|
Studien über das
Nutzungsverhalten und die Suchgewohnheiten der Kinder
Die
Einzigen, die Daten haben, vom Suchverhalten und den Suchwünschen
der Kinder sind die Suchmaschinen für Kinder. Ob sie diese auch
immer auswerten, insbesondere unter wissenschaftlichen Standpunkten,
oder auch nennenswert repräsentativ sind, sei einmal dahin
gestellt.
Es
sei auch erwähnt, dass die meisten Studien über die
Surfgewohnheiten nicht ganz dem entsprechen, was die Blinde Kuh an
Daten hat. Das liegt aber in der Natur der Sache. Frage ich ein Kind,
ob es lieber spielt oder liest, werden die meisten sagen, dass sie
lieber spielen. Nur, ein Spiel gewinnen, ohne die Bedienungsanleitung
zu lesen, oder einen Text zu lesen, ohne dass er munter und fressig
genug ist, wird es nicht immer geben. Das Problem ist, dass auf der
Straße gefragte 100 Kinder immer etwas anders sind, als in der
Suchmaschine in den über eine Millionen monatlichen Suchworten etwa
bei der Blinden Kuh. Was natürlich nicht gesehen wird, ist dass Ostern
anders gesucht wird, als Weihnachten und das im Hochsommer, die Kinder
lieber draußen spielen b.z.w. im Schwimmbad sitzen oder wie meist halt
im Urlaub sind. Man muss das Ganze also über einen längeren Zeitraum
beobachten können. Das aber hat das Problem, dass man dann mehrere zig
Millionen Suchworte studieren muss. Zudem, nicht immer ist klar, was
eigentlich gesucht wird, da vieles eher in mehreren Kontexten gesehen
werden muss und eben in den verschiedenen Kontexten zu verstehen ist. "No
Angels", um mal ein Beispiel zu bringen, kann alles mögliche
bedeuten, z.B. "Lesen wollen" nämlich deren Biographie, oder
"Musik Hören" oder "Bilder klauen" oder
"Schiebepuzzles spielen". Eine eindeutige Zuordnung Bildung
oder Fun ist so nicht gegeben.
Dennoch,
für den Monat Januar 2003, wertete die Blinde Kuh für einen Bericht
an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ihre
Zugriffe und ihre Beiträge aus. Sie konnte damit im wesentlichen
gängige Behauptungen, die um das Phänomen "Kinder im Netz"
schwirren eher wiederlegen, bzw. teils ungewohnte Gedanken bestätigen.
Dennoch decken sich viele Aussagen mit den Aussagen anderer echter
Kinderseitenanbieter. Manches natürlich nicht, weil die Blinde Kuh
halt ein spezielles Angebot ist, was es so ansonsten nicht gibt, oder
weil die Blinde Kuh bestimmte Bausteine nicht hat, die andere Angebote
als Kernbausteine führen.
Die
Ermessungsgrundlage bezog sich auf ca. 5,5 Mio Zugriffe im Monat 2003,
berücksichtigt ein Stückchen Ferien in der ersten Woche und wertete
die Suche von etwas mehr als 1 Mio Suchanfragen auf die
unterschiedlichen Tage und die durchschnittliche Woche. Hierbei war die
Frage, was machen Kinder im Internet, während der Schulzeit und
außerhalb der Schulzeit, was am Wochenende, was abends, wenn die
Lieblingsserie im Fernsehen läuft. Ebenso wurde der Aspekt
berücksichtigt, ob Mädchen nur doof daneben stehen dürfen, wobei
festgestellt wurde, das ca. 80% der Beträge von Mädchen kommen (unter
der Ungenauigkeit, dass diese sich halt auch manchmal als Jungs
ausgeben, um blöde Mails zu verhindern). Es wurde wie bei anderen
Kinderseiten auch festgestellt, dass Kinder offenbar wenig Klicken. Das
war aber auch nichts Neues.
