Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
Die Suchmaschine für Kinder - ©1997 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller
Kinder im Internet schreiben Geschichten für andere Kinder
Blinde Kuh
Kinder-Post
Zurück zur Startseite vom  Kids-E-Zine
 

Ein neuer Planet
eine Geschichte von Charlotte (13) 

Hi Leute!
Ich bin die Charlotte (13 Jahre) aus NRW und habe eine Geschichte über einen anderen Planeten geschrieben, der neu entdeckt wird. Die Geschichte ist sehr spannend und lustig und auf jeden Fall lesenswert. Und ich habe sie ganz alleine geschrieben!
Dann also viel Spaß, beim Lesen meiner Geschichte "Ein neuer Planet"

"Hiiilfeee!", schreie ich so laut ich kann und lasse mich meiner Mutter zu Füßen auf den Boden fallen. Naja, soweit das überhaupt geht, denn im Weltraum fliegt man ja in der Luft und hat keinen festen Halt unter den Füßen. "Wenn ich nicht sofort etwas zu essen bekomme, bin ich tot." Ich schließe schon einmal die Augen, damit Mama gleich etwas Mitleid mit mir bekommt.

Wir schweben nämlich schon seit genau drei Jahren, 47 Wochen und drei Tagen in einem echten Raumschiff durch den Weltraum und vor genau drei Tagen ist das große Unglück geschehen, sodass wir seitdem nichts mehr zu essen haben. Mit "wir" meine ich Mama, Papa, meine 20-jährige Schwester Sandra, meinen siebenjährigen Bruder Alexander und mich. Außerdem fliegen noch zwei andere Raumschiffe hinter uns her, die aber nichts eigenes zu Essen dabei haben, sondern sich immer etwas von uns holen mussten. Jetzt hungern sie auch. Beide Familien bestehen aus ebenfalls fünf Personen, Vater, Mutter und drei Kindern. Ich selbst bin 14, also so ziemlich die Hälfte von sieben und 20.

Doch das ist ja jetzt total unwichtig, da wir sowieso alle bald sterben werden. Denn als Mama, Papa und Sandra vor drei Tagen wegen dem Ufo in ihren Astronauten-Anzügen das Raumschiff verlassen haben, ist unser gesamter Vorrat an Essen, samt Verpackungen fröhlich zum Fenster hinausgeschwebt. Wir können auch nicht mehr zurück zur Erde, weil seit kurzem sehr viele Meteoriten auf unserem Weg herumfliegen und das die nächsten hunderttausend Jahre auch so bleiben wird und dann leben wir ja alle nicht mehr. "Aber Elizabeth", sagt Mama ganz erschrocken von meinem Sterbensanfall, "beruhige dich doch mal, wir sind doch bald da." Normalerweise hätte ich Mama jetzt zum ungefähr fünften Mal an diesem Tag erklärt, dass ich nicht Elizabeth sondern Liz genannt werden will, obwohl sie das doch ganz genau weiß, aber im Moment finde ich das total unwichtig. Viel wichtiger ist jetzt, schnellstens herauszubekommen, was Mama meint. "Wann bald und wohin", frage ich deshalb auch sofort. "Heute Abend kommen wir auf einem fremden Planeten an", erklärt Mama etwas ausgiebiger, "er heißt Muncheran und seine Bewohner sind die Muncheranen. Außerirdische, die noch nie ein Mensch auf der Erde erblickt hat."

Na, das ist ja mal interessant! Dann werden wir also die ersten 15 Menschen sein, die den Muncheran und die Muncheranen erblicken werden. Ich kann mir absolut nichts Spannenderes vorstellen, als auf einem fremden, bis jetzt total unbekannten Planeten zu landen und ein paar Außerirdische zu besichtigen, doch dann schießt mir wieder unsere Hungerplage durch den Kopf und die Tatsache, dass ich seit drei Tagen nichts mehr gegessen habe und schrecklich hungrig bin. Deshalb frage ich Mama vorsichtshalber einmal: "Gibt es auf diesem Muncheran auch etwas zu essen? Oder müssen wir die Muncheranen etwa persönlich verspeisen?" Diese Idee ist mir soeben auch noch gekommen, denn ich finde das eine echte Horrorvorstellung. "Nein, Liz, müssen wir nicht", antwortet Mama ruhig, "wir können dort alles genauso ernten, wie zu Hause auch. Natürlich gibt es auf einem, bis jetzt nur von Außerirdischen bewohnten Planeten keine Supermärkte und so etwas, aber ernten können wir alles, ganz normal. Außerdem geben die Muncheranen Milch und legen Eier."

