Liebe Birgit von Team Blinde Kuh,
ich heiße Juliana und bin sechs Jahre alt. Ich kann selber noch
nicht schreiben, deshalb habe ich meine Mama gebeten es für mich
zu tun. Ich erfinde sehr gerne Geschichten und nehme sie auf
Kassette auf. Meine Mama schreibt sie dann für mich ab.
Die Geschichte "Die Hexe und der Mond" habe ich erfunden als ich
fünf Jahre alt war.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sie Ihnen gefällt.
Es war ein mal eine kleine
Hexe, die hieß Mini. Sie war die kleinste Hexe im Land. Sie
lebte in einem alten Schuppen in einem dunklen Wald. Mini lebte
ganz alleine im Wald. Sie lebte mit den Tieren. Sie kümmerte
sich immer um sie. Sie brachte im Winter den Tieren Stroh und
Heu. Im Frühling half sie den Eichhörnchen die Nüsse zu suchen
und im Sommer spielte sie mit ihnen. Im Herbst baute sie den
Tieren schöne Häuser.
Eines Tages freute sich Mini sehr. Es war März. Und jedes mal im
März sollten Hexen die ganze Woche lieb sein zu den Tieren. Denn
dann, wenn die Woche zu Ende ist, sollen sich alle Hexen an der
Burg versammeln, dass der Mond entscheidet, wer die Krone dieses
Jahr bekommt. Derjenige, der die Krone kriegt, darf die ganze
Woche für die vier Jahreszeiten bestimmen. Dann versammeln sich
alle noch mal am Hügel. Das diejenige Hexe die Krone aufsetzt
und drei mal einen Mondstrahl kriegt. Wie sich die kleine Hexe
schon darüber freute, vielleicht wird sie ja tatsächlich die
Krone gewinnen. Endlich war es so weit. Sie half allen Tieren,
einmal als das kleine Schwein Grunz im Loch stecken blieb,
einmal als das kleine Kätzchen Mautzer auf dem Baum sich nicht
mehr traute runter zu klettern und einmal als der kleine Vogel
Pieps sich den Flügel gebrochen hat. Doch einmal war sie nicht
lieb. Denn immer wenn die Fliegen sie beim Essen gestört haben,
scheuchte sie sie mit dem Besen aus dem Schuppen.
Endlich war es so weit. Um neun sollen sich alle Hexen an der
Burg versammeln. Denn wenn der Zeiger auf zwölf steht sollen
alle Hexen da sein, sonst ist es zu spät. Die kleine Hexe war um
neun da, wie gesagt. Der Mond wartete schon bis alle da waren.
Es waren schon alle da. Der Zeiger stand auf zwölf. Schon
schickte der Mond seinen silbernen Mondstrahl zu der Burg. Aber
was war das? Der Mondstrahl war ein kleines Stück nach links
abgebogen neben Mini. Mini überlegte kurz. Da wusste sie, dass
sie zu den Tieren nicht lieb war. Mini flog auf ihren Besen weg.
Der Mond war traurig für Mini. Schnell nahm er die Krone ab.
Flog hinterher und hatte den Mondstrahl auf Mini gezeigt. Alle
Hexen jubelten vor Freude. Mini hatte noch nie die Hexenkrone
gekriegt.
Am nächsten Tag lief Mini zu der Burg die Wolkentreppe hoch zu
dem Mond. Er saß gerade auf einem Stein und wartete auf Mini.
„Da bist Du ja“ sagte Mini.
„Ich habe schon lange auf Dich gewartet“ sagte der Mond.
„Danke, Mond, dass Du mir gestern doch die Hexenkrone gegeben
hast, obwohl ich ja zu den Fliegen nicht lieb war“
„Das vergessen wir lieber“ sagte der Mond „für mich bist Du die
beste Hexe auf der Welt“.
„Danke, Mond“ sagte Mini „ich gehe dann lieber mal runter“.
„Wenn Du willst“ sagte der Mond.
„Ich muss ja, also Tschüß“.
„Tschüß“ sagte der Mond „ach so, Mini, ich wollte Dich heute zum
Kaffee trinken einladen“. „Ich komme gern“ sagte Mini zurück und
verschwand so schnell wie sie gekommen war.
Mini stand gerade am Waldrand am Eingang hinter einem dicken
Baumstamm. Sie konnte den Himmel sehen. Sie hat gesehen wie die
Sternschnuppe kam und sagte:
„Jetzt komm schon Mond wir wollen zum Hügel“. Mini dachte einen
Moment nach, vielleicht mussten auch die Himmelsbewohner
versuchen die ganze Woche lieb zu sein.
’Bestimmt’ ,dachte Mini, ’wie bei uns, genauso wie bei uns
Hexen’.
Sie blieb weiter dort, solange wie alles zu Ende war. Plötzlich
sah sie wie ein Sternschnuppenpulver auf ein Stern fiel – drei
mal.
’Glitzerpulver’ dachte die kleine Hexe Mini. Dann hörte sie
weiter zu. Der Mond sagte noch etwas zu der Sternschnuppe.
„Ich sollte derjenige sein, weil ich die ganze Woche lieb war“
sagte er streng zu der Sternschnuppe.
„Ich bestimme“ sagte die Sternschnuppe streng zurück.
Schnell lief Mini zu Ihrem Schuppen. Sie bastelte schnell eine
Krone, nahm Glitzerpulver lief zu der Burg die Wolkentreppe hoch
und sagte schnell:
„Das ist für Dich, Mond“ sagte sie aufgeregt.
„Danke“ sagte der Mond.
„Was ist das?“ fragte die Sternschnuppe.
„Eine Krone, denn der Mond ist immer lieb, nicht eine ganze
Woche, sondern immer. Jeden Tag“ sagte Mini streng.
„Wenn das wahr ist, dann bitte. Also ich gehe jetzt“ sagte die
Sternschnuppe und verschwand. Der Mond packte das Geschenk aus.
„Mann, ist das eine schöne Krone“
„Warte“ sagte Mini „setzt sie erstmal auf“ Mit ihren großen
Händen und ihren großen Mund pustete sie fünf mal auf den
Glitzerpulver. Er flog gerade zum Mond.
„Danke Mini“ sagte der Mond „du bist die allerbeste Hexe auf der
Welt“.
„Danke, das weiß ich schon“ sagte Mini. Denn das blieb zwischen
den beiden Freunden und der Nacht. |