Die Blinde Kuh - Suchmaschine für Kinder
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Blinde Kuh
Kinder-Post
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Alles nur Hüttenzauber?
Ich bin Sarah und bald 12! Ich gehe in die Klasse 6a. Ich schreibe und lese für mein Leben gern und würde am liebsten hauptberuflich Autorin werden.

Emanuel stand vor der Hütte am Waldrand. Sie sah sehr baufällig aus. Es dämmerte bereits und er wollte sich auf den Weg nach Hause machen. Emanuel war gerade einige Meter gegangen, da fing es an, wie aus Eimern zu schütten. Im Wald würde er sich bei dieser Tageszeit nur verirren und bis zu seinem Haus im Dorf war es noch sehr weit, dennoch wollte er nicht in die Hütte gehen, um abzuwarten, bis der Regen vorbei war, denn er hatte schon früh gehört, dass es in dieser Hütte spuken würde. Dennoch blieb ihm nichts anderes übrig, wenn er sich nicht eine Lungenentzündung holen wollte. Er blieb, solange der Regen anhielt, in der Hütte. Ängstlich machte er die Tür auf und trat ein.

 

Es war schon fast Mitternacht und der Regen hatte noch nicht ausgesetzt. Allerdings war auch noch kein Geist oder etwas ähnliches erschienen, was die Situation für Emanuel erheblich leichter machte. Er legte sich auf eine Decke, die er in der leeren Vorratskammer der Hütte gefunden hatte.

Die Kälte wurde immer unerträglicher und bald hatte Emanuel den Verdacht, dass es in der Hütte kälter wäre als draußen. Auch wenn der Regen jetzt abzog, würde er in der Hütte übernachten, denn zu dieser nächtlichen Stunde würden Räuber in dieser Gegend nicht selten sein. Er suchte nach weiteren Decken und fand einige in einer Mülltonne. Er richtete sich ein warmes Lager und legte sich hin. 

 

Die Schläge der Kirchturmuhr hörte er nur ganz schwach: viertel vor Mitternacht. Er versuchte zu schlafen, aber die Kälte lies ihm keine Ruhe. Er stand auf und suchte weiter nach Decken. Es schlug gerade Mitternacht, als er ein Schluchzen hörte. Das ist bestimmt nur Einbildung dachte er, nein eigentlich hoffte er es, und schob die Tür des steinernen Ofens auf. 

 

Ah! Gut! Noch mehr Decken! dachte er. Ihm machte es nichts aus, dass die Decken schon fast vollständig verbrannt waren. Er nahm sie aus dem Ofen und fühlte inmitten des Knäuels etwas hartes. Zugleich wurde das Schluchzen lauter. Er zog die Decken auseinander und was er sah, erschütterte ihn bis ins Knochenmark. Halb verkohlt und rabenschwarz lag dort die Leiche eines Kindes. 

 

Die Schluchzer wurden immer lauter. Emanuel war dies nicht geheuer. Er ging zurück zu seiner Ruhestätte doch dort standen zwei Personen: ein Mann und eine junge Frau. Die Frau schluchzte und der Mann stand wütend, aber tatenlos daneben. Die Frau begann zu schimpfen: Du, du! Weshalb hast du das getan? Du Ekel! Du Miststück! Die Beleidigungen gingen dem Mann wohl zu weit. Er brüllte los: Wie kannst du es wagen, mich zu beschimpfen! Mich, der ich aus Liebe zu dir alles tun würde! Kannst du denn nicht verstehen? Ich habe es für uns getan! Die Kleine wäre uns nur im Weg gewesen! 

 

Die Frau schrie den Mann weiter an. Doch dieses auf einer anderen Sprache. Es klang wie Französisch. Der Mann jedoch, von Wut ergriffen, packte ein Messer und erstach die Frau, die er anscheinend so geliebt hatte. Diese sank tot zu Boden, der sofort von Blut getränkt wurde. Der Mörder kniete sich nieder und weinte: "Nein...Angelina..stirb nicht!...Was habe ich nur getan?" Er stürmte zu einem kleinen Schränkchen und nahm eine Pistole heraus. Er hielt sie sich weinend an den Kopf und drückte ab. 

Emanuel rannte aus dem Häuschen. Schließlich kam er im Dorf an. Er suchte die Polizeistation auf und meldete die Morde. Als ein Polizeiwagen an der Hütte ankam, war diese leer. Kein Blut, keine Leichen, nichts, was auf ein solches Familiendrama hindeuten könnte. 

 

War alles nur ein Traum, oder waren diese Morde wirklich irgendwann in dieser Hütte am Waldrand geschehen?

 
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