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Die Rus und
Waräger
Obwohl
eigentlich nicht so ganz klar ist, was "Wikinger" heißt,
also woher das Wort kommt, und obwohl anfangs die Wikinger eher
Bauerngruppen waren, von denen nur einige gelegentlich mit den
Schiffen die Küsten unsicher machen, kann man die Wikinger in drei
große Gruppen teilen.

Während
die Norweger sich vor allem auf
den Norden Englands, Irland und Island spezialisierten, und später
sogar Grönland und Amerika erreichten, hatten es die Dänen
auf die Küsten des Festlands abgesehen. Sie suchten das heutige
Deutschland, Frankreich, Spanien und Sizilien in Italien heim. Und
die Dänen siedelten auch im Westen Englands. Die Dänen
wurden später bekannt als "Normannen".
Etwas ruhiger
und mit weniger Kriegsgeschrei ging die Besiedlung durch die Schweden
im Osten vor sich. Ihre Ausdehnung nach Osten erfolgte nicht mit
Kriegs-, sondern mit Handelsschiffen.
Von den
slawischen Bewohnern des Ostens wurden sie Rus
genannt. Mehrere Wikinger schlossen sich in Genossenschaften, die
auch Lage genannt wurden, um gemeinsam Handelsreisen oder
andere Unternehmen zu begehen und sich gemeinsam ein Schiff für die
Fahrten zu leisten, was die Sache dann etwas billiger für jeden
Einzelnen macht.
Jedenfalls im
Einflussgebiet im Norden, Novgorod, hatten die Wikinger bereits im
9. Jahrhundert einen Handelsposten mit den Namen Holmgàrd.
Was
erstaunlich war, der Sage nach riefen die slawischen Stämme selbst
die Rus dazu auf, die Herrschaft über das Gebiet zu übernehmen,
weil diese in Staatgeschäften begabter und erfahrener seien.
Wahrscheinlich konnten die Slawen sich nicht auf einen König aus
ihren eigenen Reihen einigen. Wie es aber genau vor sich ging, ob
die Wikinger nicht auch im Osten plündernd durch die Gegend zogen,
und die Schwäche der zerstrittenen Slawischen Stämme ausnutzen,
ist unbekannt.
Die Wikinger
fuhren im Jahre 860 den Fluss
Don runter und dann über die Wolga in das Kaspische Meer. Dann
standen sie vor den Toren des Byzantischen Reiches, dessen
Hauptstadt Konstaninopel war.
Zwei Gefährten des Rurik
(Hrodrekr), der ab 862
als König das Land der Rus in Novgorod regierte, gründeten im
Süden den Posten Kiew.
Im Jahre
882
wurde die Reiche Kiew und Novgorod von Ruriks Nachfolger Helgi
(Oleg) vereint, wobei er die beiden Herrscher Kiews töten ließ.
Aus dem Land der Rus holte er sich Schweden, die er zu einem Bund
vereinte, die Wargärer
(nordisch "væringjar", was Eidgenossen meint). Sie
bildeten eine Garde aus gleichzeitig Handelsleuten und Kriegern.
Im Jahre 911
griff
Helgi mit seinen Wargärern Konstaniopel an. Plündernd fuhren die
Wikinger von Kiew aus durch das Kaspische Meer. 944
kommt
es zum Friedensvertrag zwischen Byzanz und Kiew. Die Wargärer
werden zu Söldnern des Byzantischen Reiches und bildeten das
Kernstück der Armee.
Kiew
und
Novgorod dehnten sich weiter aus. Nach dem Tode Igors,
dem Nachfolger von Helgi, übernahm dessen Frau Olga
im Jahr 954 die
Regierungsgeschäfte für ihren Sohn, der noch etwas zu jung dazu
war. Olga besuchte den Byzantischen Kaiser, um sich dessen Religion
genauer anzusehen, fand die Orthodoxe Kirche aber nicht so dolle.
Zwar holte sie Missionare ins Land, aber dann einigte sie sich mit
dem deutschen Kaiser Otto I, katholische Geistliche nach Kiew kommen
zu lassen. Das Rittertum des Westens ersetzte dann auch im Osten den
Kriegerglauben der Wikinger an Odin und Thor.
Kiew-Novgorod
wurde dann vor allem durch Heirat immer größer. Die unmittelbare
Nähe zu Byzanz sorgte dann auch dafür, dass der kulturelle
Einfluss aus Byzanz stärker wurde. Im Jahre 990
lässt sich der Großfürst
Wladimir I, der beide Reiche 980
vereinte, im orthodoxen Glauben taufen und heiratete Anna, die
Schwester des byzantischen Kaisers Basileios II.
Die Geschichte
ging natürlich weiter. Aus Kiew-Novgorod wurde dann, nach dessen
Zerfall, nach Überfällen durch die "Goldene Horden" des
Dschingis-Khan, und nach Kriegen gegen Schweden, Mongolen bzw.
Tartaren, das russische Zarenreich. In Novgorod wird eine Stadt
Namens Moskau gegen
1147 gegründet. Sie ist heute die Hauptstadt
Russlands. Kiew wurde zur Hauptstadt der heutigen Ukraine.
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