Zur Winterzeit, als gerade frisch Schnee auf die Erde gefallen war, musste
ein armer Junge hinaus in den Wald gehen und mit dem Schlitten Holz holen.
Als der das Holz zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er sich ein
kleines Feuer machen und sich etwas aufwärmen, weil es so bitter kalt war.
Deshalb schaufelte er mit seinen Händen den Schnee weg und als auf dem Boden
wühlte, sah er auf einmal etwas im Schnee glänzen.
Es war ein kleiner
Goldener Schlüssel. Darüber freute sich der Junge sehr. Er dachte sich, wenn
ich mitten im Wald einen so schönen Schlüssel gefunden habe, dann gibt es
hier bestimmt auch ein passendes Schloss dazu. So grub der weiter in der
Erde und fand schließlich ein kleines Kästchen. Oh, wenn der Schlüssel nur
passt!, dachte er. Es sind bestimmt wundervolle Sachen in dem Kästchen. Er
suchte, aber es war kein Schlüsselloch zu sehen. Endlich entdeckte er eins;
es war so klein, dass er es zuerst nicht gesehen hatte. Er steckte den
Schlüssel in das Loch und tatsächlich er passte. Dann drehte der Junge den Schlüssel langsam um ...
...und es knackte im Schloss. Der Junge hob den Deckel und staunte und sah
Edelsteine. Sie funkelten und glitzerten. Der Junge nahm die Edelsteine in
seine kleinen frierenden Hände. Sie waren ganz warm und als er alle
Edelsteine rausgeholt hatte, um sich zu wärmen, sah er in dem Kästchen eine
Tür und mit einem kleinen Schlüssel. Er hing an einem silbernen Bändel.
Der
Junge steckte seine Finger in das Kästchen, um den Schlüssel rauszuholen.
Seine Finger waren jedoch zu groß, um den Schlüssel zu fassen. Er nahm sich
ein kleines verschneites Blatt zu Hilfe und versuchte es damit. Der
Schlüssel rutschte in das Türschloss und die Tür ging auf. Der Junge wurde
plötzlich ganz mini klein. Er ging auf die Tür zu und schlüpfte hindurch.
Der kleine Junge sah eine Sonne, Wiesen und Felder. Er nahm sich einen
Stock, um besser laufen zu können. Er pflückte Gräser von den Wiesen und
entdeckte viele Edelsteine. Er pflückte einen Strauss Gräser für Mama und
Papa. Er pflückte Weizen zum Mehl mahlen.
Der Junge sah drei Blumen. Er grub
sie mit den Wurzeln aus. Vielleicht konnte er sie zuhause wieder
einpflanzen. Er lief weiter und sah ein Schloss. Er ging zum Schloss hin und
als er die Tür betrat, sah er wie das Schloss mit ihm verschwand. Sie wurden
durchgewirbelt und auf einmal war der Junge mit Schloss und Strauß wieder
zuhause. Er rief nach seinen Eltern. Sie kamen ganz schnell. Der Junge hielt
ihnen den Strauß hin. Sie freuten sich über die Edelsteine und dann sahen
sie das Schloss. Sie holten ihre alten Sachen und lebten für immer in diesem
Schloss. Und der Junge erzählte seinen Eltern die ganze Geschichte, wie es
dazu gekommen war.