Aktuelle Seite.

 
7.  Andere Suchmaschine im Browser einstellen

Schauen Sie sich ganz genau den Browser an

... und nehmen Sie bestimmte Dinge heraus. Eine Anleitung, bzw. sogar ein kostenloses Tool, wie man die voreingestellte Suchmaschine durch eine Suchmaschine für Kinder ersetzen kann, haben wir Ihnen vorbereitet:

Schauen Sie mal unter Blinde Kuh im MS Internet Explorer
http://www.blinde-kuh.de/informationen/napping/bk2msie.htm

Mit diesem kleinen Trick können Sie dem Kind seine Lieblingsseite als Startseite einstellen und so belassen, dabei aber als Suchmaschine die Blinde Kuh, die dann jederzeit über den Suchen-Button oben in der Toolbar des MSIE zu haben ist.

Warum die Suchmaschine auswechseln? 

Suchmaschinen für Erwachsene sind nicht für Kinder geeignet. Für Kleinere sowieso nicht. Selbst die Betreiber großer Suchmaschinen sind nicht der Auffassung, dass man da Kinder suchen lassen sollte. Auch "family-filter" vergessen Sie am besten gleich wieder, alles nur Marketing. Es ist auch nicht so, dass eine große Suchmaschine auch alles findet, was eine Suchmaschine für Kinder findet. Eher im Gegenteil. Das hängt ein wenig damit zusammen, dass große Suchmaschinen einen bestimmten Standard verlangen und kleinere hier mehr Ausnahmen machen können. Zudem sind große Suchmaschinen extrem voll-gespamt, nicht nur Porn-Spam und dergleichen, also schon längst sitzen Anbieter unter den Top-Treffern, die alles andere im Kopf haben, als sinnige Angebote für Kinder zu machen. Nicht vergessen, Kinder und naive Erwachsene sind leichte Beute im Internet. Kinderseiten sind in der Regel recht unprofessionell für Suchmaschinen optimiertl. Spamer hingegen verstehen das Optimieren etwas besser. Meist werden Kinderseiten auch gar nicht in den großen Suchmaschinen angemeldet, weil die Betreiber gar nicht wissen, wie das geht. Der dritte Grund: Kinder müssen schon Erfolg haben können bei ihrer Suche. Dazu muss der Suchvorgang und auch die Trefferliste eben mehr den Kindern angepasst werden. Suchschlitze allein mit tollem Design machen keine Suchmaschinen für Kinder. Gegen 2000 gab es bei großen Suchmaschinen die Bemühungen, spezielle Suchmaschinen für die unter 14 Jahren zu basteln und anzubieten. Leider mussten sämtliche dieser Versuche aus Kostengründen wieder eingestellt werden. Es gibt Laien, die meinen, dass man ruhig die gängigen Top-10 der großen Suchmaschinen empfehlen kann. Suchmaschinen-Kenner raten aber davon dringend ab und halten das für äußerst naiv, ja eher für gefährlich, hier mit falscher Medienkompetenz auch noch Eltern fahrlässig zu täuschen. Schön wäre es natürlich, aber es ist nun mal nicht so. Selbst Erwachsene haben alle Mühe wirklich gute Sachen für Kinder schnell über große Suchmaschinen zu finden. Seiten, die etwa nur Flash sind, werden nicht gefunden, ebenso Seiten, die nicht die Standards der großen Suchmaschinen erfüllen möchten. Das gilt für einen Großteil der Kinderseiten. Allein in der Blinden Kuh sind bereits Tausende von Seiten zu finden, die etwa ein Google aufgrund dieser technischen Bedingungen erst gar nicht im Suchraum hat. Man wird es dann nicht besser in Google finden, sondern eben überhaupt nicht. Ein vierter Grund ist der Kontext in dem das Suchergebnis herauskommt. Der sollte schon eher die Kinder ansprechen und nicht nur die Kauflustigkeit oder gar einsame Single-Herzen. Sinniger als "Wenn du da nichts findest, dann gehe zu Google" wäre es, den Kindern zu erklären, wie man richtig sucht. Nichts-Finden heißt ja nicht gleich, dass etwas nicht zu finden wäre. Auch Medienpädagogen haben keinerlei Möglichkeit herauszufinden, was man wie in einer Blinden Kuh finden würde, wissen daher auch nicht, ob es in der Suchmaschine wäre. Die Tatsache, dass ein Google dann irgendwas ausgibt, heißt auch nicht unbedingt, dass es das gefunden hat, was man eigentlich suchte. Denn die selben Seiten, z.B. die Seiten der öffentlich-rechtlichen Sender, wären dann auch so, mit gleicher Sucheingabe, in Google oft nicht zu finden. Es gibt Grenzfälle, etwa Regionales und Ereignisse, die eine Suchmaschine für Kinder so nicht alle aufnehmen kann. Über eine vernünftige Suchmaschine für Kinder sind dann weitere Navigationsmöglichkeiten zu finden, um etwa jede Grundschule in ganz Bayern auch zu finden oder zig Tausend Basteltipps. Wichtig wäre also eine Medienkompetenz der Art, was suche ich als Kind womit? Und eben nicht völlig unreflektiert, "Hier hast du eine Liste an Suchmaschinen, such mal schön.".

Wir raten nicht unbedingt so gern zur Blinden Kuh, aber als ehemalige Mitarbeiter großer Suchmaschinen gerade in der Spam-Abwehr, können wir Ihnen nur davon abraten, Grundschüler auf die Suchschlitze der großen zu hetzen. Und glauben Sie uns einfach, wer Google & Co. Kindern empfiehlt, war nie in der Spam-Abwehr einer großen Suchmaschine professionell tätig. An derartigen Surftipps sehen Sie, wie wenig Ahnung man haben muss, um Surftipps für Eltern und Lehrer aufzutürmen. Meist werden sogar große Suchmaschinen empfohlen, die es schon lange nicht mehr gibt. 

Mit dieser Auswechslungsmöglichkeit der Suchmaschine im Browser kommen wir zudem den Wünschen mehrerer Eltern und Lehrer nach.

Abwehr feindlicher Scripte im Internet

Es gibt noch ein Problem. Manche Witzbolde und eher kriminelle Gestalten stellen im Internet Seiten so ein, das diese solche Einstellungen im Browser immer wieder ändern und dann deren Seiten einsetzen, ohne dass Sie oder Ihr Kind das merken. Das ist natürlich fies, kann aber dann wieder von Ihnen geändert werden.

Sie können den Browser auch noch mehr verändern.

Nehmen Sie auch die Erwachsenen-Favoriten und die Foren aus dem Browser raus und was da alles eingeblendet wird. Das geht beim Internet Explorer recht einfach. Einmal eben Lesezeichen bearbeiten unter Favoriten, und einmal mit der rechten Maustaste oben auf die Button-Leiste klicken, dann "Anpassen" auswählen. Sollte Ihnen das alles nicht klar sein, nutzen Sie das Hilfe-Menü und schauen sich einmal an, was man an dem Browser verändern kann. Zur Not fragen Sie jemanden in Ihrem Bekanntenkreis, der sich auskennt. Kleiner Tipp, manche Admins in den Firmen, in denen man arbeitet, können dann ganz gesprächig werden, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Wissen von Relevanz sein könnte und sie damit einen guten Zweck erfüllen. Auch in der Schule gibt es meist jemanden, der das Netzwerk machen muss, und sich ein wenig oder gar viel auskennt.

Den Browser komplett dicht zu machen, das können Sie sich schenken. Aber einige Sachen müssen ja nun nicht sein.

Es werden auch Browser speziell für Kinder angeboten. Aber diese scheinen derzeit eher produkterzieherisch zu sein, und dienen mehr dazu, Ihr Kind gerade nicht in das echte Internet zu lassen, da wo all die schönen Kinderseiten sind. Ein Internet Browser ohne Kinderseitenlandschaft ist nun mal irgendwie albern. Da dies bezüglich auch keinerlei echte Bemühungen zu erkennen sind, man müsste da schon etwas mehr zusammenarbeiten mit den Kinderseiten, nicht nur mit der Unterhaltungsindustrie, wird das nicht viel werden. Prinzipiell ist es ein leichtes einen solchen Browser zu basteln, technische Probleme gibt es dabei eigentlich nicht. Eher stellt sich die Frage, welche Absicht man damit verfolgt.

Generell raten wir dazu, Kindern um die 12 Jahre nicht irgendwelche Spielzeugsoftware unterzujubeln. Sie sollen auch den Umgang mit dem echten Internet lernen und nicht Ihre Zeit mit Pippifax verdaddeln.

 
8. Thema Kinderfilter. 
    Schutz vor Schmutz oder nur billigeres Alibi

Nirgends wird so gelogen wie beim Thema Kinderfilter. Schon die Tatsache, dass die halbe Wirtschaft mit den Flops der Online-Industrie fast baden ging, sollte Sie immer kritisch sein lassen. Wir selbst können derzeit keine Filtersoftware empfehlen.

Wenn Sie möchten, lesen Sie dazu unsere eher kritischen Worte zum Thema Filter: Wen schützt das Over-Blocking?
http://www.blinde-kuh.de/schutz.html

Noch ein Tipp, noch gibt es ja Jugendministerien im Bund und in den Ländern. Oft geben diese Broschüren für Eltern heraus. Davon sollten Sie sich eine vom Bund BM FSFJ und mindestens eine von ihrem Lieblingsbundesland holen.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Netz der Kinder - Surfen ohne Risiko?
Ein praktischer Leitfaden für Eltern und Pädagogen

http://www.bmfsfj.de/

Es gibt natürlich Bemühungen, ja, aber ganz so doll ist das alles nicht. Alles was es gibt arbeitet meist mit den echten Kinderseiten gar nicht zusammen, sondern erfindet da irgend ein "Jugendschutz" der für das Netz der Kinder nicht so effektiv und sinnvoll ist, wie da meist auf der Verpackung steht. Oft geht es nur darum, ein Abo-System anzubieten, das natürlich Geld kostet, und hierzulande irgendwas auch haben muss, auf dem zumindest "Kindersicher Zugang" draufsteht. Na ja, sonst würden das Eltern auch nicht kaufen, oder? Das aber ist dann nicht Internet, sondern Extranet und hat mit der eigentlichen Kinderseitenlandschaft nichts zu tun, eine kleine Schummelpackung so zu sagen.

Eine Ausnahme will ICRA sein. Aber bisher wird ICRA selbst von den ICRA-Mitgliedern nicht so ganz Ernst genommen. Es wären Unsummen nötig, um sinnige Positivlisten zu basteln. Daran scheint aber niemand wirklich interessiert zu sein.

Auch ICRA ist erst einmal nur eine Verpackung und ganz sicherlich kein Jugendschutz per Knopfdruck.

 
9. Andere "unabhängige" Eltern-Tipps
Studieren Sie die Eltern-Informationen auf den Kinderseiten der Öffentlich-Rechtlichen

Auch da kann man viel lernen.

ZDF tivi Infos für Erwachsene
http://www.tivi.de/tivi/erwachsene/start/index.html

SWR Kindernetz Eltern-Info
http://www.kindernetz.de/eltern/

Die Seiten der Öffentlich-Rechtlichen sind natürlich, wenn man so will, "einseitig". Das hat einen Grund. Das Angebot dieser Seiten darf nur sendebegleitend sein. Also, weder ARD noch ZDF dürfen irgendwelche Sachen auf ihren Seiten machen, die nicht zur Sendung gehören. Anders als private Sender, die Internet und Fernsehen stark verquicken können. ARD und ZDF machen Rundfunk bzw. Fernsehen. Sobald da steht sie haben das Internet für Kinder neu erfunden, wäre das ein Verstoß gegen den "Auftrag", der mit GEZ-Geldern von Ihnen und anderen Bürgern finanziert wird. Auch ein Kinderkanal (Ki.Ka) ist daher kein Internet für Kinder. Ganz anders sieht das z.B. bei den kommerziellen, etwa SuperRTL aus, das keinerlei solche Auflagen hat.

Wie auch immer. Das hat auch den Vorteil, dass die ARD und das ZDF nicht nur Werbung für sich selbst machen, wenn es um das Internet geht. Das auch, aber eben nicht so extrem. Bezüglich Internet und Kinder sieht man dies deutlich. Mindestens ein Verweis muss dann in das Internet der Kinder sein und darf nicht nur ARD und ZDF sein.

Man sollte das aber nicht zu eng sehen. Natürlich gibt es kommerzielle Medien, die auch Eltern anständig informieren und nicht nur mit Eigenwerbung zukleistern. Dennoch, gerade kommerzielle Medien werden sicher keinerlei Experten als Journalisten bezahlen, nur um das Internet für Kinder zu erklären. Das geht ja auch so und ist so schön einfach erklärt und so schön billig. Zur Not sind irgendwelche Pädagogen sicher willig genug, ein Praktikum bei einer Zeitung zu machen, wenn sie sonst halt keinen echten Job bekommen. Gerade diese "pädagogischen Texte" in den kommerziellen Medien sind eher zweifelhaft und suspekt, trotz Ausnahmen. Auch Texte über Jugendmedienschutz sehen da aus wie Statements bestimmter Interessengruppen, die eigentlich nicht die politische Aufgabe für dieses Thema erhalten haben. 

