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Was bedeuten die
Hieroglyphen?
So einfach wie sie
aussieht ist diese
Hieroglyphen-Schrift allerdings nicht. Zum einen gab es keine
besonderen Zeichen für Vokale, also so etwas wie "a",
"u" und "e", zum anderen gab es neben
Zeichen für Konsonanten auch Zeichen für Silben, wie für "wun"
oder "neb". Aber, es gab auch Zeichen
für ganze Worte, wie z.B. für "Kind" oder "Tier".
Und natürlich haben die ägyptischen Götter auch noch spezielle
Zeichen.
Zudem kann man von
links nach rechts oder von rechts nach links oder von oben nach unten
schreiben. Das hört sich schwierig an. Aber das schwierigste kommt ja
noch, die Grammatik. Wenn man z.B. ein Junge ist, muss man einen Jungen
hinter einem Wort wie "Ich" malen, wenn man ein Mädchen ist,
muss man eben ein Mädchen dahinter malen.

ich (weiblich) |

ich (männlich) |
Was die alten
Ägypter so gut wie vermieden, waren neue Wörter, die sich aus mehreren
zusammensetzen. Etwa "Schule" war da mehr "Das
Haus von Unterricht". Das machte dann reichlich lange
Hieroglyphengruppen:
Hier siehst du, wie
mal von oben nach unten und mal von links nach rechts geschrieben wird.
Dass nicht von rechts nach links geschrieben ist, sieht man daran, in
welche Richtung die Tiere und Menschen schauen.
Es gibt Tausende von
Hieroglyphen, aber glaube ja nicht, dass ein altägyptischer Schreiber
alle kannte. Mehr als etwa 700 Zeichen musste man wissen, das reichte.
Die altägyptische
Sprache, die ja in diesen Hieroglyphen gemalt wurde, zumindest in
offiziellen und religiösen Texten, spricht gar keiner mehr. So
weiß man auch nicht mehr, wie die Hieroglyphensprache eigentlich
genau gesprochen wird.
Na ja, sagen wir mal,
es spricht fast keiner mehr diese Sprache. Es gibt da noch die Kopten,
das sind ca. 8 Millionen ägyptisch orthodoxe Christen, die religiösen
Texte immer noch in dieser alten Schrift haben. Das ist fast wie mit dem
Latein, es gibt noch immer Texte in Latein, aber es gibt eben keine
Römer mehr. Im modernen Ägypten spricht man übrigens arabisch und nicht mehr
altägyptisch.
Das meiste, was die
Ägypter damals aufschrieben, sind allerdings keine geheimnisvollen
Zaubertexte, so magisch die Schrift auch aussehen mag, sondern ganz
einfache Buchhaltungen, also wie viele Schweine, Ochsen, Gerste, Holz,
usw. wurden von welchem Händler für den ägyptischen Hof gekauft, und
was macht das in altägyptischem Geld. Oder sie beschrieben die Jagd,
die Landwirtschaft, das Handwerk und ähnliche Dinge des alltäglichen
Lebens im damaligen Ägypten. Doch so ganz langweilig wie das
klingt, ist es gar nicht. Denn anhand dieser Texte konnte man eben
herausfinden, wie zum Beispiel ein Pharao hieß und wie reich der war.
Für Grabräuber die ideale Informationsquelle und später auch für die
Archäologen. Die Hieroglyphen,
die noch heute an den ägyptischen Tempeln zu sehen sind, schildern
meist die "Größe" der dortigen Pharaos und deren Herrscherzeit.
Nun konnten ja nicht
alle Ägypter lesen und schreiben, so selbstverständlich ist das nicht
gewesen. Damit aber alle wenigstens erahnen können worum es in
Hieroglyphen ging, malten die ägyptischen Schreiber ganz einfach ein
paar Szenen mit dazu. Das waren sozusagen mit die ersten Comics.
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