In
einer weiteren Studie wurde untersucht, wie hoch die Zuwanderung aus
anderen Kinderseiten zur Blinden Kuh ist. Dabei wurde festgestellt,
dass die meisten Surftipps bei Kinderseiten von Kindern eher nicht
genutzt wurden, d.h. der große Zubringer zur Blinden Kuh ist nicht die
Kinderseitenlandschaft als Ganzes. Dies liegt aber auch ein wenig
daran, dass die Blinde Kuh mehr als bekannt ist, und somit nicht
wirklich einen neuen Surftipp darstellt. Da aber auch andere Seiten
meldeten, dass wenig Klicks durch andere Kinderseiten kommt, ist dies
ein Indiz dafür, dass viel getan wird, damit die Kinder möglichst
nicht aus den Angeboten herausklicken. Nur Seiten, die innerhalb der
Kinderseitenlandschaft eng vernetzten, transportieren auch die
Besucherströme. Während man bei den öffentlich-rechtlichen
Fernsehsendern eine rege Vernetzung zur Blinden Kuh wahrnimmt, fehlt
diese gänzlich in den privaten Medien. Lediglich in den Eltern-Infos
wird dort auf die Blinde Kuh verwiesen. Klicks von Bildungsservern in
Deutschland sind kaum wahrnehmbar. Links von den Schulen sind
zahlreich, die Blinde Kuh dient oft dort als Startseite oder ist meist
sogar direkt auf der eigenen Starseite eingebaut. Links von Städten
und Gemeinden sind zahlreich, werden aber im Einzelnen selten
aktiviert. Links von Servern der staatlichen Stellen sind vielfältig
und zahlreich, werden aber ebenfalls kaum nennenswert ausgelöst. Links
von Ministerien bestehen, aber werden kaum genutzt. Hauptzubringer sind
einzelne spezielle Sites in der Kinderseitenlandschaft und die Schulen
oder eben über die direkte Eingabe der Startadresse. Eine
ausführliche Analyse über die Verlinkung zur Blinden Kuh und deren
Nutzung besteht allerdings nicht.
Studien
über Studien. Auch das macht Sinn. Die in den meisten Studien in den
Umlauf gebrachten Aussagen können nicht bestätigt werden. Es gibt
dennoch Ausnahmen. So können wir die Aussage einer Studie von IconKids
im Auftrag von SuperRTL bestätigen. Ebenso können wir bestätigen,
dass dei Kinder meist sehr unzufrieden mit den Angeboten der
Kinderseiten sind. Das liegt meist daran, dass designerisch 3 Jährige
angesprochen werden, aber die aktive Surfmenge an Kindern nun mal 9-13
Jahre alt ist. Oft wird beklagt, dass man die Spiele im Internet nicht
findet, was daran liegt, dass nur wenige Anbieter in ihrem
Spielebereich zu den Spielen anderer Anbieter verweisen, die Spiele
sozusagen ganz anderen Zwecken dienen. Ebenso können wir aussagen der
Gera Spatz Untersuchungen bestätigen, dass die Kinder sehr oft von
Werbeseiten genervt sind, PopUps und zu bunten Dingen. Was nicht
wundert, wenn man bedenkt, dass die nun Monate lang diese immer
gleichen aber nicht notwendigen Sachen mit ansehen müssen und oft
nicht direkt zu den für sie interessanten Dingen kommen. Wir können
bestätigen, dass das innerhalb der Kinderseitenlandschaft vorhandene
Angebot den Kindern nicht ausreicht, und haben deshalb auch schon
längst Gegenmaßnahmen ergriffen. Wir können bestätigen, dass die
Kinder selten den Lokalpatriotismus mancher isolierter Kinderseite
nachvollziehen können und diesen auch nicht weitertragen. Ebenso
können wir bestätigen, dass die Sympathiefiguren in der Regel nicht
akzeptiert werden, ja eigentlich auch nicht sonderlich beachtet werden.
Es gibt Ausnahmen, vor allem da, wo sich die Kinder selbst
Identifikationsmöglichkeiten schaffen. Wir können ebenfalls
bestätigen, dass die Medienkompetenz bei einigen Kindern groß ist
und bei anderen Kinder halt nicht, insbesondere Neueinsteiger scheinen
komplett im Stich gelassen zu werden. Mit Angeboten, die nur die
Medienkompetenz stärken, ohne Bezug zur Realen Kinderseitenlandschaft,
scheint sich kaum jemand anfreunden zu wollen. Hier zeigt sich, dass
das was an Medienkompetenz zu transportieren sein soll, unmittelbar in
dem entsprechenden Angebot enthalten oder wenigstens vernetzt sein
muss. Wirklich brauchbare Angebote dieser Art, ob nun
Internet-Führerschein oder gar Medienkompetenzportale für Kinder gibt
es so nicht in reichweite für die Kinder. Hier raten wir allen, eine
tiefgehende Vernetzung zu den vordersten Kinderseiten hinzuzaubern.
