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Hallo! Ich heiße Lisa und bin 12. Ich schreibe gerne und oft Geschichten.
Komischerweise werden sie am Ende immer traurig. Lest euch die Geschichte bitte durch. Vielleicht gefällt sie euch.
Es lebte einmal ein junger Künstler in Wien. Wie viele junge Leute hatte er den Traum mit seiner Kunst berühmt zu werden. Er war Dichter.
Dieser Dichter hieß Herr Kaluka. Ein seltener Name. Wie gemacht für einen Dichter.
Herr Kaluka hatte meistens zerzaustes Haar und vernachlässigte Kleider an. Meist wirkte er verschlafen und träumerisch. Nur seine Augen blitzten wie dunkelblaue
Edelsteine hervor. Manchmal wirkte er richtig abweisend. Ein paar Verse hatte er schon zusammengeschrieben, doch ein richtig großes Werk, mit dem es sich tüchtig verdienen ließe,
davon konnte er nur träumen.
Das ist wortwörtlich gemeint, denn Herr Kaluka träumte sein Leben so dahin. Das soll ja nicht schlecht sein, doch von was soll er
leben? Seine Miete war längst fällig und nie waren frische Lebensmittel im
Haus. Doch Herr Kaluka sagte: "Ich brauche das alles nicht,
denn ich bin Dichter. Dichter brauchen nur eine Scheibmaschine und
ein wahresDichterherz."
Es war nebelig und der Wind, der unerbärmlich durch die leeren Straßen pfiff, drang durch Herrn Kalukas dünne Jacke hindurch. Er fror. Aber er träumte. Niemand weiß,
von was er immer träumt. Da kam er an einer alten Bettlerin vorbei. Sie hatte weißes, langes Haar und war dürr und sehr klein. Ihre Gesichtszüge waren die eines Indianers und ihre grauen riesigen
Augen starrten Herrn Kaluka unverwegens an. Sie war in ein Stück Pelz eingewickelt, hatte zerschlissene, alte Mokasins an und sicher fünf dicke Armreifen um jedes
Handgelenk. Als Kaluka an ihr vorbeiging, flüsterte sie mit tiefer, erschöpfter, aber auch ein wenig überraschter
Stimme: "Federmann!"
Kaluka hatte diese Geflüster aus seinen Träumen gerissen und er blieb stehen und bat die alte Frau, es noch einmal zu wiederholen. "Ferdermann!" flüsterte
sie wieder. Verwundert über diesen Ausdruck blieb er noch stehen. Kaluka hatte plötzlich das Bedürfnis danach, sich neben diese Frau zu setzen. Es war komisch für
ihn zu sprechen, denn eine oder auch zwei Wochen lang hatte er nur geträumt und er suchte eigentlich nie sehr oft Kontakt zu anderen Leuten auf. Er setzte sich zu ihr.
Die Frau lächelte und flüsterte:
"Guten Tag, Federmann." "Wie heißt du und warum nennst du mich Federmann?" fragte Her
Kaluka. "Es ist ein schöner Tag, findest du nicht auch, Federmann?" Sie lächelte wieder. Es war nun ein gar nicht schöner Tag und Herr Kaluka wollte endlich wissen, warum diese
Frau ihn unentwegt Federmann nannte. Er wollte schon aufstehen und wieder
gehen, denn wenn er keine Antwort bekam, was wollte er dann noch
hier. Da flüsterte die Alte: "Du bist Federmann, weil du gut umgehen wirst mit meiner Feder. Ich habe gesehen, dass du der Federmann
bist, auf den ich schon so lange gewartet habe."
Sie zog
eine Art Schatulle aus ihrem Pelz hervor und reichte sie Herrn Kaluka, der verwundert auf sein Geschenk sah. "Danke" flüsterte die Alte noch, dann schloss sie die
Augen. Berauscht von seinem Erlebnis sah er sie noch lange an, dann ging er. Einmal hörte er sie noch
sagen: "Traume nicht dein Leben, lebe deinen Traum,
Federmann." Herr Kaluka lächelte und ging nach Hause.
Ein
Jahr später las man in der Zeitung, ein gewisser Herr Kaluka hätte ein großes Dichterwerk herausgebracht. Es handle um eine alte
Bettlerin und es handle von Träumen. Anscheinend solle er alles mit einer alten Feder geschrieben haben.
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