Na, zum Glück, denke ich und atme einmal tief durch, weil doch nicht alles auf dem Muncheran so schrecklich ist, wie ich es zuerst befürchtet habe. Im Gegenteil! Man bekommt dort sogar etwas richtiges zu essen. Langsam beginne ich, mich auf den neuen Planeten zu freuen. Blitzschnell schwebe ich eine Runde durch das Raumschiff und brülle den anderen ganz laut die große Neuigkeit in die Ohren. Blitzschnell sind wir alle vier um Mama versammelt und wollen eine Menge über den Muncheran von ihr wissen. Jeder hat mindestens fünfhundert Fragen, aber Mama meint, jeder von uns dürfte nur eine stellen. Den Rest sollen wir gefälligst selbst erkunden. "Wie groß ist der Muncheran und welche Form hat er", will Papa wissen. "Das sind zwei Fragen!", lacht Mama, beantwortet sie aber trotzdem: "Genauso groß und genau dieselbe Form wie die Erde." Sandra will wissen, ob Menschen überhaupt auf dem Muncheran leben können, was Mama aber sofort und ohne zu Zögern bejaht. Alexander will wissen, ob es auf dem Muncheran auch noch andere Kinder zum Spielen für ihn gibt, worauf Mama aber leider mit einem "Nein" antworten muss. Schließlich sind wir dort die ersten 15 Menschen und außer uns sind die Muncheranen dort nun wirklich die einzigen Lebewesen. Ich selbst frage Mama, ob wir Fünfzehn nun unser ganzes weiteres Leben auf dem Muncheran verbringen werden. "Natürlich", erwidert Mama. "Wir werden uns auch immer wieder vermehren und irgendwann, in etwa fünf Millionen Jahren ist der Muncheran dann der zweite Menschenplanet neben der Erde.

Erschrocken klappe ich das fünf Millionen Jahre alte und total zerfallene Tagebuch zu, das doch tatsächlich von dieser berühmten Liz in ihrem Raumschiff geschrieben worden ist. Wie das so beim Schweben geht, weiß ich nicht und kann es mir auch nicht vorstellen. Ich heiße Meike, bin zwölf Jahre alt und lebe schon seit meiner Geburt auf dem Muncheran. Heute haben wir in Geschichte gelernt, dass unser Planet schon viele Millionen Jahre lang von Menschen bewohnt ist, dass es aber einen anderen Menschenplaneten namens Erde gibt, der schon viele Millionen Jahre länger existiert und von dem diese berühmte Liz auch einst, mit ihren 14 Jahren in einem Raumschiff hinübergeschwebt ist. Damals waren Raumschiffe noch etwas Besonderes, während heutzutage dauernd welche zwischen Muncheran und der Erde hin und her fliegen.

Wie ich gehört habe, haben die dort auch längst Muncheranen, während es auf unserem Planeten seit zwei Jahren alle Tiere der Erde gibt. Nächsten Sommer fahre ich mit meiner Familie in den Urlaub auf die Erde und sehe endlich einmal, wie es auf der Erde so aussieht. Allerdings hat mein Papa gesagt, dass es gar kein so großer Unterschied zum Muncheran ist. Meine Eltern sind letzten Sommer schon einmal auf der Erde gewesen, während ich bei meiner Freundin Ina war. Heute Nachmittag, als ich mit Ina und ihrem Bruder Sepp Indianer gespielt habe, habe ich dann schließlich dieses Tagebuch in einer Felshöhle und in einem kleinen silbernen Kästchen verpackt gefunden. Wie es dort hingekommen ist, weiß keiner so genau.

 
Blinde Kuh
Kinder-Post
Zurück zur Startseite vom  Kids-E-Zine
Die Urheberrechte liegen bei dem Autor dieser Geschichte
Die Blinde Kuh
- Erste deutschsprachige Suchmaschine speziell für Kinder
www.blinde-kuh.de © 1997-2003 Birgit Bachmann und Stefan R. Müller