Eine Nutzung von Filtersoftware ist nicht sonderlich spürbar. Der
Anteil an speziellen Proxys und Ähnlichem fällt nicht ins Gewicht und
hat keine wahrnehmbare Größenordnung. Generell sehen wir die Gefahr,
dass das echte Internet für Kinder durch laute Portale verdrängt bzw
mehr verdeckt wird, ohne wirklich Mehrwert zu sein. Die meisten guten
Angebote für Kinder spiegeln sich in den diversen Surftipps kaum
wieder. Deutlich erkennbar ist, das Surftipps auf führenden Seiten,
wie etwa die Blinde Kuh, relativ schnell abgeschrieben werden. Der
Anteil an kopierten Dingen ist größer als der Anteil an wirklich
Neuem. Ebenso ist erkennbar, dass viele Unternehmen und Einrichtungen
zwar Chats, Ausmalbilder, Puzzles haben, aber selten eigene Kompetenz
einbringen und damit eben nicht den wichtigen Mehrwert in die Kinderseitenlandschaft
bringen, was bedauerlich ist, denn oft ist mehr Kompetenz ja sda und
auch gewünscht von den Kindern. Im Gegenteil, gerade Angebote, die mit
ihren Seiten auch Kinder begeistern können, basteln Kinderseiten, die
aber nicht mehr das enthalten, was die Kinder begeisterte, sie also
eher von den richtigen Sachen fernhalten. Dies ist bei Automarken
deutlich. Mit dem Einbruch der Online-Industrie ist auch die
Kinderportalschwemme zurückgegangen. Erkennbar ist aber nach wie vor, dass
es eher privates Engagement ist, das manche Kinderseite beseelt. Als
gefährliche Entwicklung sehen wir die Verquickung von Klingeltönen
und SMS über 0190er-Nummern mit privaten Homepages, die Kinderseiten
sein sollen. Ebenfalls ist erkennbar, dass der Spam der Vermarkter
(etwa Buchtipps, die immer zu Amazon führen) auch im Kidsbereich
deutlich zunimmt und für die großen Suchmaschinen optimiert wird, um
möglichst viel Klickmasse zu erzeugen. Weiterhin werden unmoderierte
Gästebücher und unmoderierte Linktipps veröffentlicht, die zur
Destabilisierung des Kinder- und Jugendschutz ihr Anteil beitragen und
als Tretminen auf die Kinder lauern. In den letzten Monaten konnte
festgestellt werden, dass immer mehr seriöse Angebote für Kinder eine
enge Vernetzung mit anderen der Isolierung vorziehen, und ihre
Verantwortung für den Kinder- und Jugendschutz auch zwischen den
Seiten wahrnehmen möchten. Das Wettrüsten zwischen den Kinderseiten
scheint seit Anfang 2003 eingestellt worden zu sein, wohl auch, weil
bestimmte Unternehmen den Markt nicht mehr halten konnten, die sehr auf
Kidsportalvergleiche drängten, die aber im wesentlichen keinen Sinn
für die Kinderseitenlandschaft ergaben. Auch große Angebote arbeiten
vermehrt über die üblichen Dienstwege hinaus enger zusammen und
tauschen ihre Erfahrungen aus. Der Geist des World Wide Web scheint
sich in der Kinderseitenlandschaft nach der Verdrängung durch einzelne
Unternehmen im Jahre 2000 so langsam wieder ein zu finden. Wir machen
darauf aufmerksam, dass die Jugendschutzinitiativen, die viele
Unternehmen in der Presse lancieren, bedauerlicherweise bisher nicht
wirklich die
Kinderseitenlandschaft in einer konstruktiven Form erreicht. Eine
Stabilisierung des vorhandenen Angebotes bleibt weiterhin fraglich und
nimmt eher bedrohliche Ausmaße für einzelnen Kinderseitenanbieter an.
Dennoch, manche Unternehmungen bemühen sich in diese Richtung und es
wird schon spannend werden, was die Zukunft mit sich bringt.
Den Studien-Sammlern, die sich ihre Sammel- und
Leseleidenschaft hier nun nicht vermiesen lassen wollen, sei gesagt,
da gibt es was:
KlickSafe:
Studien zum Thema
Sehr gute Sammlung samt Link auf PDFs und allen PiPaPo
Unseren Dank an Klicksafe, die uns und anderen damit ersparen,
ständig im Netz nach irgendwas zu suchen, was wenigstens schon mal
so aussieht wie eine Studie. Allerdings, man muss noch suchen, klar,
weil selbst diese Sammlung auch nicht alles listen kann.
