Viele Jahre ist es her, als ein wunderschöner, weißer Schwan ein wunderschönes, weißes Ei legte. Tag und Nacht saß er da, wartete, wartete und wartete. Als der Schwan eines Tages im See schwamm, knackte es.
Der Schwan erschrak! Was war das? Ein Gewehr? Ein Feind?
Nein! Es war das Ei,
das so knackte. Schnell lief der schöne Schwan aus dem Wasser, schüttelte sich und setzte sich neben das Ei. Da streckte ein schwarzer Schwan sein junges Köpfchen aus dem Ei. Die Mutter war so stolz auf den Kleinen und schützte ihn unter ihrem Flügel.
Der Schwan wurde langsam älter. Und er war noch immer nicht weiß, sondern schwarz. Erst später erkannte die Mutter,
dass sie einen Trauerschwan geboren hatte. Sie wusste, er würde Unglück bringen und tatsächlich,
am nächsten Morgen war die Mutter tot.
Der Trauerschwan, er trauerte nun, wie es sich für einen Trauerschwan gehörte. Allein schwamm er mit der Strömung des Flusses, bis er weit weg von seiner Mutter war. Er kam an ein Ufer voller wunderschönen, schneeweißen Schwäne. Sie wurden von einer Menschenfamilie gefüttert. Er freute sich, denn er hatte sehr Hunger. Aber als das kleine Mädchen sah, dass der Schwan schwarz war, erschrak sie und sagte, niemand dürfe den Schwan füttern.
Da saß er dann. An einem verlassenen Ufer. Hungrig. Er lag halb verhungert da und sah wie ein Lichtstrahl vom Himmel schien. Ein sanfte Stimme rief: "Du willst weiß sein. Du willst weiß sein. Aber heißt es etwa, wenn du weiß bist, dann bist du schöner? Nein, das heißt es nicht! Nur die Inneren Werte zählen. Und so gesehen bist du der schönste Schwan der Welt" Dann verschwand das Licht und der Schwan fühlte sich munter und fröhlich. Er war plötzlich viel selbstbewusster und schnappte das Futter nun den anderen vor der Nase weg. Die fanden das sehr lustig und spielten nun immer mit dem Schwan "wer fängt das Futter zuerst?" Der Trauerschwan trauerte nun nicht mehr. Denn er wusste, er ist der schönste Schwan der Welt.