 
10. Sie kommen nicht umhin,
      sich selbst mit dem Internet zu beschäftigen. 

Nicht nur, damit Sie wissen, was eigentlich Ihre Kiddies da treiben, sondern auch, damit Sie ihnen überhaupt eine Hilfe sein können. 

Mal abgesehen davon, dass es Volkshochschulkurse gibt, in denen sich noch das eine oder andere gerade Neueinsteigern beibringen lässt, lassen Sie sich von Ihrem Kind zur Not alles erklären! Hören Sie ruhig einmal zu. Bereiten Sie sich gut vor, sehr gut. Je besser Sie vorbereitet sind, desto mehr können Sie Probleme einkreisen. 

Die Seiten der Blinden Kuh sind meist so aufgebaut, dass auch Anfänger unter den Erwachsenen hier und da Anregungen finden, ein bestimmtes Thema zu erarbeiten. Dort gibt es meist weiterführende Links. 

Etwa das Beispiel: Computer-Viren
http://www.blinde-kuh.de/viren.html

Das ist zwar nun für Kinder etwas schmackiger umgeschrieben, aber glauben Sie uns, auch Erwachsene haben da etwas zu lesen. Generell sind die Seiten der Blinden Kuh eigentlich nicht für Erwachsene gemacht, aber so genau schaut da nun auch wieder keiner hin. Mit der Blinden Kuh werden also nicht nur Ihre Kinder zu Onlinern, sondern Sie können da auch mitmachen.

Andere Beispiele haben wir natürlich auch noch

Wie funktioniert die Suchmaschine Blinde Kuh? Suchkurs
http://www.blinde-kuh.de/suchkurs/

Was bedeuten die Gesichter in E-Mails? Smileys
http://www.blinde-kuh.de/smiley/

Solche Sachen finden Sie natürlich auch auf anderen Kinderseiten.

Aber eines sollten Sie niemals tun: In Foren und Chats und solchen Dingen, geben Sie sich bitte niemals als Kind aus. In dem Fall täuschen Sie nicht nur die Redaktion, sondern vor allem die anderen Kinder.

 
11.  Bereiten Sie sich vor.
Gerade wenn das Kind neu im Internet ist, haben Sie die Chance noch mitspielen zu dürfen.

Dazu müssen Sie sich schon gut auskennen. Bereiten Sie den Besuch einer speziellen Kinderseite vor, schauen sich da alles genau an, um dann gemeinsam mit Ihrem Kind dort zu surfen. 

Suchen Sie ruhig einmal nach bestimmten Dingen, etwa nach Tieren, um ein wenig den Überblick zu bekommen. Keine Bange, das Internet ist groß genug, dass selbst Profis nicht alles wissen. Sie müssen daher auch nicht 100% das Internet für Kinder kennen, aber doch schon ein wenig.

Aber lassen Sie es sich nicht nehmen, surfen Sie vor und klicken alles einmal an, was da auf den Seiten ist, bevor Sie Ihren Kindern diese Seiten empfehlen.

Je schlechter Sie vorbereitet sind, desto schwieriger ist der Zugang für Ihr Kind in das Angebot des Internets. Zwar haben Ihnen bereits viele Leute bei den Kinderseiten dieses Vorsurfen schon einmal teils abgenommen, dennoch wissen doch nur Sie, was Ihr Kind eigentlich wirklich interessiert und was Ihrer Meinung nach auch ein Internet für Ihr Kind haben sollte.

Sehen Sie Informationen von Dritten, etwa Surftipps und dergleichen nur als Anregung, nicht als Naturgesetz.

Wenn Ihnen zu "Kinderseiten" nur Fernsehsender und Markennamen einfallen, die Sie wiederum nur aus dem Fernsehen kennen oder aus Ihren eigenen Kindertagen, sind Sie noch weit von der Kinderseitenlandschaft entfernt. Es gibt Besseres, glauben Sie uns. Natürlich werden gerade bei Markennamen große Gelder hineingesteckt, aber eben meist nur Gelder. Unter uns, es gibt z.B. auch Seiten in Österreich, nicht nur in Deutschland. Dieses österreichische Internet für Kinder können Sie z.B. direkt betreten mit:

Kidsweb (KiKu Online)
http://www.kidsweb.at/

Das ist die Beilage für Kinder der Zeitung "Kurier" in Wien / Österreich. Eine Kinderzeitung so zu sagen, bei der auch Kinder etwas schreiben. KiKu hat den großen Vorteil, das gerade mehr Österreich nach vorn gebracht wird, denn so fühlen sich Kinder aus Österreich nicht gleich wie Ausländer, wenn sie im Internet sind.

Nun ja, die Welt ist manchmal noch größer als manche dieser Surftipps aussagen können oder wollen. Unter dem Suchwort "International" bei der Blinden Kuh werden Sie feststellen können, wie groß die Welt im Internet der Kinder sein kann.

Wenn Sie selbst anfangen, ein paar Surftipps für Ihr Kind zu basteln, dann sind Sie schon eher auf dem Weg ins echte Internet. Wie gesagt, Internet guckt man nicht, sondern man macht es!

Für den Anfang aber reicht es, sich erst einmal ordentlich viel Orientierung zu verschaffen.

 
12. Abo? Muss das denn sein? Erst gucken, bevor
      man unbedingt irgendwo Mitglied sein muss.

Viele versuchen Kunden zu binden ohne eigentlich wirklich etwas zu bieten. 

Im Echten Internet muss man sich nicht registrieren. 

Auch das Argument, dass Ihre Kinder dann besonders sicher wären, wenn Sie viel Geld bezahlen, ist schlichtweg falsch. Es geht nur um Kundenbindung. Die echten Kinderseiten werfen die Kosten nicht auf den Verbraucher. Das widerspricht auch ein wenig dem Prinzip Internet. Abo-Systeme sind auch kein echtes Internet, sie funktionieren eher so wie im Print-Bereich, also ein Abonnement für eine Zeitschrift. Hinzu kommt, das Sie oder Ihr Kind dann nicht mehr anonym sind. So genannte "privacy policy" Texte lullen dann den registrierten Kunden ein, dass er sich um den Datenschutz nicht sorgen muss. Absoluter Unsinn. Die Kinder sollen eigentlich so anonym bleiben, wie es nur geht. Erst wenn Sie das Medium Internet verstanden haben, können Sie die Gefahren und Probleme abschätzen. Lassen Sie sich also keinen Bären aufbinden, von wegen irgendwer kümmert sich um ihr Wohl. Daten werden immer ausgewertet und auch benutzt, selbst die Daten, von denen Sie gar nicht wissen, dass Sie die bei Ihrem Besuch der Internetseite mit sich führen.

Es wird auch damit geworben, dass man als Clubmitglied ein echter Onliner sei. Auch das ist Unsinn. Echte Onliner machen selbst Webseiten und Internet, sind aber nicht Bewohner auf Seiten fremder Leute, die sich mit allem was man macht, dumm und dösig verdienen. Wenn da etwa ein Werbebanner drauf ist, und Sie oder Ihr Kind schreiben  etwas auf diesen Webseiten, bekommen Sie dann das Geld für die Werbeschaltung? Soweit zum Thema "Der Sinn von Clubs und Online-Communities". Was aber nicht heißt, dass es nicht wirklich echte Communities und Clubs gibt. Es gibt sogar welche für Kinder. Nur eben, seriöse Anbieter drücken das einem nicht gleich auf's Auge, als wäre es wichtig unbedingt im Club zu sein. Schwierig ist natürlich, dass besonders Mädchen gern in jedem Club Mitglied sein möchten, den sie finden.

Für den Anfang melden Sie sich am besten nicht gleich samt Kind in irgendwelchen Foren, Clubs oder Abos an, die Geld kosten. Surfen Sie erst einmal. Lernen Sie das Internet kennen. Begehen Sie das Internet wie eine fremde Stadt. Da setzen Sie sich ja auch nicht in jedes Lokal und jedes Geschäft.

Natürlich hat auch die Blinde Kuh einen solchen Club, nur, man muss sich da nicht sonderlich registrieren als Kind oder irgend etwas bezahlen:

Blinde Kuh Web-Kinder-Post
http://www.kinder-post.de/

Derartige Foren finden Sie auch bei vielen anderen Kinderseiten. Sie sind vor allen für die Fans gedacht, die sich da etwas austauschen wollen.

Auch so genannte Newsletter, die Sie oder Ihr Kind über E-Mail haben können, sind meist eher zu anderen Zwecken als dort angegeben. Vor allem dienen Sie der Kundenbindung. Webseiten sind eher ein PULL-Medium, d.h. Ihr Kind guckt nach Lust und Laune vorbei. Also, freiwillig. Newsletter wollen das aufbohren, und daraus ein PUSH-Medium machen. Sie nerven dann dauernd, teils auch mit Werbung, die nicht gerade für Kinder ist, und erzählen stolz welche Gewinnspiele es nun neu gibt oder welches Pixelchen sich geändert hat. Ziel, das Kind soll dauernd wiederkommen. Wenn man richtig Fan von einer Sache ist, mag das witzig sein. Aber am Anfang der Internet-Erkundung muss das noch nicht sein. Behalten Sie für sich und Ihr Kind ruhig die Gemütlichkeit im Internet.
Hier ist aber zu erwähnen, es gibt auch echte Online-Zeitungen, sogar im Kids-Bereich. Der Ausdruck "Newsletter" wird aber leider etwas inflationär benutzt.

Anfangs in Ruhe bummeln gehen und von allem, was mit Registrieren zu tun hat, erst einmal die Finger lassen. Auf diese Weise können Sie ein wenig Geld sparen.

 
13. Schauen Sie bei den Seiten genau,
      ob da auch andere Kinder sind.

Oft liest man Surftipps in denen auch Kinder zu Wort kommen, und sagen, was die davon halten. Eine recht dubiose Geschichte, denn viele Seiten für Kinder sind so groß, dass kein Kind mehr schafft, das wirklich alles durchzuklicken und auszuprobieren. Wichtig ist auch nicht eine einmalige Erfahrung von Kindern oder der erste Eindruck, sondern vielmehr, wie sie diese Seiten dauerhaft, also über einen längeren Zeitraum benutzen. Der erste Eindruck täuscht nämlich gewaltig.

Eine super Fernsehsendung hat meist auch eine super Seite. Jedes Kind findet die auf Anhieb toll, wenn es die Fernsehsendung mag. Aber in der Regel flüchten die Kinder nach einer Weile, weil man auf den Seiten irgendwie nichts machen kann. Das Neue ist dann alter Kram geworden und langweilig.

Also schauen Sie einmal auf den Kinderseiten, ob da überhaupt noch Kinder drauf sind und was genau die da eigentlich machen, bzw. machen dürfen. Nicht nur glauben, was die Leute versprechen. Achten Sie auf das Datum der Clubbeiträge. Manche Seiten sind nämlich schon seit Jahren tot.

Prüfen Sie, wie die Kinder partizipieren können, wie sie kommunizieren können, wie sie dabei gestört werden können, wie sie vom Anbieter mit etwas permanent informiert werden, etwa über so genannte Newsletter (bei denen die Kinder dann auf einmal doch ihre E-Mail-Adresse verraten sollen, ja sogar noch etwas Daten mehr).

Sind Kinder da nur billige Autoren, billige Hilfskräfte, die irgendwie die Seiten vollsabbeln, damit z.B. die Werbeschaltung rotiert, sind sie nur "Klickmasse"? Oder sind es nur Kartei-Leichen? Gerade bei Abo-Systemen und Clubs muss doch wundern, wenn da Tausende von Kindern registriert sind, und es eigentlich nur vier Rezepte gibt, die Kinder eingeschickt haben. Die machen offenbar gar nicht alle mit, nutzen also das Angebot überhaupt nicht.

Weshalb eigentlich kommen die dortigen Kinder immer wieder zum Angebot?

 
14. Schauen Sie sich die Werbung
      in den Seiten genau an.

Für was wird geworben? Tauchen die beworbenen Sachen auch bei den echten Kinderseiten auf? Warum nicht, wenn das doch so cool ist, dass man das auf seinen Seiten hervorheben muss? Unternehmen, die meist so werben, sollten Sie Ihre Kinder nicht anvertrauen. Offenbar halten diese Unternehmen es nicht für notwendig, wirklich das Internet für Kinder zu bereichern, sondern versuchen über Werbeeinblendungen Kinder anzulocken. Oft bleibt diesen Unternehmen natürlich nicht viel übrig, weil sie seriöse Kinderseiten nicht als Surftipp aufnehmen, nicht einmal für Geld. In Wahrheit haben all diese Unternehmen keinen einzigen Euro-Cent für die Kinder im Netz übrig. Aber jedes Kind könnte eben Euro-Cents generieren. Manchmal reicht dazu ein einfacher Mausklick aus.

Wenn Sie so genannte Partnerprogramme sehen, wie Amazon, Ebay und ähnliches sind ihre Kinder auf diesen Seiten nur Klickmasse. Ein normaler Homepagebastler verdient gar nichts mit solchen Partnerprogrammen, da man richtig Klickmasse braucht, damit sich die Arbeit lohnt. Viele Anbieter sind einfach nur blöd und fallen auf diesen "Partner"-Trick rein. Sie glauben, wenn sie Partner von Amazon sind, dass Sie dann denken, das sind aber offenbar seriöse Leute und Profis. Falsch, Profis würden so ein Geschäft mit Amazon und Ebay garantiert nicht machen.