Deutsches Jugend Institut (DJI):
Gegen 2004 wurde hier z.B. eine Studie mit echten Kindern und echten
PCs und echten Internet angelegt, in der über einen längeren
Zeitraum ein Monitoring dieser Kinder im Angehen und Umgang mit den
Neuen Medien stattfand. Interessant hier jener Effekt den Roger
Williams den Empiristen noch Nahe zu legen versuchte, dass die
Versuchsperson eben im Situationskontext mit dem Untersucher steht,
somit dieser Kontext sich auf das Ergebnis natürlich auswirken wird.
Die Kinder hatten einen Erwachsenen zum Benutzen dazu gestellt
bekommen. Fragen zur Methodik werden ebenso angesprochen und eben
nicht stures Rechenwerk zur Verifizierung eigentlich deduktiver
Aussagen herangezogen. (Damit sind noch Überraschungen drin ;o)
Noch angehängt sei:
Es gibt universitäre Einrichtungen, die sich nicht auf
Theorie von Internetneulingen allein verlassen, die lediglich
deshalb wohl aussagekräftig seien, weil der Theoretiker in einer
anderen Praxis zu Doktorwürden gelang und durchaus dort seine
Annerkennung verdient (Seriöse Gelehrte machen eigentlich dann
darauf aufmerksam "Ich kenne mich in der Technik nicht so aus.",
aber eigentlich ist Internet ja nicht Technik, sondern
Infrastruktur, also eher Soziologie und Kulturwissenschaft, als denn
Informatik, wobei letztere seinerzeit von der Existenz des Internets
der amerikanischen Subkultur auch eher nur überrascht wurde).
Jedenfalls, wollen wir hier sagen, es gibt Doktoren, Professoren und
nicht wenige Studierende, die Praxis schaffen im Internet. Viele
Seiten für Kinder gehen aus solchen Projekte hervor. Statt dumm
Daten zu schnüffeln, wird in der Arbeit mit den Kindern im Internet,
Praxis zur Grundlage der Theorie.
Zu nennen wären da
Physik Für Kids (An der Uni Oldenburg)
http://www.physikfuerkids.de/
Chat der Kinderseiten (An der Uni Leipzig)
http://www.seitenstark.de/chat/
Oder Projekte von (ehemaligen) Studierenden, die im Umfeld der
Universität entstanden, etwa bei einer Diplomarbeit.
Kidsville (Bielefeld)
http://www.kidsville.de/
News4Kids (Berlin)
http://www.news4kids.de/
Es kömmt halt nicht nur darauf an, die Kinderseitenlandschaft
pixelweise mit Halbweisheiten zu begleiten, sondern sie zu mehren
und zu stabilisieren. So ist es fragwürdig, lediglich festzustellen,
dass irgend etwas im Internet nicht vor handeln ist, und dies von
anderen zu erwarten, die womöglich wie so oft, ehrenamtlich
arbeiten, und nun von allen als Websklaven gesehen werden.
Wir sind hier im Internet, und Internet macht man. Das ist daher
schon etwas anders, als Fernsehen.
Ein Punkt, der uns nun wieder fehlt in all den Studien, ist die
Frage:
Was soll denn nun das Internet überhaupt?
Geht man hier von einem neuen Unterhaltungsmedium aus, so geht man
nicht von dem Internet aus, was eigentlich sich aufbaute. Internet
ist wie wir oben sagten eine dezentrale Infrastruktur und nichts
anderes. In dieser Gedankenwelt entstand die Blinde Kuh und ihre
Eigendynamik. Vergleiche von "Kidsportalen" sind Quatsch mit Soße.
Die Frage muss sein, haben nun die Kinder hierzulande den freien
Zugang zu ihren Informationen, oder konnte sich aus anderen
Interessen mehr die Desinformation und die Ablenkung der Kinder
durchsetzen. Hat die Kidsportalisierung mit ihren FlashIntros und
albernen Comic-Welten, die von dem ablenken, was man als Absicht
verfolgt, nun eine Freies Neues Medium geschaffen, oder das
vorhandene Freie Neue Medium eher sabotiert. Sind die großen Portale
eigentlich wirklich Portale, oder warum führen kaum Hinweise von
dort zur Kinderseitenlandschaft. Immerhin surfen viele Familien über
diese Portale. Auch das fragen sich sogar einige große Portale. Wo
ist denn da nun das Internet?
Auch, zu solchen Fragen finden sich Studien, etwa zur
Kommerzialisierung, zum Verbraucherschutz, usw. aber nicht so
einfach.
