Der Vampir
Es war schon spät abends. Lucy war auf dem Weg nach Hause. Sie war bei ihrer Freundin gewesen. Diese wohnte im Nachbarort, so dass Lucy durch den Wald laufen musste, um nach Hause zu kommen. Plötzlich hörte sie ein Rauschen. Sie glaubte, es sich nur eingebildet zu haben. Vielleicht war es auch nur ein Vogel gewesen. Plötzlich landete eine große Gestalt mit wehendem schwarzem Umhang vor Lucy.
Sie wollte schreien, bekam aber keinen Ton heraus. Die Gestalt kam näher. Sie öffnete den Mund und entblößte zwei lange spitze Zähne. Lucy wich zurück. War das ein Vampir? Oder wollte sie nur jemand hereinlegen? Lucy hatte gar nicht bemerkt, dass der Vampir näher gekommen war, aber nun spürte sie seine Zähne an ihrem Hals. Etwas Dunkles tropfte auf den Boden. War das etwa ihr Blut? Lucy spürte, wie sie immer schwächer wurde. Schließlich riss sie sich mit letzter Kraft los und stolperte tiefer in den Wald hinein. Sie hörte, dass der Vampir ihr folgte.
Sie war verloren. Voller Angst rannte Lucy immer schneller. Aber da es dunkel war, bemerkte sie den Felsen erst, als sie darüber stolperte. Der Vampir war nur noch wenige Schritte hinter ihr. Auf einmal bemerkte Lucy, dass sie gar nicht auf den Boden gefallen war. Sie schwebte in der Luft. Lucy biss sich auf ihre Unterlippe, um nicht laut zu schreien, denn dann hätte der Vampir sie sicher bemerkt. Dann schmeckte sie ihr Blut. Komisch, so stark hatte sie doch gar nicht zugebissen! Aber es schmeckte gut. Sie wollte mehr davon und sie würde es sich holen...