Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
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Suchmaschinen-Kurs: Sichere Urls in der Suchmaschine?
Blinde Kuh
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Sind die Adressen in der Blinden Kuh für Kinder sicher?
Können Kinder bedenkenlos die Blinde Kuh benutzen?
 

20. Sichere Webadressen bei der Blinden Kuh

 

Das ist eigentlich auch eher etwas für Erwachsene, aber wir hoffen, dass wir das so geschrieben haben, dass auch du das lesen und verstehen kannst, wenn dich das interessiert. 

Gleich vorweg:

Es gibt keine 100%-Sicherheit im Internet!
Du musst auf dich selbst aufpassen!

Alles andere ist einfach nur gelogen.

Sicherheit für Kinder im Netz!

Auch die Webadressen, die die Blinde Kuh findet, sind nicht unbedingt für Kinder sicher.

Das hat einen einfachen Grund. In der Suchmaschine findest du eben nicht nur Seiten für kleine Kinder, sondern eben auch Seiten für 12-14 Jährige.

Wir trennen, auch wenn man das nicht immer so einfach trennen kann, den Roten Bereich, als ein für Kinder definitiv weder gedachten noch geeigneten Bereich, den Grünen Bereich, als die klassischen Kinderinseln im Internet, die teils etwas zu kindisch sind, aber eben für Kinder gemacht wurde, und den Bereich dazwischen, den Grauen Bereich. Der Großteil der Adressen der Blinden Kuh befindet sich im Grauen Bereich und genau dieser Bereich scheint die Kinder am meisten zu interessieren. Aber schon der Grüne Bereich ist alles andere als sicher.

Es besteht nun mal das Problem, dass die meisten Seiten für Kinder um die 12 Jahre eben keine Kinderseiten sind. Näch, z.B.: Gute Zeiten - Schlechte Zeiten? Die älteren wissen was wir meinen. Es gibt dort ein Angebot mit Chat und allen SchnickSchnack und niemand kümmert sich eigentlich wirklich um die Sicherheit der Kinder. Eher im Gegenteil, damit ordentlich viele Klicks auf den Seiten sind, wird der Kinder- und Jugendschutz einfach umgangen. Kein Wunder, dass dort auch eine Reihe eigenartiger Erwachsener rumlungert. Man distanziert sich noch mit einen kleinen Hinweis vom Inhalt durch die Forengäste. Das allein sollte schon mal kein gutes Zeichen sein. Aber, ohne GZSZ, was dank RTL nun mal den Kindern tagtäglich als wichtig eingetrichtert wird, würde die Blinde Kuh relativ schnell uninteressant.

Natürlich sind auch Seiten bei der Blinden Kuh zu finden, auf denen Links auf Seiten sind, die nur für Erwachsene sind. Klar, z.B.: wenn eine Schule eine Homepage hat, und meint, Suchmaschinen wie Google oder Fast seien das Idealste für die Schüler auch für die Grundschüler. Dies sehen Behörden wie Jugendschutz.net ein klein wenig anders. Immer noch treiben Lehrer, deren Medienkompetenz in Bezug auf das Internet noch ungeübt ist, selbst jüngere Schüler auf diese Suchmaschinen. Teilweise behaupten diese auch, etwa T-Online mit Fast, einen Jugendschutzfilter zu haben, was natürlich schlichtweg eine Farce ist. Wer Kinder auf solche Seiten lenkt, schickt sie direkt zu den aggressiven Pornangeboten, die bereits schon Massen an erwachsenen Internetneulingen betrügen. Das Problem, die tolle Schule, die wir gestern aufgenommen haben, hat morgen eben dann schon einen direkten Link zu solchen Suchmaschinen.

Oder nehmen wir die Seiten der Stars, die Fans anlocken sollen, damit die ordentlich klicken. Ist ja ganz schön, aber wer außer 12 Jährige ist den noch Fan von Britney Spears und tobt in ihrem Gästebuch herum. Dass Britney selbst genau so wenig wie die No Angels sich um ihre Fans auf ihren Webseiten kümmert, ist ja, wie du weist ein Märchen. Es gibt Stars, die das tun. Schon ganz lange macht das z.B. David Bowie oder auch die berüchtigten Toten Hosen. Aber die meisten Kunstfiguren-Stars kümmern sich kein Stück um euch und schon gar nicht um eure Sicherheit.

