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Hallo Blinde
Kuh,
mein Name ist Nadine und ich bin 12 Jahre. Ich gehe in die 7.
Klasse eines Gymnasiums. Meine Hobbys sind unter anderem
Geschichten schreiben und lesen.
Monika saß an ihrem Schreibtisch und schaute nach draußen.
Vereinzelt schossen bunte Blätter an ihrem Fenster vorbei, denn
draußen war es sehr windig. Entschlossen nahm sich Monika ihren
Füller wieder zur Hand und machte schnell die Hausaufgaben
fertig, an denen sie saß.
Dann nahm sie sich einen Rucksack und steckte ihr Tagebuch und
eine Stift ein. Schnell zog sie sich ihre dickste Winterjacke an
und die dicken Winterstiefel, dann nahm sie sich den Rucksack
und rannte die 5 Stockwerke des Hauses herunter. Unten
angekommen setzte sie sich auf eine Bank im Hof des Hauses. Dort
nahm sie sich ihr Tagebuch und ihren Stift und schrieb hinein:
Liebes Tagebuch, 15. November
Draußen ist es sehr kalt. In der Schule habe ich heute eine
mündliche eins bekommen. Aber ich kann immer noch nicht von den
Lippen lesen, obwohl ich doch schon in der dritten Klasse bin.
Das kann ich gar nicht verstehen. Wir üben immer noch noch nur
die Zeichensprache, weil 2 oder 3 sie noch nicht können.
Ich habe irgendwie ein flaues Gefühl im Magen. Am Besten ich
erzähle Mama davon.
Monika
Damit klappte sie das Buch zu und packte Stift und Buch in den
Rucksack. Sie schloss ihr Fahrrad auf, dass im Hof stand, und
dass sie nur benutzen durfte, wenn andere dabei waren. Dann
setzte sie sich ihren Helm auf und fuhr los. Einfach durch die
Stadt. Sie wollte das Alleine sein genießen. Doch plötzlich kam
ihr Tobias entgegen. Ihr Bruder schimpfte auch gleich los: "Wie
kannst du nur so dumm sein, und alleine durch die Stadt fahren.
Mama hat es dir doch extra gesagt! Du weißt doch, dass das für
dich viel zu gefährlich ist, weil ..." Monika hatte ihn die
ganze Zeit angeguckt. "...weil du ja taub bist!", beendete er
den Satz und griff sich an den Kopf. Monika deutete Tobias Platz
auf dem Gepäckträger zu nehmen. Zusammen fuhren sie nach Hause.
Im Hof schloss sie das Fahrrad sorgfältig ab, und zog ihren Helm
aus. Dann gingen die Beiden wieder in die Wohnung nach oben.
Sofort zog sie sich ihre draußen-Klamotten aus und ging in ihr
Zimmer. Kopfschüttelnd sah Tobias ihr nach.
In ihrem Zimmer legte sich Monika auf ihr Bett.
Monika zwinkerte mit den Augen. Sie scheint wohl eingeschlafen
zu sein. Müde blickte sie auf die Uhr. 19.30 Uhr schon! Sicher
würden sie bald zu Abendessen. Sie sprang auf und lief ins
Esszimmer. Tatsächlich saßen schon alle am Esstisch. Aber keiner
aß. Sie hatten auf Monika gewartet. Schnell setzte auch sie sich
an den Tisch. Nun fingen alle an zu essen. Monika erklärte ihrer
Mutter in Zeichensprache, dass sie auch gerne alleine mit ihrem
Fahrrad fahren würde, denn sie muss später auch mal eine eigenes
Leben führen würde, und da fährt man auch ohne ständige
Begleitung mit dem Fahrrad.
Schließlich willigte ihre Mutter en, doch nur kurze Strecken.
Dann fragte sie ihre Mutter, wann sie denn mal auf eine
öffentliche Schule darf.
Ihre Mutter antwortete nur widerwillig. Sie müsste von den
Lippen lesen können und wahrscheinlich auf ein Internat. Damit
gab sie sich zufrieden und aß fertig. Nach dem Essen fuhr sie
mit dem Fahrrad zu ihrer Lehrerin.
Diese war sehr überrascht darüber, dass Monika zu ihr kam.
Monika fragte sie, ob sie bald mit dem Lippenlesen anfangen
würden.
"Gleich morgen werden wir damit anfangen", antwortete Die
Lehrerin in Zeichensprache.
Und tatsächlich fingen die Kinder am nächsten Tag damit an.
Am Ende des 4. Schuljahres sagte die Lehrerin: "Jetzt ist es so
weit. Ihr könnt von den Lippen lesen, und damit eine normale
Schule besuchen. Bitte sagt euren Eltern, dass sie euch nächstes
Jahr auf eine öffentliche Schule in die 5. Klasse anmelden. Ich
wünsche euch viel Glück für euer weiteres Leben."
Damit war das 4. Schuljahr beendet und Monika rannte den ganzen
Schulweg nach Hause. "Mama! Ich darf nächstes Schuljahr auf eine
öffentliche Schule!", erzählte sie aufgeregt in Zeichensprache.
Ich Mutter kam langsam zu ihr, und Monika erschrak, als sie sah,
dass ihre Mutter traurig aussah. "Was hast du?", fragte sie.
"Freust du dich denn nicht für mich?"
Ihre Mutter lächelte. "Doch...", fing diese an zu stottern,
meinte dann aber fröhlicher und immer fröhlicher werdend: "...doch! Mein kleiner Schatz wird groß!" Dann fingen beide an zu
lachen und nahmen sich in den Arm.
Ich hoffe euch gefällt meine kleine Geschichte
Nadine |