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Die Verfolgungsjagd

Eine Geschichte von Gilles (12)

 

Endlich Ferien! Doch als würde das mich freuen, bei all den Hausaufgaben, die noch unerledigt auf dem Küchentisch lagen. Aber mich am ersten Ferientag mit David und Yann zu treffen, war es mir wert.
Obwohl ich wusste, dass mein Vater bereits mit den Verben auf mich wartete, entschied ich mich, mich mit ihnen in der alten Fabrik zu treffen, die schon seit Jahren stillgelegt war und in die nie jemand rein ging, da Einsturzgefahr bestand.

Wir hatten für jeden einen Spitznamen erfunden, keine Ahnung wieso, Yann hieß Goulasch, David Diff und ich war bekannt als Zico. Wir hatten noch andere Freunde, aber heute wollten wir uns ohne sie treffen. Ich habe immer versucht der Anführer der kleinen Gruppe zu sein. Ob mir das je gelungen ist, weiß ich nicht.

Ich öffnete die halb zerfallene Tür und sah in zwei vertraute Gesichter. Yann und David hockten auf zwei alten Fässern und schienen, zu versuchen, cool auszusehen. "Was geht?" "Was geht?, antwortete ich.
Meistens saßen wir zu Hause rum und spielten mit der PSP, aber heute wollten wir alle Fußball spielen. Ich hatte deshalb eine Tüte in der Hand, in der ein roter Lederball lag. Die alte Fabrik war perfekt geeignet zum Fußballspielen, da es supercool aussah, wenn der Ball sein Ziel verfehlte und die Holzwände traf, die dann zersplitterten und auf uns herab fielen. Doch als ich mich gerade, ins mit zwei Holzstücken markierte, Tor stellen wollte, brach die Decke ein. Mit einem großen Sprung schaffte ich es gerade noch durch die Wand zu springen; was wegen dem alten Holz kein Problem war. Als ich mich umdrehte und auf der Wiese neben der Fabrik lag, merkte ich, dass David und Yann es nicht geschafft hatten. Schnell lief ich zu ihnen zurück, um sie unter dem Holz zu befreien. Ihnen war nichts passiert, außer dass David nun aus der Nase blutete.
"Was war das?", fragte Yann. "Pssscht, da oben ist jemand!" Ich hörte, wie eine raue Männerstimme sagte: "Willst du dass das Ding zusammenfällt, los gib ihm das Geld und dann weg hier!" Ich nahm eine Leiter und stieg hoch, bis ich etwas sehen konnte. Über uns standen drei Leute, einer hatte einen Koffer in der Hand, ein anderer hatte seine Pistole gezückt. Der Dritte schien sich seiner Sache nicht sicher und betrachtete den Koffer skeptisch. Nach einer Weile sagte er dann: "I denk da Angebo i gudd." Der Mann nahm etwas aus seiner Tasche, das aussah wie eine Kreditkarte und reichte sie dem Mann mit dem Koffer. "Gut, dann wäre das ja geklärt, hat mich gefreut mit Ihnen Geschäfte zu machen."
Der andere Mann reichte ihm den Koffer und drehte sich zu mir um. "Da ist jemand!", schrie er entsetzt und der Mann mit der Pistole richtete sie auf mich. Der Schuss verfehlte mich nur knapp und traf den Holzboden, der nun durch die Luft flog. Vor lauter Schrecken hatte ich die Leiter losgelassen und war nach unten gefallen. "Lauft, LOS!", schrie ich und wir ergriffen die Flucht. Die Männer verfolgten uns. Das hörte ich an ihren Schritten und an den Schussgeräuschen. Ich hatte mein Handy aus der Tasche geholt, doch in aller Eile fallen lassen. "Verschwindet!", rief ich David und Yann zu, die protestierten. "VERSCHWINDET!", wiederholte ich. Dieses mal liefen sie weg. Ich drehte mich um und sah in das wutbebende Gesicht des Mannes. Er hatte einen Schnurrbart und einen schwarzen Hut. "Was hast du mitgekriegt?" Voller Panik und ohne zu wissen, was ich sagte, antwortete ich: "Sie haben eine Karte gegen Geld eingetauscht."
"Weißt du Junge, ich hasse es, wenn die Zeugen sterben müssen."