Wir wollen daher auch ehrlich ein Beispiel nennen:

Wir nahmen auf Drängen unserer Besucher die Seiten der Girlie-Gruppe Tic-Tac-Toe auf, als die mal ganz hip waren. Wie du ja weißt, gab es in der Pop-Gruppe Streit, Toe ging weg, Tic-Tac blieb und dann kam ja noch später wer dazu. Das Problem, das Marketing von Tic-Tac-Toe gab die Domain auf, und ein Porno-Anbieter kaufte sie. Man muss sich vorstellen, die Betreiber des damaligen Servers haben Kindern eine Email-Adresse geschenkt, im Glauben, damit ihren Fans etwas Gutes zu tun. Die Idee ist ja auch ganz nett, aber dann war es eben einer dieser Pornoserver und die Kinder hatten immer noch ihre Email-Adresse.

Stolz schrieb der Münchner Kurier, die Blinde Kuh hätte Pornos auf den Seiten und das Landeskriminalamt Bayern ermittelt gegen die Blinde Kuh Macher. Das war Unsinn, denn die Pornos waren ja nicht auf den Seiten der Blinden Kuh, sondern eben auf den Seiten einer Webadresse, die über die Blinde Kuh zu finden war und auf ziemlich vielen Seiten für Kinder. Natürlich haben wir diese Webadresse dann schnellst möglichst aus den Datenbestand der Blinden Kuh entfernt. 

Es kann aber immer wieder passieren und ganz bestimmt nicht nur Blinden Kühen. Mittlerweile hat die Blinde Kuh ein automatisches Prüfsystem und meldet sofort Birgit solche Adressen, wenn sie diese entdeckt.

Das Gleiche Problem besteht bei Webadressen prominenter Kinderseiten, die plötzlich aufgegeben werden, aus welchen Gründen auch immer.

Gut, das lässt sich ja noch einfach lösen, dieses Problem.

Ein anderes Problem sind sogenannte KidsPortale. Hier geschieht es sehr oft, dass Kinder aufgefordert werden, sie sollen doch mal in den Chat oder in ein Forum kommen.

Wie mit den Kindern und ihren Daten dort umgegangen wird, können wir nur schwer prüfen, wenn es nicht gerade auffällig ist, also öffentlich stattfindet. 

So gibt es unmoderierte Pinboards oder Foren in denen jeder sofort irgend einen Unsinn schreiben kann und auch Kinder direkt belästigt. Es ist schwer hier eine Grenze zu ziehen, denn auch bei Seiten wie das SWR Kindernetz ist dies möglich. Erst im Nachhinein werden die Beiträge die nicht so schön sind, herausgenommen. Der Grund ist auch klar, so wie es bei der Blinden Kuh etwa auf der Meinungen-Seite oder in der Kinder-Post geschieht, also erst die Beiträge gegenlesen und dann veröffentlichen, ist reichlich viel Arbeit, Arbeit die niemand bezahlen möchte. Dazu kommt, das z.B.: wieder die ARD nicht immer bereit ist, ihre Kinderseiten vom Angebot für Erwachsene zu trennen, also die Kinder sehr schnell nachher im Erwachsenen-Angebot mit teils recht verwirrten Leuten herumchatten. Noch heftiger war es allerdings bei K-RTL, die die Kinder über die Hausnavigation dann in den Erotikbereich von RTL II schickten oder bei Sat1Junor, das ebenfalls die Hausnavigation eingeblendet hatte, in der die Anzahl von Leuten in einem Chat eingeblendet wurde und die Kinder so fahrlässig in die Irre geführt, also zu Erwachsenen-Chats weitergeleitet wurden. Wir haben nachgefragt. Bei K-RTL bedauerte man es, kann sich aber nicht durchsetzen und bei Sat1Junor zeigte die Agentur Desinteresse. Aber auch bei der Sendung mit der Maus wurden die Kinder quer durch die WDR-Suchmaschine gejagt und landeten dann schnell in den Foren des Rockpalastest. Auch da haben wir angerufen und der damalige Redakteur behauptete allen Ernstes, sie hätten gar keine Suchmaschine. Es ist alles dabei, selbst da, wo man vorgibt sauber zu arbeiten.

