Das Buch Herr der Diebe, von Cornelia Funke, habe ich zwar nicht gelesen, aber ich war vor zwei Jahren in dem Kinofilm. Sehr bewegt hat mich in diesem Film, dass die Geschwister Bo und Prosper nach dem Tod ihrer Mutter gemeinsam durch dick und dünn gehen. Gut gefällt mir auch, dass es um Freundschaft, Vertrauen und um jemanden lieb haben geht. Aber darauf möchte ich später eingehen. Jetzt erzähle ich erst einmal
etwas über den Inhalt.
Nach dem Tod ihrer Mutter sollen Bo und Prosper bei ihrer Tante und ihrem Onkel leben.Dort ist es aber so schrecklich, dass die beiden nach
Venedig flüchten, die Stadt, von der ihnen die Mutter früher immer erzählt hatte.
Dort angekommen, stoßen sie auf der Suche nach einer Bleibe auf eine Jugendbande, die aus Kindern besteht, die auch weggelaufen sind und niemanden mehr haben. Zu dieser Bande, die sich in einem alten Kino, dem "Sternenversteck", eingerichtet hat, gehören der draufgängerische Riccio, das Mädchen Wespe, der ehrgeizige Träumer Mosca und der Herr der Diebe, der sich selbst Scipio nennt und als einziger eine Familie, noch dazu eine sehr reiche, hat.
Scipio stiehlt aus seinem reichen Elternhaus oft Sachen und verkauft sie an den Hehler Barbarossa, um mit dem Geld Kleider und Essen für die Bande zu kaufen.
Als der Herr der Diebe wieder einmal bei Barbarossa Diebesgut verkauft, erhält er einen großen Auftrag, mit dem die Bande für immer ausgesorgt hätte.
Scipio soll den Flügel eines Karusselllöwen aus einem Waisenhaus stehlen und gegen sehr viel Geld zu einem geheimnisvollen Conte bringen. Der Conte
will damit das Karussell wieder in Gang bringen, das früher den
barmherzigen Schwestern gehörte und das wunderbare Eigenschaften hat.
Es macht Menschen, je nach Fahrtrichtung und Geschwindigkeit, älter oder jünger.
Noch schwieriger wird der Auftrag, weil mittlerweile der Detektiv Viktor auf der Spur von Bo und Prosper ist, der von deren Onkel und Tante engagiert wurde, um die beiden Zurück zu bringen.
Als Viktor die Kinder in dem Kino entdeckt, nehmen sie ihn gefangen und freunden sich mit ihm an, so dass er ihnen schließlich sogar hilft.
Als der Tag des Einbruchs gekommen ist, sind die Kinder so laut, dass sie von Ida, der Besitzerin des Hauses, überrascht werden.
Sie verbünden sich aber mit ihr und bringen den Flügel gemeinsam zum Conte. Dort erhalten sie, wie vereinbart, das Geld.
Anschließend verstecken sich die Kinder in der Nähe und als der Conte sein Haus verlässt, verfolgen sie ihn.
Die Verfolgungsjagd führt auf das Wasser. Vom Boot aus sehen sie die kleine Insel Isola Segretta. Sie versuchen sich der Insel zu nähern, doch schon von weitem hören sie lautes Hundegebell und dann wird auch noch auf sie geschossen.
Daraufhin nehmen die Kinder schleunigst Reißaus.
Als sie in Sicherheit sind, schauen sie sich das Geld vom Conte genauer an und stellen fest, dass es Falschgeld ist.
Deshalb fahren Scipio und Prosper einige Nächte später noch einmal zur Insel, wo sie dieses Mal auch anlegen können. Dabei werden sie von Barbarossa verfolgt, der auch herausbekommen will warum der Conte so viel Geld für ein Karussellteil bezahlt.
Nach einigen Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen fahren nacheinander der Conte und seine Schwester, Scipio und als letzter Barbarossa auf dem Karussell. Der Conte und seine Schwester wollen wieder Schulkinder werden, was ihnen auch gelingt. Scipio ist nach seiner Fahrt ein erwachsener junger Mann. Barbarossa fährt zu lange, bricht beim Absprung einen Flügel ab und ist nun ein Kleinkind.
Das Karussell ist für immer zerstört.
Am Ende können die Kinder bei Ida und Viktor bleiben, Scipio muss sich als Erwachsener nichts mehr von seinem Vater gefallen lassen und Barbarossa muss als Kleinkind bei
der Tante und dem Onkel von Bo und Prosper bleiben, die nun ein Kind zu erziehen haben, dass solche Eltern verdient.
Der Film hat mir sehr gut gefallen. Er war spannend, gleichzeitig lustig und er hatte auch viele Anteile im Phantasiebereich.
Darüber hinaus gab es viele Teile mit Gefühl, bei denen man fast weinen musste.Eigentlich wurden gleich mehrere Geschichten erzählt: Die Geschichte von Prosper und Bo, die Geschichte von den Waisenkindern und der Diebesbande und die fast schon märchenhafte Geschichte von dem Karussell.
Beeindruckt war ich auch davon, dass der Film sozusagen hinter den Kulissen von Venedig spielt. Man konnte viel von den Kanälen und Palästen sehen und bekam einen Eindruck, wie es vielleicht sein könnte, in so einer Stadt zu leben.
Obwohl es sich bei diesem Film um eine erfundene Geschichte handelt, konnte man meiner Meinung nach doch einiges lernen.
Von Scipio konnte man lernen, dass Geld und Reichtum benutzt werden kann und sollte, um ärmeren Menschen (im Film die Waisenkinder) zu helfen.
Von Bo und Prosper konnte man lernen, dass es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen, auch wenn es nahezu unmöglich erscheint, sie zu erreichen.
Von Viktor konnte man lernen, dass man sinnlose Aufträge nicht unbedingt erfüllen muss und schließlich zeigt das Schicksal von Barbarossa, dass sich Bösartigkeit meistens nicht lohnt.
Das es nahezu noch ein schönes Happy-End gab, machte den Film zu einem tollen Erlebnis, das
man nur weiter empfehlen kann!