Gnockse leben in Erdhöhlen. Aber
nicht in solchen, die nach Erde stinken, die dreckig und feucht sind und wo die
Regenwürmer von der Decke baumeln. Nein, auch nicht in kahlen und trocknen Kieshöhlen.
Unser Gnock lebt in einer Höhle, die
in Moos und Sträuchern gebettet und am größten Berg des Felsgebirges liegt. Von einer
Gnockhöhle ist auf den ersten Blick nichts weiter zu sehen, als eine grüngestrichene
Tür mit goldenem Knauf. Die Höhle ist freundlich eingerichtet. Wenn man sie betritt,
steht man in einem langen Flur. Der Boden ist mit einem roten Teppich ausgelegt. An den
Wänden hängen Bilder, auf denen Gnockse abgebildet sind und es gibt zahlreiche Haken
für Jacken und Mäntel. Die Gnockse bekommen nämlich viel Besuch. Rechts und links im
Flur sind viele kleine grüne Türchen. Dahinter befinden sich Esszimmer, Badezimmer,
Schlafkammern, Wohnstuben und unzählig viele Speisekammern. Die Gnockse haben nämlich
die Angewohnheit den halben Tag zu Essen. Die restliche Zeit verbringen sie in den
Wäldern. Trotzdem sind sie sehr selten zu sehen. Denn wenn dummes Menschenvolk
dahergetrampelt kommt, dann verschwinden sie schnell in ihre Höhlen.
Weil Gnockse so selten zu sehen sind, will ich ich euch erst mal erklären, wie ein
Gnock aussieht. Nun, Gnockse sind halb so groß wie du. Sie tragen gern bunte Sachen, am
liebsten grün und gelb. Sie haben einen kugeligen Bauch und fröhliche Gesichter, die
immer zu lachen scheinen. Außerdem hören sie schrecklich gut und werden mehrere 100
Jahre alt. Auf dem Kopf haben sie braungraue, fellartige, borstige Haare, die meist von
einem Hut verdeckt sind. Sie haben geschickte Hände und flinke Füße, die in braunen
klumpigen Schuhen stecken. Gnockse sind außerdem sehr abenteuerlustig.
Vorallem der kleine Gnock Lupp. Er ist ein richtiger kleiner Abenteurer. Aber er liest
auch gerne Koch- oder Märchenbücher, vorausgesetzt er ist nicht gerade auf
Abenteuerreise. So wie zum Beispiel im letzten Jahr:
Es war eines mittags. Lupp hatte sich einen Kräutertee gekocht und war gerade mit
seinem dritten Frühstück fertig. Nun wollte er ein Buch über Obstkuchenrezepte
durchlesen, als es plötzlich klopfte. Lupp öffnete die Tür. Vor ihm stand ein
schnaufender Gnock und . . . . .