Eine berüchtigte Studie kam von Jugendschutz.net im Auftrag des
Innenministeriums von Niedersachsen zum Thema Filter. Au weia, das
gab aber Wellen. Hier stoppte letztendlich Jugendschutz.net den
Glauben, dass alles gut sei, was es an Jugendmedienschutzlösungen
gäbe. Das blöde war, so falsch war das ja nicht, aber es stoppte
auch etwas den Mumm, sich mit diesem Thema dann weiter auseinander
zu setzen. Von da an, hieß es, wenn es eine Filterlösung geben soll,
die natürlich nur flankierend und nicht als Blocker die
Kinderseitenlandschaft begleitet, dann aber muss da ordentlich
Schmackes rein. Und ob dem dann so ist, darauf wirft nun eine
Kommission (KJM) ein Auge. Niemand also kann hier weiterhin Unsinn
verkaufen und Eltern Angst machen, ohne wirklich eine Hilfe zu sein.
Mal lustig ein zwei Urls frei schalten oder Wörterchen blocken, das
ist nun Geschichte. Nun ist aber auch deutlich geworden, dass der
Jugendmedienschutz eher eine gesellschaftliche Aufbau werden wird,
als denn ein Wunder durch eine Software-Klitsche, die das auch zum
ersten mal macht. Seit 2004 kann man sagen, bemühen sich diverse
Einrichtungen, ihre Kompetenzen mit denen anderer Einrichtungen zu
vernetzen und zu bündeln. Weil Jugendmedienschutz, der bekanntlich
ja vom Endverbraucher erwartet wird, und auch irgendwie ein Recht
der Kinder darstellt, sogar gesetzlich eigentlich ja vorgeschrieben
ist, soll nicht eine bedeutungslose Worthülse sein, sondern eines
Tages so aufgestellt, dass die Informationsfreiheit der Kinder dabei
nicht zu Schanden kommt (weil, wir leben ja noch in einer
Demokratie) und eben, nicht ständig links und rechts Tretminen im
Netz herum liegen, die unachtsam vielleicht auch eher
gedankenverloren und manchmal sogar selbstverliebt da aufgestellt
wurden. Ebenso muss man sich einig werden, wer bestimmt, was nun
Jugendschutz sein soll, und dafür an Informationsfreiheit zu opfern
ist? Es geht eben nicht nur um Jugendschutz.
Alle Studien und Bemühungen nützen natürlich gar nichts, wenn Medien
weiter Unsinn erzählen. Daher gibt es auch Öffentlichkeitsarbeit
einiger Institutionen.
Wir würden uns wünschen, wenn man nicht den Bibabutzemann immer
vorkehren muss, um Handlungsbedarf zu sehen, sondern die Idee, einer
freien Informationsgesellschaft auch für Kinder schon prickelnd und
motivierend genug findet. Fast alle Institutionen, die sich hier
bemühen, ob in Staat, Wirtschaft oder Gremien, sehen den
Handlungsbedarf auch und gerade in der Stärkung der
Kinderseitenlandschaft, und in der Öffentlichkeitsarbeit, jenseits
der allgemeinen Desinformation deutlich zu machen, es gibt ein
Internet für Kinder, man muss es nur noch wissen.
So wird man Lobbyarbeit aus Studien herauslesen. Manche ist mehr
Beton, manche ist aber ausbaufähig und manche will sogar dazu
lernen, weshalb der Austausch unter den Lobbys natürlich eines der
wichtigsten Studien sein wird.
Ebenso finden Veranstaltungen statt, die selbstmurmelnd die
Lobbyisten laden (zu denen irgendwie auch die Blinde Kuh bereits
gehört, fragen sie uns blos nicht, wie es dazu nun wieder kam) um
den Stand der Dinge heraus zu kitzeln, aber auch um neue ToDos und
Dringlichkeiten aus zu arbeiten, weil nur Labern bringt es ja auch
nicht.
Auch diese Ergebnisse lohnen sich auf zu sammeln.
Studien, die am Ende nur einen anderen Fernsehkanal vorschlagen, den
es mit studentischer Infantilität zu schönen gilt, sind am Internet
am Ende voll vorbei geschossen. Es muss verstanden werden, dass dies
ein Netz von Seiten ist, und dass das Internet ein dezentrales Neues
Medium bleiben sollte.
Alles zusammen ist das Internet der Kinder.
Damit sei gesagt, warum es schwer sein wird, aus den Daten der
Betreiber allein schlau zu werden und warum es fraglich wird, ein
zwei Betreiber zu anlysieren.
|