| Es lebte einmal ein Maulwurf, der unbedingt zum Mond wollte. Abends war er
immer auf einem Maulwurfshügel beim Mond anschauen zu finden. Er hatte sich
extra eine Spezial-Maulwurfbrille anfertigen lassen, denn bekanntlich können
Maulwürfe ja fast nichts sehen.
Der Maulwurf wollte also zum Mond. Wie aber
sollte das gehen? Er hatte ja keine Rakete. Da fiel ihm ein: Ich könnte ja
einen Tunnel zum Schrottplatz graben. Dort finde ich bestimmt die notwendigen Teile. Der Maulwurf grub und grub und grub, und nach zwei Tagen
war er endlich am Schrottplatz. Das war eine reife Leistung, denn der
Schrottplatz war fünfzehn Kilometer weit von seiner Wohnhöhle weg.
Doch nun war er da und mit Hilfe des Handbuches für Weltraumfahrer, das er vor Jahren
unter der Erde gefunden hatte, baute er sich eine tolle Rakete. Sie sah zwar
etwas verbeult aus, aber das machte ja nichts. Der Maulwurf setzte sich in
seine Rakete und drückte auf den Startknopf. Es machte Peng! und Bumm! und die Rakete war losgeflogen.
Nun waren die Teile natürlich
nicht mehr die besten und deshalb war die Rakete auch nicht die schnellste,
wohl aber die umweltfreundlichste, da sie statt mit Benzin mit Früchtetee
flog. Jetzt war aber gerade Halbmond, als der Maulwurf losflog. Als er
einige Tage geflogen war, dachte er, bald müsse da doch der Mond sein. Er
war auch schon ganz nah dran, aber das konnte der Maulwurf ja nicht wissen.
Er nahm sein Fernglas und schaute aus dem Fenster, aber er sah keinen Mond,
da gerade Neumond war. Enttäuscht kehrte er um, weil er fest davon überzeugt
war, dass der Mond sich versteckt habe, weil er keinen Besuch wollte. Der
Maulwurf dachte jetzt, dass immer bei Neumond Besuch zum Mond kam, dieser
aber keinen wollte und sich deshalb immer verstecken würde. Also blieb es
für ihn beim Mondgucken, bis er nach einem langen Leben friedlich starb.
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