Es ist aber auch so, dass jede neue Firma im Internet für Kinder erst einmal einen Chat bauen muss, den sie aber dann eben nicht durchhalten. Kein Wunder, denn am Wochenende ist ja auch meist keiner da, aber die Kinder im Netz.

Auch wenn das peinlich sein mag, solche Dinge sind an der Tagesordnung und es ist noch viel unüberschaubarer auf Seiten, die von privaten Leuten gemacht werden. Und wenn wir diese Probleme nicht aufzeigen, die geschehen, dann können wir auch kaum mit der Arbeit überzeugen, die wirklich hinter der Blinden Kuh steckt und auch nicht zu 100% in der Lage ist, alle Probleme zu lösen.

All diese kleinen Fallen und Dusseligkeiten fallen auf die Blinde Kuh zurück. Und ihr passiert das natürlich auch. Auch das ist kein Wunder, das Internet verändert sich rasant schnell. Was heute gut aussah, ist morgen schon keine gute Seite für Kinder.

Würden wir diese Seiten aussperren, müssten wir wahrscheinlich sämtliche ARD-Seiten aus dem Suchraum der Blinden Kuh nehmen. Aber vor allem würden so gut wie alle wirklich für Kinder um die 12 Jahre interessanten Seiten herausfliegen.

Das selbe gilt auch für Werbebanner. Manche Seiten haben nichts sonderliches zu bieten, da ist das dann egal. Aber es gibt eben auch Seiten, recht gute sogar extra für Kinder, auf denen Werbebanner drauf sind, die nicht immer für Kinder gedacht sind.

Es ist also ein Kompromiss, den wir da eingehen.

Entweder ein interessantes und vielseitiges Internet für Kinder oder immer nach Richtlinien gehen, die so im Internet gar nicht durchzuhalten sind, solange es für Webseiten wie diese kein Geld gibt.

Deswegen fordern wir an allen nur erdenklichen Stellen die Kinder auf, nicht sich blöd durch das Internet zu klicken, sondern ein wenig aufzupassen, so, wie sie auf der Straße auch aufpassen müssen. Das finden die natürlich einige völlig spießig von uns, aber bei manchen klingelt es auch. Wenigstens etwas.

Sicherheit für Kinder im Netz

Dieser Kompromiss ist notwendig, weil wir eigentlich von den Kinder kaum erwarten können, dass sie freiwillig auf eine Internet-Welt verzichten wollen, in der man Lustige Sachen entdecken und merkwürdige Geschichten in Chats erleben kann. Das finden die witzig, genauso wie wir das mit 12 Jahren auch witzig fanden, solche eher gefährlichen Sachen zu machen. 

Wenn wir alles nun dicht machen, werden wir die Kinder an diejenigen verlieren, denen deren Sicherheit und Wohlbefinden völlig egal ist. Kinder brauchen in diesem Alter auch das Gefährliche auf den Straßen und wohl auch im Internet. Und wir können es schaffen, dass sie dennoch immer wieder zu Seiten zurück kommen wie die Blinde Kuh oder auch anderen Kinderseiten.

Wir können uns es eben nicht leisten, zu streng zu sein. Und wir können es uns nicht leisten, zu lasch zu sein. Irgendwo in der Mitte oder ein Stückchen ab davon, ist die Blinde Kuh.

Vergessen Sie bitte alle nie. Die Kinder sind freiwillig zu Besuch auf den Kinderseiten. Wir können eigentlich nur froh sein, wenn sie tatsächlich immer wieder kommen. Aber so selbstverständlich ist das alles gar nicht.

Das beste als Elternteil, was man machen kann, ist eben, die Kinder nicht allein mit ihren Problemen zu lassen und immer ansprechbar zu sein. Man kann auch mit Ihnen zusammen das Internet entdecken, sich alles von ihnen zeigen lassen und auch das eine oder andere durchsprechen.

Wer seine Kinder einfach nur vor dem Internet parkt wie vor dem Fernseher, sollte wissen, dass sich dann niemand um sein Kinder kümmert und alle Welt vollen Zugriff auf diese Kinder haben. Ein Großteil der Kinder gibt in den einschlägigen Studien an, dass ihren Eltern es egal ist, wo sie surfen. Das sollte es aber nun wirklich nicht sein.

 

 
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