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Hallo,
ich bin Lydia, 11 Jahre alt. Mein Hobby ist lesen und gerade deswegen schreibe ich auch gern Geschichten. Ich hoffe meine Geschichte „Der Gartenzaunkrieg“ gefällt euch. Ich habe mir bei dieser Geschichte sehr viel Mühe gegeben.
Eigentlich fängt es ganz harmlos an: An einem schrecklich langweiligen Frühlingssonntag nahm Bruno Flemming das galaktische Blasrohr fester in die Hand und schlich vorsichtig weiter. Er musste jetzt gut aufpassen, denn überall konnte sein Gegner lauern. Geduckt pirschte er sich näher an seinen Feind heran, bis er direkt vor dessen Zaun stand. Dahinter lauerte die gefährliche Hundewache, ein langer braunweißer Basset mit kurzen Beinen und riesigem Kopf. Vorsichtig richtete Bruno sich auf. Nur noch der
mickrige Zaun war zwischen ihm und seinem Feind.
Er lud sein galaktisches Blasrohr mit galaktischen Trockenerbsen. Der Feind mit der großen dunklen Brille war noch immer ahnungslos. Bruno zielte ...und traf! Ein grässlicher Schrei ertönte. „Wenn ich dich Blödmann kriege!“ , schrie der Feind und sein Wachhund knurrte wütend dazu. Aber Bruno war schon längst wieder in Sicherheit. „Was war denn?“
wollte Brunos Schwester Susi wissen. Aber der zuckte nur mit den Schultern. Schließlich war das kein Kinderkram, nichts für neugierige kleine Mädchen. „Ich will aber mitmachen.“ Sachte schubste er sie zur Seite.
Von der Terrasse aus hatte Bruno einen guten Blick bis zum Zaun hinüber. Alles konnte er genau erkennen. Der Feind war immer noch da. Seine dunklen Augengläser waren jetzt auf einen Haufen weißer Papierseiten gerichtet. Er las, und der Wachhund schlief. Bruno nahm das Blasrohr und schlich los. Er richtete sich am Zaun auf, zielte und schrie auf. Der Feind hatte zurück geschlagen! Bruno war getroffen. Eine volle Ladung aus einer super Wasserpistole hatte ihn erwischt. Der Feind grinste hämisch. Mit tropfendem Haar lief Bruno zurück. Das schrie nach Rache.
Mark Grube, Brunos Feind, konnte es, wenn er sich beeilte, noch rechtzeitig zur Schule schaffen. „Tschüss!“ , schrie er ins Haus hinein, schnappte sich seine Schulmappe und wollte los. Niemand schien ihn zu hören, denn drinnen war es ziemlich laut. Vater schimpfte aufgebracht: „Warum parkt Frau Flemming ihren Wagen immer direkt vor unserer Haustür? Die haben doch genauso viel Platz wie wir!“ „Vielleicht will sie nur angeben mit ihrem neuen Auto!“
antwortet Marks Mutter. „Mit diesem kleinen Ding? Und dazu noch rosa! Das ist doch lächerlich! Ich könnte mir praktisch jedes Jahr ein neues Auto leisten.“
„Au“ , schrie Susi als sie, Bruno und Paps gerade dabei waren den Gartenzaun zu reparieren, „eine Wespe hat mich gestochen!“ . Sie rannte ins Haus um ein Pflaster zu holen.
„Schau mal, Paps !“ sagte Bruno. Gemeinsam schauten sie auf all die faulen Pflaumen auf dem Boden. „Die kommen bestimmt von der anderen Seite des Zaunes!“ , meinte Bruno. „Glaubst du wirklich, Familie Grube schmeißt ihr faules Zeug einfach über den Zaun?“ fragt Paps. „Ich könnte mir schon vorstellen das die so was machen!“
sagt Bruno im Brustton der Überzeugung. „Das mit dem faulen Obst ist eine ziemliche Unverschämtheit, und das werden wir uns nicht gefallen lassen. Ich werde mit dem Mann wohl mal ein Wörtchen reden müssen!“ Wütend starrt Paps aufs Nachbarhaus.
