Das
ist eigentlich auch eher etwas für Erwachsene, aber wir hoffen,
dass wir das so geschrieben haben, dass auch du das lesen und
verstehen kannst, wenn dich das interessiert.
Gleich
vorweg:
Es
gibt keine 100%-Sicherheit im Internet!
Du musst auf dich selbst aufpassen!
Alles
andere ist einfach nur gelogen.
Sicherheit
für Kinder im Netz!
Auch
die Webadressen, die die Blinde Kuh findet, sind nicht unbedingt
für Kinder sicher.
Das
hat einen einfachen Grund. In der Suchmaschine findest du eben nicht
nur Seiten für kleine Kinder, sondern eben auch Seiten für
12-14 Jährige.
Wir
trennen, auch wenn man das nicht immer so einfach trennen kann, den Roten
Bereich, als ein für Kinder definitiv weder gedachten
noch geeigneten Bereich, den Grünen
Bereich, als die klassischen Kinderinseln im Internet,
die teils etwas zu kindisch sind, aber eben für Kinder gemacht
wurde, und den Bereich dazwischen, den Grauen
Bereich. Der Großteil der Adressen der Blinden Kuh
befindet sich im Grauen Bereich und genau dieser Bereich scheint die
Kinder am meisten zu interessieren. Aber schon der Grüne Bereich
ist alles andere als sicher.
Es
besteht nun mal das Problem, dass die meisten Seiten für Kinder um die 12
Jahre eben keine Kinderseiten sind. Näch, z.B.: Gute Zeiten -
Schlechte Zeiten? Die älteren wissen was wir meinen. Es gibt
dort ein Angebot mit Chat und allen SchnickSchnack und niemand
kümmert sich eigentlich wirklich um die Sicherheit der Kinder. Eher
im Gegenteil, damit ordentlich viele Klicks auf den Seiten sind,
wird der Kinder- und Jugendschutz einfach umgangen. Kein Wunder,
dass dort auch eine Reihe eigenartiger Erwachsener rumlungert. Man distanziert sich noch mit einen kleinen Hinweis vom
Inhalt durch die Forengäste. Das allein sollte schon mal kein
gutes Zeichen sein. Aber, ohne GZSZ, was dank RTL nun mal den
Kindern tagtäglich als wichtig eingetrichtert wird, würde die
Blinde Kuh relativ schnell uninteressant.
Natürlich
sind auch Seiten bei der Blinden Kuh zu finden, auf denen Links auf
Seiten sind, die nur für Erwachsene sind. Klar, z.B.: wenn eine
Schule eine Homepage hat, und meint, Suchmaschinen wie Google oder
Fast seien das Idealste für die Schüler auch für die
Grundschüler. Dies sehen Behörden wie Jugendschutz.net ein klein
wenig anders. Immer noch treiben Lehrer, deren Medienkompetenz in
Bezug auf das Internet noch ungeübt ist, selbst jüngere Schüler
auf diese Suchmaschinen. Teilweise behaupten diese auch, etwa
T-Online mit Fast, einen Jugendschutzfilter zu haben, was natürlich
schlichtweg eine Farce ist. Wer Kinder auf solche Seiten lenkt,
schickt sie direkt zu den aggressiven Pornangeboten, die bereits
schon Massen an erwachsenen Internetneulingen betrügen. Das
Problem, die tolle Schule, die wir gestern aufgenommen haben, hat
morgen eben dann schon einen direkten Link zu solchen Suchmaschinen.
Oder
nehmen wir die Seiten der Stars, die Fans anlocken sollen,
damit die ordentlich klicken. Ist ja ganz schön, aber wer außer 12
Jährige ist den noch Fan von Britney Spears und tobt in ihrem
Gästebuch herum. Dass Britney selbst genau so wenig wie die No
Angels sich um ihre Fans auf ihren Webseiten kümmert, ist ja, wie
du weist ein Märchen. Es gibt Stars, die das tun. Schon ganz lange
macht das z.B. David Bowie oder auch die berüchtigten Toten Hosen.
Aber die meisten Kunstfiguren-Stars kümmern sich kein Stück
um euch und schon gar nicht um eure Sicherheit.
