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Delfininsel

Eine Geschichte von Lydia

„Komm, pack deine Sachen! Wir müssen los!“, schimpft die Mutter des kleinen Mädchens Lara, die viel lieber im Sand spielen würde. Lara wollte nicht weg von hier. Hier war es immer so gemütlich, wenn sie abends mit ihrer Familie und den anderen Stammesmitgliedern am großen Lagerfeuer, inmitten der vielen kleinen Holzhütten saß, vor denen man so gut im Sand spielen konnte, wenn es einem bei den Erwachsenen zu langweilig wurde. Hier war die ihr so vertraute, wunderschöne Landschaft. Hier waren ihre Urahnen begraben, hier kannte sie jeden Fleck und jeden Punkt und nun sollte sie das alles zurücklassen, um zu flüchten? Nur weil hier ein einziges mal pro Jahr andere Indianerstämme herkamen um die beliebten Otter zu jagen. Warum musste ihr Stamm flüchten?

Der Nachbarstamm, der mit ihnen die Delfininsel teilte, zog doch auch nicht weg. „Träum nicht, sondern pack deine Sachen! Mir reißt gleich der Geduldsfaden“, fing die Mutter wieder an, „und das Schiff wird bei diesem Sturm auch nicht mehr lange warten!“, meinte sie nach einem kritischem Blick zum Himmel. Als alle Stammesmitglieder fertig mit Packen waren fing es an zu regnen. „Schnell zum Schiff, bevor es abfährt!“, befahl der Häuptling und marschierte los. Als sie fast an der Bucht, wo das Schiff wartete, waren, fiel Lara ein, dass sie ihren geliebten, kleinen Hund namens Cocker vergessen hatte. „Mami! Ich hab Cocker vergessen! Komm, wir laufen los um ihn zu holen!“, schrie sie ganz verzweifelt. Die Mutter versuchte ihr kleines Mädchen mit Worten wie „er wird uns schon finden“ zu beruhigen. Lara überlegte hin und her.

Was sollte sie tun? Sie vertraute ihrer Mutter und ließ sich auf das große Schiff führen. Langsam hörte der Regen auf. Das Schiff fuhr endlich los und die zahlreichen Bäume der Insel wurden immer kleiner. Lara merkte natürlich sofort, dass ihr kleiner Cocker sie nie finden würde, und wurde unruhig. Sie raffte all ihren Mut zusammen und sprang samt ihres Gepäcks in das eiskalte Wasser. Sie hörte nur noch wie ihre Mutter lauthals um Hilfe schrie, dann wurde ihr schwarz vor Augen.

Als sie wieder aufwachte dämmerte es bereits. Cocker war bei ihr. Er leckte das Blut von einer Wunde an ihrem Arm. „Wo bin ich?“, fragte sie. Ihr Hund winselte und blickte zum Meer. Er hatte mitbekommen, dass er mit seiner kleinen Herrin, für die er alles tun würde, allein auf der Insel war. Lara schlang die Arme um den Hals ihres kleinen, treuen Cockers. Sie vergrub ihre verweinten Augen in dem weichen Fell und murmelte: „Oh, mein lieber, guter, treuer Cocker“, bevor sie wieder einschlief. Am nächsten Morgen, als sie wieder aufwachte, hatte sie Hunger. Klar, sie hatte seit dem gestrigem Frühstück nichts mehr gegessen. Sie machte sich auf um etwas Essbares zu suchen. Da entdeckte sie sie. Sie waren die wilden Hunde, die sich vor ein paar Jahren von den Indianerstämmen trennten und hier eine Höhle in der Nähe des Waldes bewohnten.

Lara war zum Dorf gegangen, wo sie vermutete etwas zu Essen zu finden. Sie kam zu spät, die Hunde hatten wohl auch Hunger gehabt. Sicherheitshalber hielt sie Cocker fest, bevor er sich auf seine Artgenossen stürzen könnte und diese Wilden ihn zerfetzen würden. „Ich muss mir ein sicheres Heim bauen, Cocker, bevor wir zwei von diesen halben Wölfen angegriffen werden. Bestimmt werden wir solch ein Versteck nicht lange brauchen. Nur solange, bis das Schiff wieder kommt“, versuchte sie ihren Hund zu beruhigen, der sich bellend auf seine Erzfeinde, die wilden Hunde, stürzen wollte. Da fiel Lara ganz plötzlich ein, dass sich der Nachbarstamm noch auf der Insel befand. Sie würde jetzt sofort hingehen und um Hilfe, Schutz und Nahrung bitten. Lara machte sich auf den Weg. Sie suchte die ganze Insel ab, doch sie fand nichts als die leeren Hütten ihres Stammes und die der anderen Indianer.

Sie rannte zur Bucht, wo sie gestern auf das Schiff gestiegen ist. Dort in der ferne sah sei einen Punkt. Dieser Punkt konnte nicht das Schiff sein, wo sie gestern runter gesprungen ist. Vielleicht war es ja ein Schiff, das heute die restlichen Indianer geholt hat. Oder war es doch das Schiff, womit sie mit ihrem Stamm fliehen sollte und es kam, um sie zurückzuholen? Sie kletterte auf einen kleinen Felsen, der da einfach so und ganz allein am Strand im Sand stand. Sie ließ den kleinen Punkt auf dem Meer nicht aus den Augen und merkte deshalb nicht, dass sich ihr die wilden Hunde näherten. Plötzlich hörte sie ein heiseres Bellen und drehte sich erschrocken um. Die Hunde standen hinter „ihrem“ Felsen und vor ihnen, dicht an den Felsen gedrängt stand Cocker. „Cocker!“, schrie Lara entsetzt. Sie half ihm den Felsen hinauf und setzte ihn ganz dicht an ihren Körper. Blut tropfte von seiner Lippe. Jetzt wo Cocker in Sicherheit war, traute sr sich sein Maul vorsichtig abzulecken. Langsam gingen die halben Wölfe wieder zurück zu ihrer Höhle. Als Lara wieder zum Meer blickte, war der kleine Punkt verschwunden.

Wie es weitergeht, kannst du dir selbst ausdenken, und wenn du Lust hast schreibe deine Fortsetzung unter dem Titel „Fortsetzung von ...dein Name... zu Lydias Geschichte: Allein auf der Delfininsel“. Vielleicht schreibe ich irgendwann selber mal die Fortsetzung!

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