Alles begann auf dem Reitercamp Hötzenhof. Früher, in der 4. Klasse war ich dort schon auf Klassenfahrt. Am Mittwoch, den 15. 04. 2006 fuhr ich mit meiner besten Freundin Larissa wieder dorthin. Schon eine Stunde nach dem Zimmer beziehen war das Vorreiten. Ich hatte Gempler.
Gempler ist ein großer Brauner. Auf ihm hatte ich das Gefühl zu schweben.
Am Abend sagte Hanno (der Reitlehrer) den Kindern, in welcher Reitgruppe sie waren.
A waren die Profis und F die Anfänger. Ich war in Gruppe B.
Am nächsten Morgen bei der Reitstunde nahm ich wieder Gempler. Und eine Extra, Reitstunde nahm ich auch noch. Am nächsten Tag das gleiche Programm. Am Dienstag war meine Extra, Reitstunde Springen. Dieses Mal ritt ich Varago. Und ab da war Varago mein Lieblingspferd. Am Mittwoch nahm ich Varago wieder, und sprang auch wieder mit ihm. Am nächsten Tag hatten wir Ausritt. Natürlich ritt ich wieder Varago. Am Tag danach nahm ich einmal Naomi. Allerdings war sie zickig, wollte beißen und war schwer zu reiten. Also ritt ich beim Springen wieder Varago. Bis Freitag ritt ich dann immer Varago. Ach nein, nicht ganz. Beim Springen am Freitag ritt ich Baccardi. Am Abend mussten wir leider schon packen, denn Samstag Morgen war Abreisetag. Am Morgen kamen Larissas Eltern um uns abzuholen. Allerdings durften wir alleine in der Halle durcheinander und wie wir wollten den Eltern vorreiten, und das taten Larissa und ich auch. Ich nahm wieder Varago. Es war toll! Varago war ganz lieb.
Dann bekam ich
Lust, ohne Steigbügel zu reiten, denn ich wollte meine Beine strecken. Ich wusste auch nicht was war, aber gerade als ich die Steigbügel überschlug, ging mir Varago durch. Auf einmal gallopierte er wie wild, ich konnte machen was ich wollte. Alle gallopierten, aber Varago war so schnell wie noch nie. Der Schluss war das ich von ihm runterfiel. Ich wusste immer noch nicht was passiert war, fühlte nur diese Schmerzen. Es tat so weh, dass ich noch nicht einmal mehr schreien konnte. Mein Bein und meine Hüfte taten höllisch weh, aber ich rappelte mich wieder auf. Nein, ich gab nicht auf! Ich stieg wieder auf. Ich ritt ihn erst langsam wieder an und konnte auch wieder mit ihm ruhig galloppieren. Ich merkte, das ich viele Prellungen hatte, und mein Arm war wahrscheinlich auch verstaucht, aber das war mir egal. Es war der letzte Ritt, den ich auf Varago machen konnte und den genoss ich.
Tja, jeder Reiter fällt mal vom Pferd. Jetzt sitze ich zu Hause, schreibe diesen Text, halte mir zwar mein Bein, aber habe endlich ein Lebensmotto:
Gib niemals auf!