Wir
wollen daher auch ehrlich ein Beispiel nennen:
Wir
nahmen auf Drängen unserer Besucher die Seiten der Girlie-Gruppe Tic-Tac-Toe
auf, als die mal ganz hip waren. Wie du ja weißt, gab es in der
Pop-Gruppe Streit, Toe ging weg, Tic-Tac blieb und dann kam ja noch
später wer dazu. Das Problem, das Marketing von Tic-Tac-Toe gab die
Domain auf, und ein Porno-Anbieter kaufte sie. Man muss sich
vorstellen, die Betreiber des damaligen Servers haben Kindern eine
Email-Adresse geschenkt, im Glauben, damit ihren Fans etwas Gutes zu
tun. Die Idee ist ja auch ganz nett, aber dann war es eben einer
dieser Pornoserver und die Kinder hatten immer noch ihre
Email-Adresse.
Stolz
schrieb der Münchner Kurier, die Blinde Kuh hätte Pornos auf
den Seiten und das Landeskriminalamt Bayern ermittelt gegen die
Blinde Kuh Macher. Das war Unsinn, denn die Pornos waren ja nicht
auf den Seiten der Blinden Kuh, sondern eben auf den Seiten einer
Webadresse, die über die Blinde Kuh zu finden war und auf ziemlich
vielen Seiten für Kinder. Natürlich haben wir diese Webadresse
dann schnellst möglichst aus den Datenbestand der Blinden Kuh
entfernt.
Es
kann aber immer wieder passieren und ganz bestimmt nicht nur Blinden
Kühen. Mittlerweile hat die Blinde Kuh ein automatisches
Prüfsystem und meldet sofort Birgit solche Adressen, wenn sie diese
entdeckt.
Das
Gleiche Problem besteht bei Webadressen prominenter Kinderseiten,
die plötzlich aufgegeben werden, aus welchen Gründen auch immer.
Gut,
das lässt sich ja noch einfach lösen, dieses Problem.
Ein
anderes Problem sind sogenannte KidsPortale. Hier geschieht
es sehr oft, dass Kinder aufgefordert werden, sie sollen doch mal in
den Chat oder in ein Forum kommen.
Wie
mit den Kindern und ihren Daten dort umgegangen wird, können wir
nur schwer prüfen, wenn es nicht gerade auffällig ist, also
öffentlich stattfindet.
So
gibt es unmoderierte Pinboards oder Foren in denen jeder sofort
irgend einen Unsinn schreiben kann und auch Kinder direkt
belästigt. Es ist schwer hier eine Grenze zu ziehen, denn auch bei
Seiten wie das SWR Kindernetz ist dies möglich. Erst im Nachhinein
werden die Beiträge die nicht so schön sind, herausgenommen. Der
Grund ist auch klar, so wie es bei der Blinden Kuh etwa auf der
Meinungen-Seite oder in der Kinder-Post geschieht, also erst die
Beiträge gegenlesen und dann veröffentlichen, ist reichlich viel
Arbeit, Arbeit die niemand bezahlen möchte. Dazu kommt, das z.B.:
wieder die ARD nicht immer bereit ist, ihre Kinderseiten vom Angebot
für Erwachsene zu trennen, also die Kinder sehr schnell nachher im
Erwachsenen-Angebot mit teils recht verwirrten Leuten herumchatten.
Noch heftiger war es allerdings bei K-RTL, die die Kinder über die
Hausnavigation dann in den Erotikbereich von RTL II schickten oder
bei Sat1Junor, das ebenfalls die Hausnavigation eingeblendet hatte,
in der die Anzahl von Leuten in einem Chat eingeblendet wurde und
die Kinder so fahrlässig in die Irre geführt, also zu
Erwachsenen-Chats weitergeleitet wurden. Wir haben nachgefragt. Bei
K-RTL bedauerte man es, kann sich aber nicht durchsetzen und bei
Sat1Junor zeigte die Agentur Desinteresse. Aber auch bei der Sendung
mit der Maus wurden die Kinder quer durch die WDR-Suchmaschine
gejagt und landeten dann schnell in den Foren des Rockpalastest.
Auch da haben wir angerufen und der damalige Redakteur behauptete
allen Ernstes, sie hätten gar keine Suchmaschine. Es ist alles
dabei, selbst da, wo man vorgibt sauber zu arbeiten.
