Ein
neuer Planet
eine
Geschichte von Charlotte (13)
Hi Leute!
Ich bin die Charlotte (13 Jahre) aus NRW und habe eine Geschichte über einen anderen Planeten geschrieben,
der neu entdeckt wird. Die Geschichte ist sehr spannend und lustig und auf
jeden Fall lesenswert. Und ich habe sie ganz alleine geschrieben!
Dann also viel Spaß, beim Lesen meiner Geschichte "Ein neuer Planet"
"Hiiilfeee!", schreie ich so laut ich kann und lasse
mich meiner Mutter zu Füßen auf den Boden fallen. Naja, soweit das überhaupt geht, denn im Weltraum
fliegt man ja in der Luft und hat keinen festen Halt unter den Füßen. "Wenn ich nicht sofort etwas zu essen
bekomme, bin ich tot." Ich schließe schon einmal die Augen, damit Mama gleich etwas Mitleid mit mir
bekommt.
Wir schweben nämlich schon seit genau drei Jahren, 47
Wochen und drei Tagen in einem echten Raumschiff durch den Weltraum und vor genau drei Tagen ist das große
Unglück geschehen, sodass wir seitdem nichts mehr zu essen haben. Mit "wir" meine ich Mama, Papa, meine
20-jährige Schwester Sandra, meinen siebenjährigen Bruder Alexander und mich. Außerdem fliegen noch zwei
andere Raumschiffe hinter uns her, die aber nichts eigenes zu Essen dabei haben, sondern sich immer etwas
von uns holen mussten. Jetzt hungern sie auch. Beide Familien bestehen aus ebenfalls fünf Personen, Vater,
Mutter und drei Kindern. Ich selbst bin 14, also so ziemlich die Hälfte von sieben und 20.
Doch das ist ja jetzt total unwichtig, da wir sowieso
alle bald sterben werden. Denn als Mama, Papa und Sandra vor drei Tagen wegen dem Ufo in ihren
Astronauten-Anzügen das Raumschiff verlassen haben, ist unser gesamter Vorrat an Essen, samt Verpackungen
fröhlich zum Fenster hinausgeschwebt. Wir können auch nicht mehr zurück zur Erde, weil seit kurzem sehr
viele Meteoriten auf unserem Weg herumfliegen und das die nächsten hunderttausend Jahre auch so bleiben wird
und dann leben wir ja alle nicht mehr. "Aber Elizabeth", sagt Mama ganz erschrocken von meinem
Sterbensanfall, "beruhige dich doch mal, wir sind doch bald da." Normalerweise hätte ich Mama jetzt zum
ungefähr fünften Mal an diesem Tag erklärt, dass ich nicht Elizabeth sondern Liz genannt werden will,
obwohl sie das doch ganz genau weiß, aber im Moment finde ich das total unwichtig. Viel wichtiger ist
jetzt, schnellstens herauszubekommen, was Mama meint. "Wann bald und wohin", frage ich deshalb auch sofort.
"Heute Abend kommen wir auf einem fremden Planeten an", erklärt Mama etwas ausgiebiger, "er heißt
Muncheran und seine Bewohner sind die Muncheranen. Außerirdische, die noch nie ein Mensch auf der Erde
erblickt hat."
Na, das ist ja mal interessant! Dann werden wir also
die ersten 15 Menschen sein, die den Muncheran und die Muncheranen erblicken werden. Ich kann mir absolut
nichts Spannenderes vorstellen, als auf einem fremden, bis jetzt total unbekannten Planeten zu landen und ein
paar Außerirdische zu besichtigen, doch dann schießt mir wieder unsere Hungerplage durch den Kopf und die
Tatsache, dass ich seit drei Tagen nichts mehr gegessen habe und schrecklich hungrig bin. Deshalb
frage ich Mama vorsichtshalber einmal: "Gibt es auf diesem Muncheran auch etwas zu essen? Oder müssen wir
die Muncheranen etwa persönlich verspeisen?" Diese Idee ist mir soeben auch noch gekommen, denn ich finde
das eine echte Horrorvorstellung. "Nein, Liz, müssen wir nicht", antwortet Mama ruhig, "wir können dort
alles genauso ernten, wie zu Hause auch. Natürlich gibt es auf einem, bis jetzt nur von Außerirdischen
bewohnten Planeten keine Supermärkte und so etwas, aber ernten können wir alles, ganz normal. Außerdem
geben die Muncheranen Milch und legen Eier."
