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Münchhausen in Kanada

ein Geschichte von Matthias (10)

Eines Tages sagte mein junger Freund Baldur: „Lass uns doch nach Kanada reisen und Gold suchen.“ Ich fand die Idee klasse, denn ich erhoffte mir, bei der Goldsuche auch ein paar Abenteuer zu erleben. Wir konnten uns für die Überfahrt kein Schiff leisten, da wir zur Zeit an chronischem Geldmangel litten, deshalb kam mir der Gedanke, doch den Vogelexpress zu chartern. Ich pfiff einmal laut, und ein riesiger Greifvogel kam auf uns zu geflogen. Er packte jeden von uns mit seinen Krallen am Pelz und brachte uns ohne Zwischenlandung in wenigen Tagen nach Kanada. 

Mein Hund, der einige Tage später auf die gleiche Weise nach Kanada eingeflogen wurde, witterte sofort Gold und grub ein großes Loch in die Erde. Und siehe da, in Kürze hatte er eine Goldader entdeckt. Wir freuten uns so sehr über den schnellen Erfolg, dass wir das immer lauter werdende Gegröle  erst gar nicht wahrnahmen. Da standen sie auch schon hinter uns: Indianer!

Ehe wir uns versahen, hatten sie uns umzingelt. Baldur hatte schreckliche Angst. Doch ich blieb ganz gelassen und hatte plötzlich eine Idee. Ich schnippte mit den Fingern und der große Greifvogel flog wieder auf uns zu, packte uns in Windeseile mit seinen Krallen am Pelz und nahm auch meinen Hund in seinem riesigen Schnabel mit hinfort und brachte uns alle drei in Sicherheit. Die Goldader mussten wir wohl oder übel zurücklassen.

Nachdem uns der Vogel abgesetzt hatte, gingen wir ein paar Kilometer zu Fuß weiter bis zum nächsten Fluss. Dort versuchten wir unser Glück und schürften nach Gold. Vertieft in unsere Arbeit hörten wir nicht, dass ein großer brauner Bär auf uns zukam. Erst als mein Hund anschlug, drehte ich mich um und entdeckte den Bären, der soeben zum Angriff übergehen wollte. Glücklicherweise schlug mir in diesem Moment der Zweig eines Baumes ins Gesicht. Ich fasst ihn mit meiner Hand, schrie hinter Baldur her, damit er mir seine Hand gab, dieser wiederum schrie den Hund an, damit er ihm den Schwanz reichte und als Menschen-Hund-Kette hangelten wir uns an dem Zweig empor bis zum Stamm und ließen uns dort auf einem dickeren Ast nieder.

Wütend verfolgte der Bär unsere Tätigkeit und versuchte am Baum hoch zu klettern. Mir wurde mulmig, mein Hund begann wie wild zu kläffen und Baldur war schon ganz weiß im Gesicht. Es musste also schnellstens etwas geschehen, sonst hätte der Bär uns in seinen Klauen gehabt.

Plötzlich fiel mir die Säge ein, die ich für Notfälle immer bei mir trug. Ich begann so schnell ich konnte den Ast, auf dem wir alle drei saßen, abzusägen, und plumps, landeten wir mit samt dem Ast auf der Nase des Bären. Dieser jaulte vor Schmerz auf und rannte was er konnte davon.

Wir setzten unsere Schürfarbeiten am Fluss fort. Gold haben wir nicht gefunden, aber kleine durchsichtige Steine, die wir für gutes Geld verkaufen konnten. Fortan waren wir wieder zu Reichtum gekommen und konnten die Rückfahrt auf einem Schiff genießen.
 
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