Es
ist aber auch so, dass jede neue Firma im Internet für Kinder
erst einmal einen Chat bauen muss, den sie aber dann eben nicht
durchhalten. Kein Wunder, denn am Wochenende ist ja auch meist
keiner da, aber die Kinder im Netz.
Auch
wenn das peinlich sein mag, solche Dinge sind an der Tagesordnung
und es ist noch viel unüberschaubarer auf Seiten, die von privaten
Leuten gemacht werden. Und wenn wir diese Probleme nicht aufzeigen,
die geschehen, dann können wir auch kaum mit der Arbeit
überzeugen, die wirklich hinter der Blinden Kuh steckt und auch
nicht zu 100% in der Lage ist, alle Probleme zu lösen.
All
diese kleinen Fallen und Dusseligkeiten fallen auf die Blinde Kuh
zurück. Und ihr passiert das natürlich auch. Auch das ist kein
Wunder, das Internet verändert sich rasant schnell. Was heute gut
aussah, ist morgen schon keine gute Seite für Kinder.
Würden
wir diese Seiten aussperren, müssten wir wahrscheinlich sämtliche
ARD-Seiten aus dem Suchraum der Blinden Kuh nehmen. Aber vor allem
würden so gut wie alle wirklich für Kinder um die 12 Jahre
interessanten Seiten herausfliegen.
Das
selbe gilt auch für Werbebanner. Manche Seiten haben nichts
sonderliches zu bieten, da ist das dann egal. Aber es gibt eben auch
Seiten, recht gute sogar extra für Kinder, auf denen Werbebanner
drauf sind, die nicht immer für Kinder gedacht sind.
Es
ist also ein Kompromiss, den wir da eingehen.
Entweder
ein interessantes und vielseitiges Internet für Kinder oder immer
nach Richtlinien gehen, die so im Internet gar
nicht durchzuhalten sind, solange es für Webseiten wie diese kein Geld gibt.
Deswegen
fordern wir an allen nur erdenklichen Stellen die Kinder auf, nicht
sich blöd durch das Internet zu klicken, sondern ein wenig
aufzupassen, so, wie sie auf der Straße auch aufpassen müssen. Das
finden die natürlich einige völlig spießig von uns, aber bei
manchen klingelt es auch. Wenigstens etwas.
Sicherheit
für Kinder im Netz
Dieser
Kompromiss ist notwendig, weil wir eigentlich von den Kinder kaum
erwarten können, dass sie freiwillig auf eine Internet-Welt
verzichten wollen, in der man Lustige Sachen entdecken und
merkwürdige Geschichten in Chats erleben kann. Das finden die
witzig, genauso wie wir das mit 12 Jahren auch witzig fanden, solche
eher gefährlichen Sachen zu machen.
Wenn
wir alles nun dicht machen, werden wir die Kinder an diejenigen
verlieren, denen deren Sicherheit und Wohlbefinden völlig egal ist.
Kinder brauchen in diesem Alter auch das Gefährliche auf den
Straßen und wohl auch im Internet. Und wir können es schaffen,
dass sie dennoch immer wieder zu Seiten zurück kommen wie die
Blinde Kuh oder auch anderen Kinderseiten.
Wir
können uns es eben nicht leisten, zu streng zu sein. Und wir können es
uns nicht leisten, zu lasch zu sein. Irgendwo in der Mitte oder ein
Stückchen ab davon, ist die Blinde Kuh.
Vergessen
Sie bitte alle nie. Die Kinder sind freiwillig zu Besuch auf den
Kinderseiten. Wir können eigentlich nur froh sein, wenn sie
tatsächlich immer wieder kommen. Aber so selbstverständlich ist
das alles gar nicht.
Das
beste als Elternteil, was man machen kann, ist eben, die Kinder
nicht allein mit ihren Problemen zu lassen und immer ansprechbar zu
sein. Man kann auch mit Ihnen zusammen das Internet entdecken, sich
alles von ihnen zeigen lassen und auch das eine oder andere
durchsprechen.
Wer
seine Kinder einfach nur vor dem Internet parkt wie vor dem
Fernseher, sollte wissen, dass sich dann niemand um sein Kinder
kümmert und alle Welt vollen Zugriff auf diese Kinder haben. Ein
Großteil der Kinder gibt in den einschlägigen Studien an, dass
ihren Eltern es egal ist, wo sie surfen. Das sollte es aber nun
wirklich nicht sein.
|