Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
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Blinde Kuh
Kinder-Post
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Der Verdacht

Eine Geschichte von Laura (11)

Wie jeden Tag kam ich mittags von der Schule nach Hause.
Doch heute, als ich gerade am Kiosk vorbei um die Ecke ging, hörte ich seltsame Geräusche aus dem Haus kommen, das am Ende der Straße stand.
Das Haus war hässlich grau mit verrosteten Fensterrahmen.
Die Geräusche wurden immer lauter.
Eine Frau schrie, ein Man rief: "Hilfe, gehen sie weg, verlassen sie sofort mein Haus!"
Dann war da noch ein Kind das schrie: "Maaaaammmmmmaaaaaaa, ich habe Angst ..."
Mitten im Satz verstummte es.
Ich geriet in Panik.
Was war da los?
Ich wollte mich gerade umdrehen und wegrennen, da sah ich, wie ein Mann aus dem Haus kam.
Er kam genau auf mich zu. Stocksteif blieb ich stehen.
Zwischen ihm und mir lagen nur noch 5 Meter.
Seine Schritte wurden immer lauter.
Er ging an mir vorbei.
Ich spürte seinen Atem.
Ich drehte mich nach dem Mann um.
Nun rannte ich die Straße entlang.
An dem grauen Haus blieb ich noch einmal stehen.
Alle Rollläden waren unten.
Was ist, wenn der Mann ein Mörder ist. Oh nein, ich konnte gar nicht daran denken.
Ich rannte weiter.

Nach 3 Minuten war ich endlich zu Hause. Ich drückte den Klingelknopf und meine Mutter öffnete die Tür. Sie sagte: "Hallo Franzi, da bist du ja. Ich habe mir schon Sorgen gemacht. Du kommst doch sonst immer früher. Aber jetzt komm schnell rein, das Essen wird kalt."
Ich zog mir meine Jacke und Schuhe aus und setzte mich an dem gedeckten Tisch. Es gab leckere Spaghetti mit Tomatensoße. Für einem Moment vergaß ich all das, was passiert war.
Doch nun fiel es mir wieder ein. Ich sagte: "Mama, weißt du was?" "Nein, was ist denn", antwortete Mama.
Ich erzählte ihr alles, was ich gehört hatte, was ich gesehen hatte, und sogar was für eine Angst ich hatte.
Meine Mama hörte mir ganz genau zu.
Als ich fertig erzählt hatte, sah sie mich kurz an und aß weiter.
Es sah so aus, als würde sie gerade etwas überlegen.
Nun sagte sie mit mütterlicher Stimme: "Wenn das alles stimmt, was du mir erzählt hast, gehen wir jetzt zur Polizei."
"Na gut", sagte ich unsicher. Ich war noch nie bei der Polizei.
Wir aßen schnell fertig. Mama tat das Besteck und die Teller in die Spülmaschine, und schon saßen wir im Auto.

An der Polizeistation angekommen, gingen wir in einen Raum. Dort saß ein Mann. Er fragte: "Was ist denn los, wo brennt es denn?" Mama und ich setzten uns auf die zwei Stühle die dort standen und ich erzählte alles noch mal ganz genau, so wie davor.
Der Mann beschloss, dass er mit mir und meiner Mutter zu dem Haus fahren wird.