Da machte es platsch, direkt neben ihnen: eine faule Pflaume war zu den anderen gefallen. „Hol mir mal schnell den Fuchsschwanz aus der Garage!“
befahl Paps. Bis Bruno zurück kam, war die Leiter aufgestellt. Geschickt setzte Paps die Säge so an, das der überstehende Ast auf der anderen Seite des Zaunes niederging. Zufrieden packten Vater und Sohn das Werkzeug weg und bauten die Leiter ab.
Bruno, Susi und ihre Mutter liefen gerade zum Auto, um zum Kino zu fahren. Das Auto parkte direkt neben Grubes Einfahrt. Mama begann nach dem Schlüssel zu kramen, und deshalb passte sie nicht auf. Sie trat mitten hinein. „O Mist!“ , schrie sie, als sie ihren Fuß aus dem matschigen braunen Haufen herauszog. „Ein Hundehaufen!“ schrie Susi. „Meinst du ich bin blind?! Bäh, und wie das stinkt. Meine schönen Schuhe! Hier ist der Schlüssel, setzt euch schon mal rein, ich muss mir andere Schuhe anziehen.“ Susi setzte sich brav nach hinten auf den Kindersitz. Bruno schlenderte
vorne herum zur Beifahrertür und stutzte.
Da war ein Kratzer. Und was für einer: quer über die ganze Motorhaube. Und ganz schön breit war er.
Mams würde sich bestimmt furchtbar aufregen darüber, sie war doch so stolz auf ihr Auto.
Mams war zurück und wollte gerade einsteigen da kam Herr Grube aus seinem Haus heraus. „War das Ihr Köter?“ schrie
Mams. „Naja, also, kann schon sein.“ , stotterte Herr Grube. Bruno flüsterte
Mams das mit dem Kratzer zu. Sofort ging sie nachsehen. Außer sich brüllte sie Herrn Grube an: „War das vielleicht auch Ihr Hund oder vielleicht eher der Sohnemann?“ „Also hören Sie mal!“ , schrie Herr Grube. „Und überhaupt, wo parken Sie eigentlich? Das hier ist unser Grundstück. Sie haben doch selbst genug Platz vor Ihrem Haus. Stellen Sie dieses rosa Ding gefälligst da hin! Aber nein, immer muss er bei uns stehen. Ich komme ja kaum noch die Einfahrt rein!“ Endlich stieg
Mams mit hochrotem Kopf ein, und fuhr los. „Diese unverschämte Person!“ , rief Herr Grube dem rosa Wagen hinterher.
Ein paar Tage später bauten Paps und Bruno ein Stacheldraht an den Zaun ran. Zufrieden betrachteten sie ihr Werk. Es sah wirklich schaurig aus: dieser spitze, gedrehte und leicht verrostete Draht da oben auf dem Zaun- wie an einer
äußerst gefährlichen Grenze.
Marks Mutter trug ihrem Sohn eines Tages auf,
dass er ein Schild schreiben soll, dass die Hundebesitzer, die hier spazieren gehen, gewarnt vor den Tierquälern neben an sind. Auf dem Schild stand:
Vorsicht, Hundebesitzer!
Achtung, liebe Hunde!
Nehmt besser eure Pfoten in die Hand
und seht zu, dass ihr euch vor unseren
bösen Nachbarn in Sicherheit bringt.
Sonst ist es aus mit euch.
Sie nagelten es an einen alten Besenstiel und gruben den unteren Teil des Stiels im Vorgarten ein. Die Leute, die vorüberkamen, blieben stehen und lasen sorgfältig den Text. Und wenn sie einen Hund dabei hatten, nickten sie ihnen dankbar zu.
Als Frau Flemming das Schild sah brachte sie Bruno auch dazu, dass
er ein Schild schrieb:
Vorsicht, Autofahrer!
Achtung, liebe Fußgänger!
Parken Sie bloß nicht nebenan.
Sonst wird Ihr Auto zerkratzt
und sie landen in den Tretminen
des Nachbarhundes!
Eins führt zum anderen, bis fast so was wie Krieg zwischen den Nachbarn herrscht: mit fiesen Gemeinheiten, Wachhunden, Karate und einem Tiger. Dabei hätten sich Bruno und Mark längst lieber wieder versöhnt...
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