Auch so genannte "Sponsoren" sind verdeckte Werbung, die Kinder anlocken sollen. Echte Sponsoren und Förderer halten es eher für Image-schädigend bei erfolgreichen Kinderseiten irgendwie dumm aufzufallen und bestehen auf eine "leise Erwähnung". Ein Unternehmen, das Werbung bezahlt, muss meist eher mehr Geld einsetzen, als wenn es schaut, wie kann ich der Kinderseitenlandschaft mit meinen Möglichkeiten helfen. Sie werden erstaunt sein, so wirtschaftlich denkt die Wirtschaft gar nicht. Sie will oft nicht eine Kinderseitenlandschaft unterstützen, sondern Kinder und Eltern von diesen Seiten abziehen. Dennoch es gibt Unternehmen, die das verstanden haben und mit ihren Möglichkeiten damit die Kinderseitenlandschaft berücksichtigen. Auch diese wollen gar nicht mal so pompös als Popup oder Werbebanner oder gar als versteckte "Content-Werbung" auf den Seiten sein, weil es imageschädigend wäre. Also, je lauter, desto komischer. Je leiser, desto seriöser. In der Tat können Sie so seriöse Unternehmen erkennen, wie sie auf anderen Kinderseiten "werben", oder aufgrund ihrer Leistung und Kompetenz einfach eingebunden werden, so als wäre es einfach nur ein gutes Kinderangebot ;o) Aber lassen Sie sich nicht täuschen. Einige Unternehmen tauschen sich auf diese Weise gegenseitig Persilscheine aus. Es wird halt geschummelt, wo es nur geht. Alles, um Sie persönlich und alle anderen Eltern zu täuschen.

Anhand der Blinden Kuh sehen Sie: man kann auch ohne solchen überlauten Schnickschnack berühmt werden. Wenn man denn was hat, was Kinder zum Besuch der Seiten anregt. Wenn nicht, na, dann bleibt eben nur die Werbung. Auf keinen Fall aber ist eine Kinderseite so reich, dass sie im Fernsehen Werbung machen könnte. Da haben Sie dann gleich die ganzen Pappnasen, die ihr Geld eher aus dem Fenster werfen würden, statt auch nur einen Finger für eine stabile Kinderseitenlandschaft krumm zu machen.

In Deutschland ist das eigentlich Faustregel Nummer 1: 

Keine aggressive Werbung an Kinder.

Sie werden lachen, das sieht sogar das Jugendschutzgesetz vor. Nur, es gilt halt nicht im Internet. Und damit Sie auch so richtig vom Glauben abfallen, dass es Unternehmen sind, die Kinderfilter basteln, ist genau das Thema da auch gar nicht berücksichtigt. Viel Spaß bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der großen Konzerne. Dass diese deswegen teils sogar Probleme mit den Behörden haben, das steht nicht in den markigen Werbebotschaften. Das ist sehr schlau.

Der Staat darf keine Negativ-Liste für betrügerische Unternehmen zur Verfügung stellen, an der sich Eltern orientieren können. In der Tat sehen Sie das auch schon bei dem Problem "Bittere Pillen". Der Pharmazie ist es gelungen, dass der Staat nicht verhindern kann, dass Sie Dinge kaufen, die alles andere sind als Medizin. Beim Jugendschutz sieht es noch viel schlimmer aus. Hier heißt es dann sofort Zensur und Wettbewerbsverzerrung. Es ist nur möglich, über Empfehlungen die Scharlatane wieder etwas nach hinten zu drängeln. Aber das kostet nun einmal viel Geld, denn das muss ja auch jemand machen.

Auch die Presse, die fast ausschließlich kommerziell ist, redet manchmal gern kritisch, aber muss ja Werbung schalten, sonst droht die Pleite. So tut sie eben genau das Gegenteil dessen, was andere empfehlen und puscht damit die Scharlatane, die diese Strippen zu ziehen verstehen. Dass z.B. eine T-Online Partner-Presse positive Worte findet, ist ja klar. Das Problem ist, dass die Feindpresse dann nicht Kritik übt, sondern das gar nicht erwähnt. So haben Sie also eigentlich nur eine Sorte Information. T-Online ist jetzt nur Beispiel und deswegen kein böser Bube. Die Verquickung von Medien und Industrie macht das Beschaffen unabhängiger Informationen nicht gerade einfach. Die öffentlich-rechtlichen Geschichten dürfen sich nicht einmischen, weil dies Wettbewerbsverzerrung wäre. Also auch hier Schweigen im Walde. Vielleicht hier und da in den schlechten Sendeplätzen mal ein Wörtchen. Ein kleiner einfacher Text, der aber zu klein ist, um die Komplexität der Sachen darzustellen.

Zum Glück reguliert sich der Markt aber auch meistens selbst, da die Verbraucher da auf Dauer nicht mitspielen. Aber einige fallen immer wieder darauf rein.

Zudem, auch im Kinderbereich gibt es Spam-Seiten von kleineren Amateur-Betrügern. Sie locken mit Foren und Schnickschnack, aber das Ziel ist, soviele Dummis wie es geht auf den Seiten zu generieren und die zu diesen Partnern zu schicken. Amazon und Ebay ist das Problem klar, aber das interessiert die ja nicht. Internet ist cool und Punkt. Wenn jemand über den Tisch gezogen wird, heißt es dann, nun ja, wenn der so doof ist, selber schuld. Blöderweise wird das aber nie auf diese Seiten geschrieben.

Erstaunlicherweise gilt allerdings in der Adult-Branche eher der Ehrencodex: kein Spam gegen Kinder. Hier wird traditionell professionell Spam für große Suchmaschinen betrieben. In den Foren der Adultmaster kann man es immer wieder lesen: Kein Spam gegen Kinder! Im Gegenteil, da scheint man sogar der Meinung zu sein, dass eine gute Kinderseitenlandschaft ihnen eher entgegenkommt. Denn je mehr Kinder dort sind, desto weniger verlaufen sich aus Versehen auf diese Porn-Angebote. Sie würden daher garantiert solche Spam-Methoden in ihren Kreisen nicht zulassen. Wer nur um schnelle Euros zu generieren diese Spielregeln verletzt, der macht sich unerwartete Kritiker. Eine durchaus wirkungsvolle Jugendschutzmaßnahme, die auch von der Kinderseitenlandschaft begrüßt wird. Also, die Gangster und verantwortungslosen Gestalten sitzen nicht immer da, wo man denkt. Ein Beispiel für das, was wir meinen, Sie nicht immer sehen können. Die Sympathie für Seiten wie diese ist in den Adult-Kreisen sogar erstaunlich hoch. Und sicherlich nicht nur, weil etwa die Blinde Kuh in Hamburg St.Pauli wohnt, sondern weil es hier um Arbeit im Internet geht.

Das Gleiche gilt für Handy-Seiten und Kindermoden und und und. Insbesondere Handy-Seiten sind meist nicht für Kinder. Eigentlich baut ein Handy-Unternehmen auch keine Seiten für Kinder. Das ist alles Spam. Auch Spielzeug und was nicht alles. Vieles davon würde etwa im Einzelhandel eher durch die Qualitätskontrolle fallen. Es ist so, Spielzeug wird TÜV geprüft, ob etwa Kinder sich da verletzen können, oder ob das schnell brennt, giftige Gase ausströmen und was nicht alles. Selbst große Unternehmen müssen manchmal ein Produkt deswegen wieder vom Markt nehmen. Im Internet kann Ihnen jeder irgendwas andrehen. Und damit die Kinder schön quengeln, auch eine Kinderseite dazu basteln. Oft sind es genau die, die durch die Kontrollen fallen, die dann im Internet voll den Lukas raushängen lassen.

Noch einmal ausdrücklich betont, es gibt seriöse Unternehmen mit seriösen Kinderseiten. Doch leider sind die nicht so leicht zu erkennen, weil sie keine aggressive Werbung machen. Es liegt an der Kinderseitenlandschaft, sich zugunsten dieser seriösen Unternehmen auszusprechen, um diesen Wettbewerbsnachteil damit auszugleichen. Es kann einfach nicht sein (da hören wir nun den gesamten Mittelstand mitgröhlen ;o) dass ein Unternehmen, das keine dubiosen Methoden einsetzt, dadurch Wettbewerbsnachteile in Deutschland hat. Gute Filme, gute Software, gute Produkte, gute "Was auch immer", brauchen die Unterstützung der Verbraucher. Außerdem sind die es ja, die Arbeitsplätze schaffen und so kann man dann auch gute Arbeitsplätze retten und stabilisieren. Denn, da gibt es keine zwei Meinungen, die deutsche Wirtschaft und jede andere auch, braucht eine Unternehmenskultur, die mit ihren Produkten - und nicht mit leeren Versprechen - überzeugen kann.

Für den Absatz wollen wir jetzt einen Schulterklopfer haben. Aber mal Spaß beiseite, es ist eine Schande wie gute Unternehmen in Deutschland den Bach runterfließen, weil reißerische Werbung die Verbraucher austricksen kann wie sie will, mit einigen kleineren Einschränkungen im Fernsehen, in der Schule und auf Plakaten, aber eben nicht im Internet. Seien Sie also gut zu unserer Wirtschaft, helfen Sie mit. Seien Sie einfach nur kritisch bei Werbung.

Kein einzelnes Unternehmen ist in der Lage, Ihnen Jugendschutz per Knopfdruck anzubieten. Aber zu verkaufen. Ob das Jugendschutz ist, so wie er in Deutschland in die Gesetze gegossen wird, sagen die Leute ja nicht. Jede Insellösung in Sachen Jugendschutz ist Täuschung der Verbraucher. Und das in diesem Fall die Eltern.

 
15. Was nicht schaden kann:
      werden Sie selbst aktiv im Netz.

Reden Sie mit anderen Eltern, die wie Sie Kinder im Netz haben. Das könnte Sie davor bewahren, die Fehler zu wiederholen, die andere schon gemacht haben.

Machen Sie sich schlau, bilden Sie mit anderen zusammen Kompetenzen.

Das gilt auch für Großeltern, Lehrer und Erzieher und und und...

Es gibt in so gut wie jedem Bundesland und in jeder größeren Stadt Bürgernetze. Nutzen Sie diese, sie wurden extra für Sie ins Leben gerufen, als kleines Geschenk von Ihrer Gemeinde. Logisch es gibt auch Kirchenserver, Bildungsserver und was nicht alles. Oft finden Sie solche Dinge über Ihre Lieblings-Zeitung, die garantiert auch im Internet ist. Klappern Sie Ihren Lieblings-Fernsehsender ab, auch da gibt es Ratgeber ohne Ende.

 
16. Schützen Sie sich und Ihre Kinder
      vor Betrügern und Trittbrettfahrern.

Im Internet gibt es nicht wirklich einen Verbraucherschutz.

Denken Sie daran, jeder darf (fast) alles im Internet machen, was er will. Er darf auch betrügen, Sie und Ihre Kinder. Er darf Sie mit Werbung zuschütten und natürlich auch Ihr Kind.

Was nicht heißt, dass es keine Seiten vom Verbraucherschutz gibt. Sehr schön und sogar sehr gut für Teens gemacht ist z.B.:

Checked4You
http://www.checked4you.de/

Auch das Verbraucherministerium (Bund BM VEL) hat Seiten im Internet
http://www.verbraucherministerium.de/

Einer Sache, der Sie sich einfach immer bewusst sein müssen: 

Man redet über das Internet gern von Schund und Schmuddel. 

Demonstrativ zeigt man dann Schund und Schmuddel und will alles irgendwie regulieren. Dann reguliert man da etwas und alles wird gut. Gar nichts wird gut. Das, was Sie sehen ist eine Sache. Doch da,s was Sie nicht sehen, ist eine andere Sache.

Schund und Schmuddel sind aber eher nicht das einzige Problem.

