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Der Maulwurf auf Mondfahrt
eine Geschichte von Clarissa (11)

Es lebte einmal ein Maulwurf, der unbedingt zum Mond wollte. Abends war er immer auf einem Maulwurfshügel beim Mond anschauen zu finden. Er hatte sich extra eine Spezial-Maulwurfbrille anfertigen lassen, denn bekanntlich können Maulwürfe ja fast nichts sehen. 

Der Maulwurf wollte also zum Mond. Wie aber sollte das gehen? Er hatte ja keine Rakete. Da fiel ihm ein: „Ich könnte ja einen Tunnel zum Schrottplatz graben. Dort finde ich bestimmt die notwendigen Teile.“ Der Maulwurf grub und grub und grub, und nach zwei Tagen war er endlich am Schrottplatz. Das war eine reife Leistung, denn der Schrottplatz war fünfzehn Kilometer weit von seiner Wohnhöhle weg. 

Doch nun war er da und mit Hilfe des Handbuches für Weltraumfahrer, das er vor Jahren unter der Erde gefunden hatte, baute er sich eine tolle Rakete. Sie sah zwar etwas verbeult aus, aber das machte ja nichts. Der Maulwurf setzte sich in seine Rakete und drückte auf den Startknopf. Es machte „Peng! und „Bumm!“ und die Rakete war losgeflogen. 

Nun waren die Teile natürlich nicht mehr die besten und deshalb war die Rakete auch nicht die schnellste, wohl aber die umweltfreundlichste, da sie statt mit Benzin mit Früchtetee flog. Jetzt war aber gerade Halbmond, als der Maulwurf losflog. Als er einige Tage geflogen war, dachte er, bald müsse da doch der Mond sein. Er war auch schon ganz nah dran, aber das konnte der Maulwurf ja nicht wissen.

Er nahm sein Fernglas und schaute aus dem Fenster, aber er sah keinen Mond, da gerade Neumond war. Enttäuscht kehrte er um, weil er fest davon überzeugt war, dass der Mond sich versteckt habe, weil er keinen Besuch wollte. Der Maulwurf dachte jetzt, dass immer bei Neumond Besuch zum Mond kam, dieser aber keinen wollte und sich deshalb immer verstecken würde. Also blieb es für ihn beim Mondgucken, bis er nach einem langen Leben friedlich starb.

 
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