|
Eines Tages
sagte mein junger Freund Baldur: „Lass uns doch nach Kanada
reisen und Gold suchen.“ Ich fand die Idee klasse, denn ich
erhoffte mir, bei der Goldsuche auch ein paar Abenteuer zu
erleben. Wir konnten uns für die Überfahrt kein Schiff leisten,
da wir zur Zeit an chronischem Geldmangel litten, deshalb kam mir
der Gedanke, doch den Vogelexpress zu chartern. Ich pfiff einmal
laut, und ein riesiger Greifvogel kam auf uns zu geflogen. Er
packte jeden von uns mit seinen Krallen am Pelz und brachte uns
ohne Zwischenlandung in wenigen Tagen nach Kanada.
Mein Hund,
der einige Tage später auf die gleiche Weise nach Kanada
eingeflogen wurde, witterte sofort Gold und grub ein großes Loch
in die Erde. Und siehe da, in Kürze hatte er eine Goldader
entdeckt. Wir freuten uns so sehr über den schnellen Erfolg, dass
wir das immer lauter werdende Gegröle
erst gar nicht wahrnahmen. Da standen sie auch schon hinter
uns: Indianer!
Ehe wir uns
versahen, hatten sie uns umzingelt. Baldur hatte schreckliche
Angst. Doch ich blieb ganz gelassen und hatte plötzlich eine
Idee. Ich schnippte mit den Fingern und der große Greifvogel flog
wieder auf uns zu, packte uns in Windeseile mit seinen Krallen am
Pelz und nahm auch meinen Hund in seinem riesigen Schnabel mit
hinfort und brachte uns alle drei in Sicherheit. Die Goldader
mussten wir wohl oder übel zurücklassen.
Nachdem uns
der Vogel abgesetzt hatte, gingen wir ein paar Kilometer zu Fuß
weiter bis zum nächsten Fluss. Dort versuchten wir unser Glück
und schürften nach Gold. Vertieft in unsere Arbeit hörten wir
nicht, dass ein großer brauner Bär auf uns zukam. Erst als mein
Hund anschlug, drehte ich mich um und entdeckte den Bären, der
soeben zum Angriff übergehen wollte. Glücklicherweise schlug mir
in diesem Moment der Zweig eines Baumes ins Gesicht. Ich fasst ihn
mit meiner Hand, schrie hinter Baldur her, damit er mir seine Hand
gab, dieser wiederum schrie den Hund an, damit er ihm den Schwanz
reichte und als Menschen-Hund-Kette hangelten wir uns an dem Zweig
empor bis zum Stamm und ließen uns dort auf einem dickeren Ast
nieder.
Wütend
verfolgte der Bär unsere Tätigkeit und versuchte am Baum hoch zu
klettern. Mir wurde mulmig, mein Hund begann wie wild zu kläffen
und Baldur war schon ganz weiß im Gesicht. Es musste also
schnellstens etwas geschehen, sonst hätte der Bär uns in seinen
Klauen gehabt.
Plötzlich
fiel mir die Säge ein, die ich für Notfälle immer bei mir trug.
Ich begann so schnell ich konnte den Ast, auf dem wir alle drei saßen,
abzusägen, und plumps, landeten wir mit samt dem Ast auf der Nase
des Bären. Dieser jaulte vor Schmerz auf und rannte was er konnte
davon.
Wir
setzten unsere Schürfarbeiten am Fluss fort. Gold haben wir nicht
gefunden, aber kleine durchsichtige Steine, die wir für gutes
Geld verkaufen konnten. Fortan waren wir wieder zu Reichtum
gekommen und konnten die Rückfahrt auf einem Schiff genießen.
|