|
In dem kleinen Indianer-Dorf Withe Horse, gab es eine uralte Legende, die besagte, dass im Dorf Withe Horse ein weißer Vollblutaraber Hengst in jeder Vollmondnacht am großen Stein im Wald Rantags erscheint.
Alle Indianer , außer Weiße Feder hatten schon versucht ihn zu fangen, aber sie haben ihn nicht einmal zu Gesicht bekommen.
Sogar die Mädchen hatten sich in einer Vollmondnacht nach draußen geschlichen um das Pferd zu jagen.
In dieser Nacht wollte ich es einmal versuchen.
In der Nacht als der Mond am Himmel schien, schlich ich mich also aus meinem Tippi und lief in den Wald.
Ein Gewitter zog auf ich bekam Angst und rannte und rannte so schnell ich konnte. Plötzlich wusste ich nicht mehr, wo ich hingelaufen war. Ich rannte weiter.
"Aua", ich war über eine Wurzel gestolpert, ich konnte nicht mehr aufstehen.
Zwischen den Bäumen leuchtete der Mond auf einen Stein, dass musste der Stein Rantags sein.
Es donnerte. Das Gewitter wurde immer schlimmer!
Aber was hörte ich?
Jemand wieherte.
Im Mondschein stieg ein Pferd.
Es donnerte wieder.
Es war das wunderschönste Pferd der Welt, es musste das Wilde Pferd sein.
Der Wildfang kam auf mich zu galoppiert. Angst bekam ich , ja fast Panik als die stolzen Schritte dieses Pferdes auf mich zu kamen. Aber es blieb vor mir stehen und legte sich hin.
Zum Glück hatte ich Vertrauen in das Pferd und kletterte schmerzhaft auf seinen Rücken. Der Hengst bekam einen kleinen Schenkeldruck von mir.
Er galoppierte sofort Folgsam an. Ich lies mich von ihm an einen Verlassenen Ort tragen.
Einen Ort an dem ich noch nie war, auch wenn ich dachte, dass ich den Wald in und auswendig kannte.
Sehen konnte ich nichts, da die Blitze nachließen und schließlich
verschwanden.
Der Mond war hinter Wolken versteckt.
Als ich vom Pferd glitt, merkte ich, wie müde ich war und ich legte mich hin.
Das Pferd legte sich zu mir. Es musste hier Zuhause sein. Als ich etwas nasses auf meiner Nase spürte wachte ich auf, aber es war nur die Zunge des Pferdes.
Er wollte mich wecken.
Die Sonne ging grade auf und ich konnte sehen wo ich war.
Eine sehr alte Rot-weiß gestrichene Holzhütte stand vor mir.
Sie hatte drei Ställe und eine Koppel mit klapprigen Zaun der aber noch Okay war.
An meinen Fuß war getrocknetes Blut, ich hatte mir eine große Wunde zugezogen.
Der weiße Hengst den ich mittlerweile Taifun getauft hatte, leckte die Wunde ab und sie verheilte innerhalb von Sekunden.
Nun wusste ich endgültig das Taifun ein Wunderpferd war.
Jetzt hatte ich vor in die Sattelkammer zu gehen.
Wie das da aussah alles voller Spinnweben, naja, hier hat ja auch nur ein Pferd gewohnt das wohl nicht gerne putzt.
Ich entdeckte eine Decke und ein Zaumzeug darunter lagen Bürsten.
Ich putzte Taifun gründlich und legte ihm die Decke auf. Dann schnallte ich ihm das Zaumzeug an. Das kannte Taifun nicht, aber ich war schon fast 11 Jahre alt und hatte mir von den Erwachsenen abgeschaut wie man ein Pferd an so etwas gewöhnt. Als ich Taifun auf die Weide führte und aufsitze war er relativ ruhig, da er mir vertraute.
Ich brachte ihm bei, wie er mir gehorchte und bald konnte ich ihn kontrollieren.
Am nächsten morgen ritt ich mit Taifun zurück nach Withe Horse, um allen zu zeigen, auf wem ich ritt.
Aber als ich am Dorf ankam fiel ich
vor Schreck vom Pferd.
Das ganze Dorf war abgebrannt!
An unserem Totempfahl entdeckte ich eine Nachricht, die mit einem Pfeil an den Pfahl geschossen war.
Darauf stand in schnell geschriebener Indianerschrift meines Vaters:
"Weiße Feder, falls du diesen Brief liest: Die Cowboys, die durch unser Land einige Schienen legen wollten, haben das Dorf abgebrannt. Wir sind in Richtung Westen geflohen. Sobald wir einen Platz zum Lager aufschlagen gefunden haben, werden wir für immer dort bleiben. Du brauchst uns nicht zu suchen. Deine dich liebende Familie des Stammes Withe Horse."
Doch ich war fest entschlossen, ihnen nach zu reiten.
Taifun und ich ritten zurück in den Wald um ein paar Waldfrüchte in Satteltaschen aus Büffelleder zu packen.
Dann galoppierten wir in Richtung Westen.
Plötzlich hörten wir Hufen anderer Pferde. Es waren die Cowboys.
Sie hatten mich gesehen und galoppierten auf ihren schellen Quarter Horses auf mich und Taifun zu.
Deswegen trieb ich Taifun stark voran, und er versetzte sich sofort in den schnellsten Galopp, den er drauf hatte.
Seine Beine schwebten nur so über den Wüstenboden, im Slalom ging es durch Meterhohe Kakteen.
Bis die Cowboys endlich stehen blieben, war eine Stunde vergangen, und Taifun und ich waren völlig am Ende.
Ich hatte ihm gesagt, dass wir auf dem Hügel, dort vor uns, übernachten werden.
Wir konnten nichts mehr tun.
Meine Kräfte waren am Ende, doch auf dem Hügel blieben wir erschrocken stehen.
Ca. 1000 Fuß vor uns bauten die Withe Horse ihr neues Lager auf.
Ich saß ab, nahm Taifun Decke und Zaum ab und sagte:
"Du bist wunderschön und wunderschöne Pferde gehören in die Freiheit. Ich werde dich vermissen, mein Großer, du hast mich gerettet. Was wäre im Wald passiert, wenn ein Bär gekommen wäre!?"
Taifun schmuste mit mir, stieg, und galoppierte davon.
Im Dorf erzählte ich aber niemanden, was geschehen war, doch die Narbe an meinem Fuß wird mich immer an Taifun erinnern. |