Vor den Gefahren im Internet, eher denen, die durch das Internet etwas begünstigt werden, werden Sie und Ihre Kinder nicht so sicher sein können, so wie Ihnen das manche gern vormachen. Zum einen gibt es da auch teils Anbieter, die nicht mehr alle Bits im Byte haben, also komplette Spinner sind, und zwar im negativem Sinne. Auch die bauen Kinderseiten. Sie bieten Chats und Foren an und verrückte Newsletter, einfach das ganze Programm. Da Sie sich wie die meisten Eltern nicht die Mühe machen das alles genauer zu durchstöbern, sehen Sie nicht, dass Sie es mit einem Verrückten zu tun haben. Noch schlimmer, da selbst große Fernsehsender und Unternehmen wie T-Online, AOL und Microsoft nicht so die Profis in Sachen Kinderseiten sind, und da auch kaum jemand ist, der sich im Netz in diesen Punkten wirklich auskennt, besteht die Gefahr, dass diese ein paar Links zu Kinderseiten auftürmen, als Surftipps und auch zum Thema Sicherheit, als Medienkompetenz, und dann ist da schon mal ein solcher Verrückter dabei, der eine ungewohnte Ansicht darüber hat, was kinderlieb sein könnte. Das muss kein Pädokrimineller sein, das kann auch eine Einmannsekte sein. Da es kaum machbar ist, in solche Häuser eine Warnung aus der Kinderseitenlandschaft weiterzugeben, bleibt der Verrückte in der Surftipp-Beschreibung "Eine coole Seite mit Chat und vielen aktuellen Themen". Das gilt auch für so genannte Kindersuchmaschinen, oft ist bei denen alles aufgenommen, was mit den Worten "für Kinder" deklariert ist. Nun gut. Alles ist da weniger drin, aber eben die ersten 10 Treffer pro Thema aus den großen Suchmaschinen, die man da einfach abschreibt. Blöderweise neigen die Verrückten und viele Trittbrettfahrer dazu, ihre Seiten für die großen Suchmaschinen zu optimieren, während etwa eine WDR Maus, eine Sesamstraße, ein SuperRTL, ein Lego, ein Irgendwas, was man ja noch durchaus akzeptabel finden kann, keine Suchmaschinenoptimierung vornimmt. Und da seriöse Seiten eher keinen Chat haben, werden irgendwelche Surftipps genommen, die mit dem Suchwort "Kinderchat" aus den großen Suchmaschinen stolpern. Das ist eine ziemlich blöde Sache. Tatsächlich ist es gar nicht mal mehr so einfach gute Seiten für Kinder kurz und schnell über große Suchmaschinen zu finden. Eine Spam-Protection im Bereich Kids findet nämlich bei den großen Suchmaschinen nicht statt. Jeder Irre, jede Sekte, jeder Gangster hat damit vollen Zugriff auf Ihre Naivität und auf die Ihrer Kinder. Er wird auch noch von unkundigen Seiten-Empfehlern geadelt. Selbst große Awards und Auszeichnungen, die eigentlich mehr Show als Auszeichnungen sind, bringen es immer wieder fertig, aus diesem Grund irgendwas auszuzeichnen und zu beloben. Wir haben daher schon längst das Problem der Falschkompetenz im Netz der Kinder, die alles noch viel schlimmer macht.

Gehen Sie daher einfach davon aus, dass Menschen jederzeit zu ihrem Vorteil lügen. Sie sind immer die besorgten und kompetenten Pädagogen, immer die viel besuchten und beliebten Seiten, sie haben immer die besten Sachen auf den Seiten und was nicht alles. All das schreiben sie, damit Sie Ihre Kinder auf diese Seiten schicken. Hier der Tipp: achten Sie darauf, ob die Betreiber auch schreiben, dass sie Probleme haben, denn alle Kinderseiten haben teils sogar existenzielle Probleme.

Denken Sie daran, es gibt auch Einbrecher und andere Bagaluten im Internet. Gefährlich wird es, wenn Ihr Kind schreibt "schicke mir ganz viel Post, hier ist meine Anschrift". Zudem vielleicht noch wie es so in etwa zu Hause bei Ihnen abgeht, und dann dass sie bald für drei Wochen nach Spanien in den Urlaub fahren... Damit arbeiten Sie den Bagaluten direkt in die Hände. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es Haus und Hof zu schützen gilt. Kinder denken nicht immer daran, aber sie erzählen jedem, der es wissen will, alles was er wissen will. Und der drängelt auch zur Not, um an die Informationen zu kommen. Kriminelle aus diesem Sektor haben in der Regel den Ehrenkodex, dass Kinder tabu sind, aber bei der Informationsbeschaffung spielt das keine Rolle. Also, noch einmal deutlich, diese Gruppe will Ihren Kindern nichts Böses antun, sondern Ihnen.

Ganz besonders sollten Sie aufpassen, wenn Daten abverlangt werden. Jeder kann ein paar Webseiten basteln, vorgeben er sei ein Tierschutzverein oder irgend etwas Soziales, und Sie können online spenden. Natürlich kommen auch Kinder auf diese Seiten und sind entsetzt, wie sehr doch die Tiere in dieser Welt gequält werden oder die Kinder in einem armen Land hungern müssen, und und und. Kleinvieh macht auch Mist. Da der Webseitenanbieter unter einem bestimmten Betrag keine Spendenquittung braucht und Sie nur zustimmen müssen, und keine Bank der Welt das dann gegenprüft, kann man so ganz gut zu Geld kommen. Leider, gerade bei großen Katastrophen und Leid in der Welt, insbesondere wenn das über alle Fernsehkanäle geht, legen diese Betrüger ihre Fallen im Internet aus. Generell: selbst die Unicef darf keine Spendenaufrufe an Kinder richten. Daher werden Sie auf seriösen Seiten auch kaum derartige Spendenaufrufe finden, die sich direkt an Kinder richten.

Vorsicht ist auch bei Spielen, die man gratis downloaden kann, geboten. Nicht selten werden allerhand Daten abgefragt, die teils auch schon etwas zuviel des Guten sind. Auch die werbende Industrie macht das. Ein Unternehmen, das im Fernsehen werben darf, ist deswegen nicht gleich ein seriöses Unternehmen. Machen Sie auf keinen Fall bei solchen Sachen mit Ihren Kindern mit, wenn Sie nicht wollen, dass dann die gesamte Werbeindustrie Ihre Daten hat. Gerade bei Umfragen wird es so sein, dass Sie dann dauernd Telefonanrufe bekommen werden, von irgendwelchen Marktforschungs-Einrichtungen, die aber mit Forschung gar nicht viel zu tun haben. Konsumenten-Daten sind Ware im Internet.

Wenn jemand eine Registrierung anbietet, damit Sie einen bestimmten Dienst nutzen können, ist es teils so, das er alles abfragen kann. Die meisten Leute füllen die Registrierungsformulare brav und artig aus. Es passiert leider auch, dass dann auch PIN Nummern, Passworte und was nicht alles ausgeplappert werden. Bei Kindern kommt hinzu, dass sie meist überall selbst Usernamen und Passworte haben und diese dann auch überall benutzen. Mit einem so genannten "Online-Portal", dessen Absichten Sie niemals durchschauen können und meist auch gar nicht wissen, was dahinter steckt, ist es möglich, Sie und Ihre Kinder äußerst gesprächig zu machen und falsches Vertrauen aufzubauen.

Es ist dabei völlig egal, ob Sie nun sagen, meine Kinder dürfen nur da und da sein, Sie müssen das Internet immer als Ganzes sehen. Das Kind schreibt in einem Chat mit dem Bundeskanzler seine Telefonnummer, in einem Forum eines Schulservers seine Schulferien und Urlaubsabsichten, in einem ... die kompletten Daten, wo es wohnt. Man muss nun nicht einen Server hacken, um an diese Daten zu kommen. Man könnte sogar auch ein Spiel, eine Umfrage oder sonst irgendwas anbieten, damit Sie oder das Kind freiwillig die fehlenden Daten herausgeben.

Auf keinen Fall sollten diese Daten irgendwo auf der Homepage stehen, womöglich mit Fotos von dem zu Hause. Denken Sie auch daran, wenn Sie eine Homepage haben und dann eine Domain, dass es ein Leichtes ist, darüber die Adresse des Kindes herauszufinden.

Es gibt auch "Geschenke" im Internet, die sind ganz niedlich, tun aber mehr auf Ihrem Rechner, als Ihnen lieb ist. Spionage ist zwar ein Verbrechen, dennoch aber kein Problem.

Die Kinder sind im Internet nur dann anonym und geschützt, wenn Sie und das Kind nicht dumm sind.

Vor all diesen Dingen werden Sie bei den meisten Angeboten nicht gewarnt. Das hat einen einfachen Grund. Die Betreiber geben oft vor, dass ihr Dienst gerade nicht missbraucht wird. Und außerdem wäre es einfach nur Negativ-Werbung. Je weniger Sie wissen, von dem was möglich ist und von dem was passiert, desto leichtgläubiger nutzen Sie die großen Portale.

Aber, mal ganz ehrlich, warum soll ein Kind immer seine gesamten Daten angeben, um etwas zu bekommen, was doch eigentlich umsonst sein soll?

Achten Sie einmal darauf, wie gern Seiten "Preisausschreiben" anbieten und dann kein Wort mehr von Datenschutz zu lesen ist, außer "Wischiwaschi".

Niemand in Deutschland oder sonst wo beschützt Sie vor den Betrügern und Kriminellen im Internet. Es ist sogar noch schlimmer, kriminelle Machenschaften sind nicht unbedingt vom Gesetz her kriminell, etwa beim Missbrauch vom 0190er-Nummern. Es dauert Jahre, bis dagegen ein Gesetz zu Stande kommt, wenn es denn überhaupt zu Stande kommt. Und selbst dann wird nach Schlupflöchern gesucht. Es ist so, Sie haben immer die Informationspflicht. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Zwar ist es so, dass die Jugendschutzgesetze Kinder vor diesen Machenschaften beschützen sollen, nur das Problem ist, der Jugendschutz ist im Internet noch gar nicht angekommen. Es sind lediglich die engagierten Kinderseiten, die mit ihrem Gesamtangebot dagegen halten können. Solange ihr Kind hier surft, finden in der Regel solche Bagaluten keinen Platz und keine Möglichkeit, um an Ihre Kinder heranzukommen. Wie wir aber schon sagten, meist sind diese Seiten ehrenamtlich betrieben, so dass es zu "Schlappheiten" kommen kann.

Wie im Falle von Ebay, gibt es nun auch Tauschbörsen von Hans und Franz, auch im Kidsbereich. Diese sind meist absolut ungesichert. Ebay etwa gab in einem Gespräch an, genau deshalb nicht sonderlich engagiert zu sein, eine spezielle Tauschbörse für Kinder zu basteln, weil eine Kinder-Tauschbörse nach deren Ansichten eine absolute Schweinerei wäre, weil man ein solches Angebot nicht absichern kann. Warum machen denn das so viele Leute auf ihren Seiten? Diese sind meist Laien, was die Sache noch gefährlicher macht. Es gibt aber kein Gesetz dagegen.

D.h. im Internet siegt die Dummheit. Aber es gibt genug Leute, die genau das auszunutzen verstehen. Das Internet ist nicht mehr das Tummelfeld von Akademikern oder Internet-Spezialisten, sondern es ist das Tummelfeld der Bagaluten, die wie noch nie in der Geschichte auf so viel dumme und einfältige Geister zugreifen können. Dass es Betrüger in der Welt gibt, das wissen Sie schon. Also zählen Sie eins und eins zusammen und glauben Sie nicht, dass die Betrüger sich nicht schlau machen über das Internet. Damit sind die Ihnen nämlich immer einen Schritt voraus.

Sie sehen, wir müssen viel Text schreiben und auf einige Schweinereien eingehen, damit Sie verstehen, was wir überhaupt meinen. Die meisten Eltern sehen im Internet nur die Oberfläche, die logischerweise immer anders aussieht, als das, was dahinter steckt. Zu 99% kaufen Sie deshalb auch die Katze im Sack. Und nicht selten haben Sie dann ein Problem, von dem Sie noch nie etwas gehört haben. Sie werden sogar oft Probleme haben, und es nicht einmal bemerken.

Suchen Sie den "Schund und Schmuddel" nicht nur in Sex und Gewalt. Interessanterweise sind es dann immer wieder die Unternehmen, die das Problem für Kinder immer schön von diesen Dingen wegabstrahieren, die ihrerseits recht schmerzlos sind, bei der großen Abzocke. Sie empfehlen dann sogar in ihrer Medienkompetenz-Lektüre Sachen, die genau diese Probleme haben, aber zufällig deren Dienste sind. Unter dem Deckmantel "Jugendschutz" oder "Medienkompetenz" werden Sie also auch noch an der Nase herum geführt. Und das alles ist erlaubt.

Denken Sie immer daran, für die meisten großen Unternehmen und Verlage, sind Sie nur Klickmasse, je dümmer, um so besser. Sie sollen klicken, Sie und Ihre Kinder sollen klicken. Und deshalb ist auch "alles so schön bunt hier". Aber, das hat mit dem echten Internet nichts zu tun! Dieses echte Internet wird immer gern verdeckt, damit Sie nicht ausbrechen. All das aber ist Betrug, denn Sie zahlen die ganze Zeit mit jedem Online-Cent Geld für Schrott. Es schafft im Übrigen auch keine Arbeitsplätze, sondern vernichtet diese, daher gibt es keinen Grund, dass die Gesellschaft dies unbedingt tolerieren muss.

Auch der Staat kann Sie nicht mehr beschützen. Der Staat ist schon längst von Verbänden und Lobbys matt gesetzt. Das sehen Sie an dem traurigen Kapitel Jugendschutz im Internet. Nicht einmal das geht mehr. Na ja, Sie sehen es eigentlich auch schon die ganze Zeit beim Thema Arbeitslosigkeit, Kultur und Bildung. Aus diesem Grund legen alle Ministerien in Bund und Ländern, ja auch die Kommunen und Gemeinden, so genannte Medienkompetenz-Broschüren aus. Ein Versuch, Ihnen wenigstens ein bisschen bei Seite zu stehen. Ebenso gibt es extra Server, die Sie über die kriminelle Energie in der Internetwirtschaft informieren sollen, damit Sie wenigstens eine kleine Chance haben. Einen davon führen wir weiter unten auf. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es solche Informationsseiten, aber auch da das große Problem:

Wer nicht liest, bleibt doof und Opfer der Betrüger.

