Blinde Kuh - Ratten

 

Die Pest

Rattenfloh Viele Leute glauben immer noch, dass die Ratten die Träger der Pest-Erreger (latein: Yersinia pestis) sind. Das stimmt aber gar nicht. Die Pest wurde vom Rattenfloh (latein: Xenopsylla cheopis) übertragen und wir Ratten litten und starben an dieser Krankheit genau wie die Menschen! Hier nun die ganz Wahrheit:

Geschichte der Pest

Schon seit 224 vor unserer Zeitrechnung, also vor 2224 Jahren, wurde in China von Epidemien berichtet. Epidemie nennt man eine Krankheit, die sehr häufig an einem Ort zu einer Zeit wütet, und eine sehr große Epidemie heißt Pandemie. Und auch im antiken Griechenland gab es bereits pestartige Epidemien. Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert herrschte in Europa eine Pest-Epidemie und die schlimmste Epidemie suchte im 14. Jahrhundert von 1347 bis 1352 ganz Europa heim. Bis ins 18. Jahrhundert brach die Pest in Europa immer wieder aus. Die letzte große Pest-Epidemie ereignete sich 1665/1666 in London und forderte hier zehntausende von Todesopfern. 1894 nahm eine erneute Pandemie in China ihren Anfang und 1900 erreichte sie San Francisco. Heute tritt die Pest noch vereinzelt in Asien, Afrika, Südamerika und Australien auf; in Europa und Nordamerika ist sie so gut wie verschwunden. 1950 rief die Weltgesundheitsorganisation ein Programm zur weltweiten Pestbekämpfung ins Leben. 1994 fielen einer neuerlichen Pestepidemie in Westindien insgesamt 58 Menschen zum Opfer; diese Epidemie war offenbar durch eine neue Virusvariante ausgelöst worden.

 

Wie wird die Pest genau verbreitet?

Die Pest, wie viele andere Krankheiten auch, entsteht durch unhygienische Umstände. Im Mittelalter, als in Europa die große Epidemie herrschte, gab es kein richtiges Abwassersystem. Die Menschen schütten das Abwasser aus der Toilette einfach auf die Straße, denn eine Klospülung gab es nicht, und selbst wenn es das schon gegeben hätte, dann hätten die meisten Menschen nicht genug Geld gehabt, sich das zu kaufen. Auch der Müll wurde einfach auf die Straße geschmissen. In den Städten stank es also bestialisch und die Bakterien und Viren hatten einleichtes Spiel, sich zu vermehren! Freiwillig haben wir natürlich nicht im Dreck gelebt. Die Menschen haben diese schlimmen Lebensumstände geschaffen und wir haben eigentlich durch das Fressen der Abfälle dazu beigetragen, dass es weniger Abfälle auf den Straßen gibt.

Aber nicht nur die Krankheitserreger konnten sich wunderbar verbreiten, sondern auch wir Ratten. Wie du ja sicherlich schon gelesen hast, fressen wir alles, auch Abfälle. Und je mehr Futter wir haben, desto schneller vermehren wir uns. Besonders in den Städten wimmelte es von uns! Wir teilten unseren Lebensraum mit den Viren und die steckten uns mit der Pest an. Der Rattenfloh, der sich von unserem Blut ernährte, wurde nicht krank und das Schlimme an der Sache war, dass der Rattenfloh nicht nur das Blut von Ratten und anderen Nagetieren trinkt, sondern, wie die Zecken und Mücken auch, die Menschen anfällt. Wir waren aber nicht die einzigen Tiere, auf denen der Rattenfloh lebte. Insgesamt waren es etwa 230 Tierarten, die den Floh mit sich trugen und somit auch indirekt den Menschen mit der Pest ansteckten. So wurden also die Menschen mit der Pest angesteckt. Die Ärzte waren machtlos, denn viele Medikamente und Laborzubehör war noch nicht erfunden.

Die Ratten nisteten sich gern in den großen Lagerhallen am Hafen ein und nicht selten wurden große Säcke mit Lebensmitteln oder Kisten mit Stoffen in andere Städte verschifft, in denen Ratten wohnten, die vom Rattenfloh befallen waren. So wurde die Pest von Hafen zu Hafen geschickt.
Die große Pest im 14. Jahrhundert wurde genau so verbreitet. Diese Pest kam über Sizilien nach Afrika und hat sich dann innerhalb von 3 Jahren auf ganz Europa und sogar bis nach Island ausgebreitet. Auch die Pandemie in China (1894) wurde durch Handelsschiffe von Hongkong und Bombay aus in praktisch alle großen Häfen der Welt exportiert, kam nach Afrika, zu den pazifischen Inseln, nach Australien und Amerika.

Was kann man gegen die Verbreitung der Pest tun?

Solange die Menschen die Städte nicht so verkommen lassen, wie damals im Mittelalter und in den Armutsvierteln vieler Großstädte, dann besteht kaum eine Gefahr, dass sich die Pest ausbreiten kann. Wenn sie allerdings ausgebrochen ist, ist es wichtig, so schnell wie möglich alle Menschen in der Stadt und im Umkreis der Stadt medizinisch zu versorgen, denn inzwischen gibt es gute Medikamente gegen die Pesterreger! Man kann sich gegen viele Arten inzwischen sogar schon impfen.

 

 
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