Na, zum Glück, denke ich und atme einmal tief durch,
weil doch nicht alles auf dem Muncheran so schrecklich ist, wie ich es zuerst befürchtet habe. Im Gegenteil!
Man bekommt dort sogar etwas richtiges zu essen. Langsam beginne ich, mich auf den neuen Planeten zu
freuen. Blitzschnell schwebe ich eine Runde durch das Raumschiff und brülle den anderen ganz laut die große
Neuigkeit in die Ohren. Blitzschnell sind wir alle vier um Mama versammelt und wollen eine Menge über den
Muncheran von ihr wissen. Jeder hat mindestens fünfhundert Fragen, aber Mama meint, jeder von uns
dürfte nur eine stellen. Den Rest sollen wir gefälligst selbst erkunden. "Wie groß ist der
Muncheran und welche Form hat er", will Papa wissen. "Das sind zwei Fragen!", lacht Mama, beantwortet sie
aber trotzdem: "Genauso groß und genau dieselbe Form wie die Erde." Sandra will wissen, ob Menschen
überhaupt auf dem Muncheran leben können, was Mama aber sofort und ohne zu Zögern bejaht. Alexander will
wissen, ob es auf dem Muncheran auch noch andere Kinder zum Spielen für ihn gibt, worauf Mama aber
leider mit einem "Nein" antworten muss. Schließlich sind wir dort die ersten 15 Menschen und außer uns
sind die Muncheranen dort nun wirklich die einzigen Lebewesen. Ich selbst frage Mama, ob wir Fünfzehn nun
unser ganzes weiteres Leben auf dem Muncheran verbringen werden. "Natürlich", erwidert Mama. "Wir
werden uns auch immer wieder vermehren und irgendwann, in etwa fünf Millionen Jahren ist der Muncheran dann
der zweite Menschenplanet neben der Erde.
Erschrocken klappe ich das fünf Millionen Jahre alte
und total zerfallene Tagebuch zu, das doch tatsächlich von dieser berühmten Liz in ihrem Raumschiff
geschrieben worden ist. Wie das so beim Schweben geht, weiß ich nicht und kann es mir auch nicht vorstellen.
Ich heiße Meike, bin zwölf Jahre alt und lebe schon seit meiner Geburt auf dem Muncheran. Heute haben wir
in Geschichte gelernt, dass unser Planet schon viele Millionen Jahre lang von Menschen bewohnt ist, dass es
aber einen anderen Menschenplaneten namens Erde gibt, der schon viele Millionen Jahre länger existiert und
von dem diese berühmte Liz auch einst, mit ihren 14 Jahren in einem Raumschiff hinübergeschwebt ist.
Damals waren Raumschiffe noch etwas Besonderes, während heutzutage dauernd welche zwischen Muncheran
und der Erde hin und her fliegen.
Wie ich gehört habe, haben die dort auch längst
Muncheranen, während es auf unserem Planeten seit zwei Jahren alle Tiere der Erde gibt. Nächsten Sommer fahre
ich mit meiner Familie in den Urlaub auf die Erde und sehe endlich einmal, wie es auf der Erde so aussieht.
Allerdings hat mein Papa gesagt, dass es gar kein so großer Unterschied zum Muncheran ist. Meine Eltern
sind letzten Sommer schon einmal auf der Erde gewesen, während ich bei meiner Freundin Ina war. Heute
Nachmittag, als ich mit Ina und ihrem Bruder Sepp Indianer gespielt habe, habe ich dann schließlich
dieses Tagebuch in einer Felshöhle und in einem kleinen silbernen Kästchen verpackt gefunden. Wie es
dort hingekommen ist, weiß keiner so genau.
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