 
17. Schützen Sie die E-Mail-Adresse Ihres Kindes

Den meisten Anbietern ist die Sicherheit Ihrer Kinder nicht ganz so wichtig. Deutlich wird es dort, wo Ihr Kind seine E-Mail-Adresse angeben muss oder auch kann, ohne vor den Gefahren wirklich gewarnt zu werden, und ohne dann besonders nachhaltig geschützt zu werden. Das Problem ist überall da, wo Kinder Beiträge zusenden. Die Folge sind Spam-Mails, Internet-Viren, Werbung, komische Leute in der Mailbox, Spendenaufrufe und Kettenbriefe und was nicht alles. Zwar könnte man in Deutschland etwas dagegen tun, nur kommen diese Sachen oft aus Ländern, von denen die meisten nicht einmal wissen, wo genau diese sich auf der Landkarte befinden.

Achten Sie darauf, dass Sie die E-Mail-Adresse ihres Kindes absichern, etwa mit dem Prinzip der zwei E-Mail-Adressen, eine für gute Freunde und eine, die Sie vorher durchlesen. Dann ist das Kind frei in seiner Entfaltung unter guten Freunden und gleichzeitig gegen die Außenwelt abgeschirmt. Prüfen Sie immer die "Freundschaften" des Kindes, wenn die anfangen ernst zu werden und sorgen Sie dafür, dass das Kind mit Ihnen darüber redet.

Reden Sie mit Ihrem Kind, wie es selbst mit seiner E-Mail-Adresse sicherer umgehen soll und dass es diese selbst beschützen muss. Sonst versteht es das nicht und denkt nur, Sie wollen es bestrafen. Für Kinder ist eine eigene E-Mail-Adresse fast wie ein Führerschein. Man wird irgendwie erwachsen, wenn man so etwas hat. Darum geben Kinder auch gern damit an. Also, geben Sie dem Kind eine E-Mail-Adresse, mit der es angeben kann, die aber komplett abgesichert wird, in dem Sie das menschliche Filterprogramm spielen. Machen Sie das Kind auf die Gefahren bezüglich einer E-Mail-Adresse aufmerksam. Und stellen Sie einen Kontakt zum Kind her, so dass es berichtet, was ungefähr an Mails gekommen ist, wenn es zudem eine E-Mail-Adresse für gute Freunde hat.

Ein Trick noch, den einige Eltern nutzen, die die Mails gegenlesen. Man kann das so machen, dass das Kind seine Mails schreibt, aber nicht im Mail-Programm, sondern in einem Textprogramm. Die Eltern schicken dann diese am nächsten Morgen oder noch am selben Tag los. Damit haben Sie Einfluss und sind selbst so eine Art Postbote im Haus.

Siehe auch, wie man seine E-Mail-Adresse in Foren usw. tarnen kann: 

E-Mail-Adressen, Viren und Internet-Würmer
http://www.blinde-kuh.de/viren/webwuermer.html

 
18. Helfen Sie mit beim Jugendschutz
      in der Kinderseitenlandschaft
Nicht immer gelingt es, blöde Links schnell zu erkennen. Dafür ist das Internet etwas zu fix. Klar, wenn 10.000 Leute an ihren Seiten rumfummeln, wird es für einen Einzigen schwer, alle diese Seiten alle fünf Minuten im Auge zu behalten. 

Seien Sie nicht einfach nur empört oder so etwas, sondern tun Sie etwas, schreiben Sie der Redaktion, welche Links sie wo entdeckt haben. Url und die Verlinkung bitte angeben, sonst hilft das nicht großartig weiter. 

Achten Sie dabei ein bisschen auf Ihren Ton. Hinweise sind von den Redaktionen meist gern gesehen, aber Besserwisserei, Oberlehrergehabe und große Erwatungen nerven einfach nach all den Jahren.

Manche schauen, ob alles "politisch korrekt" ist und ob alle Rechtschreibfehler beseitigt sind. Also ganz ehrlich, suchen Sie sich ein anständiges Hobby.

Wichtig ist nur, dass die Kinder nicht im Internet auf Tretminen geraten. Die Welt besser machen, das können Sie ja auch auf dem Angebot, was Sie kostenlos den Kindern zur Verfügung stellen.

 
19. Glauben Sie nicht alles,
      was in den Medien gesagt wird.

Viele nehmen das etwas zu ernst, was Schwarz auf Weiß geschrieben steht oder was im Fernsehen gesendet wird. 

Die Blinde Kuh genießt einige Beliebtheit, teils auch wegen ihrer eigenartigen Stellung im Internet, da sie als nicht-kommerzielle Angelegenheit selbst von ihren Konkurrenten, die aber eigentlich keine sind, weil die eher etwas anderes machen, immer lobende Worte findet. In der Tat, selbst die Wissensmagazine der Öffentlich-Rechtlichen, Universitäten u.a. verlinken schon mal ganz gern in die Themen-Seiten der Blinden Kuh, so dass die Frage erlaubt ist: Ist das wirklich alles nur für Kinder? 

Doch gerade weil die Blinde Kuh eher gute Presse hat, sagen wir: Bleiben Sie kritisch beim Medien-Rauschen. Und es ist egal wie supertoll der TV-Sender oder das Print-Magazin ist, oft sind es nur Laien, die schnell mal was zusammenschreiben oder aus den Pressemeldungen übernehmen.

Bei den kommerziellen Medien ist eigentlich interessanter, was sie nicht sagen, schreiben oder senden. Sie werden z.B. kaum einen Link in den kommerziellen Medien zur Blinden Kuh finden. Und komischerweise dann irgendwie doch, vor allem in den Eltern-Infos oder auch da in den Wissenschafts-Magazinen. Aber wehe dem, die Kinderchen entdecken die Blinde Kuh. Das will man nicht. Das hat leider auch seine Gründe. Einer ist, dass die Blinde Kuh beim Thema Filter oft anderer Meinung ist. Aber das ist nicht der einzige Grund, denn auch bei etwa den privaten Medien ist man nicht so ganz begeistert von der Sache. Wie auch immer. Wenn Sie das Netz der Kinderseiten betreten, befinden Sie sich also nicht nur im Internet, sondern auch an vielen Streitpunkten zwischen den unterschiedlichsten Vertretern der unterschiedlichsten Medien. Und logischerweise spiegelt sich das auch in den Beiträgen und im Arme-Gewirbel hinter verschlossenen Türen wider. Was dann die Wahrheit ist, ist selbst für Medienexperten kaum noch durchschaubar.

Wenn die klassischen Medien nicht unbedingt müssen und auch nicht wollen, dann berichten sie eigentlich eher wenig über die Kinderseitenlandschaft, weil das Thema ihrer Meinung nach nicht so richtig fetzt. Was für ein Wunder. Die Geschichte ist ja eh immer dieselbe, da draußen im Internet sind hungernde Kinderseiten, die ohne viel Hilfe den Kinder- und Jugendmedienschutz in Eigeninitiative leisten. Ganz ehrlich, wenn Sie das sechs Jahre lang hören, wird Ihnen auch anders. Dass das ein Skandal ist schön und gut, aber wen interessiert das denn noch? Reißer sind eher Filterprogramme und Super-Portale aber das auch nur deshalb, weil die Pressemeldungen dieser Unternehmen einfach unkritisch durchgereicht werden, was etwas billiger ist als Freie Journalisten mit aufwendigen Reportagen zu beauftragen. Manchmal ist es eben Mediengeschäft. Ein Kidsportal möchte seinen Wert auf dem Markt steigern und findet auch ein Internet-Magazin, das gern einen Kinderportaltest macht, bei dem dann dieses Kidsportal echt klasse abschneidet. Und manchmal ist es ein Geschäft um Medienleistung. So könnte man bei den meisten kommerziellen Medien sehr gut abschneiden, wenn man eine bestimmte Summe an Besuchern täglich dort hinschickt. Das kann auch die Blinde Kuh, und sogar gar nicht mal so schlapp. Aber würde Sie das denn von uns überzeugen, wenn wir nur deshalb dort bei den kommerziellen Medien die super Kinderseite wären? Also, uns jedenfalls nicht. Der Austausch von Medienleistung ist irgendwie kein echter Journalismus. 

Noch einmal, wir reden nicht gegen Verlage und private Fernsehsender im Allgemeinen. Es scheint aber bei einigen handfeste Probleme mit dem echten Internet zu geben, weil die auch gern das ganze Internet Ihnen als neue Sache verkaufen möchten. Es betrifft dann auch nicht nur Blinde Kühe. Die Öffentlich-Rechtlichen Seiten etwa finden auch selten ein Lob in der kommerziellen Berichterstattung. Nicht weil diese vielleicht schlecht sind, sondern weil sie offenbar "Feindsender" sind. Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche. Verlinkt die Blinde Kuh die Seiten der Kommerziellen, finden das einige Öffentlich-Rechtliche nicht so doll. Es entstehen dann sogar Gerüchteküchen, in denen gesagt wird, die Blinde Kuh sei selbst kommerziell. Verlinkt die Blinde Kuh zuviel Öffentlich-Rechtliches, kreischen die kommerziellen Sachen auf und es wird gemunkelt, die Blinde Kuh sei eigentlich irgendwie Teil der Öffentlich-Rechtlichen. Dieses Gemunkel und Neid und was nicht alles brachte uns um so manche schöne Auszeichnung. Immerhin, von den Pädagogen bekam die Blinde Kuh eine Auszeichnung dafür, dass sie das zweitbeste Internet-Portal der Kommerziellen ist. Den ersten Platz machte dabei das SWR Kindernetz. Sie sehen, das geht sogar noch viel verrückter.

Legenden und Märchen aus dem Internet entstehen durch Medien und werden auch durch Medien wieder demontiert, oft nach Lust und Laune kann man sagen, insbesondere beim Thema Jugendschutz. Jahrelang schrieben die Medien sich gegenseitig ab, was sie irgendwo zum Thema Filtersoftware fanden und berichteten aus vorderster Linie - haha -, wie toll das alles ist. Dass es die meisten Hersteller gar nicht mehr gab, und dass diese Filter damals nur für englischsprachige Seiten gedacht waren, haben sie nicht für so wichtig befunden. Dass kaum eine Jugendbehörde auch der Meinung war, dass diese Dinger brauchbar seien, war auch ganz übersehen worden. Der Mythos von Jugendschutz im Internet per Knopfdruck war geboren. Und bei einigen lebt der auch immer noch in den Eltern-Infos. Dabei sagt die gesamte Industrie, also so einfach ist das ja nun auch wieder nicht. Nur in den Medien klingt das ganz einfach. Installieren Sie einen Kinderfilter und alles geht wie von Geisterhand. Ist doch prima. Nur, es ist irgendwie nun mal keine Information.

Schade eben, dass das im echten Leben immer so kompliziert sein muss.

 
20. Immer versuchen,
      Ansprechpartner der Kinder zu sein

Viele Kinder haben Angst, ihren Eltern zu sagen, dass sie irgendwie auf komische Seiten geraten sind. 

Sie befürchten, dass sie dann nicht mehr surfen dürfen. Schlimmer wäre es also, sie reden nicht mehr mit Ihnen über solche Dinge. Wenn Sie das Thema gegenüber Ihren Kindern jetzt noch nicht angeschnitten haben, dann wird es höchste Eisenbahn. Das Internet besteht nun mal nicht nur aus Bienen und Gänseblümchen. Geben Sie dem Kind das Gefühl, immer mit Ihnen über das Internet und die neuen Erfahrungen sprechen zu können. Auch dann, wenn die Seiten schon mal komisch sind, gerade dann eigentlich. Ebenso Chats und Clubs und wie das alles heißt. Natürlich werden auch Kinder angebaggert, weil sie sich auch nicht unbedingt als Kinder ausgeben. Oft baggern aber auch junge Jugendliche herum, die noch etwas die Ausdrücke üben. Dann heißt es: Nicht gleich in Ohnmacht fallen! Kinder sind nun mal so, Teenager erst recht. Denken Sie daran, das Kind muss immer mit Ihnen über das Internet reden können, genauso wie es darüber reden können muss, was es alles draußen auf der Straße erlebt hat. Nicht gleich hysterisch werden, nicht mit den Armen wedeln, nicht dem Kind Angst machen, wenn mal komische Sachen passieren, denn das Kind kann ja nichts dafür, dass andere Leute bescheuert sind. 

Denken Sie immer daran, Sie müssen zur Not ansprechbar sein und auch einschreiten bzw. zur Hilfe eilen können, oder auch nur hin und wieder ein Stückchen neue Welt erklären. Verbieten Sie dem Kind nicht den Zugang zum Internet, sondern schützen Sie es mit flankierenden Maßnahmen.

Nicht gleich das Kind auf Schritt und Tritt begängeln. Klar, es ist immer gut, zu wissen, was die Kinder machen, aber auf der anderen Seite nervt das ungemein.

Lange Leine lassen also, nicht die ganz kurze.

Das ist natürlich auch eine Altersfrage. Bei älteren Kindern müssen Freiräume sein. Das macht es nicht gerade einfach, aber niemand sagt ja das alles immer so einfach ist.

