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Blinde Kuh
Kinder-Post
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Die Geschichte vom Schokobrunnen

Eine Geschichte von Linda (13)

Es war einmal ein Mädchen, das musste Tag für Tag arbeiten.
Den Boden wischen, die Pferde striegeln, die Fenster putzen und den ganzen Haushalt führen.
Sie musste kochen, backen, abwaschen und konnte es ihrer Tante einfach nicht recht machen.
Ihre Eltern waren weg, aus welchem Grund auch immer.

Eines Tages war die Tante böse auf das Mädchen, weil der Boden noch nicht gewischt wurde und sagte: "Was soll denn das? Du solltest doch den Boden wischen!"
Darauf erwiderte das Mädchen müde: "Ja, aber du hast doch gesagt ich soll auch die Pferde striegeln und die Fenster putzen und...."
da unterbrach sie die Tante: "Aber zuerst solltest du den Boden wischen, also fang damit an!"

Das arme Mädchen hatte nur die Nacht, in der sie sich ausruhen konnte. Und eines Tages beschloss sie fort zu gehen.
Sie rannte durch den Wald und traf eine Kutsche.
"Wo fahrt Ihr hin, edler Kutscher. Ich frage Euch, ob ihr mich mitnehmen könntet?", fragte sie höflich.
Der Kutscher antwortete: "Ich fahre zum Schokobrunnen. Du kannst mitgehen. Steig auf!" Und sie stieg in die edle Kutsche.
Als sie beim Schokobrunnen angekommen waren, streckte das Mädchen den Kopf aus dem Fenster und sagte: "Das ist ja wundervoll!"
Da antwortete der Kutscher: "Das ist ja auch der Schokobrunnen und der Schokobrunnen ist etwas wundervolles."
Und das Mädchen fragte den Kutscher, warum er denn so weit im Wald stünde.
Doch der Kutscher sagte nichts, ließ sie absteigen, verabschiedete sich und fuhr davon.

Das Mädchen wollte dem Plätschern lauschen und beugte sich weit über den Brunnen bis sie plötzlich hineinfiel.
Da landete sie in einer anderen Welt.
Da war wirklich alles, alles aus Süßigkeiten.
Sie sah ein herrliches Schloss, mit Säulen aus einer riesigen Zuckerstange.
"Wie köstlich! Das muss ich essen!", rief sie und begann, an der Säule zu knabbern.
Doch plötzlich fiel sie um und auch der Wackelpuddingtisch viel in sich zusammen.
Auch die leckere Schokoladentreppe mit dem köstlichen Treppengeländer aus Bonbons fiel um.
Und da, da kam ein Geist aus Zuckerguss und sagte: "Wer wagt es meine leckeren Säuen anzuknabbern? Geh hier weg, scher dich weg!"
Und das Mädchen rannte nach draußen.
Sie kam in eine Hütte. Da war keine Zuckergusssäule, kein Wackelpuddingtisch und kein Bonbongeländern. Nein, da war alles aus Marzipan.
Das mochte sie und aß so viel sie konnte. Bis sie plötzlich Zahnschmerzen bekam.
Sie rief: "Gibt es hier denn keinen Zahnarzt?"
Plötzlich kam wieder das Zuckergussgespenst und meinte: "Hier gibt es einen Zahnarzt. Und er hat über tausend Besucher. Weil die Menschen hier nicht aufhören von den Süßigkeiten zu essen!"
Sie ging zum Zahnarzt und sah einen Schokobrunnen. Der sah aus wie der im Wald. Sie sprang hinein und landete wieder in der normalen Welt.
Die Tante hatte sich schon solche Sorgen gemacht und versprach, dass sie sie nicht mehr wie ein Dienstmädchen behandele.
Sie ging zum Zahnarzt und alles war in Ordnung.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann denkt sie noch heute an den schönen Schockobrunnen.

Ende!

 
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