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"Wirbelsturm" in Aktion

Eine Geschichte von Saskia (13)

Celine ist 12 Jahre alt.
Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land, auf dem Hauseigenen-Bauernhof.
Ihre Familie hält dort Schweine, Hühner, Katzen, Hunde, Pferde und sogar Schafe.
Celine spielt sehr oft mit ihrem Lieblingsschaf Timmi.
Timmi ist sehr verschmust. Aber Celine hat auch noch ein anderes Hobby.
Das Reiten. Mit ihrem Pferd Wirbelsturm hat sie schon viele Turniere gemeistert. Letztes Jahr, Springturnier Klasse L, erster Platz. Sie liebt Wirbelsturm, ihre Haflingerstute, über alles.
Auch heute war sie ausgeschlafen und freute sich schon auf das bevorstehende Turnier. Sie musste jeden Tag mindestens eine Stunde trainieren. Sie wollte wieder eine gute Platzierung schaffen.
Ihr Vater, ein sehr professioneller Reiter, der auch bei vielen Turnieren reitet und meist gewinnt, glaubt fest an seine Tochter.
"Ich könnte Papa's Beistand jetzt gut gebrauchen...!", dachte sich Celine, während sie sich in einem Strohballen eingenistet hat.
Ihr Vater war aber gerade auf einer Reise mit seinem Pferd Pierro unterwegs. Im Norden Deutschlands sollte er ein Springturnier Klasse M gehen.
Celine hoffte und glaubte dass es ihr Vater auf das Treppchen schaffen würde. Telefonieren ging zur Zeit aber leider nicht.
"Ich wette Papi trainiert gerade. Er ist sicherlich schon aufgeregt auf das Turnier morgen...!"

Aus ihren Träumen aufgeschreckt sah Celine auf ihre Armbanduhr, die sie zu ihrem sechsten Geburtstag geschenkt bekommen hatte.
Sie liebte diese Uhr abgöttisch und würde sie für nichts in der Welt verschenken.
"Zeit zum trainieren.", sagte sie leise und hopste vom Strohballen.
Sie rannte zum Stall, nahm das hellblaue Halfter dass sie erst neu für Wirbelsturm gekauft hatte und an dem der weiße, etwas mit Dreck beschmierte Stick hang.
Sie ging zur Box ihres Pferdes und halfterte Wirbelsturm auf.
Wirbelsturm begrüßte Celine mit einem freundlichen schnauben.
Beim Anbinder bekam Wirbelsturm einen Apfel. Dann wurde sie angebunden und geputzt. Vom Hals bis zur Kruppe. Dann kamen die Beine und die Hufe wurden ausgekratzt. Die Mähne und den Schweif kämmte Celine wie jeden Tag sehr ordentlich.
Sie legte großen Wert auf die Pflege und Haltung ihres Pferdes.
Winnie, das Minishetty neben Wirbelsturm in der Box, wieherte weil es den Apfel roch und auch einen wollte.
"Nein meine Süße. Du hattest vorhin so viele."
Enttäuscht guckte das Pony zur Seite, als ob es alles verstanden hätte.
Die rote Satteldecke, mit dem Goldrand und der Aufschrift ihres Reitvereines, legte Celine auf den hellbraunen Rücken ihres Pferdes.
Darauf den fast neuen, schwarzen Wintec Sattel. Der Sattelgurt wurde festgemacht. "Mach dich nicht so dick meine Süße!", lachte Celine herzhaft.
Dann wurde aufgetrenst. Das Gebiss in den Mund, Trense rübergezogen, über die Ohren. Kinnriemen festschnallen. Ins erste Loch. Fertig.
Perfekt sah Wirbelsturm nun aus.
Celine setzte schnell ihre schwarze Reitkappe auf und nahm ihre Gerte.
Mit den Zügeln in der Hand ging sie zum Springplatz rüber.
Sie sah ihre Mutter in der Küche stehen.
Sie telefonierte gerade.
Mit ihren kurzen, roten, lockigen Haaren und dem breiten Lächeln auf dem Gesicht sah Frau Brandes sehr freundlich und einladend aus.
Ihr Vater war eher ernster und misstrauischer. Wirklich lächeln tat er nur, wenn er den ersten Platz einnahm und von allen bewundert wurde.
Auf dem Springplatz angekommen legte sie die Zügel über Wirbelsturms Hals und stieg auf. Sie stand mit den Reitstiefeln fest in den Steigbügeln. Reitkappe auf. Gerte in der rechten Hand.

Es konnte losgehen.
Sie ritt fünf Minuten Schritt auf dem Hufschlag. Dann trabte sie an. Durch die halbe Bahn wechseln, einfache Schlangenlinien... heute vergaß Celine keine einzige Bahnfigur durchzureiten.
In der Ecke auf dem Hufschlag angekommen galoppierte sie an und raste auf die andere Seite zu.
Es war ein entspannter Galopp.
Wirbelsturms Mähne wehte im Wind.
Die hellbraunen, langen, glatten Haare von Celine waren zu einem Zopf zusammengebunden. Das Zopfband war unter dem Ende des Reithelmes verborgen.
Auch Celines Zopf flatterte im Wind.
Dann wendete sie nach rechts ab. Sie legte kurz eine Schrittpause ein, damit das Pferd und sie sich erholen konnten.
Dann sprang sie.
Die meisten Hindernisse kamen Celine vor wie Riesen.
Trotzdem bewältigte sie sie immer wieder.
Sie trainierte fleißig, denn morgen war das Turnier.

"Unsere nächste Teilnehmerin ist Celine Brandes auf ihrer Haflingerstute Wirbelsturm!", kündete sie einer der Richter an und Celine trabte auf das Richterhäuschen zu und lächelte dabei wie ein Honigkuchenpferd.
"Sie springt heute in der L-Klasse in Wienhausen."
Celine stand Kerzengerade etwa eine Pferdelänge vor dem Richterhäuschen, neigte den Kopf und streckte die linke Hand runter zum grüßen.
Der Richter nickte einmal mit dem Kopf und ruckelte seinen Hut zurecht.
Dann läutete er die Glocke.
Das Zeichen zum Start.
Celine trabte vom Richterhäuschen weg und galoppierte auf das erste Hindernis zu. Elegant sah es aus wie Wirbelsturms eingeflochtene Mähne schlackerte und den Kopf runter nahm.
Celine bewältigte alle Hindernisse mit Bravur in einer Bestzeit.
Sie belegte aber leider nur den zweiten Platz da Wirbelsturm beim Start fast zu nah am Richterhäuschen stand.
Trotzdem ging der Tag gut aus.
Ihr Vater wartete auf sie zuhause und beide freuten sich über ihre guten Platzierungen.

Ende

Bei mehr Geschichten bitte zurück schreiben. Ich schreibe gerne und viel und meistens auch fehlerfrei. Saskia (13 Jahre)

 
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