Eine wichtige Sache sind Regeln. Komischerweise halten sich Kinder meist an Regeln. Sie hören vielleicht ja sonst nicht zu, aber wenn man klare Regeln hat, geht das eigenartiger Weise. Das gilt auch für die Surfzeit und wenn Sie es wollen für die Protokollierung der Surfabenteuer.

Das Wichtigste aber ist Vertrauen, und auch das spielt sich innerhalb der Regeln ab.

Zu bedenken ist, kein Ding ist so abwechslungsreich wie der Computer. Für Kinder ist das total aufregend.

Bei Jungs gibt es etwa das Problem - nebst Spielen, Spielen, Spielen - , dass sie irgendwie kleine Jäger und Sammler sind. Keine Ahnung, was die sich da alles zusammensammeln. Vom Prinzip her ist das völlig egal. Es geht um das Sammeln. Die Suchen also nach allem Möglichen und Downloaden bis die Wasserhähne krähen. Das brauchen sie dann natürlich alles überhaupt nicht mehr. Klar. Aber das wird gehütet wie kleine Schätze. Da kommt dann schnell das Thema große Festplatten und CD-Brenner auf den Tisch.

Bei Mädchen ist es so, das sind Quasselstrippen und Leseratten und ziemlich heimelich, bei denen ist die Club-Gefahr groß. Sie müssen in allen Clubs Mitglieder sein. Sie gründen wie die wilden selber welche. Die Heiligtümer hier sind deren Foren und Mails.

Gut, das sieht aus wie damals bei den ersten Menschen, Jungs gehen auf Jagd und Mädels räumen permanent die Höhle um. Ist ein bisschen so auch im Internet. Sollte man aber nicht zu sehr strapazieren, solche Einteilungen und Weltbilder.

Nur soviel, Mädchen schreiben eher viel und Jungs eher wenig. Also nicht die Jungs drängeln und nicht die Mädels am Schreiben hindern, sondern eher Plätze zum Schreiben aufbauen bzw. ausfindig machen.

Das Thema Spielen kann man vielleicht eher und besser so angehen, das man versucht, das so wenig wie möglich im Internet statt finden zu lassen. Also lieber echte und gute PC-Software organisieren. Die Mädchen sind meist auch mit den leichteren Online-Spielen ganz glücklich. Da macht es Sinn, dass man dafür Seiten auswählt, wo die Spiele nicht allzu unterirdisch aussehen.

Schon längst gehört die Eroberung des Internets zum alltäglichen Ritual unter Gleichaltrigen. Das ist daher wichtig, weil die Kinder auch mal angeben können und nicht nur die Dummen auf dem Schulhof sind. Logischweise werden auf dem Schulhof oder in anderen Ecken Dinge gehandelt, also Internet-Adressen und so, davon wollen wir Eltern gar nicht wirklich wissen. Sex-Seiten muss man kennen, auch wenn die einen eigentlich nicht interessieren. Ist halt so wie die ersten Barthaare. Das Thema Sex-Seiten sollte man daher gesondert angehen und sich vorher schlau machen. Wenn man zeigen kann, was eigentlich Porn-Spam ist und warum das Piddelpaddel-Seiten sind, ist der Zauber des Verbotenen schnell verflogen. Mädchen interessieren sich in der Regel eher nicht für Sex-Seiten.

Man sollte vielleicht mit einplanen, dass die Pubertät nicht mehr erst ab 15 Jahren losgeht.

 
21. Internet ist nicht nur schlecht

Fragt man einen Administrator eines großen Unternehmens, was denn der beste Schutz wäre, also ein 100% Schutz im Internet, wird er dazu anraten, die Netzwerkverbindung, bzw. die Verbindung zum Internet zu trennen. So ganz Unrecht hat er bei diesem Rat natürlich nicht ;o)

Dennoch, das Internet ist eher in einem bescheidenen Maße gefährlich. Und oft wird es gefährlicher geredet, als es eigentlich ist. Die meisten Leute machen Internetseiten ohne krumme Gedanken dahinter.

Besorgnis erregend sind daher gar nicht die nervigen Dinge, sondern vielmehr die Ohnmacht, wenn nervige Dinge passieren. Gegen die meisten Sachen kann man sich mit ein wenig Know-how schützen. Sparen Sie nicht am falschen Ende. Sie müssen nicht alles kaufen, wo "Sicherheit" drauf steht. Aber ein guter Viren-Scanner kann schon ganz sinnvoll sein. Und oft können Sie mit einigen Handgriffen selbst für Sicherheit sorgen, etwa am Beispiel Funktionseinschränkung des Browsers oder in der Vorbereitung einer Liste guter Surftipps.

Es ist ja so, alles was die Kinder innerhalb der Kinderseitenlandschaft finden können, suchen sie nicht mehr bei den Erwachsenen. 

Auch für diesen Gedanken einer positiven Surfwelt für Kinder ein Surftipp

Seitenstark - Arbeitsgemeinschaft Vernetzter Kinderseiten
http://www.seitenstark.de/

Denn nicht nur schlechtes Internet wird von Menschen gemacht, sondern eigentlich auch gutes Internet, wenngleich nicht unbedingt von den selben Leuten.

 
22. Machen sie doch einfach mit

Sie, wir, und andere machen das Internet. 

Der eine mehr, der andere weniger. 

Einen letzten Tipp lassen Sie sich nicht nehmen. 

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Internet ist keine Einbahnstraße wie Bücher, Fernsehen, Kino, Zeitungen. Wenn Sie online sind, sind Sie online. Sie selbst können Internet nicht nur begucken, sondern auch machen. Das machen sogar viele Eltern so. Wie weiter oben schon erwähnt können Sie jederzeit mitmachen.

Das Internet gehört also nicht den Fernsehsendern, der Industrie oder sonst wem, sondern es gehört allen Leuten. 

Es ist auch Ihr Internet. Jeder darf senden.

Bereichern Sie durch Ihre Arbeit, Ihre Leistung und Ihre Kompetenz, ja, auch durch Ihre Liebe zum Detail, die Kinderseitenlandschaft. 

Machen Sie mit beim großen Kinder- und Jugendmedienschutz durch Qualität und Leistung. Dies ist ein Volkskunstwerk. Denn zum erstenmal in der Geschichte haben alle Bürger in allen Nationen, in allen Glaubensgemeinschaften, unabhängig ihrer Herkunft, ihres Status, ihrer Hautfarbe, ihrer Werte, ihres Geschlechtes und ihrer Bildung, die Möglichkeit, ein Medium selbst zu gestalten. Genau das ist es, was das Internet zum Internet machte. Es würde es ansonsten überhaupt nicht geben.

 
23. Und die Blinde Kuh?

Die Blinde Kuh ist nur ein Modell, sie selbst und sie allein ist aber keine Lösung.

Logischerweise schließen Sie nun aus dem ganzen Gesagten, dass Sie auch ruhig einmal die Blinde Kuh überprüfen müssen, wer oder was da nun wieder dahinter steckt. Richtig, das können Sie und das sollten Sie auch tun.

http://www.blinde-kuh.de/informationen.html

Hier finden Sie alles Mögliche an Informationen über die Blinde Kuh.

Zudem gibt es Berichte und Interviews, denn die Blinde Kuh ist nicht nur alt und bekannt, sondern auch zig mal irgendwie auf Herz und Nieren geprüft worden:

Lehrer-Online (Schulen ans Netz)
Blinde Kuh - Suchen kinderleicht
http://www.lehrer-online.de/blinde-kuh.php

Deutsches Jugendinstitut e.V.
Datenbank: Websites für Kinder
http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=338

 

 
Nachworte
Was man eigentlich auch noch machen könnte
 
Computer auch technisch absichern und Know-how ansammeln

Keine Medienkompetenz der Welt ist gut, wenn diese nicht durch Sie persönlich belebt wird. Es sind dann eher Perlen vor die Säue. Sie müssen diese Perlen einsammeln, sonst bleiben Sie immer der Verlierer im Internet. Mit Ihnen verlieren Ihre Kinder.

Wenn Internet-Profis allen raten, sich schlau zu machen, dann sagen die das nicht aus Spaß. Sie sollen nicht ängstlich werden, sondern schlau. Unwissen macht Angst. Wissen kann Sie und Ihre Kinder beschützen und die Angst nehmen. Das gilt vor allem für echtes und brauchbares Wissen.

Internet-Profis würden nie sagen, dass sie alle Gefahren im Internet durchschauen. Glauben Sie also niemandem, der meint, dass er das tut. Das ist ein Angeber. Auch Internet-Profis reden stellenweise Unsinn. So wird der Chaos Computer Club sagen, dass ein Internet-Filter für Kinder denkbar ist. Das sagt er aber, weil er keine Ahnung hat, was denn das Internet für Kinder ist. Auch die GEW oder die Kinderschutz-Initiativen reden viel über das Internet und die Kinder. Nur, die sind da eben nicht. Sie sehen vom Internet der Kinder meist auch nicht mehr als Sie es tun. Wir werfen sieben Jahre Erfahrung mit einer der größten Kinderseiten im deutschsprachigen Internet einfach mal so dagegen und das, weil all diese Erfahrungen gegen das Schöngerede spricht. Alle anderen Kinderseiten, die in etwa diese Dimension haben, werden Ihnen ebenfalls sagen: So einfach ist das nicht mit dem Internet der Kinder.

Jedenfalls, wie in den Punkten oben gezeigt, man sollte sich gut auskennen, wenn man sich nicht veräppeln lassen will und auch seinen Kindern eine Hilfe sein möchte.

 
Natürlich werden die Kinder bombardiert mit Viren und Spam-Mails.

Irgendwelche Leute drehen denen irgendwas an. Sie können das gar nicht unterscheiden und plumps, schon ist es passiert, ein Virus wurde aktiv oder irgendwas anderes. Was der Virus macht? Nun, es gibt welche, die z.B. ihre Passwörter aufzeichnen. Das könnte bei Online-Banking mehr als ungünstig sein.

Installieren Sie auf dem Kinder-PC und auf Ihrem auf jeden Fall auch einen Viren-Scanner und was auch nicht schadlos sein muss, eine Firewall. Der Virenscanner kann Sie und Ihr Kind vor den meisten Viren schützen und die Firewall davor, dass sich Programme selbstständig machen und lustige Dinge ins Internet senden, wie z.B. Ihre Passwörter. 

Informationen zu all diesen Dingen finden Sie

bei BSI für Bürger, nicht BSE, sondern BSI,
https://www.bsi-fuer-buerger.de/

das ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Die Computer und Netzwerkprofis studieren gern 

die Seiten des Heise-Verlages: Heise Security
http://www.heise.de/security/  

was auch ganz nützlich ist. Dort sind weiterführende Links aufgestapelt, die Teils sogar direkt zum Hersteller führen, der seit Jahren versucht, vor den Sicherheitslöchern seiner Software zu warnen und dafür spezielle Programme anbietet, um diese zu stopfen.

Gut informiert über Viren und kleine Mail-Schweinereien aller Art ist man bei

Hoax-Info an der TU-Berlin
http://www.hoax-info.de/

Der Kollege Frank Ziemann macht hier nicht nur Infos, sondern hält viele nützliche und schnelle taugliche Links zu hilfebringenden Seiten bereit. Und das macht er eigentlich auch schon seit einigen Jahren. Klasse Arbeit ! Und, Respekt! von der Blinden Kuh ;o)

Mehr Links dazu unter Viren-Infos für Kids - Links
http://www.blinde-kuh.de/viren/links.html

Doch wenn Sie jemanden im Bekanntenkreis haben, der sich mit dem Internet auskennt, nutzen Sie dessen Kompetenz, wenn Sie noch keine haben.

 
Bilden Sie Banden ;o)

Ein sehr schlaues Verfahren, Know-how aufzutürmen ist die Nachbarschaftshilfe

In Ihrer Nachbarschaft gibt es auch Eltern, oder z.B. unter Ihren Arbeitskollegen. Setzen Sie sich regelmäßig zusammen, um gemeinsam das Internet der Kinder zu erlernen. Laden Sie Großmeister in Sachen Technik, Inhalte, und Pädagogik (z.B. Lehrer) aus Ihrem Bekanntenkreis ein und machen Sie schöne gemütliche Kurse. Jeder kann irgend etwas, all das kann man verteilen. In der Industrie sagt man dazu Kompetenz- und Know-how-Transfer. Machen Sie sich gemeinsam schöne Schulungen hausgemacht, bei gemütlicher Atmosphäre.

Wenn Sie niemanden haben, mit dem Sie über diese Dinge reden können, machen Sie eindeutig etwas falsch. Wenn Sie unter den Bekannten niemanden haben, okay, das lässt sich lösen, geben Sie z.B. eine Anzeige bei sich im Ort auf, und suchen Sie so die Leute zusammen.

Falls Sie Computer-Kurse besuchen, lassen Sie sich nicht über den Tisch ziehen. Oft muss man viel Geld bezahlen, und kann dann zwar schön Icons klicken, aber wir versichern Ihnen, diese Computer-Schulen haben von dem was wir hier sagen, keinerlei Ahnung. Niemand hat die ausgebildet. Und keine von denen hat wegen Know-how aus erster Hand angefragt. Sie nutzen einfach aus, dass sie mehr gelesen haben, als Sie und dass Sie nicht in der Lage sind, Ihre Bildung selbst zu organisieren. Nur lernen werden Sie da nichts über all das was wir das Internet der Kinder nennen. Es gibt keine Kontrolle solcher Schulen, keinerlei Autorisierung aus der Kinderseitenlandschaft. Prüfen Sie daher, ob diese Leute denn wirklich Kompetenz haben. Das sehen Sie daran, welchen Stellenwert deren Seiten für Kinder im echten Internet hat.