Das taten wir auch.
Vor dem Haus blieb ich noch mal stehen.
Mir schossen die Schreie durch den Kopf.
Ich wollte gar nicht in das Haus hinein.
Was wäre, wenn dort jetzt ermordete Menschen auf dem Boden lägen.
Mama weckte mich aus meinen Gedanken, indem sie sagte: "Kommst du, Schatz!" Ich nickte.
Ich hatte keine andere Chance mehr.
Ich musste dort in das Haus mit hinein.
Als der Polizist klingelte, öffnete niemand die Tür. Der Polizist klingelte noch einmal, doch nichts rührte sich. Nun klopfte er gegen die Tür. Man hörte, wie jemand auf die Tür zukam.
Ich pinkelte mir vor Angst fast in die Hose.
Ich hielt die Luft an.
Die Türklinke wurde runtergedrückt.
Eine hübsche Frau öffnete die Tür. Erleichtert atmete ich aus. "Schönen guten Tag", sagte die gut aussehende Frau, "Was kann ich für sie tun?"
Der Polizist stotterte, weil er das wahrscheinlich nicht erwartet hatte: "Dürfen wir reinkommen?"
"Ja bitte, nur zu", antwortete die Frau.
Sie machte eine einladende Bewegung. Der Polizist ging voraus, Mama hinterher und dann kamen ich und die wunderschöne Frau.
Aus dem Augenwinkel beobachtete ich sie. Sie hatte sehr gepflegte blonde Haare und braune Augen. Sie trug ein rotes langes Kleid.
Der Polizist sah sich im Wohnzimmer um, dann ging er in den ersten Stock.
Als er sie Treppe wieder runter kam sagte er: "Mir ist nichts Auffälliges aufgefallen. Wir können ja mal alle zusammen in dem Keller gehen."
 

Das taten wir auch.
Der Keller bestand aus einem Raum. In dem Raum war ein kleines Mädchen, ein großer Mann und... das kann doch nicht war sein.
Da war noch ein Mann, der mir bekannt vor kam.
Es war der Mann, der mir auf der Straße begegnet war, der Mann vor dem ich so große Angst hatte.
Jetzt steht er da und sieht ganz freundlich aus.
Er hat eine Videokamera in der Hand.
Ich starre ihn an.
Er schaut zurück und lächelt. Ich versuche auch zu lächeln, aber es sah bestimmt gezwungen aus.
Ich konnte es einfach nicht fassen.
Die Frau sagte: "Also, darf ich vorstellen: das ist meine Tochter Ronja."
Das Mädchen sagte strahlend: "Hallo!"
Die Frau redete weiter: "Und das ist Kalle".
Sie deutete auf den Mann mit der Videokamera.
Kalle heißt er also.
"Das ist Nils und ich bin Rosa. Kalle ist vom Fernsehen und wir drehen gerade einen Film. Aber, was ich mal wissen wollen würde, warum sind sie eigentlich hier?", redete die Frau weiter.

Der Polizist sagte verdutzt: "Ja, em, also die junge Dame da behauptet, sie hätte aus ihrem Haus fürchterliche Schreie gehört und hatte eine Riesen Angst gehabt.
So ist sie mit ihrer Mutter zur Polizeistation gekommen und jetzt sind wir hier, um zu schauen, was los ist."

Rosa, Kalle, Nils und Ronja lachten und Kalle sagte: "Achso, wir drehen hier sozusagen ein Krimi und Nils ist der Mörder, der am Ende Rosa ermordet. Und jetzt wird mir auch klar, warum du mich mit großen Augen angestarrt hast, als ich an dir vorbeigelaufen bin. Ich wollte doch nur schnell zum Kiosk." Kalle stupste mich in die Seite und schüttelte den Kopf.
Ich musste nun auch lachen. Mama und der Polizist auch.

Nils sagte: "Wir bräuchten noch einen Polizist, der den ganzen Krimi am Ende klärt. Ich habe mir gedacht, da sie ja so eine schöne Uniform haben, hätten sie ja bestimmt Lust mit zu drehen, oder?"
Der Polizist räusperte sich und sagte: "Ja, wenn sie meinen, dass ich da der Richtige für bin, kann ich ja schließlich nicht nein sagen."
"Ja toll, ein echter Polizist", rief Ronja."
"Ich bin übrigens Fred", sagte der Polizist.
Nun schaute Fred auf die Uhr und sagte: "Oh es ist spät, ich muss jetzt wieder los."
Ronja, Nils, Rosa und Kalle verabschiedeten uns Drei noch und Fred brachte mich und Mama nach Hause.

Drei Wochen später sahen wir im Fernsehen den Film an, den die Fünf gedreht hatten.
Er war sehr schön und an einer Stelle kam er mir ein bisschen bekannt vor, weil da das Mädchen, also die Ronja auch Geräusche und Schreie aus einem Haus hörte.

Ob sie das vielleicht extra gemacht hatten?  
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