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Blinde Kuh
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Die Hexe, die wissen wollte, 
ob sie gut oder böse ist

eine Geschichte von David

Es war einmal eine Hexe, die lebte ganz einsam im Thüringer Wald. In ihren Zauberbüchern las sie oft von guten und bösen Hexen. Aber was für eine Hexe war sie selbst?

Da sie immer alleine war, gab es nie jemanden, dem sie Gutes oder Böses tun könnte. Darum beschloss die Hexe auf eine Reise zu gehen, suchend nach Menschen, mit deren Hilfe sie feststellen wollte, ob ihr Wesen nun gut oder böse war.

Nach drei Tagen kam sie in ein Dorf. Die Menschen, die dort lebten, waren sehr arm. Als die Hexe ihr Elend sah, sagte sie: „Ich bin eine Hexe und will Euch drei Wünsche erfüllen.“
Da lachten alle Bewohner des Dorfes und sagten: „Beweise uns, dass du eine Hexe bist!“

Daraufhin holte die Hexe ihren Zauberbesen hervor und drehte eine Runde. Alle staunten sehr. Als die Hexe wieder auf dem Boden war, kamen zwei kräftige Männer und packten sie. Die Hexe wurde in ein Verlies gesperrt. 

Als sie fragte, warum sie eingesperrt wurde, sagte einer der Männer: „Wir waren einmal sehr reich und hatten viel zu essen. Aber da kam eine Hexe und verwüstete unser Dorf. Seitdem nehmen wir jeden gefangen, der in unser Dorf kommt.“ Dann ging er wieder.

Als er weg war, hörte die Hexe ein Geräusch. Es klang wie ein Weinen. Die Hexe hob einen Stein auf und sagte: „Omigo marana don!“ Da verwandelte sich der Stein in einen Schlüssel. Die Hexe schloss die Tür auf und ging dem Weinen nach. Sechs Zellen weiter sah sie einen Jungen und ein Mädchen und fragte: „Warum weint ihr beide denn?“

Da antworteten sie: „Unsere Mutter soll morgen hingerichtet werden, weil die Leute denken, sie wäre eine Hexe.“ Die Hexe sagte: „Ich werde euch helfen!“ Sie sprach die Zauberworte und der Schlüssel formte sich so, dass er in das Schlüsselloch der Zelle, wo die Kinder gefangen waren, passte. Als sie die Kinder befreit hatte, versteckten sie sich alle.

Am nächsten Morgen war die Hinrichtung. Als der Henker die Axt hob, ließ die Hexe es Brot regnen. Alle freuten sich und wurden satt. Die Mutter der Kinder wurde befreit und die Hexe lebte von da an in diesem Dorf.

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