Es gibt Ausnahmen, ja, aber gerade deshalb sollten Sie vorher genau schauen, ob Sie Ihr Geld den Guten oder den Schlappen geben. Wenn Sie das nicht tun, wundern Sie sich bitte nicht, dass Sie da mit dem Gefühl herausgehen, irgendwie nichts Wichtiges gelernt zu haben.

Nur weil man online ist, 
heißt das ja nicht, dass man nie wieder mit Menschen reden muss ;o)

Eher das Gegenteil ist der Fall. Wer vorher kommunikationsgestört war, hat nun erst recht ernsthafte Probleme. Wer vorher schon Angeber war, wird nun Opfer.  

 
Autodidakt sein

Es gibt keine Naturtalente und technisch begabte Leute. 

Es gibt nur Leute, die sich mehr oder weniger die Zeit nehmen, um etwas zu lernen. Im Internet bedeutet dies vor allem die drei großen L, also LESEN, LESEN, LESEN. Und bitte erst LESEN, dann DENKEN. Lesen Sie bitte auch verschiedene Quellen. Eine BILD-Zeitung allein reicht nicht, das macht doof und bequem. Lesen Sie immer beide Seiten. Quellenstudium ist die hohe Kunst der Bildung. Mehr Talent brauchen Sie nicht. "Talent" das war mal die römische Währung. Nur wer Talente hatte, durfte in die Schulen. Gemeint war die Kohle, nicht irgendwelche unbekannten Fähigkeiten. Denn Schulmittel und Lehrer kosten Geld. Sie brauchen also keine natürliche Begabung, Sie brauchen nur Muße und Geduld mit sich selbst. Beherzigen Sie das, wenn Sie E-Mails an andere fremde Leute schreiben. Denn sonst werden Sie oft keine Antwort bekommen. Wer nicht selber liest, ist doof im Internet, so einfach ist das. Freuen Sie sich daher nicht, wenn jemand antwortet er könne Sie sehr gut verstehen, wenn Sie genau wissen, dass Sie einfach nur zu faul waren, selber zu lesen. Unternehmen können Sie immer gut verstehen, das ist ihr Geschäft.

Investieren Sie Zeit in Ihre Medienkompetenz. Wenn ein Student acht Semester mind., also vier Jahre, studieren muss, dann können Sie sich auch etwas Zeit gönnen.

Man kann natürlich Bücher lesen. Nur, in Sachen Internet für Kinder ist es so, dass es viele Verlage gibt, die etwas schreiben, nicht selten sogar etwas bei uns abschreiben. Aber die alle machen gar kein Internet für Kinder. Kaum eine echte Kinderseite hat ein Buch geschrieben. Buch ist daher nicht das selbe wie Kompetenz. Da bisher kaum ein Verlag daran interessiert war, wirklich Bücher mit echter Kompetenz von echten Kinderseiten zusammenzustellen, ist das, was Sie auf dem Buchmarkt finden, oft nur das Gesabbel von Laien, die wiederum nur deshalb gekauft werden, weil es Laien gibt, die das beeindruckt. Diese Einführungen und Erste Hilfe Bücher sind aus der Sicht der Kinderseitenlandschaft eine einzige Katastrophe. Oft wird vorgegeben, dass man das Technik-Kauderwelsch für Eltern verständlich machen will. Problem ist nur, dass diese Leute selbst die Technik nicht verstehen und selbst auch nicht begreifen, was das Neue Medium Internet ist. Werden Sie einfach selbst Fach-Chaot. Was soll's, dann macht das eben hässlich und gibt Pickel im Gesicht ;o)

Alles was Sie als Material brauchen, ist im Internet kostenlos zu haben. Machen Sie das so, wie es die Kinder machen. Die haben auch ein Mäppchen. Die Sachen die sie gut finden, drucken die aus, und heften sie ab. Also ganz gemütlich sich selbst ein Buch basteln. Das wird Ihnen ein Verlag natürlich nicht sagen, dass die echte Information eher im Internet ist und meist gerade nicht auf deren Seiten. Fragen Sie sich mal, warum. Bei der Blinden Kuh scheint es meist eine Ausnahme zu sein. Auch Seiten wie Kidsville.de und andere werden schon mal zitiert. Nun gut, hier ist das Original, hier ist die Blinde Kuh. Langen Sie mit beiden Händen zu, solange der Vorrat reicht ;o) Auf unseren Schule-Seiten, werden Sie jeden einzelnen Bildungsserver aus jedem Bundesland finden. Auch da gibt es massig Text für Ihr eigenes Buch 

"Meine Erste Medienkompetenz für das Internet".

 
Internetsucht? Gibt es das überhaupt?

Nehmen Sie einmal das Beispiel "Internet-Sucht"

Nichts ist so Wischiwaschi wie die Begrifflichkeit der selbstgebackenen Psychoanalyse. Und nichts ist so umstritten. Sie werden keine zwei Psychologen finden, die das selbe aussagen. Wenn dann noch nicht einmal in diesen Kreisen Kompetenz bezüglich Internet besteht und das auch noch Wischiwaschi wird, na, dann haben Sie aber Ordentlich Quatsch mit Soße. So etwas drucken Verlage deshalb auch gern, weil die Leute so etwas lesen wollen. Ob das sinnig und richtig ist, spielt dabei keinerlei Rolle. Wenn Sie daher die Zeit begrenzen möchten, die das Kind online ist, dann eher aus anderen Gründen, etwa weil man die Zeit am Internet einfach vergisst und Kinder in Sachen Zeitmanagement nun mal keine Meister sind. Wenn der PC, den Sie zuhause stehen haben eher eine Zumutung ist, sollten Sie durchaus auch gesundheitliche Aspekte in Betracht beziehen. 

Aber, das ist wie Draußen-Spielen eben. Auch das bitte nicht 24 Stunden am Tag und wenn es geht auch gut ausgerüstet, also bei Regen z.B. Regenklamotten überstülpen, bei Sonne ruhig mal Luft an die Haut lassen und vielleicht etwas Sonnencreme auflegen usw. Das aber macht Draußen-Spielen ja nicht zu einem unnatürlichen Ort, auch wenn Ihr Kind draußen wahrscheinlich keine drei Tage überleben wird, wenn Sie es aussetzen. 

Das muss alles hübsch homogen in den Alltag und in den sozialen Bezug passen. Schön locker und gemütlich bleiben. Das Leben ist sowie schon anstrengend genug.

 
Welcher Computer ist für Ihr Kind denn der richtige?
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind keinen Schrott-PC hat.  

Die Dinger sind teuer, ja, aber es muss eben kein Schrott-PC sein. Insbesondere die Grundschulen laufen Sturm, weil alles denkt, ach ein kleiner Computer tut es auch. Nein, eher nicht. Je bescheuerter der Computer ist, je ungemütlicher und je unprofessioneller das Ganze in der Wohnung integriert ist, desto eher ist das Unsinn und unnötig Stress. Ein Computer ist kein Spielzeug, sondern ein Arbeitsplatz für Profis. Werden Sie und Ihre Kinder also Profis. Lassen Sie sich helfen. Der Rechner muss technisch einwandfrei sein. Lassen Sie sich erklären, wie Sie Ihr System und Ihre Festplatten warten können. Sonst wird der nämlich immer langsamer bis irgendwann manches nicht mehr so richtig geht.

Auch die Internet-Verbindung muss nicht die lahmste sein.

 
Frauen und Computer?

Auch so ein Gerede. Seit wann bedient man denn einen Computer mit seinen Genitalien? Weder Männer noch Frauen haben irgendwelche Vorqualifikationen. Die Frauen sind oft nur die ehrlicheren, das ist alles. Man muss nicht gut in Technik oder Mathe sein, alles Unsinn. Es schadet sicherlich nicht viel, aber es hilft auch nicht immer. Sie müssen lernen, das ist alles.

Insbesondere Frauen als Mütter sei gesagt, vergessen Sie alles was die Leute über Frauen und Technik und Frauen und Internet faseln. Denken Sie an die Blinde Kuh, diese wird ja von Frauen gemacht auch und gerade in der Technik. Viele andere Seiten auch, etwa Kidsville, Was Ist Was, in der ARD und beim ZDF, selbst in der Industrie. 

Also, Frauen können das sehr gut, keine Bange.

Lassen Sie sich mal nicht kleiner machen als Frauen eigentlich sind. Kompetenz Mutter ist zwar nicht automatisch Kompetenz Internet, aber das gleiche gilt nun mal auch umgekehrt.

Auch Mädchen sind nicht besonders benachteiligt. Sie können ganz prima Internet benutzen. Es ist nur so, dass unsere Gesellschaft es auch mal begreifen muss, das selbst Mädchen einen Computer haben. Also nicht nur Jungs. Leider glaubt man den Jungs eher, wenn sie sagen, sie interessieren für sich für die Technik und die neuen Medien. Aber die Mädchen tun es auch. Neue Medien heißt nicht Neue Technik, sondern nur Neue Medien. Für schreibwütige Mädchen ist das die Revolution in der Informationsgesellschaft, mehr als für Jungs mit Schraubenzieher in der Hand.

Der Computer ist nur das Werkzeug, das Zugangsgerät zu den Neuen Medien.

 
Wie informiert man sich am besten über das Internet?

Sie sind einfach besser dran, sich solche Texte wie diesen hier zusammen zu fischen, Links genug haben wir und auch die anderen Ihnen auch hingelegt. Nehmen Sie das Textmaterial, studieren Sie es und gut ist. Es ist billiger, das Original zu lesen. Was Sie eher brauchen sind gute Bücher zu technischen Dingen im Internet, oder Online-Recht, Computer-Viren usw. also nicht Hausfrauenlektüre, sondern selbst als Hausfrau das zu lesen, was Profis lesen. Lassen Sie sich dabei Zeit. Wir brauchten Jahre, um das alles zu begreifen. Daher müssen Sie das nicht alles in ein paar Stunden verstanden haben.

Oft ist es auch genug an Übung, wenn Sie die Kinderseiten alle einzeln besuchen, die dortigen Eltern-Infos ausdrucken und in Ihrem dicken Eltern-Medienkompetenz-Aktenordner abheften. Machen Sie ruhig Rubriken, also sortieren Sie die einzelnen Komponenten, z.B. Foren/Chats, Surftipps, Viren, usw. Was sagt die ARD dazu, was sagt die Polizei dazu, was sagt Ihre Stadt dazu, was sagt die und die und die Kinderseite dazu.

 
Ein paar klärende Worte als Nachtrag, 
über den Aberglauben Eltern seien mit dem Internet überfordert ... 
 

Viele Eltern-Infos klingen meist so, als wenn Eltern nun von Natur aus gar keine Ahnung vom Internet haben und als wenn das auch immer so bleiben wird, weil sie mit der neuen Technologie hoffnungslos überfordert wären.

Das ist eine voreilige Verallgemeinerung. Dem ist ganz sicher nicht so. Es ist auch nicht so, dass erst jetzt Eltern mit dem Internet zu tun haben. Sicher, für einige mag das gelten, aber ganz bestimmt nicht für alle.

Bevor es nämlich Eltern-Infos gab, bevor auch nur ein Fernsehsender in Deutschland wirklich im Internet war, bevor die Industrie Kinder als mögliche Multiplikatoren im Internet entdeckte, bevor alles überhaupt von "Kindern im Netz" redete, gab es bereits Angebote wie die Blinde Kuh. Denn schon 1996 hatten wir für Kinder spezielle Surftipps und Informationen ins Netz gestellt. Und das taten wir als Eltern und wir taten es vorerst für das eigene Kind. Erst 4 bis 5 Jahre später, was im Internet schon eine recht große Zeitspanne ist, fing alles an, Online-Angebote für Kinder ins Netz zu stellen. Dabei gab es verschiedene Arten. Die einen, die als Mütter hübsche Seiten für Kinder machten, die anderen, die zum Kinderfernsehen sendebegleitende Angebote unterhielten, die wieder anderen, die produkterzieherische Seiten aufstellten, und immer gab es welche, egal ob privat engagiert oder gar in Institutionen, Staat, oder Unternehmen, aber eben mehr als alle anderen engagiert, die hatten richtig Spaß daran, auch mit anderen Redaktionen eine riesige verteilte Surflandschaft für Kinder aufzubauen. Aber, es gab auch die Tausenden von Trittbrettfahrern und Nachahmern, die hier klauten und da klauten und "das ganze Internet" noch einmal nachbauten, um es in ihrem Design zu präsentieren.

Jedenfalls, lange Vorrede, kurzer Sinn, von Anfang an waren es auch Eltern, die das Internet der Kinder bauten und dies auch in Deutschland. Zwischen Eltern, Journalisten, Pädagogen, Technikern und was nicht alles wurde damals eigentlich gar nicht unterschieden, alle zusammen waren sich einig, jeder baute einen Teil der Kinderseitenlandschaft und nur zusammen ergab das einen Sinn. Es war eben Internet-Aufbruch-Stimmung.

