| Es waren einmal ein Schweinemann und eine Schweinefrau. Wie es sich gehörte machten sie
sich jeden Tag schön dreckig. Der Mann verkaufte Mittel, um Anziehsachen schmutziger zu machen und
die Frau war zu Hause, verdreckte sorgfältig die Wohnung und kochte. Nun waren die Beiden
glücklich, aber die Frau wollte so gerne ein Kind. Ein kleines Ferkel, mit dem sie in das große
Schlammbad gehen konnte, ein Ferkel, dass jeden Tag mit seinen Freunden im Dreck spielen und in
der Schule schreiben lernen würde.
Und tatsächlich, eines Tages wurde die Frau schwanger und bekam ein kleines Ferkel. Jeden Tag
badete es die Mama in Dreck und die beiden gingen gerne ins Schlammbad, wo das Kleine jauchzend
im Matsch tobte.
Doch mit drei Jahren wollte es nicht mehr dreckig sein. Es badete nicht mehr in der batzigen
Brühe, die es als kleines Schwein so gerne gehabt hatte. Nein, es seifte sich ein und putzte
sich die Zähne. Was für eine Schande für die Eltern! Sie wagten sich mit ihrem Kind nicht mehr auf die Straße,
doch es musste ja in die Schule, dagegen war nichts zu machen.
Die Mutter seufzte, als ihr kleines Schwein am ersten Schultag in gewaschenen Sachen davon
hüpfte und ihr zum Abschied winkte. Sie hatte ihr kleines Schweinchen doch so gerne, auch wenn
es nach Seife roch. Aber die anderen Schweine redeten schon über sie und sahen ihr Kind immer
so schief an, wenn sie es sahen.
Unterdessen war das Schweinchen in der Schule angekommen. Die anderen Ferkel sahen es auch und
redeten nicht mit ihm, nur weil es sauber war. Das Schweinchen machte das traurig und als es
wieder nach Hause kam sagte es zu seiner Mutter: "Es ist gar nicht schön in der Schule, alle
glotzen mich immer so an! Was soll ich denn machen, wenn mich keiner mag?"
Da steckte die
Mutter das Schweinchen in ein Schlammbad und siehe da: Das Schweinchen störte der Dreck gar
nicht mehr. Ab da hatte es viele Freunde und war immer von Kopf bis Fuß dreckig.
Ein Schwein ist eben ein Schwein.
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