In diesem Moment krachte die Decke ein und fiel auf den Mann. Yann und David standen oben und sahen auf mich herab. "Alles in Ordnung? Wo ist dein Handy?", rief David. "Hier!" ich schoss es zu ihnen hinauf. "Jetzt ruft die Polizei und lauft!"

In diesem Moment kamen die zwei anderen Männer um die Ecke gelaufen. Einer von ihnen hatte nun auch eine Pistole gezückt. "Na warte, das wirst du nicht überleben!" Nun lief ich bis zum Ende des Flures und trat die Tür rechts neben dem Ausgang ein. Ich stand in einem kreisrunden Raum. Überall lagen Metallstangen und Scherben der zerschlagenen Fenster auf dem Boden. Dieser Raum war definitiv unstabiler als die ganze Fabrik. Ich wusste, dass es schief gehen würde. Ich konnte mir nur Hoffnungen machen. Ich nahm den Ball und als die Männer den Raum betraten und nach mir suchten zielte ich auf einen Holzstamm, der die Decke stützte. Mit aller Wucht, die mein rechter Fuß aufbringen konnte trat ich zu und...der Holzstamm zerbrach und das letzte was ich sah war, wie die Wände einbrachen. Eine dicke Staubschicht flog mir in die Augen und ich lief weiter. Ein Mann schien immer noch hinter mir her zu sein. Ohne zu überlegen öffnete ich die nächste Tür, die ich sah.

In diesem Raum standen einige zertrümmerte Autos und Fässer. Hinter diesen Fässern standen Yann und David. "Lassen Sie Gilles sofort in Ruhe!", rief Yann und wollte schon auf den Mann losstürmen, da sprang David vor ihn und streckte dem Mann seine Hand entgegen. Er richtete seine Pistole nun auf David. "Geh mir aus dem Weg, Junge!" "Sie dürfen nicht schießen!" "Geh mir aus dem Weg!" "Ich bitte Sie, schießen Sie nicht! Sie verstehen nicht" Doch ehe er zu Ende sprechen konnte, hatte der Mann abgedrückt. Ich wusste, weshalb David so besorgt war und packte meine Freunde am Hals und stieß sie durch die Tür nach draußen. Ehe ich etwas tun konnte, erreichte der Schuss sein Ziel. Eine gewaltige Flamme erleuchtete den ganzen Raum.

Ich hob meine Hand und verdeckte mir die Augen. Die Explosion schleuderte mich durch die Wand. Langsam öffnete ich meine Augen. Anfangs konnte ich die Umgebung nicht erkennen, dann sah ich David, der mich ansah und sagte: "Goulasch, er ist wach geworden!" Yann stürmte sofort herbei und fragte: "Gilles, geht's dir gut?" Ich konnte nicht antworten. "Hör zu, ich wollte ihn warnen, dass das Benzinfässer waren. Mein Blick war auf die Polizisten gerichtet, die die Männer ins Auto brachten. Einer kam zu uns, schüttelte jedem die Hand und sagte: "Das habt ihr wirklich gut gemacht. Auf der Karte, die der Mann kaufte, war die Kombination des Banktresors gespeichert. Mit dieser Karte hätte er zugriff auf drei unserer Banken gehabt. Ich danke euch vielmals, dass ihr ihn aufgehalten habt, obwohl es ein sträflicher Leichtsinn war." Mit einem Kopfnicken drehte sich der Polizist um und rief: "Alles in Ordnung, wir fahren."
Ich fasste meinen Kopf an: jemand hatte mir einige Pflaster auf die Stirn geklebt. " Der Polizist sagte, dass du vollkommen gesund bist. Übrigens hast du den Wagen gesehen der gerade vorbeifuhr? Ein Range Rover!" Das war typisch für David. Yann half mir auf, dann sagte er: "Der Polizist hat unsere Eltern benachrichtigt, sie waren hier, nur deine waren nicht gekommen." "Na und? Ist doch gerade so gut, oder? Außerdem kann ich jetzt zu Hause sagen, dass man mit einer Kopfverletzung nicht lernen kann." Ich lächelte. Dann gingen David, Yann und ich nach Hause.

 
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