In manchen Texten liest sich das so als hätte das Unternehmen oder gar der Fernsehsender das "kindgerechte" Internet selbst erfunden. 

Doch immer wieder stoßen Sie dann auf diese merkwürdigen Leute, die damals, in den ersten Tagen des Internet, die ersten Kinderseiten machten. Eine davon ist Birgit Bachmann von der Blinden Kuh. Ein anderer ist Tobias Gehle von WDR5 Radio Lilipuz. Und wieder ein anderer ist Toddys Wolf-Kinderclub. Und da ist noch einer, der nennt sich Kindersache vom Deutschen Kinderhilfswerk. Und viele mehr. Einige verschwanden, einige kamen hinzu, wie etwa Kidsville oder Sowieso-Online-Magazin. Alles Kinderseiten, auf die Sie immer wieder stoßen werden. Selbst Unternehmen fanden sich hier ein, genauer eigentlich eher die Redaktionen, ob nun aus Verlagen wie Tessloff, mit Was Ist Was oder Gruner+Jahr mit Geolino und viele andere. Es geht dabei nicht um eine verschworene Gemeinschaft oder so etwas, sondern eher um einen Austausch an Erfahrungen. Weil eigentlich alle das gleiche Problem haben, nicht Kinder im Internet, sondern das, was alles drum herum ist. Also, wie sichert man die Kinder auf den eigenen Seiten und zwischen den Seiten? Wie informiert man sie über aktuelle Bedrohungen aus dem Internet, vor allem aber wie sorgt man dafür, dass das, was sie wollen, auch irgendwie wieder auf diesen Seiten zu entdecken ist. Ob nun Partizipation, Information, Kommunikation oder Navigation, die Probleme sind bei allen Kinderseitenanbietern gleich. Also, Sie sehen, es ist schon so, dass sich da Leute ein paar Gedanken machen und versuchen, das alles etwas zu optimieren. Nicht für sich, sondern für die Kinder im Netz. Sie werden relativ schnell merken, dass es hier sehr oft Namen von Personen sind, weniger die "Marke" oder ähnliches. Diese Seiten haben Menschen, die diese Seiten machen. Einige davon sind auch Eltern und einige davon haben als Eltern derartige Seiten gebaut, und eine davon wiederum ist die Blinde Kuh.

Wenn wir also von "Internet" reden, dann nicht von einem Produkt eines Unternehmens, sondern von einem tatsächlich Neuem Medium. Das einzige was an diesem Medium neu ist, es gehört niemanden und jeder darf nicht nur empfangen, sondern auch senden. Wir reden nicht von "Kinderportalen" weil das ehrlichgesagt albern ist, wir reden von der Kinderseitenlandschaft. Was soll denn das sein, ein Kinderportal? Für was soll das ein Portal sein, etwa für das Internet? Wer bestimmt denn das? Das redet die Presse gern daher, weil die redet gern und will auch mal was sagen. Aber, so etwas wie ein Kinderportal, so dass sich dieser Ausdruck lohnt, gibt es überhaupt nicht. Einige Unternehmen hätten das natürlich gern, ein Portal zu sein, aber wie komisch ist das denn? Nein, dies hier ist die Kinderseitenlandschaft. Die Blinde Kuh ist kein Portal zur Kinderseitenlandschaft, sie ist lediglich eine von vielen Kinderseiten. Sie hat zwar eine Portalfunktion, weil man über sie an recht viele Seiten recht fix herankommt, aber mehr ist sie eigentlich ein Navigationssystem mit eigenen inhaltlichen Angeboten. Und sie ist ein Symbol. Klingt lustig, gemeint ist, sie steht nicht nur für das Netz der Kinder als seinerzeit Pioniergeister, sondern sie steht für eine bestimmte Art von Internet, nämlich das, was man das Freie Internet nennen könnte. Hier geht es also nicht darum, Geld zu verdienen, das könnte man garantiert anders leichter haben, sondern hier geht es darum, die Kinderseitenlandschaft aufzubauen und zu bereichern. Sie werden es nicht glauben, einfach nur aus dem Grund, weil es irgendwie Spaß macht. Macht es keinen Spaß mehr, hören wir damit sofort auf. Keinen Spaß macht das z.B., wenn man Unsummen an Euros bezahlen muss. Keinen Spaß macht es, wenn man sich mit Unternehmen herumschlagen muss, die alle meinen, das Internet für Kinder selbst erfunden zu haben, 5 Jahre nachdem Seiten wie die Blinde Kuh im Internet waren. Keinen Spaß macht es, wenn Journalisten einfach nicht begreifen, dass die Blinde Kuh eben keine Daddelseite ist, sondern strikt Freies Internet und dass man das da eben so macht. Andere Angebote aus dem Freien Internet sind etwa Die Suchfibel von Stefan Karzauninkat, SelfHTML von Stefan Münz, Die Hausfrauenseite von Carola Enning, Internet Intern von Wolfgang Bleh und viele andere. Sie alle machen ihre Seiten eben nicht, weil man da toll viel Online-Dollars machen kann, sondern sie fingen an damit in einer Zeit, als das Wort "Internet" immer noch mit "Chaos" und "Anarchisten" gleichgesetzt wurde. Was aber nicht heißt, dass das nun alles Anarchisten sind. 

Das alles hat mit einem Internet-Auftritt eines Unternehmens, das lediglich damit Geld machen möchte, nichts gemeinsam. Ebenso hat es nichts gemeinsam mit Angeboten von Leuten, die ihre Selbsterfahrung in HTML gießen und dann nach 3 Monaten keine Lust mehr haben. Diese Seiten gehören zu den "Dinosauriern" im Internet, so schreibt es die Presse. Und, von Anfang an waren eben auch Eltern unter den Machern des World Wide Web. Es war sogar noch schlimmer, die Blinde Kuh, war sogar eines der ersten Suchmaschinen überhaupt in deutscher Sprache. Sie war so "revolutionär", dass sie gar keinen Server in Deutschland fand, damals ging das nur bei Universitäten und zuerst in Österreich startet. Sie werden es nicht glauben, der Fachbereich dort hieß nicht Pädagogik, die alle konnten mit "Internet" überhaupt nichts anfangen, es war das Philosophische Institut in Wien, auf dem die erste deutschsprachige Suchmaschine lief. Damit schließt sich der Kreis der Legendenbildung. In einer Zeit, als im Fernsehen eigentlich nur arte über die Ereignisse und Entwicklungen im Internet sendete, als nur Universitäten und vereinzelte Unternehmen (T-Online und so etwas war nicht dabei) überhaupt im Internet waren, in der Zeit, waren auch schon Kinder im Netz und es gab auch schon Eltern, die das Angebot der Kinder bauten, also Internet machten.

Erst viel später, etwa gegen 1999 / 2000 entdeckte man Kinder als Multiplikatoren im Internet für kommerzielle Produkte. Erst viel später bemerkten viele Fernsehsender, dass wer zu spät kommt, einfach nur im Neuen Medium an Sendeplätzen verliert.

Auch hier wieder drei Gruppen. Den einen war das alles egal, Hauptsache, sie waren online. Den anderen ging es nur um ihre Produkte, auch wenn niemand die Seiten besuchte, und wieder andere vernetzten sich im Sinne des World Wide Web mit der vorhandenen Kinderseitenlandschaft. 

Wenn Sie all das noch nie gehört haben in all den Eltern-Informationen, dann deshalb, weil viele Leute viel schreiben, aber das Internet genauso wenig kennen, wie im Moment vielleicht Sie. Aber, glauben Sie uns das einfach, Sie werden auf diese "Legende" immer wieder stoßen, Und Ja, bei der Blinden Kuh sind Ihre Kinder tatsächlich im echten und freien Internet.

Dieses Internet ist das, was wir und Sie und andere daraus machen. Ja, auch Sie machen ja das Internet. der eine mehr, der andere weniger, und bei einigen sieht man nicht soviel. Alles, was Sie meinen, was fehlt im Internet, ist genau das, was Sie eben nicht ins Internet gestellt haben. Alles, was bei der Blinden Kuh ins Internet gestellt wurde, ist nur das, was die Leute der Blinden Kuh und all die Kinder gemacht haben. Mehr ist da eben nicht. Aber, es ist mehr als irgendwo anders. Kein Wunder, rechnen Sie doch einmal in Jahren. Seit 1996 wird das hier gemacht. Da war eben viel Zeit, etwas zu machen. Das machte die Blinde Kuh auch so immens fett. Die Zeit und die Symbiose zwischen Angebot und Besuchern.

Nein, wir machen Ihnen das Internet nicht einfacher als es ist. So einfach ist das nämlich alles überhaupt nicht. Unsere Hinweise für Eltern sind daher auch etwas komplexer als auf Seiten, in denen alles so einfach klingt, wohl auch deshalb, weil die, die so etwas schreiben, selbst nie Internet gemacht haben. Um ganz ehrlich zu sein, viele Tipps für Eltern können wir eher nur schwer nachvollziehen. Teils stammen die aus einem ganz anderen Bereich. Ein Beispiel, oft zitiert wird Prof. Dr. Stefan Aufenanger, allerdings meist ohne Quellenangabe und ohne dass man sagt, das man ihn zitiert. Er schrieb seinerzeit zum Thema Computerspiele für diverse Zeitschriften und Zeitungen. Er bezog sich aber auf Computerspiele. Computerspiele und Internetseiten sind ein großer Unterschied. Das eine kann man als Eltern einigermaßen in den Griff bekommen, das Internet aber nun ganz und gar nicht.
Ein weiterer, der oft zitiert wird, ist Tobias Gehle, der seinerzeit seine Diplomarbeit schrieb. Er bezog sich aber auf ein Internet vor 1998, also lange bevor in Deutschland Kinder überhaupt in der Größenordnung online waren. Er beschrieb da auch eher Dinge im US-Internet, die sich auf das heutige Internet kaum übertragen lassen. Tatsächlich waren damals auch in Deutschland alle Surftipps eher in das US-Internet und alle Kinder mussten Englisch können. Tobias Gehle ist seit vielen Jahren Redakteur bei WDR5 Radio Lilipuz und dort auch der Macher des dortigen Internet-Auftrittes.
Auch andere werden zitiert, unter anderem die Blinde Kuh. Dazu können wir sagen, wir sagen heute dies und morgen das, aber nichts davon sind Gesetze, die man in Marmor hauen sollte. Und schön wäre es auch, wenn man sagt, dass man etwas bei uns abgeschrieben hat. Aussagen ohne Quellenangabe in den Medien sind äußerst fragwürdig. Ebenso auch Aussagen von Professoren, die mit Internet nichts zu tun haben. Das macht die Sache keineswegs wissenschaftlicher.

Doch allem Gerede zum Trotz, es kann nur Anregung sein. Entscheidungen müssen Sie als Eltern selbst fällen.

Denken Sie immer daran, das Internet wird eben auch von Eltern gemacht. Denn auch Eltern können schon denken, sie können HTML, sie können komplexe Webtechnologien programmieren, sie können aufwendige Inhalte schreiben, sie können sich engagieren, sie können etwas bewegen und verändern, und glauben Sie uns einfach, Eltern tun das sogar.

Eltern stehen also nicht ohnmächtig und tatenlos einer neuen Entwicklung gegenüber.

Sie können jederzeit das Internet verändern, wann immer und wie auch immer Sie es wünschen. Sie können jederzeit selbst Kinderseiten machen und das sogar genau so, wie Sie es wollen. Und wenn Sie ein Beispiel brauchen, bei der Frage, ob so etwas denn Sinn macht oder nicht, dann denken Sie einfach an die Blinde Kuh. Wir denken ja, es macht Sinn, auch wenn unsere Kinder schon zu alt sind, die Blinde Kuh für Ihre Kinder am Leben zu lassen.

Sie müssen die Blinde Kuh nicht nachbauen, die gibt es ja schon. Suchen Sie sich Themen aus, die Sie für sinnig halten und bereichern Sie die Kinderseitenlandschaft um ein paar Surfwelten mehr. Und, machen Sie Ihre Seiten dann sicher für Kinder, denn Tretminen basteln bereichert die Kinderseitenlandschaft nicht.

Doch wenn Sie es tun, erfinden Sie bitte das Internet nicht auch noch mal neu, sondern suchen Sie die Wege der Vernetzung. 

Warum? 

Weil man das so macht im World Wide Web.

 

 

Einige Webadressen für die, die HTML & co lernen möchten

Die hier Aufgezählten sind Leute, die sich teils seit 1995 sehr bemühten, das Internet und die Erstellung von Webseiten einem breiten Publikum zu verdeutlichen und darin auch recht erfolgreich waren. Sie alle waren selbst auch einmal Anfänger.

SelfHTML von Stefan Münz u.a.
http://selfhtml.org

Die Suchfibel von Stefan Karzauninkat
http://www.suchfibel.de/

Workshop Javascript von Christine Kühnel, Stefan Mintert u.a.
http://javascript-workshop.de/

 
Blinde Kuh
Spiele
Kids-E-Zine
Kinder-Post
Kinder-Küche
Die Blinde Kuh - Erste deutschsprachige Suchmaschine speziell für Kinder
www.blinde-kuh.de © 1997-2003 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller